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Albumklassiker: The Police – Outlandos d’Amour

So Lonely

Norbert Diedrich am 30.09.2014

So Lonely

Das 1978 erschienene Debütalbum von Andy Summers (guit), Stewart Copeland (dr) und Sting (bs, voc) war zu Beginn alles andere als ein modernes und erfolgreiches Pop Album. Im Vorjahr versuchte The Police vergeblich auf den Punk-Zug aufzuspringen. Sting mochte die Musik eh’ nie, ihr erster Gitarrist Henri Padovani war selbst für Punk-Maßstäbe zu schlecht und Produzent John Cale zeigte sich bei den Aufnahmesessions zum eigentlichen Debütalbum entweder desinteressiert oder sternhagelfröhlich. Aber Gute Musik setzt sich am Ende eben doch durch.

Ein lockerer und problemloser Start zur Weltkarriere sieht anders aus. Denn der kommerzielle Knoten bei The Police platzte erst mit der ersten Tour durch die USA im Winter 1978/79. Nun hatte sich die nordamerikanische Punkszene auch nie wirklich durchsetzen können. Insofern rannten die drei blondierten Musiker hier auch keinem schlechten Image als Punk-Imitationen hinterher. Diesem Vorteil trug A&M North America auch mit einem neuen Cover zur Re-Issue von „Outlandos d’Amour“ Rechnung. Die Punk-Attitüden der Rückseite wurden komplett geschwärzt und das Front Cover ebenfalls schwarz unterlegt. Das galt als more sophisticated. Erst der langsame aber stetige Erfolg in den Staaten lies englische DJs, Redakteure und Booker aufmerksam werden.

„White Reggae“ – für die einen Ursuppe des britischen New Wave, für die anderen ein Synonym für einfachen Pop-Reggae. Und erstaunlicherweise sucht man auch auf „Outlandos d’Amour“ vergeblich klassischen Reggae, obwohl Copeland ein Reggae/Bob Marley-Fan war. Zwei traditionelle Merkmale sind die Umkehrung des klassischen Beats mit der Bassdrum auf ‚3’ und einem rhythmisch ordentlich nach vorne treibenden Bass. Die drei Single-Auskopplungen des Albums, die gerne mit „White Reggae“ in Verbindung gebracht werden, „Can’t Stand Losing You“, „Roxanne“ und „So Lonely“ weisen diese Elemente nicht auf. Es ist mehr Summer’s Gitarrenspiel zu verdanken, dass die Songs Reggae-Elemente vermitteln. Auf „So Lonely“ kommt man dem Gefühl wohl noch am ehesten nahe.

Das beste Beispiel für die musikalische Kompetenz und Verspieltheit der drei Musiker zeigt sich jedoch erstmals vor allem in „Roxanne“. Komponist Sting hatte die Nummer rhythmisch an einen Tango angelehnt. Das schon typische reduzierte Gitarrenspiel in den Strophen suggeriert zwar wieder einen Reggae, aber die Drumarbeit und der sehr zurückhaltende Bass sprechen eine andere Sprache.

Das Album selbst erscheint auf den ersten Blick noch ein bisschen unreif. Ihren klassischen Band-Sound entwickeln The Police erst im Laufe der Zeit auf ihren Tourneen und präsentieren ihn 1979 auf ihrem Nachfolger „Regatta de Blanc“ in Perfektion. Auf „Outlandos d’Amour“ finden sich noch Punk-Reste, langweilige Albernheiten wie „Sally“ oder jazzige Themen wie bei „Hole In My Life“.  Doch das Potenzial und die musikalische Klasse sowohl in instrumentaler als auch kompositorischer Hinsicht sind bereits unüberhörbar. Das musikalische Angebot ist hier so breit gefächert wie danach auf keinem The-Police-Album. Und das macht „Outlandos d’Amour“ von The Police zu einem echten Albumklassiker.

Auch später ließen The Police es live heftig krachen.

Anspieltipps aus The Police – Outlandos d’Amour

„Roxanne“ (off. video):




„So Lonely“ (1978):




„Can’t Stand Losing You“ (1979):




„Better Than Therapy“ (Doku, 2007):




Weitere Infos:

Homepage: www.thepolice.com
YouTube: www.youtube.com/user/ThePoliceVEVO
Facebook: www.facebook.com/thepolice
Twitter: https://twitter.com/Official_Police







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