Kontakt -  Heft -  Impressum -  Termine -  Newsletter 

Besuche unsere Facebook-Seite Folge uns auf Twitter Videos von MusicnStuff auf Youtube Folge uns auf G+ MusicnStuff auf myspace Besuche unsere Instagram-Seite

Test: Roland SH-01A RED

Bunter Kult

SH-01A ist die digitale Wiedergeburt des Roland SHS-101. Wie sein Vorbild, gibt es den SH-01A in verschiedenen Farben.


Bunter Kult

Erneut hat Roland eines seiner Kult-Instrumente als Vorlage für die nächsten Geräte der Boutique-Serie genommen. Diesmal ist es der SH-101, der als digitaler Nachbau wiederauferstehen durfte. Wie schon TB-303, TR-909, Juno-106 und Jupiter 8 ist das Original stilprägend auf vielen Aufnahmen zu hören. Also gleich mal ausgepackt und losgelegt.

Das Vorbild des SH-01A, der monophone Synthesizer SHS-101, ist weit verbreitet. Neben The Prodigy zählen unter anderem 808 State, Aphex Twin, Nitzer Ebb und The Chemical Brothers zu den SHS-101-Nutzern. Das erstaunt wenig, denn der 1983 gebaute Synthesizer war günstig und einfach zu bedienen. Obwohl er nur einen Oszillator und eine Hüllkurve bietet, liefert er vielseitige Klänge. Den SHS-101 gab es in drei Farben (Rot, Blau, Grau), genau wie seinen Nachfahren, den SH-01A.

Zum Test habe ich die rote Version erhalten. Die Form ist typisch für die Boutique-Reihe. Näheres dazu findest du in dem Test von JP-08, JU-06 und JX-3P. Anschlüsse und Größe entsprechen den früheren Boutique-Synth. Ebenso typisch ist, dass die Oberfläche des SH-01A stark an das Vorbild angelehnt ist. Fast alle Regler sind als Schieberegler ausgelegt. Der Funktionsumfang entspricht ebenfalls exakt dem Vorbild. Unter den Reglern findest du eine Reihe von Tastern, die dem Stepsequenzer und Arpeggiator des Originals entsprechen.

Du erreichst mit diesen Tastern allerdings mehr als nur den Stepsequenzer. Unter der Haube gibt es schließlich ein paar nützliche Erweiterungen. Besonders die Möglichkeit, Klänge zu speichern und die vierstimmige Polyphonie begeistern. Letztere erweitert die Einsatzmöglichkeiten des SH-01A enorm. War sein Vorbild vor allem als Bass- und Lead-Synthesizer bekannt, liefert die Boutique-Version auch kurze Akkordklänge und einfache Pads. Zur Auswahl stehen neben dem monophonen drei polyphone Modi: Unisono, Poly und Chord.


Der Stepsequenzer des Roland SH-01A wird schrittweise über ein Keyboard programmiert.

Der Klang

Wie seine Geschwister aus der Boutique-Serie, überzeugt der SH-01A durch einen Klang, der extrem dicht am Original ist. Der Oszillator liefert gleichzeitig Sägezahn- und Puls-/Rechteckwelle, die zusammen mit dem Rauschen (Noise) und Sub-Oszillator gemischt werden. Ein einfaches Tiefpass-Filter formt den Klang, ehe er über den VCA an die Außenwelt entlassen wird. Die Modulationsmöglichkeiten sind mit einer ADSR-Hüllkurve und einem LFO sehr spartanisch. Damit  du dem Filter und VCA unterschiedliche Verläufe geben kannst, hat Roland ein paar zusätzliche Funktionen eingebaut.

Charakteristisch für den SHS-101 und seinen Nachfahren ist die Möglichkeit, den VCA statt durch die Hüllkurve durch das Gate-Signal zu öffnen. Sobald du eine Taste drückst beziehungsweise eine Note an den SH-01A sendest, lässt der VCA in diesem Modus den Klang durch. Der Lautstärkenverlauf ähnelt dann einer Orgel (siehe auch unseren Synthesizer-Workshop). Zudem gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Hüllkurve zu starten. Etwa durch Gate, Gate+Trigger und vom LFO. Damit erzeugst du sehr einfach ungewöhnliche Klangverläufe.

Durch die Kombination des VCO mit Rauschgenerator und Suboszillator, der bis zu zwei Oktaven tiefer erklingen kann, holst du aus dem SH-01A vielfältige Klänge heraus. Experimentiere ruhig mal mit den Trigger-Modi der Hüllkurve und des LFO. Du erhältst dabei sehr ungewöhnliche Klänge. Mit dem Stepsequenzer, bei dem die Taste Load die Aufnahme startet, erzeugst du typische elektronische Bassläufe. Auch schön ist, dass das resonanzfähige Filter bei richtiger Einstellung wie ein zusätzlicher Sinus klingt. Blendest du den VCO komplett aus, klingt es wie eine thereminartige Stimme.

Über die beiden Ribbon-Controller kannst du den Roland SH-01A auch spielen.

Fazit / Wertung

Nachbau gelungen: Der SH-01A fängt den Klangcharakter seines Vorbildes sehr gut ein. Trotz sparsamer Ausstattung klingt der digitale Nachfahre wie sein Vorbild. Die SHS-101-typischen Bässe und Leads sind für den kleinen Boutique-Synth kein Problem. Dass er im Gegensatz zum Vorbild mit bis zu vier Stimmen polyphon ist, erweitert die Einsatzmöglichkeiten des Kleinen enorm. Trotz der typischen kleinen Reglerwege der Boutique-Serie, ist der SH-01A aufgrund seiner Struktur einfach zu bedienen.

Da er im Gegensatz zur TB-303 weniger auf einen Stil festgelegt ist, eignet sich der SH-01A für jeden, der einen einfachen Synthesizer zum Einstieg sucht. Wer allerdings breite schwebende Flächenklänge für opulente Rock- und Popproduktionen sucht, sollte lieber die anderen Boutique-Synth anspielen. Dafür reicht ein VCO selten aus. Dafür profitieren Pop-, Techno- und House-Tracks umso mehr von den klanglichen Eigenschaften, wobei der Stepsequenzer besonders für Techno-Musiker nützlich ist. In diesen Stilen ist der SH-01A definitiv klanglich zu Hause.

Wertung:

+ sehr gute digitale Nachbildung des Originals
+ MIDI- und Audioverbindung zum Computer über USB
+ vierstimmig polyphon, im Gegensatz zum Vorbild
+ Klänge können gespeichert werden
-  kurze Reglerwege

Preis / Technische Daten

Hersteller / Vertrieb
Internet
Preis (UVP)
439 EUR
 
Technische Daten
Konzept
virtuell-analoger Synthesizer im Desktop-.Fotmat
Anschlüsse
USB, MIDI, Audio- In/Out

 

 



Leser-Kommentare:
Keine Kommentare

Kommentar schreiben...

Das könnte dich auch interessieren:




layout-domain.tmpl