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Im Fokus: Snaredrumfelle

Das unendliche Thema

Wolfgang Rösch am 14.09.2016

Das unendliche Thema

Drumfelle – dem einen Freud, dem anderen Leid. Trotzdem: Jeder, der Wert auf seinen guten Ton legt, sollte sich mit dem Thema auseinandersetzen. Ist doch das Fell essentiell für den Sound einer Trommel mitverantwortlich. Aber was tun bei dieser schier unendlichen Auswahl? Wir geben dir hier einen Einblick in die Welt der Snareschlagfelle und ihre diversen Eigenschaften.

Jeder Schlagzeuger hat (mindestens) eins, braucht es, liebt es (oder auch nicht). Und immer wieder sind viele auf der Suche nach dem neuen, anderen, dem ultimativen für die endgültige Sound-Ekstase: dem Snarefell. Gemeint ist das Schlagfell für die zentrale Trommel des Drumsets, meist in Größe 14 Zoll.

Die gute Nachricht: Das Angebot ist derzeit wirklich riesig, mit reichlich Auswahl sowohl für Standard- als auch für ganz spezielle Wünsche – einer von Deutschlands größten Händlern verfügt gegenwärtig über schlappe 50 Modelle. Der Nachteil: Wohl kaum jemand will ein kleines Vermögen und nahezu endlose Zeit und Arbeit aufbringen, um sich durch alle Optionen zu trommeln.

Wir geben dir jetzt und hier eine Hilfe zum Überblick, welche Kategorien angeboten werden und wie sich diverse Eigenschaften auf Klang und Handhabung auswirken. Selbstverständlich erheben wir dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit, aber ein gutes Stück weit kommen wir ...

Die Unterschiede liegen meist im Detail: so variieren Folienstärke, Material oder Beschichtung. Letzteres macht sich auch optisch bemerkbar. Auf dem Bild siehst du das Evans Calftone Fell sowie Remos Ambassadors in black suede und smooth white

Grundsätzliches zum Thema Snarefell

Bei einem Snarefell gehen wir von einem Fell mit einer rau beschichteten Oberfläche aus, die nicht nur den nötigen Widerstand für Besenspiel bietet, sondern auch eine leichte Dämpfung allzu starker und singender Obertöne bewirkt. Wie für Toms und Bassdrums gibt es auch für Snaredrums ein- oder doppelschichtige Schlagfelle – die Basis der meisten erhältlichen Fellvarianten.

Hier ist der Name Programm: einlagige bestehen aus einer Lage/Schicht Folie, doppellagige aus zwei. Übrigens: Der einschichtige Fell-Typ diente oft auch als Basis für viele Variationen, die heute auf dem Markt erhältlich sind, um sich mit speziellen Features besser an die Anforderungen des Drummers bzw. der Musik anzupassen. Da liegt der Unterschied in erster Linie im Detail: so variieren vor allem Folienstärke, Material oder Beschichtungen zwischen den einzelnen Fellsorten. Aber bleiben wir erstmal bei der Basis.

Die Snarefell-Klassiker: Aquarian Texture coated, Evans G1, Ludwig Medium und Remo Ambassador

Einschichtiges Fell versus doppelschichtiges Fell

DAS Snarefell schlechthin ist einschichtig aus einer mittelstarken Folie (meist aus Mylar) und – wie schon erwähnt – weiß-rau beschichtet. Seinen Status als Dauerbrenner, auch im Studio, bewahrt es mit enormer Vielseitigkeit durch alle Musikstile, großen Stimmumfang und einer sensiblen Ansprache des Snare-Teppichs. Tief gestimmt klingt es voll und warm, im Mittelbereich ist es knackig-konkret und hoch gestimmt schließlich bissig und durchsetzungsstark.

Bekanntester Vertreter dürfte das Remo Ambassador sein, gefolgt vom Evans G1, dem Aquarian Texture coated und dem Ludwig Medium.

Doppelschichtige Felle spielen vor allem in lauteren Musikstilen – also bei den Heavy Hittern – eine wichtige Rolle. Doppelte Folien liefern eine deutliche Vordämpfung von Obertönen bei gleichzeitiger Verstärkung des Grundtons und tiefer Frequenzen. Neuester Trend sind hier dünnere, dickere oder gar verschieden starke Folien. Insgesamt sind diese Felle durch die höheren bewegten Massen etwas träger in der Ansprache, sowohl tonal als auch bezüglich des Teppichs.

Als doppelschichtige Klassiker sind hier das Remo Emperor, Evans Genera G2, Aquarian Performance II (speziell für tiefe Stimmung) zu nennen.

Gerade Snarefelle sind der rohen Gewalt der 2 und 4 ausgeliefert. Das macht sich auch in der Haltbarkeit bemerkbar. Je mehr man drauf los prügelt, desto schneller sind die Felle hinüber. Hier hilft zum einen Technik oder der Wechsel der Musikrichtung.

Die Frage der Haltbarkeit

Gerne darf ein guter Snaresound möglichst lange bleiben, doch bei heutigen Lautstärken sind die Folien mitunter bald stark ausgedehnt und/oder verdellt und somit am Ende.

Einen Aufschub gewähren hier mittig von unten oder oben aufgeklebte, runde Verstärkungen. Remo nennt seine einlagigen Felle dann „Controled Sound CS“ mit transparentem, weißem oder schwarzem „Dot“, Evans „Powercenter“, Aquarian „Hi Energy“ und Ludwig „Silverdot“. Damit einher geht auch ein etwas trockenerer und fokussierterer Klang, der die Mittenfrequenzen etwas boostet und Höhen leicht beschneidet. Das Aquarian wird sogar mit zwei Dots beklebt und ist ein transparentes Fell, lediglich die Dots sind coated.

Auch bei den doppelschichtigen Fellen gibt es ordentlich Auswahl: Remo „Emperors“ mit Dot oben oder unten, Evans „HD“ mit leicht unterschiedlich dicken Folien und Dot. Aquarian bietet Dots nur in Verbindung mit zusätzlicher Dämpfung an, was uns zur nächsten Ausstattung führt: der Vordämpfung.

Vorgedämpfte Felle helfen undschöne Obertöne zu eliminieren. Hierfür werden meist ein Dämpfungsring mit in den Trägerreifen eingearbeitet – wie hier beim Remo „Powerstroke 3“-Modell

Vordämpfung von Fellen

Seit dem Erfolg stärker vorgedämpfter Bassdrumfelle wird dieser Typ auch für Snares und Toms angeboten. Meist ist der Dämpfungsring mit in den Trägerreifen eingearbeitet und wird somit auch „mitgestimmt“, was stärker dämpft als ein lediglich mit der Folie verklebter. Modelle wären da Remo „Powerstroke 3“, Evans „Genera“ und „Dry“, Aquarian „Focus X“ sowie Ludwig Powercollar.

Auch doppelschichtige Wünsche werden erfüllt mit dem „Pinstripe“ und „Powerstroke 4“ von Remo, Evans „HD“, Aquarian verbindet die Dämpfung wieder mit zusätzlichen Dots. Ergänzende Methoden sind bei Evans kleine, sauber gestanzte Löcher („HDD“) und die gesamte „EC“-Serie mit ein- und doppelschichtigen Folien, alufarbenen Dämpf-Applikationen und Dots sowie einem sehr kontrollierten Oberton-Bereich und Nachklang, so dass sie ohne weitere Dämpfung sowohl akustisch als auch mikrofoniert gespielt werden können.

Dickere Folien kann man sowohl als Vintage-Gedanken (echte Tierhäute konnten nicht so dünn gegerbt werden wie moderne Folien), abermals Vordämpfung oder Erhöhung der Haltbarkeit ansehen. Tatsache ist, dass hier schöne Sounds und Optionen warten, um vollere und „dickere“ Töne zu erzeugen mit Remo „X“ und „X14“, Evans „G14“ und Ludwig „Heavy“. Doppelschichtig geht es weiter mit Remos „Vintage Emperor“, „Emperor X“ und Evans „EC“.







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