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Im Fokus: Gitarrenamps für die Handtasche

Schlankes Tourgepäck

Vilim Stößer am 21.04.2015

Schlankes ...

Schluss mit Schleppen – die Gitarrenanlage passt ab heute ins Handgepäck oder gleich in den Gigbag! Wir zeigen dir einige erstaunlich leistungsfähige, voll praxistaugliche Gerätekonzepte, die das moderne Musikerleben wirklich leichter machen. Für dich als Gitarristen – aber auch für den Techniker und den Rest der Band.

Noch vor gar nicht so langer Zeit waren wuchtige Verstärker- und Boxenwände Stolz und Zierde eines jeden Gitarristen, der etwas auf sich hielt. Dazu kam dann gerne noch das eine oder andere 19“-Rack oder wahlweise ein Surf..., Pardon, Pedalboard für den kleinen Effekthunger zwischendurch. Selbst im Jugendzentrum fuhr man pflichtbewusst wenigstens noch das mehrkanalige Higain-Halfstack und/oder einen cleanen 100-Watt-Combo auf, um die (20 m2)-Tanzfläche vor der improvisierten Bühne zu beschallen.

Doch früher oder später dämmert den meisten, dass es wenig Sinn macht, für jeden noch so kleinen Kneipen-Gig, die Probe in Omas Garage oder die heimische Recording-Session eine epische Materialschlacht zu schlagen. Es kostet Zeit, Energie und Nerven, die man eigentlich im Ausleben der eigenen musikalischen Kreativität gewinnbringender einsetzen könnte. So sollte die Ausrüstung heutzutage vor allem praktisch, leicht und anpassungsfähig sein. Warum?

Fakt ist, für große Backlines sind die meisten Bühnen (und Bandbusse) ohnehin zu klein. Und der Veranstalter erwartet, dass der Soundcheck innerhalb von ein paar Minuten erledigt ist – egal, ob der Leihverstärker vor Ort oder die PA und Monitoranlage in den letzten Zügen liegen. Wie bringt man unter solchen Bedingungen und mit möglichst geringem Transport- und Aufbauaufwand richtig fette Sounds schnell und effektiv auf die Bühne?

Kleiner geht es kaum: Blackstars HT-Dual liefert satte Röhrensounds direkt ins Mischpult.

Analoge Spaßpedale

Trotz gelegentlicher Retromanie ist die technische Entwicklung auf dem Gebiet der Gitarrenverstärkung nicht stehen geblieben. So gibt es mittlerweile eine Reihe kompakter Sound-Generatoren, die eine beachtliche und qualitativ hochwertige Sound-Auswahl bieten, für die man bis vor einiger Zeit noch ein Musikalienlager oder ein mobiles Gitarrenstudio gebraucht hätte. Die derzeit interessantesten Exemplare wollen wir euch hier beispielhaft vorstellen, wobei die Kategoriegrenzen durchaus fließend sind.

Wer seine Lieblings-Sounds „in die Tasche stecken“ will, für den sind kompakte Multieffektgeräte wie T-Rex’ „Soulmate“ oder Tech 21s FlyRig 5 ideal. Kommt man dagegen ohne Raumeffekte aus, tun es auch moderne Distortion-Pedale, wie Blackstars „HT-Dual“ oder Diezels „Zerrer“, der eigentlich schon eine vollständige Gitarrenvorstufe ist. Diese Geräte bieten (abgesehen vom Soulmate) zudem eine gut klingende, analoge Speaker-Simulation, um direkt ins Pult spielen zu können.

Das ist aber nicht nur nützlich, wenn man ganz auf eine konventionelle Backline verzichtet. Man kann sich auch die stressige Mikrofonierung der Gitarrenbox sparen. Und es rettet den Gig, falls die Hauptanlage mal ausfällt. Noch einen Schritt weiter geht der von „Strat-King“ Thomas Blug konzipierte BluGuitar „Amp1“. Dieser beherbergt, neben einer Nano-Röhrenvorstufe, vier Kanälen und Effekt-Loop auch eine 100-Watt starke Class-D-Endstufe – ein vollwertiger Verstärker im Pedalformat!

Der brandheiße Amp 1 von BluGuitar liefert eine Vielzahl analoger Sounds – und satte 100 Watt Endstufenleistung im Pedalboard-Format.

Darf’s ein bisschen mehr sein?

Eine Nummer größer fallen Geräte wie das „Nova-System“ von TC Electronic aus. Dieses vollprogrammierbare Multi-FX-Wunder beinhaltet eine große Auswahl cooler Overdrivesounds samt allerfeinster Effektalgorithmen und gehört deshalb zum festen Tour-Besteck vieler Profis. Leider beinhaltet es keine gefilterten Outputs, ist also, wie das ebenfalls aus Dänemark stammende „Soulmate“,nicht für den DI-Einsatz vorbereitet.  

Hier könnte man sich mit einem externen spezialisierten Speaker-Simulator behelfen, etwa dem genialen Two Notes „Torpedo C.A.B.“, das auch einen Preamp oder eine konventionelle Effektpedalkette DI-fähig macht. Also, liebe Stompbox-Fetischisten! Falls die Band unbedingt auf In-Ear-Monitoring umsteigen will oder der Band-Leader keine lärmenden Amps auf der (mal wieder viel zu kleinen) Bühne duldet, ist das die professionelle Lösung. Ein Pedal mehr passt schließlich immer noch aufs Board, oder?

Aber wir wollen ja eigentlich möglichst wenig stöpseln und aufbauen müssen. Da kommen einem die Modeling-Pioniere von Line 6 in den Sinn, die mit dem legendären „POD“ volldigitale Lösungen im Profilager salonfähig gemacht haben. Für unsere Zwecke bieten sich etwa die aktuelle Version, das POD HD500X, oder das brandneue Firehawk FX Board an, die in Sachen Sound-Auswahl keine Wünsche offen lassen. Alles, was man sonst braucht, sind Gitarre, Kabel und ein oder zwei Kanäle am Mischpult.

Der Modeling-Klassiker in der aktuellsten Version: Line 6s POD, hier als POD HD500X.

Digital Deluxe

Effektiv noch umfangreicher ausgestattet sind dann die kostspieligen High-Tech-Teile von Fractal Audio. Mit gewaltiger Rechenleistung gesegnet, heben diese die Modeling-Technologie auf eine neue Ebene. Blinkende 19“-Bausteine wie das „Axe-FX Ultra II“ gehören somit zum festen Inventar vieler kommerzieller Studios und der Bühnen-Racks illustrer Stars (wie Steve Stevens, John Petrucci u. a.) sowie technikaffiner Gitarristen, die sich auch als Sound-Architekten begreifen.

Eine beeindruckende Erfolgsgeschichte wurde außerdem dem Kemper Profiling Amplifier zuteil. Die Klanggestaltung spielt sich hier ebenfalls komplett auf die digitaler Ebene ab. Allerdings gibt man dem Nutzer die Möglichkeit, den oder die eigenen Lieblings-Amp zu „profilen, sprich, als erschreckend authentischen, digitalen „Sound-Klon“ überallhin mitzunehmen – für tourende Musiker, die komplexe Recordingsetups live reproduzieren müssen, ein wahr gewordener Traum.

Allerdings muss man mit der umfassenden Sound-Bibliothek dieser High-End-Modeller im Live-Betrieb auch erst mal zu Recht kommen. Ein MIDI-Board zur Steuerung ist unausweichlich; ob Fractal Audios gigantischer „MFC-101“ oder die vergleichsweise kompakte „Profiler Remote“ von Kemper, beide sind äußerst sinnvolle Anschaffungen. Zugegeben, ein Teil mehr, das mittransportiert werden muss. Doch nur so hat man das digitale „All-You-Can-Eat-Buffet“ wirklich unter Kontrolle.

Der Kemper Profiling Amplifier hat die Ampszene – gerade im Pro-Bereich – verändert wie kein anderes Produkt der letzten Jahre.

All-In-One-Amp

Den Kemper „Profiler“ gibt es wahlweise auch mit integrierter Class-D-Endstufe. So kann er mit einer Box wie ein herkömmlicher Instrumentalverstärker betrieben werden. (Dass der analoge BluGuitar „Amp1“ diese Aufgabe ebenfalls erfüllt, hatten wir ja bereits zuvor erwähnt.) Dank 500 Watt RMS ist der „Profiler Amp“ sogar für Bassisten beziehungsweise für flexible Musiker, die zwischen Gitarre und Bass wechseln, eine spannende Option.

Natürlich gibt es Gitarristen, die solche Konzepte nicht gelten lassen und auf die gute alte Röhrentechnik schwören. Kein Problem, schon länger gibt es ja die Vollröhren-Minis. Bauartbedingt bieten diese allerdings nur ein (Orange „Dark Terror“), zwei (Blackstar „HT-20“, Marshall „DSL 15H“, Engl „E606 Ironball“ – inklusive D.I.-Out) oder maximal vier Grundsounds (Mesa/Boogie „Mark Five:25“). Das reicht straight-ahead Playern bereits – doch da geht noch mehr!

In Sachen Ausstattung stellt Hughes & Kettners „Grandmeister 36“ wohl alle übrigen Mini-Amps in den Schatten. Er bietet ausreichend Leistung für (durchaus auch größere) Gigs, Powersoak, frequenzkorrigierten DI-Output, ein umfassendes Effektarsenal und obendrein volle Programmierbarkeit sämtlicher Einstellungen. Solche Features sucht man selbst bei vielen großen Röhrenverstärkern vergebens. Wer also auf Röhren-Power besteht findet hier den passenden Multifunktions-Amp für alle Fälle.

Hughes & Kettners GrandMeister 36 bietet massig Röhrensounds plus Effekte im kompakten – und Handgepäck-tauglichen – Format.

How small can you go?

Geht das nicht kleiner? Zugegeben, die zuletzt genannten Kategorien sind jetzt nicht mehr ganz so kompakt, dass sie in jede Tasche passen würden. Für die Gitarristen, die möglichst überhaupt nichts mehr mitschleppen wollen, gibt es noch die ultimative Kompaktlösung – „Apps“. Es gibt zwar vereinzelt auch noch das eine oder andere Software-Angebot für Android- Geräte, insgesamt hat Apple die Konkurrenz diesbezüglich allerdings extrem weit hinter sich gelassen.

Sofern ihr also ohnehin über ein iPhone oder iPad verfügt, benötigt ihr lediglich ein gutes Audiointerface wie IK Multimedias „iRig“, Line 6s „Sonic Port“ oder das Apogee „Jam 96k“ und eine App, die euer iOS-Gerät dann mit den digitalen Sounds aufrüstet. Beliebt und bewährt sind beispielsweise Line 6s „Mobile POD“, IK Multimedias „AmpliTube“, Peaveys komplexes „Revalver“ oder „Bias & JamUp“ von Positive Grid. Das „iRig Pro“ von Multimedia beinhaltet bereits ein umfassendes Softwarepaket.

Für Übungs-Sessions und Recording am Rechner genügt das und befriedigt durchaus auch schon anspruchsvolle Geschmäcker. Schließlich entsprechen die virtuellen Klangalgorithmen weitgehend denen, die sonst in Stand-Alone-Modelern oder Plugins für Recording-Plattformen zum Einsatz kommen. Die Leistungsfähigkeit moderner iOS-Geräte macht tatsächlich möglich, was bis vor kurzem noch vollkommen undenkbar schien. Das kann uns Musikern natürlich nur Recht sein. Einen Haken gibt es dabei aber noch.

Vermutlich gehören nur die wenigsten von uns zu der Kategorie Gitarristen gehören, die live mit einem einzelnen Sound auskommen. Für den Bühneneinsatz wird man daher nicht umhin kommen, sich zusätzlich einen Fußschalter zur Steuerung anzuschaffen. Das macht die Sache erst komfortabel. Auch hierfür bieten die Spezialisten von IK Multimedia mit dem „iRig BlueBoard“ das passende Zubehör an. Das passt zusammen mit dem Interface locker in den Gigbag. Das iPhone oder iPad hat man ja eh dabei.

Mittlerweile sieht man auch zunehmend Musiker mit Tablet und Amp-App auf der Bühne. Dazu braucht man neben der App ein hochwertiges Interface.

Was für wen?

Wie man sieht, ist das Angebot äußerst vielfältig und bunt. Daher gilt es zuerst zu klären, welche Gerätegattung am besten zu den tatsächlichen Bedürfnissen passt. Okay, wie sieht die Realität für Gitarristen aus, deren Wände (noch) nicht voller Platinscheiben hängen und die auch nicht zufällig für die Tour eines Megaseller-Superstars gebucht werden? Man schlägt sich mit vielen unterschiedlichen Projekten, sprich kleinen, mäßig bezahlten Gigs durch und macht alles selbst.

Mancher spielt vielleicht Progressive-Metal für Herz und Ego, Top-40-Mucke für die Kohle, Disco-Soul wegen der Mädels usw. Entsprechend häufig ist man unterwegs, wobei keine Zusatzkosten für Transport und Aufbau der Gitarrenanlage anfallen sollten. Daraus folgt, je kleiner, leichter und flexibler das Setup ist, desto besser. Schließlich ist der moderne Musiknomade ja nicht nur Unterhaltungsdienstleister, sondern eben auch noch sein eigener Roadie, Guitar-Tech und Stagehand in Personalunion.

Letztlich hängt die Entscheidung für oder gegen ein Produkt von den eigenen Ansprüchen an Klangangebot, Bedienkomfort, Transportfreundlichkeit usw ab. Um mehr Licht in den Equipment-Dschungel zu bringen, stellen wir deshalb hier exemplarisch einige der genannten Gerätschaften ausführlicher vor- und gegenüber. Dabei werden wir insbesondere das anvisierte Einsatzgebiet und die Praxistauglichkeit berücksichtigen.

Und los geht es:

Analoge Preamps:

Test Randall RG13

Test Tech 21 FlyRig 5

Test Diezel Zerrer

Test: Blackstar HT-Dual

Test: T-Rex Soulmate


Digitale Preamps:


Test Line 6 AMPLIFi FX100


Kompakte Röhrenamps:

Test Hughes & Kettner GrandMeister 36

Test Marshall DSL 5C


Verstärker-Apps:

Test Line 6 Sonic Port VX

Test IK Multimedia iRig HD

Test: IK Multimedia iRig UA







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