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Im Fokus: Transportschutz

Ab in die Kiste

Uli Hoppert am 25.06.2016

Ab in die Kiste

Schluss mit dem Üben im stillen Kämmerlein oder im Proberaum! Wir wollen raus auf die Bühne. Doch dazu muss auch das Equipment sicher zum Auftrittsort transportiert werden. Taschen und Cases müssen also her. Doch wer braucht was? Wir zeigen dir, was es gibt und was du brauchst.

Tag für Tag oder Abend für Abend wiederholt sich vor den Clubs in Deutschland immer wieder das gleiche Bild: ein oder mehrere Transporter halten an, sparsam oder bestenfalls notdürftig verpacktes Equipment wird von mehr oder weniger geschickten Händen aus dem Kofferraum gezerrt und in den Club transportiert. Über Treppen, durch enge Gänge, bei Nässe, Kälte, Hitze. Oft genug kommt es dabei zu fiesen Defekten, die mal mehr, mal weniger tragisch ausfallen: abgebrochene Regler, verschrammte Gehäuse, defekte Kabel sind noch das geringere Übel, damit übersteht ihr zur Not auch noch diesen und den nächsten Gig. Aber ein paar geplatzte Röhren, ein gebrochener Gitarrenhals oder noch schlimmere Defekte an eurem Equipment versauen euch den Abend und gehen zudem noch ins Geld.

Ganz abgesehen davon machen Wolldecken, Plastiktüten und Pappkartons den Transport eures Equipments auch nicht unbedingt einfacher und schneller. Schlechte Griffmöglichkeiten, mäßiger Transportkomfort und keinerlei Möglichkeit, das Equipment sauber, sicher und platzsparend im Wagen zu verstauen tun ihr Übriges dazu – alles in allem klingt das nach einem echt schlechten Start für den Gig. Sicher ist da nur eins: das Pfeifkonzert eurer Fans!

Tag für Tag und Abend für Abend wiederholt sich aber auch ein ganz anderes Bild vor den Clubs und Hallen in diesem Land: ein Transporter fährt rückwärts an die Location, eine Rampe wird angelegt und mit wenigen, versierten Handgriffen schaffen ein paar Leute Cases, Racks, Truhen und Softpacks auf die Bühne. Das alles dauert nur Minuten, dann ist der Load In geschafft und ihr seid fertig für den Soundcheck und den Gig. So geht Rock'n'Roll!  

Wer rein hobbymäßig Musik macht und sein Instrument stets selbst transportiert und hegt und pflegt, der kann womöglich irgendwie auf ein professionelles Case verzichten. Spätestens aber wenn ihr plant, mit eurer Band Gigs zu spielen oder gar auf eine kleine Tour zu gehen, solltet ihr unbedingt für den passenden Schutz für euer Equipment sorgen. Auf dem Markt gibt es dafür eine fast unüberschaubare Masse an Lösungen – Cases, Racks, Taschen, im 19-Zoll Format, aus Holz, aus Kunststoff, neu, gebraucht, auf Maß vom Casebauer oder von der Stange vom Discounter – die Auswahl ist so vielfältig wie das Equipment, das ihr darin transportiert.

Für EInsteiger reicht meist ein Gigbag, spätestens, wenn es öfter mit mehr Equipment auf die Straße geht, sollte es mindestens ein solides Hardcase sein.

Die unterschiedlichen Formate

- Gig- oder Softbags: Der Klassiker für Saiteninstrumente, Keyboards oder andere Instrumente. Leicht, tragbar, preiswert und häufig auch schon maßgeschneidert für das neu erstandene Instrument erhältlich. Einfache, praktische Modelle bestehen aus Nylon, Cordura, verstärktem Hartkarton oder dergleichen, noblere Taschen sind auch schon mal aus Leder oder Carbon. Der große Vorteil solcher Bags ist das geringe Eigengewicht, der Nachteil ist der geringere Schutz. Mit so einem Reiseutensil könnt ihr eure internationale Karriere durchaus starten und euer Instrument auf Flugreisen im Handgepäck mitführen, vom Gepäckabteil solltet ihr jedoch tunlichst Abstand nehmen!

- 19-Zoll Racks: Auch das ist ein Klassiker fürs Equipment. Stabil, leicht, in Höheneinheiten (44 Millimeter pro HE) und der Breite genormt passen hier Endstufen, Effekte, Outboard, Dimmer und so weiter rein. Auch kompakte Mischpulte finden hier Platz. Je nach Anwendungsfall bekommt ihr diese Racks als Single-, Double- oder Tripledoor. Verschiedene Bauformen verfügen über Serviceklappen, Klapp- oder Einschubdeckel. Je nach Ausführung, Verwendung und Größe gibt es solche Racks von ultraleicht und kompakt bis hin zu massiv und ultrasolide, mit Rollen und vielfältigen Griffmöglichkeiten ausgestattet.

- Rack im Case: Solche Racks im Case kommen zum Einsatz, wenn empfindliches 19-Zoll-Gerät transportiert werden muss, Mischpulte zum Beispiel oder besonders stoßempfindliche Geräte. Das Equipment befindet sich in einem Rack, um das ein abnehmbares Case den Transportschutz übernimmt, die Zwischenräume sind ausgepolstert, manchmal übernehmen auch Gummipuffer zwischen Rack und Case den Schutz vor Erschütterungen. Eine Sonderform sind sogenannte Modulracks. Eine weitere Sonderform sind Spezialcases mit passgenauen Schauminlet – hier ruht das Equipment auf in Form geschnittenen Schaumstücken, die beim Transport für optimale Polsterung sorgen. Ampheads oder Mischpulte reisen so sicher geschützt, auch Movinglights werden von maßgefertigten Inlets aus Schaum geschützt. Während Amps oder Pulte meist im Caseboden stehen bleiben können und die Haube für den Betrieb abgenommen wird, läuft das bei Scheinwerfern in der Regel andersrum, die stecken meist kopfüber im Case.

- Truhen, Trunks und Koffer: Platz für alles, was auf Tour verstaut werden muss. Kabel, Hardware, Stative, Dekoteile und so weiter. Meist haben solche Truhen ab einer gewissen Größe Rollen auf der Unterseite und verfügen über reichlich Griffe für den Transport. Der Innenraum kann in verschiedene Fächer unterteilt sein, um übersichtliches Befüllen zu erleichtern. Der ungeschlagene Standard solcher Transportruhen ist das „Transflex“  – 120 x 60 x 60 cm, mit acht Griffen und vier Rollen versehen und alleine in Deutschland vom Hersteller Amptown über 60.000 Mal verkauft. Aber auch kleinere oder größere Truhen sind durchaus im Einsatz – letztlich kommt es immer darauf an, was alles in die Kiste rein muss.

Wenn es wirklich auf größere Touren geht, führt kein Weg mehr an soliden Roadcases vorbei.

Was macht ein gutes Case aus?

Der Markt für Kisten und Cases ist fast unüberschaubar geworden. Jeder große Musikalienhandel hat inzwischen seine Hausmarke, daneben buhlen Casebauer um den Markt und nicht zuletzt sind die Gebrauchtbörsen im Netz voll mit Angeboten. Man verliert dabei schnell den Überblick und den Blick fürs Wesentliche: Was genau gehört denn nun zu einem wirklich guten Case?

Es ist schwer, hier eine allgemeingültige Antwort zu geben, denn wie allzu oft hängt die richtige Ausstattung ganz wesentlich vom Einsatzzweck ab. Geh ich auf Tour? Oder spiele ich ein paar Mal im Jahr außerhalb des Probenraums. Transportiere ich mein Equipment selbst – und bin entsprechend umsichtig – oder kümmert sich eine Horde motivierter Hands darum, dass alles möglichst schnell aus dem Truck in die Halle und wieder zurück kommt. Und nicht zuletzt: Braucht eine 150-Euro-Gitarre aus dem Versandhandel wirklich ein Case für 500 Euro? Oder tut’s da nicht auch die Tasche für 50 Euro?

Dazu ein kleiner Exkurs in die Tage der tollkühnen Männer und ihren fliegenden Kisten – denn genau aus dieser Epoche stammt der Urtyp des Flightcase. Man nimmt stabile, dennoch leichte Profile aus Aluminium, nietet daraus einen tragfähigen Rahmen und verwendet als Konstruktionswerkstoff leichte, aber stabile und wasserfeste Platten aus einem mit Harz behandelten Schichtholz. Fertig ist das urtümliche Fluggerät – oder eben ein zeitgenössisches Transportgebinde für Musikinstrumente oder anderes Equipment. Leicht, wasserdicht, stabil, langlebig und schnell hergestellt.

Sicher hat sich seit den Zeiten der alten Ju52 (die übrigens nicht als Holzplatten, sondern bereits aus Blechplatten gebaut wurde) oder der ebenso legendären Douglas DC3 einiges getan, aber im Grunde sind die Bestandteile gleichgeblieben – seit geraumer Zeit gibt es an Stelle der Phenolharzplatten Kunststoffverbundwerkstoffe, die leichter und stabiler sind, die Aluprofile und die Nieten sind geblieben. Butterflyverschlüsse oder die einfacheren Aufsetzverschlüsse halten Deckel oder Klappen zu und an der rechten Stelle, Klapp- oder Riemengriffe sorgen für den richtigen Griff. Je nach Anwendung und Präferenz kommen dann noch Gummi-, Metall- oder Kunststofffüße oder Kufen unters Case, ab einer gewissen Gewichts- und Größenordnung solltet ihr unbedingt über Rollen oder abnehmbare Rollbretter nachdenken.

Gerade bei schwerem Equipment zählt nicht nur der Schutz, sondern auch „Komfortfeatures“ wie Rollen und genug Griffe, damit sich die Cases auch gut transportieren lassen.

Unterteilung nach Gewicht, Anwendung und Inhalt

 - Leichtes und einfaches Equipment lässt sich in einfachen, schlanken Cases transportieren. Hier reichen durchaus aufgesetzte Schlösser und bis zu einem gewissen Gewicht auch Riemen- oder Koffergriffe. Solche „One Hand Racks“ werden häufig aus 5 oder 7 mm dünnem Holz und mit recht einfachen Aluprofilen sowie simplen Eckenschonern angeboten. Größer als 5 HE sollte so ein Case nicht sein, denn sonst wird’s mit Inhalt zu schwer, für die Beförderung im Transporter sind die aufgesetzten Griffe und Verschlüsse auch nicht unbedingt perfekt – ergo transportiert ihr so ein Case am besten selbst unterm Arm und im Kofferraum.

- Alles, was schwerer und/oder größer ist, und damit auch unhandlicher, verdient auch ein robusteres Case. Das Holz wird dicker – meist kommt hier die 9-mm-Variante oder sogar 12 mm dickes Holz zum Einsatz –, die Beschläge und Profile werden ebenfalls größer und solider. Wenn ihr euer Equipment häufiger transportiert, werdet ihr mehrere versenkte Griffe zu schätzen lernen und auch die Verschlüsse dürfen jetzt versenkt sein – das schont den Wagen, in dem ihr die Kiste transportiert. Nicht vergessen – je mehr Höheneinheiten so ein Case hat, desto schwerer wird das Ganze auch in aller Regel. Also überlegt, ab wann ihr euch Rollen unter so einem Case gönnen wollt. Früher reichten schon sechs HE mit dicken Endstufen für ein Gewicht von locker 100 Kilo – dann sind Rollen längst Pflicht! Ebenso mindestens vier Griffe, damit so ein Klopper auch mal die Treppe rauf oder runter bewegt werden kann.
Je nach eingebautem Equipment werden solche Cases auch schon mit einem Shockmount-Innenleben angeboten – solltet ihr mit Röhrenequipment unterwegs sein, kann sich diese Anschaffung durchaus lohnen.

- Kabel, Stative oder Zubehör gehört in eine Kiste – die Größe richtet sich da ganz nach euren Anforderungen und der Menge an Material. Denkt daran: Kabel sind schwer, Stative ebenso – unterschätzt also nicht das Gewicht! Unter Umständen sind zwei kleine Truhen besser als eine Große, spätestens wenn ihr alleine unterwegs seid oder die erste Treppe überwinden müsst, wisst ihr, was ich meine. Abgesehen davon lässt sich so auch etwas Ordnung in die Geschichte bringen, Kabel in eine Kiste, Stative in die nächste und so weiter. Solche Behältnisse sollten unbedingt Rollen und solide Griffe in ausreichender Anzahl haben. Stichwort: viele Hände – schnelles Ende.

- Für euer persönliches Equipment, also Bass, Gitarre, Gebläse oder Drums, bietet der Musikalienhandel jede Menge an Transportbehältnissen. Natürlich gibt es auch hier gepäckabteilsichere Maßanfertigungen vom Casebauer, aber in aller Regel seid ihr mit dem, was der Laden vor Ort anbietet, schon sehr gut bedient. Achtet drauf, dass Verschlüsse, Polster und Griffe solide sind, ein Gurtband hilft beim Transport und wiegt den Vorteil einer rosa Tigerfellinnenauskleidung gefühlte 1.000 Mal auf. Für Drums gibt es häufig schon für kleines Geld gute Taschen oder Kunststoffhutschachteln, die leer auch noch ineinander stapelbar sind und so Backstage wenig Platz wegnehmen. Für Keyboards werden häufig Taschen oder Softcases mit Trolleyrollen angeboten, damit lässt sich auch ein Tasteninstrument mit 88 gewichteten Tasten und der entsprechenden Größe recht komfortabel bewegen.

- Pulte, die nicht mehr das gängige Rackmaß von 19 Zoll haben, Ampheads und dergleichen transportiert ihr am besten in einem dafür angefertigten Haubencase – damit könnt ihr das Equipment im Boden des Cases stehen lassen und müsst lediglich die Haube abnehmen. So ist auch entstehende Wärme von Röhren oder Leistungsendstufen beim Gig kein Problem mehr. Denkt in dem Fall aber unbedingt daran, das Equipment nach dem Gig und vor dem Verpacken noch auskühlen zu lassen. Ein Hitzestau kann fiese Folgen haben.

Überlegt euch vorher, was wo am besten Platz findet – auch um beim Aufbau nicht lange suchen zu müssen.

Gebraucht kaufen?

Gerade wenn die Börse klamm ist, weil jeder verfügbare Cent zusammengekratzt und in das neue Trauminstrument gesteckt wurde, stellt sich die Frage, ob denn das Case neu sein muss? Tatsächlich haben gerade gebrauchte Kisten und Racks eine gewisse Patina und strahlen oft zwischen unzähligen Aufklebern von Herstellern, Bands, Orten und Touren ihren ganz gewissen Charme aus. Manches Case hat schon die Welt gesehen – und bisweilen reichen ein paar Tropfen Öl auf den Verschlüssen und etwas Pflege auf der Oberfläche aus, um startklar für eine weitere Erdumrundung zu sein.

Wenn ihr gebrauchte Cases kauft, dann achtet auf folgende Punkte:

- Die Verschlüsse und Klappgriffe sollten leichtgängig, aber nicht schlabberig sein. Ein bisschen gesunder Widerstand beim Bewegen muss schon sein. Häufig lechzen gerade alte Butterflys nach etwas Fett oder Sprühöl und sind dann schnell wieder gängig. Flugrost oder eine matte Oberfläche sind normal, Rost hingegen deutet auf lange, feuchte Lagerung hin – und ist damit ein Hinweis auf drohende Probleme.

- Eine eventuelle Polsterung im Inneren sollte sich keinesfalls klebrig anfühlen, darf nicht porös sein oder beim Darüberreiben mit der Hand Fusseln oder Flöckchen hinterlassen. Das sind alles Hinweise darauf, dass sich das Polster bereits zersetzt, Weichmacher austreten oder das Material durch andauernde Feuchtigkeit gelitten hat. Finger weg von solchen Kisten – in der Regel bedeutet das einen riesen Aufwand, den alten Schaum raus- und neuen reinzumachen.

- Bei Doubledoor-Racks solltet ihr bei abgenommenen Deckeln ruhig mal beherzt diagonalen Druck ausüben. Dabei sollte der Korpus stabil bleiben – und sich nicht verwinden. Tut er das doch, dann schützt das Rack nur noch eingeschränkt und blickt wahrscheinlich schon auf ein langes Leben mit schweren Geräten zurück.  
Auch ein Blick auf die Passgenauigkeit von Rack und Deckel hilft: Passt alles sauber und gleichmäßig aufeinander? Wenn ja, dann Daumen hoch. Wenn nein, dann lieber Finger weg, womöglich hat das Rack schon einen Sturz hinter sich.

- Stimmt überhaupt der Gesamteindruck? Sieht die Kiste verbastelt aus? Überall Löcher von ehemaligen Nieten? Risse im Holz? Schrammen im Alu? Keine Frage – ein Case im „Roadworn“-Look hat Charme, hat aber in der Regel auch schon Frühling, Sommer und den halben Herbst hinter sich.

Gebrauchte Cases können eine Option sein, dabei sollte man aber genau wissen, worauf man achten muss.

Ein teures Vergnügen?

Ja, absolut! Machen wir uns nichts vor: Ein gutes Case kostet Geld! Ihr solltet euch aber immer vor Augen halten, dass euer sicherlich teures Equipment optimalen Schutz verdient. Ein kapitaler Schaden, nur weil am falschen Ende gespart wurde, geht richtig ins Geld. Hier rächt sich dann die falsche Bescheidenheit. Vergesst nicht, dass praktisch 80% an einem Case noch immer Handarbeit sind, selbst bei Cases aus Serienfertigung wird noch immer jede Niete zumindest halbautomatisch angebracht, die Zuschnitte sind zwar meist automatisiert, aber auch hier wird noch von Hand gearbeitet und das gesamte Innenleben aus Schaum wird ebenfalls manuell geschnitten, geklebt und eingebracht. Je mehr Handarbeit in so einem Case steckt, desto teurer wird es schließlich auch: Während ihr für ein einfaches 4 HE Onehand Rack vielleicht mit 80 bis 100 Euro auskommt, schlägt ein professionelles Roadcase für eine zeitgenössische Digitalkonsole mit allem Komfort schnell mit einem soliden vierstelligen Betrag zu Buche. 2.000 bis 3.000 Euro sind für so eine Transportlösung durchaus keine Seltenheit – im Vergleich zum Wert des Inhaltes aber tatsächlich nicht der Rede wert.

Wer immer schon mal sehen wollte, wie so ein Case entsteht und wie viel Handarbeit auch heute noch darin steckt – im Netz gibt es einige sehr gute Dokumentationen und kurze Clips bei den bekannten Portalen – selbst der Discovery Channel hat schon mal über die Produktion von Flightcases berichtet.

Wahrscheinlich nicht – dem Irrtum unterliegen viele anfangs noch. Ganz oft vergisst man dabei jedoch, dass es mit dem Materialpreis nicht getan ist. Zu einem soliden Case gehört jede Menge Know-how, eine gut gerüstete Werkstatt mit Stich- und Kreissäge, einer mindestens elektrischen Nietenzange, einer Oberfräse, einer Hand- und einer Ständerbohrmaschine, Zwingen, Feilen und noch so einiges mehr. Und selbst wenn all das vorhanden ist – es fehlt das Know-how. Das kostet Zeit, bringt Fehler mit sich und am Ende hat man schnell ein paar Hundert Euro in ein halbgares Ergebnis versenkt.

Eine Alternative für handwerklich geschickte Zeitgenossen kann sein, sogenannte Bausätze zu erwerben. Einige Hersteller und Vertriebe von Casebauzubehör bieten solche Sets an. Enthalten sind darin alle Einzelteile, passend geschnitten und gebohrt, sowie eine Bauanleitung. Ihr braucht also nur noch Zeit und eine Nietenzange, spart dafür aber je nach Case und Arbeitsaufwand zwischen 25 und 30 Prozent des Kaufpreises.

Klare Sache: professionelle Cases sind nicht günstig. Aber der Gewinn an Komfort und der Schutz des Equipments sind die Ausgaben locker wert.

Tipps für die Tour

Bevor es jetzt losgeht mit der ersten Tour oder euren ersten Gigs, gibt’s hier noch ein paar Tipps, die euch das Leben sicher einfacher machen. Klar, alles sauber in der Kiste zu haben ist schon mal die halbe Miete. Aber es gibt noch den ein oder anderen Kniff, der euch auch weiterhelfen dürfte.

- Kennzeichnet eure Racks und Cases. Insbesondere, wenn ihr Teil einer Tour seid, auf Festivals spielt oder den Luxus genießen dürft, Helfer beim Auf- oder Abbau zu haben. „… ist in der schwarzen Kiste“ ist die dümmste aller möglichen Beschreibungen – denn spätestens wenn ihr alles sauber in Cases habt, wird euch auffallen, dass die Bühnen und der Backstagebereich voll davon sind. Und alle sehen irgendwie gleich aus – insbesondere im Düsteren. Also kennzeichnet eure Kisten, notiert den Inhalt deutlich sichtbar und für alle verständlich. Ein Streifen Gaffa und eine Aufschrift mit Edding hält einen Club oder zwei – eine sinnvolle Alternative für alle, die viel unterwegs sind, sind sogenannte Caselabels oder Production Plates, die aufgeklebt oder aufgenietet werden. Zusätzlich könnt ihr natürlich auch deutlich sichtbare Markierungen anbringen, die im Getümmel einer engen Hinterbühne auch bei schlechtem Licht noch lesbar sind. Neonfarbene Gaffastreifen sind da ein guter Tipp!

- Schleppt nicht alles alleine – sondern holt euch Hilfe! Ein gutes Case hat nicht umsonst ausreichend Griffe, damit möglichst viele helfende Hände zugreifen können. Rollen oder Rollbretter erleichtern das Ganze ebenfalls enorm – denn was Rollen hat, muss nicht getragen werden und kann ein weiteres Case ohne Rollen gleich mittransportieren! Eine faltbare Alurampe oder ein Paar Ladeschienen für den Kleintransporter sind ebenfalls eine lohnende Anschaffung für alle, die viel unterwegs sind.

- Sichert eure Cases beim Transport. Das kann lebenswichtig werden – eine scharfe Bremsung oder das Auffahren auf ein Hindernis sorgt für unglaubliche Bewegung und ungeahnte Kräfte – schon ein Koffer mit ein paar Bodentretern kann da zum tödlichen Geschoss werden. Also: Stapelt nicht zu hoch, nutzt Spanngurte zum Verzurren und verkeilt alles gut. Was Rollen hat, bleibt nie auf Rollen im Wagen, sondern wird hochkant getippt! Sollte das absolut unmöglich sein, dann verzurrt diese Cases oder verkeilt sie sicher.

- Was zuerst gebraucht wird, kommt zuletzt ins Auto! Was schwer ist, kommt immer nach unten! Was nicht gebraucht wird, bleibt zu Hause. Klingt ganz einfach – und ist es auch!







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