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Interview: Bring Me The Horizon (Jordan Fish)

Aus Metal mach Pop

Jan Hoffmann am 13.09.2015

Aus Metal mach Pop

Wer hätte gedacht, dass sich aus dem Hassbrocken an Sound, den die Briten von „Bring Me The Horizon“ mit ihrem Debütalbum „Count Your Blessings“ 2006 präsentierten, einmal ein vielschichtiges, hochemotionales Werk wie der neue Longplayer „That’s The Spirit“ entwickeln könnte. Maßgeblich daran beteiligt war Keyboarder und Produzent Jordan Fish, den wir zum Interview baten.

Man kann „Bring Me The Horizon“ (BMTH) vieles nachsagen – jedoch nicht, dass sie die Leute kaltlassen würden. Ob es um ihre Musik geht, die Außenwirkung einzelner Bandmitglieder oder ihre Live-Performances: Wo das Quintett aus Sheffield aufschlägt, teilen sich die Anwesenden schnell in glühende Fans und strikte Ablehner auf. Das liegt sicher auch an der Kompromisslosigkeit, mit der die Briten ihre Vorstellungen vom perfekten Song durchziehen. Die Fans des Headliners, vor dem BMTH spielen, wollen straighten Metal hören? Tja, dann wird erst mal ein schickes Stück Electrosound aufgefahren. Die Fans der ersten Platten wollen weiter geradlinigen „Auf die Fresse“-Metalcore? Pech gehabt, die Band setzt auf Dynamik, Streicher, Flächen und ganz viel Emotion.

Schon beim 2010er-Album „There Is A Hell, Believe Me I've Seen It. There Is A Heaven, Let's Keep It A Secret“ zeichnete sich die Entwicklung hin zu einem „erwachseneren“, extrem durchdachten Sound ab. Mit Chören, klassischer Instrumentierung und richtig schönen Melodien erarbeiteten BMTH sich haufenweise neue Fans und enterten die Charts weltweit – in Australien ging es sogar direkt auf Platz 1. Seit „Sempiternal“, dass 2012 entstand, ist Keyboarder, Soundtüftler und Produzent Jordan Fish Teil der Band und hat die Entwicklung seitdem mitgeformt. Nun kommt mit „That’s The Spirit“ Album Nummer 5 auf den Markt – und da präsentiert sich das Quintett nochmals gereift und vor allem deutlich poppiger. Wen bisher die Screams von Fronter Oli Sykes störten, der wird sich freuen, dass diese nun fast komplett durch emotionalen und gerne vielstimmigen Gesang ersetzt wurden. Dazu kommen haufenweise Ohrwurmmelodien vom Feinsten, aber immer mit reichlich Power von der Band vorangetrieben. Dass die Band damit nochmals deutlich mehr Fans gewinnen dürfte, ist eine sichere Wette.

Wir hatten Gelegenheit, schon vorab in die Platte reinzuhören und dann mit Keyboarder Jordan Fish über ihre Entstehung, die Arbeit im Studio und die Zukunftspläne der Band zu sprechen.

Music nStuff: Hi Jordan, wie geht es dir? Glückwunsch zum neuen Album, es ist wirklich klasse geworden. Bist du auch zufrieden mit dem Ergebnis?
Jordan Fish:
Ja, absolut. Ich bin sehr glücklich. Das Album ist genau so geworden, wie wir gehofft hatten, als wir mit dem Songwriting begonnen haben. Wir wussten nicht, in welche Richtung es sich entwickeln würde, und jetzt sind wir richtig stolz darauf.   

MnS: Also hattet ihr nicht schon vorab eine bestimmte Richtung festgelegt, in die das Album gehen sollte?
Jordan:
Nicht wirklich. Ich meine, wir wollten versuchen, etwas anderes als beim letzten Album zu machen. Auch weil es so viele Bands gab, die plötzlich das Gleiche machten. Wir wurden auch von vielen Bands inspiriert, mit denen wir in den letzten Jahren gespielt haben und wollten einfach versuchen, etwas ein bisschen anderes zu machen. Wir wollten aus dem Genre, in das wir gerne gesteckt werden, ausbrechen und unser eigenes Genre erschaffen. Man könnte es einfach ein Rockalbum nennen, aber ich weiß nicht wirklich, ob es eines ist. Aber das waren die einzigen Gedanken, die wir uns darüber gemacht haben, alles andere hat sich während des Songwritings ergeben. Wir haben einfach angefangen, und zu Beginn kamen Sachen dabei heraus, die eher Mist waren. Aber wir haben einfach weitergemacht, und dann hat sich langsam ein bestimmter Vibe abgezeichnet und das Album begann Form anzunehmen. Das passierte alles sehr natürlich. Wir schauten einfach, was herauskommen würde und waren optimistisch, dass das den Leuten dann schon gefallen wird. Nach dem letzten Album und den darauffolgenden Touren sind wir auch selbstbewusst genug, zu glauben, dass wir das hinbekommen. Das ist schon ein kleiner Wandel.

Bring Me The Horizon sind ein eingeschworenes Tean, dass auch im Studio lieber für sich arbeitet.

Die Band als Produzent

MnS: Lag es auch an diesem neuen Selbstbewusstsein, dass du mit Oli das Producing des Albums übernommen hast?
Jordan:
Ja, das ist definitiv ein Teil dieser Entwicklung. Während des Songwritings waren wir sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Und wir haben uns beim letzten Album sehr wohlgefühlt, alles selbst zu machen. Ich meine, klar, viele Bands wollen sich selbst produzieren und liefern dann einfach nur Mist ab. Aber wir hatten das Gefühl, dass wir das draufhaben und hatten ja auch eine Vorstellung davon, wie das neue Album klingen sollte. Wozu also sollten wir da noch jemand Externen brauchen. Man kann seine Musik auch ruinieren, wenn einem da jemand ständig reinredet.  

MnS: Welche Erfahrungen hattest du denn davor schon in Sachen Produktion und Aufnahme gesammelt?
Jordan:
Naja, für die technischen Aspekte interessiere ich mich schon lange. Ich war ja schon vorher in Bands und habe auch ein Studio betrieben. Das waren keine bekannten Bands, aber ich hab schon mit vielen gearbeitet und hatte die Vocals von Oli vorher eh schon aufgenommen. Lee weiß auch genau, wie seine Gitarre klingen soll. Deshalb haben wir ihn einfach machen lassen und mussten dafür nicht jemand dazukommen lassen. Für unser Management ware es schon hart, einfach weil sie den alten Weg gewohnt sind, dass eine Band Songs schreibt und man sie dann mit einem Produzenten zusammenbringt. Unser Weg hat ihnen da schon etwas Angst gemacht. Aber ich habe dabei gemerkt, dass das eben nicht für jede Band das richtige ist und viele Musiker eher behindert, als dass es ihnen hilft.

MnS: Hast du denn eine bestimmte Herangehensweise in Sachen Recording?
Jordan:
Ich selbst wollte mich einfach gegenüber dem letzten Album in Sachen Sound verbessern. Ich wusste, bei welchen Sachen wir besser werden könnten. Ich weiß, was wir als Band draufhaben und wollte vor allem das festhalten. Zudem sind für mich die Texte ein so starker Teil der Band, dass ich sicherstellen wollte, dass sie gut rüberkommen. Ich finde, Oli ist ein so fantastischer Texter und deshalb wollte ich den Gesang superklar haben, und dass er sich optimal in den Song einbettet. Und zunächst versucht man natürlich jeden Song so hinzubekommen, dass er funktioniert – aber dann soll das Album ja auch als Ganzes funktionieren. Über solche Dinge mache ich mir viele Gedanken.  

MnS: In welcher Reihenfolge habt ihr denn aufgenommen? Ganz klassisch, also erst Drums und Bass, dann Gitarre und so weiter?
Jordan:
Ehrlich gesagt war das bei jedem Song anders. Traditionellerweise würde eine Band ja erst mal die Drums für alle Songs aufnehmen – das ist zumindest bei Metalbands so üblich, sich erst mal durch die Drums zu arbeiten, dann den Bass aufzunehmen und so weiter. Das ist nicht der total traditionelle Weg, aber in den letzten 15-20 Jahren, nennen wir es mal das Digitalzeitalter, haben es viele so gemacht. Das hatte wohl auch logistische Gründe, dass man das Kit nicht mehrmals abmikrofonieren muss und so etwas. Aber wir haben uns vorab dazu entschieden das, Album Song für Song aufzunehmen, weil jeder Track so individuell ist, wir ihm genug Zeit geben wollten. Also erst mal die Drums für den jeweiligen Song aufnehmen, dann an Bass und Gitarren arbeiten und sich dann in Ruhe um den Gesang von Oli kümmern. Man merkt auch, wenn man sich durch das Album hört, dass jeder Song einen etwas anderen Sound hat.

Ganz so bürgerlich klingt die Musik von BMTH noch nicht, aber „That's the Spirit“ ist schon ganz schön poppig.

Aufnehmen wo andere Urlaub machen

MnS: Ihr seid für die Aufnahmen ja in ein Studio in Griechenland gefahren. Gab es dafür einen speziellen Grund?
Jordan:
Es war vor allem die Location selbst, das Studio dort ist großartig. Ich brauche auch nicht viel in einem Studio, um das zu erreichen, was ich möchte. Ich brauche einen Raum, in dem ich gut Vocals aufnehmen kann – und sie haben dort auch einen tollen Raum für Schlagzeugaufnahmen. Aber der ursprünglich ausschlaggebende Grund war der Ort selbst, das Land, die Aussicht, die Villa, das sieht alles so toll aus. Und wir dachten uns „Warum sollten wir nicht irgendwo sein, wo es nett ist, statt irgendwo, wo es scheiße ist.“ Man muss ja doch für eine gewisse Zeit dort leben. Und das hat toll funktioniert. Wir haben wirklich hart gearbeitet. Wenn ich eine Stunde an den Pool wollte, wollte ich mir das verdient haben. Es war einfach schön, auch mal rausgehen zu können, um etwas zu entspannen, die Sonne zu genießen. Zu schwimmen oder was auch immer. Es ist einfach ein netter Ort, und es war auch nicht teurer als in London aufzunehmen – da mussten wir nicht lange nachdenken.

MnS: Es war also eine gelungene Mischung aus Urlaub und Arbeit?
Jordan:
Ja, so könnte man es sagen. Meine Frau kam zum Beispiel zwischendurch mal für eine Woche vorbei um ein bisschen zu entspannen, dass ist schon etwas luxuriös. Aber wenn man die Möglichkeit dazu hat, warum nicht?

MnS: Aber die Gegend hat euren Sound nicht beeinflusst, oder? Das Album klingt nicht gerade nach Strandurlaub am Mittelmeer.
Jordan:
Nein, viele Leute fragen das, aber ich glaube nicht, dass man auf dem Album einen griechischen Einfluss hören kann. Es hat uns einfach geholfen die Sache durchzustehen. Nach drei Monaten Songwriting im Winter, mit beschissenem Wetter, war es eine tolle Motivation weiter dran zu bleiben und das Beste herauszuholen. Das war einer der Hauptgründe für dieses Studio.

MnS: Die Songs waren also schon komplett fertig als ihr ins Studio gegangen seid?
Jordan:
Das meiste war schon fertig. Uns fehlten noch die Vocals für einige Songs, von „Doomed“ und „Happy Song“ waren wir noch nicht so überzeugt. Gerade bei „Happy Song“ haben wir wirklich alles ausprobiert, und Oli kam mit vielen Ideen – aber nichts zündete so richtig. Das hat den meisten Stress bei uns verursacht. Wir wussten ja, dass wir irgendwann etwas damit machen müssten. Und als wir etwa zwei Wochen aufgenommen hatten, machten wir uns daran, Refrain und Chorus zu finden und herauszubekommen, was genau aus dem Song werden soll. Wir wollten ja, dass das Album damit beginnt, dass hatten wir so im Kopf. Deshalb saßen Oli und ich sicher drei oder vier Tage wegen der Vocals im Studio und probierten alles Mögliche aus. Und dann hörten wir es uns am nächsten Morgen an und merkten, dass es nicht gut genug war. Und die anderen warteten auf uns, und wenn sie nachfragten mussten wir sagen „Nein, wir haben es noch nicht.“ Und eines Nachts haben wir es dann endlich hinbekommen. Ich glaube, ich hab sogar geweint, weil es so eine beschissene Suche war. Und dann hatten wir es endlich, das war der letzte Song, zu dem wir noch keine Vocals hatten. Das war das entscheidende Erlebnis, ob wir uns wirklich reinhängen würden oder ob wir etwas Mittelmäßiges für das Album akzeptieren würden. Und jetzt ist es deshalb mein Lieblingssong auf dem Album. Das war der Song, in den wir am meisten Arbeit in der bisherigen Bandgeschichte gesteckt haben.

Viel schwärzer kann ein Album kaum sein – doch die Musik sorgt beim Hörer für ein strahlendes Lächeln.

Songwriting à la BMTH

MnS: Schön, dass das so gut geklappt hat. Wie läuft das Songwriting im Normalfall bei Bring Me The Horizon?
Jordan:
Es ist eine Mischung. Im Normalfall fangen Lee, Oli und ich mit einem neuen Song an. Aber diesmal waren die anderen mehr beteiligt, es fühlt sich mehr wie das Album von uns allen an. Auch in Sachen Produktion wollte ich, dass es sich das Album mehr nach etwas anfühlt, das von uns allen kommt. Ich finde, dass es besser ist, wenn alle an einem Strang ziehen. Dann bekommt man am Ende auch ein besseres Ergebnis, als wenn eine Person alles machen würde.  

MnS: Gibt es denn normalerweise zuerst die Musik oder den Text?
Jordan:
Wir fangen normalerweise schon mit der Musik an. Oli fängt zwar schon recht früh mit den Texten an, lässt sich aber von der Musik schon inspirieren.

MnS: Überlegt ihr euch denn schon während des Songwritings, wie gut die Songs live funktionieren könnten?
Jordan:
Das ist definitiv ein wichtiger Faktor. Bei „Throne“ zum Beispiel war uns schon klar, dass der Chorus zum Mitsingen einlädt, einfach weil der Sound so ist. Und Live ist so ein wichtiger Teil von BMTH, dass wir auf jeden Fall darüber nachdenken, wie gut die Songs live funktionieren werden, welche Teile die Leute mitsingen und was live tolle Momente sein werden. Normalerweise sind die tollen Momente auf dem Album auch live spitze. Beim letzten Album „Sempiternal“ waren es zum Beispiel die Crowd-Chöre im Refrain, wo wir uns sicher waren, dass sie live toll funktionieren würden. .

MnS: Der Stil von BMTH hat sich ja von Album zu Album immer etwas verändert. Fragt ihr euch manchmal, was die Fans vom neuen Sound halten könnten?
Jordan:
Ich denke darüber vermutlich mehr nach als die anderen, weil ich ja das neueste Mitglied der Band bin. Und wenn jemand nicht weiß, wie das Songwriting bei BMTH funktioniert, könnte er schon denken, dass ich es bin, der die Sache jetzt versaut. Aber wenn man nur kurz drüber nachdenkt, sollte einem klar sein, dass Lee niemals Riffs spielen würde, die er nicht mag. Es hat sich mit der Zeit einfach alles in der Band verändert, es hat sich entwickelt. Wir denken also schon darüber nach, lassen uns davon aber nicht beeinflussen. Sonst fängst du irgendwann damit an Zeug zu schreiben, dass du nicht magst. Und das ist das Schlimmste, was man machen kann. Das ist meiner Meinung nach das Ende jeder Band, wenn sie nur noch Sachen schreibt, von denen sie denkt, dass es den Leuten gefallen könnte. Bei allen Bands, die ich geliebt habe als ich aufwuchs, hat man gemerkt, dass sie selbst total heiß auf ihre Musik waren. Und das ist sehr viel wert.

MnS: Denkst du, dein Einfluss ist diesmal größer als beim letzten Album?
Jordan:
Nicht großartig. Ich denke, die Vocals insgesamt stehen mehr im Zentrum, die Melodien. Da müsstest du wahrscheinlich eher die anderen fragen.

MnS: Welches Equipment hast du denn im Studio benutzt?
Jordan:
Ich habe im Studio ausschließlich Software benutzt. Ich benutze im Normalfall ProTools mit diversen Plug-Ins und Software-Synths. Früher habe ich auch noch analoge Sounds dazugemischt. Aber diesmal hatte ich schon alle Sounds, die ich wollte, im Rechner. Und beim letzten Mal hatte ich die Sounds geändert, aber eigentlich ohne guten Grund, einfach nur, damit etwas anders ist. Das hab ich diesmal nicht gemacht, ich war selbstbewusst genug zu sagen „Wenn ich den Sound so mag, dann ist er das jetzt“.

Die Belohnung für all die Mühe holen sich BMTH live ab, wenn sie gemeinsam mit dem Publikum ihre Songs abfeiern.

Live mit Laptop

MnS: Und wie sieht dein Stage-Setup aus?
Jordan:
Naja, wir spielen ja mit Klicktrack und haben zu einigen Songs Software-Tracks, die wir abspielen. Dafür habe ich einen Allen & Heart ICE-16. Das ist eigentlich ein Multitrack-Recorder, aber das ist auch ein sehr stabiler Backing-Track-Player, der unsere Sounds vom USB-Stick abspielt. Davon haben wir zwei, einen als Backup. Dann habe ich noch ein Sampling-Keyboard von Nord (den Nord Electro 2; Anm. d. A.) und dann habe ich noch ein paar Pads, die ich an meinen Laptop angeschlossen habe, auf dem verschiedenen Sounds liegen. Und dann habe ich noch ein Akai MPK 225, das in eine Radial DI-Box geht, und das ist schon alles.

MnS: Und wie hast du gelernt mit all den Geräten umzugehen?
Jordan:
Eigentlich habe ich nur damit rumgespielt als ich ein Teenager war. Als ich dann mit dem Recording angefangen habe, hab ich viel herumexperimentiert. Ich bin ja nicht wirklich ein Keyboarder oder Pianist. Ich kann gerade genug, um live in time zu spielen. Es gibt nichts, was ich auf der Bühne spiele, was ein toller Pianist nicht auch spielen könnte. Ich sehe mich selbst auch eher als Programmierer denn als Keyboarder. Mein eigentliches Instrument ist der Laptop, und ich versuche da live nur das Maximum herauszuholen. Ich halte mich da eher an ProTools und Software-Synthesizer als an Pianos.

MnS: Dann würdest du vermutlich zustimmen, wenn ich sage, dass das richtige Feeling wichtiger ist als eine ausgefeilte Spieltechnik?
Jordan:
Zumindest für mich ist Spieltechnik nicht so entscheidend. Ich hatte ja nie geplant in einer Band zu sein. Ich mag einfach Musik und sie zu schreiben, aber eine tolle Spieltechnik ist für mich nicht ein so entscheidender Faktor. Viele der größten Stars sind technisch nicht unbedingt die Besten. Schau dir zum Beispiel die Beatles an. Ringo Starr war auf dem Papier sicher nicht der beste Drummer, aber er hat aus den Beatles die Beatles gemacht, und die sind schließlich die größte Band aller Zeiten. Ich glaube, viele Leute versuchen toll an ihrem Instrument zu sein und vergessen dabei, dass es die meisten Leute nicht interessiert, wie gut du an deinem Instrument bist. Sie wollen einfach eine Verbindung zur Musik herstellen, sie wollen sie spüren. Und das ist etwas komplett anderes.

MnS: Wo du gerade die Beatles angesprochen hast. BMTH ist ja mittlerweile auch schon ganz schön bekannt. Was denkst du, wie groß ihr als Band noch werden könnt?
Jordan:
Größer als die Beatles natürlich. ☺ Da gibt es doch keinen Zweifel. Nein, ich habe keine Ahnung, wie groß das noch werden kann, wer weiß das schon, das Album ist ja noch nicht mal raus. Wir werden sehen. Ich hoffe, das Album wird den Leuten gefallen, mehr können wir nicht erwarten. Alles darüber hinaus wäre ein Bonus.

Wer die Live-Dates von BMTH gar nicht mehr abwarten kann, kann sich mit der DVD „Live at Wembley“ die Wartezeit verkürzen.

Neues Album und gleich auf Tour

Die Entwicklung hin zu einer modernen, vielschichtigen hochemotionalen Heavy-Band, die 2010 mit „There Is A Hell, Believe Me I've Seen It. There Is A Heaven, Let's Keep It A Secret“ begann, wird nun, fünf Jahre später, mit „That’s The Spirit“ noch mal auf ein neues Niveau gepusht. Wer auf eine Rückkehr zu mehr Metal, mehr Gitarrenriffs oder mehr Screaming gehofft hatte, der wird enttäuscht. Im Gegenzug bekommt man eine ganze Menge richtig geiler Songs, vielschichtige Arrangements, toll aufgebaute Gesänge und sehr coole Texte, die zum Nachdenken und Sinnieren einladen. Und bei vielen Parts kann man sich schon richtig gut vorstellen, wie die ganze Halle enthusiastisch mitsingt. Gelegenheit dazu gibt es gleich im November, wenn die Briten von BMTH hierzulande die Hallen zum Kochen bringen werden.

Hier die Termine:

02.11.: München, Tonhalle
03.11.: CH-Pratteln, Konzertfabrik Z7
05.11.: A-Wien, Gasometer     
06.11.: Würzburg, Posthalle     
07.11.: Stuttgart, LKA-Longhorn     
08.11.: Köln, Palladium
09.11.: Hannover, Capitol
10.11.: Berlin, Huxleys Neue Welt
19.11.: Hamburg, Docks
20.11.: Münster, Skaters Palace

Weitere Infos: BMTH-Website
BMTH bei Facebook

Mein persönlicher Favorit von „That's the Spirit“:

True Friends (Official Lyric Video) von Bring Me The Horizon auf tape.tv.

 

 







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