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Im Fokus: Förderprogramme für Musiker

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David Fabian am 24.11.2015

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Größere musikalische Projekte zu realisieren oder gar von der eigenen Musik leben zu können, ist kein leichtes Unterfangen. In Deutschland gibt es jedoch zahlreiche Einrichtungen, die Musikern beim Hinarbeiten auf solche Ziele zur Seite stehen oder auch fördern. Wir haben uns mal umgehört und dir die wichtigsten Fakten rund um das Thema Musikförderung bzw. Kulturförderung zusammengetragen.

Das notwendige Know-how vorausgesetzt, kann heute jeder für wenig Geld ein eigenes Album aufnehmen. Während man früher für viele tausend Euro ein Studio mieten musste und zwecks Marketing und Vertrieb auf eine Plattenfirma angewiesen war, ist es mittlerweile dank Digitaltechnik möglich, im Schlafzimmer zu recorden und seine Songs dann online selbst zu bewerben bzw. zu vertreiben. Und doch: Geld bleibt ein wichtiger Faktor. Auch weil sich dieser Tage vom Verkauf von Musik allein kaum leben lässt.

Eine gute Einnahmequelle kann da das Live-Geschäft sein. Gerade am Anfang der Karriere, also mit kleiner Fanbasis, steht dieser Option jedoch der Fakt gegenüber, dass es sich schlecht für lau durchs Land reisen lässt – wer touren will, benötigt dafür Budget. Ebenso wird man mitunter auf einen professionellen Aufnahmeraum mit entsprechendem technischen Arsenal zurückgreifen wollen. Auch dies ist meist nicht gratis zu bekommen. Selbiges gilt für die Arbeit professioneller Produzenten und Toningenieure. Und schließlich: Vielleicht möchte man sich zu 100 Prozent der Musik widmen und dafür wenigstens eine Zeit lang seinen Tagesjob an den Nagel hängen. Hier helfen Förderprogramme.

Welche Förderung passt zu mir?

„Förderung“ – das klingt zunächst einmal nach etwas, das schlichtweg jeder gern in Anspruch nimmt. Wer freut sich nicht, wenn man ihm Albumaufnahmen finanziert, Live-Equipment zur Verfügung stellt oder bei der Promotion organisatorisch unterstützt? Nun kann ein Wort wie „Förderung“ allerdings sehr viel bedeuten. Das Spektrum reicht von „Meine Eltern stellen mir ihren VW-Bus für eine Tour zur Verfügung“ bis hin zur vertraglich abgestimmten Förderung durch staatliche Stellen, deren Interesse am jeweiligen Künstler (hoffentlich) nicht persönlich ist, sondern etwa in der Stärkung eines bestimmten Wirtschaftsfaktors besteht (was neben dem offensichtlichen Aspekt der Musikwirtschaft auch andere Bereiche wie Tourismus, Gastronomie und die berühmten weichen Standortfaktoren in der Wirtschaftsentwicklung einer Stadt oder Region einschließen kann).

Während persönlich motivierte Förderung von Verwandten oder Freunden meist ohne größere Hintergedanken erfolgt, steckt hinter der Förderung durch Institute, Ämter oder private Firmen für gewöhnlich immer ein konkretes Interesse. Ist nicht zu erwarten, dass ein Künstler diese Interessen bedienen kann, wird es gar nicht erst zu einer Partnerschaft kommen. Ein Kulturamt etwa, das eine Kampagne startet, um seine Stadt möglichst jung und hip erscheinen zu lassen, wird im Rahmen dieser Bemühungen wohl kaum Klassik, Schlager oder Jazz fördern wollen.

Genauso wenig wird, sagen wir Berlin Interesse daran haben, eine Band zu fördern, die hauptsächlich in Bayern auftritt. Hinzu kommen in vielen Fällen handfeste finanzielle Interessen, der Wunsch, dass die geförderten Künstler ein bestimmtes Image einer Marke erfüllen oder politische Einstellungen teilen und so weiter. Bevor man eine Förderungspartnerschaft eingeht, sollte man sich daher genau darüber informieren, was von einem erwartet wird.

Was will ich finanzieren?

Ist man nicht gerade an einen steinreichen Mäzen geraten, wird man nur selten ein Rundum-sorglos-Förderungspaket erhalten. Derartiges gehört eher in den Bereich 360-Grad-Deals von Plattenfirmen, wo dann Management, Booking, Marketing und Vertrieb sämtlich durch eine Instanz laufen – meist jedoch in Form von Vorschüssen, was dann mit Förderung im eigentlichen Sinne nix mehr zu tun hat.

Viele Förderer erwarten verständlicherweise konkrete Angaben darüber, warum man einen bestimmten finanziellen Betrag bzw. Dienst- oder Sachleistungen in Anspruch nehmen will. Nehmen wir als Beispiel die Initiative Musik (siehe oben). Diese 2007 gegründete Fördereinrichtung der Bundesregierung und deutschen Musikwirtschaft beteiligt sich an anfallenden Kosten mit maximal 40 Prozent. Pro Projekt stehen 10.000 bis 30.000 Euro zur Verfügung. In einem Auswahlverfahren wird entschieden, wer für eine Unterstützung infrage kommt. Zu den Auswahlkriterien zählen unter anderem: der erwartete Effekt für den Musikstandort Deutschland, die künstlerische Qualität, Marktchancen des Repertoires und des Künstlers oder auch die Live-Performance des Künstlers.

Nicht immer muss Förderung in finanzieller Unterstützung bestehen. Helfen kann es ja mitunter schon, wenn man für eine begrenzte Zeit einen Tourbus zur Verfügung gestellt bekommt, tontechnisches Equipment oder Räume temporär nutzen kann bzw. von Profis in puncto Management, Finanzen oder Vertrieb beraten wird. Trotzdem ist es natürlich wahrscheinlich, dass man einen ganz konkreten Geldbetrag für ein ebenso konkretes Unterfangen benötigt. Streicheraufnahmen etwa sind sicherlich nicht ohne Weiteres für jeden aus der eigenen Tasche finanzierbar. Aber auch größere Promo-Kampagnen, Tourneen im Ausland oder bandübergreifende Projekte wie Festivals und Ähnliches bieten sich für Förderungsanträge an.

Tipp: Lies zu diesem Thema auch das Interview mit Petra Sitzenstock von Music Pool Berlin – der Berliner Fördereinrichtung.

Was zeichnet mein Projekt aus?

Begreiflicherweise wird nicht jede Band, die sich um eine Förderung bewirbt, auch gefördert. Insofern hilft es selbstredend sich schon vorher klar zu machen, was das eigene Projekt auszeichnet. Und vor allem, wie man das Besondere am geschicktesten betont. Stellt euch zum Beispiel folgende Fragen: Was zeichnet euch als Musiker aus? Habt ihr eine besonders große oder treue Fanbase? Verfolgt ihr ein spezielles Konzept? Steht ihr für einen außergewöhnlichen Stil? Habt ihr eine besondere Botschaft, Haltung oder ein besonderes Image? Wichtig: Umreißt euer Vorhaben genau – am besten sogar in einer businessplanähnlichen Form.

Um das, was euch auszeichnet, auch gut zur Geltung zu bringen, solltet ihr euch angemessen präsentieren. Das bedeutet unter anderem, dass ihr über ein aussagekräftiges Presskit bzw. EPK (elektronisches Presskit) verfügt. In dieses gehören druckfähige Bilder (300 dpi), eine knappe, aber knackig formulierte Künstler-Bio einschließlich aller wichtigen Ansprechpartner, die eigenen Songs und Links zu den genutzten Social-Media-Plattformen. Erwähnt außerdem, wenn ihr bereits in der Presse besprochen wurdet oder bekannte Personen aus der Musikszene (Musiker, Produzenten, bekannte Blogger etc.) sich positiv über euch geäußert haben. Größere Live-Auftritte, etwaige Veröffentlichungen oder Verträge mit bekannten Managements, Plattenfirmen oder Verlagen sind ebenfalls interessant. Zwar sollte am Ende vor allem ersichtlich sein, was euch als eigenständigen Act auszeichnet, trotzdem solltet ihr gerade beim Erstkontakt keine Vergleiche zu etablierten Künstlern und Genres scheuen. Wenige wollen gern in die sprichwörtlich gewordene Schublade eingeordnet werden; am liebsten wäre jeder einzigartig – nur hilft es eurem Gegenüber wenig, wenn keinerlei Ansatzpunkte bestehen, um zumindest grob abschätzen zu können, mit welcher Art von Musik man es zu tun hat.

All diese Präsentationsmerkmale tragen dazu bei besser darauf schließen zu können, wie professionell ihr bereits aufgestellt seid und lassen – in begrenztem Rahmen – Rückschlüsse zu, wie ernst ihr es meint. Klar, auch eine Band, die noch nie ein Studio von innen gesehen hat und deren größter Auftritt ein Karnevals-Gig im Vereinsheim war, kann eine glorreiche Zukunft vor sich haben. Aber wer wird schon Künstler fördern, von deren Grandiosität er sich mangels Referenzen nicht überzeugen kann?

Crowdfunding?

Neben den typischen Anlaufstellen kann man heutzutage auch online die eigene Fanbasis animieren, ein bestimmtes Projekt (Recording, Mix, Tour, Promo-Kampagne etc.) zu unterstützen. Das sogenannte Crowdfunding bietet hierfür aktuell beste Alternativen. Im Detail darauf einzugehen würde hier den Rahmen sprengen. Daher sei nur kurz auf die bekannten Dienste verwiesen: Kickstarter, Indiegogo, Start Next und Visionbakery. Reines Musik-Crowdfunding bieten zudem PledgeMusic und Musicraiser.

Tipp: Man muss nicht immer auf eine bestehende Förderungsstruktur zurückgreifen, um in den Genuss von Finanz-, Dienst- oder Sachleistungen Dritter zu kommen. Oft trägt ein wenig Eigeninitiative hier schon sehr weit. Hersteller von Instrumenten und tontechnischem Equipment sind durchaus daran interessiert, auch aufstrebende Künstler zu unterstützen. Wer über ein gewisses Selbstvermarktungsgeschick verfügt und freundlich bei den einschlägigen Unternehmen anfragt, kann manchen Euro sparen.







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