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Test: Apogee Quartet

Quadrologisch

Marco Sulek am 29.10.2013

Quadrologisch

Apogee bietet ein umfangreiches Portfolio an hochwertigen Audio-Interfaces für Apple-User – vom einkanaligen Jam bis zum 32-Kanal-Boutique-Wandler Symphony I/O ist alles zu finden. Wir hatten das Desktop-Audio-Interface Quartet im Prüfstand.

Apogee zählt zu den weltweit führenden Firmen in puncto Audiodigitalwandlertechnik. Vor kurzem überarbeitete der in Santa Monica sitzende Spezialist seine Produktrange, wobei nicht nur einige bereits etablierte Gerätschaften neu aufgesetzt wurden, sondern auch neue Interfaces zum Vorschein kamen. So erblickte beispielsweise das Desktop-Audio-Interface Quartet das Licht der Welt. Dieses für diverse Apple-Endgeräte konzipierte Interface schauten wir uns genauer an.

Das Apogee Quartet orientiert sich am Apple-Design: Die obere Abdeckung besteht aus Aluminium, hinter einer schwarzen Blende verstecken sich zwei Displays und die Gehäuseunterseite besteht aus schwarzlackiertem Metall. Sogar die Touchfelder sind weiß hintergrundbeleuchtet, wie man es von der Tastatur eines MacBook Pro kennt. Die Verarbeitung ist qualitativ sehr hochwertig – alles ist sehr präzise zusammengesetzt und macht einen tadellosen Eindruck.

Ein externes Netzteil versorgt das Apogee-Interface mit Strom. Wer nach einem Schalter sucht, der das Quartet in Betriebsbereitschaft versetzt, sucht vergeblich. Stattdessen ist eine Automatik integriert, die das Interface einschaltet, sobald es via USB-Kabel mit einem Computer oder einem mobilen Endgerät verbunden ist. Das ist insofern praktisch, als dass es nicht mehr nötig ist, sowohl Rechner als auch Interface einzuschalten. Beim automatischen Ein- und Ausschalten ist jedoch ein relativ lautes Knacksen über die Lautsprecher zu hören – deswegen sollte man die Abhöre abschalten. Für die nötige Stromversorgung und USB-Verbindung liefert der Hersteller gleich ein Netzteil sowie ein USB- für den Computer und ein 30-Pin-Kabel für iPad, iPhone und iPod mit.

Anstatt vieler Bedienelemente hat Apogee seinem Jüngling einen sogenannten Master-Knob verpasst. Darüber lässt sich sowohl das Maß der Mikrofonvorverstärkung als auch die Lautstärke für den Kopfhörerausgang und die Line-Outputs regeln. Durch Drücken auf den Encoder lassen sich zudem die Ausgänge stumm schalten. Über die Software Maestro 2 – auf die wir weiter unten noch eingehen – kann der User bestimmen, ob nur der Kopfhörer- beziehungsweise der Line-Out oder beides stumm geschaltet werden soll.

Für eine optische Kontrolle direkt am Apogee Quartet sorgen zwei OLED-Displays – das rechte davon ist für Line-Out- und Kopfhörer-Signale zuständig.

Kanalarbeit

Für eine optische Kontrolle bietet das Quartet zwei OLED-Displays. Das linke zeigt die vier Mono-Ein- und das rechte die zwei Stereo-Ausgangskanäle „Line“ und „Phones“ an. Unter dem linken Display sind vier Touchpads zu sehen, die den jeweiligen Eingangskanal selektieren. Beim Anwählen ist dabei die jeweilige ringförmige Oberfläche, in der die Kanalzahl steht, hintergrundbeleuchtet. Zudem ist das obere Symbol des angewählten Kanals im linken OLED-Display weiß hervorgehoben. Gleiches gilt für die Touchpads und Symbole im rechten Display.

Nicht umsonst trägt das Quartet seinen Namen: Es bietet vier Eingänge in Form von symmetrischen Kombibuchsen an der Rückseite. Zudem besitzt es sechs symmetrische Line-Ausgänge, an die drei verschiedene Abhören oder externe Effektgeräte angeschlossen werden können. Wem vier Eingänge nicht reichen, der kann über die beiden optischen Toslink-Buchsen beispielsweise noch einen achtkanaligen AD-Wandler – wie das Apogee Ensemble – anschließen und somit auch aufwändigere Live-Recordings mit bis zu zwölf Eingangssignalen realisieren.

Neben der USB-2.0-Buchse für die Verbindung zum Rechner gibt es noch einen USB-MIDI-Anschluss. Dieser ist anstatt der herkömmlichen DIN-5-Buchsen angebracht, wobei Apogee wohl nur an User gedacht hat, die moderne Keyboards mit USB-Schnittstelle besitzen. Nichtsdestotrotz ist es praktisch, hier eine MIDI-Schnittstelle zu finden – schließlich wäre es aus Platzgründen etwas schwierig gewesen, zwei DIN-5-Buchsen zu verbauen. Da es nur optische Eingänge und keine Ausgänge gibt – und sonst keine Synchronisation zu externen Wandlern möglich wäre –, gibt es einen Wordclock-Out.

Eine Kopfhörerbuchse an der linken Seite des Gehäuses rundet das Ganze ab. Das verdeutlicht, für welche Zielgruppe das Apogee Quartet gedacht ist: anspruchsvolle Homerecorder. Alles ist so ausgelegt, dass nur eine Person, die sich beispielsweise selbst aufnimmt, schnellen Zugriff zu allen Parametern hat. Trotzdem ist es hier dank symmetrischer Ausgangsbuchsen möglich, weitere Kopfhörer anzuschließen: einfach über die Line-Outs. Wenn man sich nicht daran stört, das Wiedergegebene mono abzuhören, kann man theoretisch bis zu sieben Headphones betreiben. Doch Vorsicht: Direkt an den Line-Ausgängen sollten nur hochohmige Kopfhörer angeschlossen werden, da sonst Schäden drohen.

Dank seiner Kompaktheit und Desktop-freundlichen Bedienoberfläche empfiehlt sich das Apogee Quartet für spontane und hochwertige Aufnahmen, egal wo.

Die Meister-Software

Alle Parameter des Apogee Quartet lassen sich über die Software Maestro 2 steuern. Das Programm ist direkt auf der Apogee-Website oder im Apple-App-Store erhältlich – kostenlos, versteht sich. Maestro 2 ist schnell und unkompliziert installiert, benötigt nur knapp über 5 MB Speicherplatz und ist sowohl zu OS-X- als auch zu iOS-Geräten kompatibel. Geboten wird eine schlichte, aufgeräumte Bedienoberfläche, die eigentlich für jeden, der schon mit Sequencern gearbeitet hat, selbsterklärend sein dürfte.

Jeder der vier Eingangskanäle lässt sich in Maestro 2 einpegeln und sogar einer von zwei Gruppen zuweisen – beispielsweise um Stereosignale synchron einzupegeln. Über die Software ist es außerdem möglich, 48 Volt Phantomspeisung einzuschalten, die Phase umzukehren oder einen Soft-Limiter hinzuzufügen. Allerdings betrachten wir es als etwas nachteilig, dass sich beispielsweise die Phantompower nur über Maestro 2 zuschalten lässt – man vergisst so schnell gerne mal, diese auszuschalten.

Über Maestro 2 kann die Eingangsempfindlichkeit bestimmt werden. So gibt es die Option, zwischen „Mic“, „Instrument“, „-10 dBV“ und „+4 dBu“ zu wählen. Im linken OLED-Display ändert sich dann entsprechend das Logo. Auch bei zugeschalteter Phantomspeisung ist über das Display am Quartet durch einen rot leuchtenden Punkt ersichtlich, welcher Kanal mit 48 Volt versorgt wird. Die drei Touchpads über den Master-Knob am Interface lassen sich frei belegen. So kann man wählen, ob ein bestimmter Ausgang gemutet, gedimmt, auf mono geschaltet, das Clipping an den Meter gelöscht oder welche der drei möglichen Abhören mit Signal versorgt werden soll – je nachdem, was man auf Schnellzugriff benötigt.

Auch das Routing lässt sich via Maestro 2 einstellen. Hier lassen sich je nach Situation alle Outputs beziehungsweise Ausgangssignale miteinander vertauschen. Beispielsweise kann man bei angeschlossenem Effektgerät das Signal für den Kopfhörer vom regulären Ausgang „1/2“ auf „3/4“ routen, um zu kontrollieren, ob auch der richtige Mix am Effektgerät ankommt. Des Weiteren bietet die Software zwei interne Mixer, über die zwei voneinander unabhängige Mischungen möglich sind. So lassen sich zum Beispiel nervige Latenzen, die den Musiker stören können, mittels Direct-Monitoring umgehen. Ein paar Screenshots zu Maestro 2 sind in unserer Bilderstrecke am Ende des Artikels zu finden.

Sobald ein roter Punkt über dem Mikrofonsymbol auf dem linken OLED-Display leuchtet, ist in diesem Kanal die Phantomspeisung aktiviert.

Beste Wandlung

Apogee ist für seine Wandler bekannt. So hat der Hersteller auch das Quartet mit hochwertiger Technologie ausgestattet, die sich sehen und vor allem hören lassen kann – laut Apogee kommen seine besten Wandler zum Einsatz. Die Auflösung beträgt dabei bis zu 192 kHz zu 24 Bit. D/A-seitig wurde uns ein nuancenreicher, feiner Sound zuteil, der frei von Rauschen oder Nichtlinearitäten zu sein schien. Erst bei lautem Abhören war uns keine Beurteilung mehr möglich, da unsere Lautsprecher kurz davor waren, den Dienst zu quittieren.

Im Quartet kommen Apogees berühmte Mikrofonvorverstärker zum Einsatz. Entsprechend klangen sie auch – nämlich makellos. Genau wie bei den D/A-Wandlern war ein hochaufgelöster Sound wahrzunehmen, der sich deutlich von anderen Interfaces unterscheidet. Der Grad der Vorverstärkung beträgt dabei bis zu beachtliche 75 dB für Mikrofon- und 65 dB für Line-Signale. Das reicht locker aus, um leiseste Signale auf Pegel zu bringen – sauber, rauschfrei und angenehm, ohne steril zu wirken.

Wie weiter oben schon erwähnt: Apogee hat sein vierkanaliges Interface mit einem Soft-Limiter versehen. Die Ursprünge dieses Tools liegen im 1992 erschienenen AD-500-Konverter. Durch den Soft-Limiter soll verhindert werden, dass eventuell auftretende Pegelspitzen digitale Verzerrungen verursachen. Zugegeben: Ein Unterschied war zwar nicht hörbar, dafür konnten wir jedoch Clipping erfolgreich vermeiden, ohne dass sich Pumpen oder Verzerrungen bemerkbar machten.

Trotz diverser Hochgeschwindigkeitsschnittstellen, wie USB 3.0, Thunderbolt oder Firewire 800, greift Apogee mit dem Quartet auf USB 2.0 zurück. Laut Herstelleraussage soll USB 2.0 genau so schnell wie Version 3.0 sein. Sieht man sich die Grafik der maximalen Datendurchsatzrate von zwölf Eingangs- und acht Ausgangskanälen an, die sich auf Apogees Website befindet, wird einem klar, dass USB 3.0 nicht nötig ist, da diese Bandbreite mit Quartet unmöglich voll ausgeschöpft werden kann.

Apogees qualitativ hochwertige Wandler an den vier Kombi-Eingänge und sechs Line-Outs sorgen am Quartet für ein verzerrungsfreies und hochauflösendes Signal.

Von Früchten getragen

Ausprobiert haben wir das Apogee Quartet an einem MacBook Pro (OS X 10.8.5) mit Pro Tools 10 und einem iPad 2 mit Cubasis. Gleich beim ersten Anschließen des Interfaces an den Computer fragt dieser nach, ob man das Quartet als Standardausgabegerät für Ton verwenden möchte – sehr praktisch. Es macht durchaus Sinn, das Audio-Interface nicht nur für den Sequencer, sondern auch für die Tonausgabe des Rechners zu verwenden. Die Einbindung in den jeweiligen Sequencer funktionierte einwandfrei und Treiberinstallationen waren nicht nötig.

Apple-User kennen bestimmt das kleine Statusfenster, das erscheint, sobald man die Helligkeit des Bildschirms oder die Lautstärke ändert. Apogee hat dieses nachgebaut. Dreht man am Quartet den Master-Knob, um beispielsweise eine höhere Lautstärke einzustellen, erscheint ein optisch sehr ähnliches Fenster mit den typischen 16 Feldern, die zeigen, auf welchem Level gerade das Signal ausgegeben wird. Sehr praktisch ist zudem, dass durch eine Änderung der Lautstärke über das Apple Keyboard auch der Pegel am Interface beeinflusst wird – das funktioniert unseres Wissens nach mit keinem anderen Audio-Interface.

Ein ähnliches Lautstärken-Fenster zeigte sich bei der Einbindung in das iPad 2. Ohne irgendetwas umstellen zu müssen, war das Quartet gleich als Interface in Cubasis integriert. Die Performance zeigte dabei keinen Unterschied zum leistungsstärkeren Rechner. Praktisch ist zudem, dass über das Quartet, das immer über Netzspannung verfügen muss, iOS-Geräte geladen werden. Anders würde das auch keinen Sinn ergeben, denn um das Interface mit beispielsweise einem iPad zu verbinden, ist die Schnittstelle schon belegt, die für die Stromversorgung des Endgeräts zuständig ist – sonst wären nur kurze Recordingsessions möglich.

Mit dem Quartet hat Apogee ein vielseitiges Desktop-Audio-Interface im Programm, das speziell für Apple-Produkte konzipiert wurde. Es ist optisch sehr ansprechend, hochwertig verarbeitet und bietet sehr Gute A/D- und D/A-Wandler. Das einzige Manko, das man nennen könnte, ist der Preis. Für ein Interface, das im Prinzip nur vier Mikrofon- beziehungsweise Line-Eingänge und sechs Line-Outs sowie einen Kopfhörerausgang bietet, wirkt eine unverbindliche Preisempfehlung von 1.600 Euro schon etwas happig. Allerdings gibt’s dafür Boutique-Wandler-Sound für ambitionierte Homerecorder oder Engineers on the Road.

An der rechten Gehäuseseite des Quartet ist ein Kopfhörerausgang angebracht – natürlich im 6,3-mm-Stereoklinkenformat.

Technische Daten

Anschlüsse

4 x Kombo-In, 6 x Line-Out, 2 x ADAT-In, Phones, 2 x USB, Wordclock-Out & Netzbuchse

Bedienelemente Master-Knob & 9 Touchfelder
AD/DA-Wandlung maximal 24 Bit zu 192 kHz
Vorverstärkung bis zu 75 dB
Display 2 x farbiges OLED (Anzeige für In- & Output-Kanäle)
Computeranbindung USB 2.0
Systemvoraussetzungen  

Mac OS X (mindestens Intel 1,5 GHz, 2 GB RAM, 10.6.8) & iOS (mindestens 5.1.1, 30-Pin- bzw. Lightning-Connector)

Kompatibilität

iPod Touch (4, 5 Generation), iPhone (4, 4s, 5, 5s, 5c), iPad (alle Generationen) & iPad Mini

Signalverwaltung Apogee Maestro (Software)
Zubehör

Quartet Interface, 2 m USB-Kabel, 30-Pin iOS-Kabel, Netzteil & Quickstart-Guide

Abmessung (HxBxT) 81 x 258 x 151 mm


 Wertung:

+ optisch sehr ansprechend
+ sehr gute Wandler
+ hochwertige Verarbeitung
+ hohe Kompatibilität zu Mac-Produkten
+ viele Anschlüsse
+ zuweisbare Touchfelder
+ intuitive Bedienung
- Steuerung größtenteils nur via Software möglich
- Knacksen beim An- und Ausschalten
- relativ hoher Preis

Preis (UVP): 1.660 Euro

www.apogeedigital.com

Vertrieb: Sound Service







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