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Test: Roland Boutique Vocoder VP-03

Roboter und Chöre

Rolands VP-03 ist Spezialist für Flächenklänge und verfremdete Stimmen.


Roboter und Chöre

Zwischen TB-03 und TR-09 scheint der zeitgleich vorgestellte VP-03 etwas fremd zu sein. Sein Vorbild VP-330 ist im Gegensatz zur TB-303 und TR-909 kein für Techno stilprägendes Instrument. Doch die Kombination aus String-Maschine und Vocoder ist mit Roboter-Gesang und sphärischen Klängen eine hervorragende klangliche Ergänzung für Techno und andere Musikstile. Das Boutique-Konzept führt außerdem dazu, dass die digitale Replik mehr kann, als das Original.

Das Gehäuse des VP-03 erinnert an zweierlei Vorbilder: Form und Größe entsprechen den drei Boutique-Synthesizern (JU-06, JP-08, JX-03), die Oberflächengestaltung erinnert an das analoge Vorbild VP-330. Allerdings fallen die Anleihen im Design geringer aus als sonst bei der Boutique-Serie üblich. Eine Ursache dafür findest du in Form des Stepsequenzers am unteren Rand des Moduls. Auf den muss beim Urahn verzichtet werden, der virtuell-analoge VP-03 bietet dir damit gegenüber dem Original nützliche Zusatzfunktionen.

Bevor wir uns diesen Zusatzfunktionen zuwenden, lohnt sich zunächst ein Blick auf die Grundfunktionen. Hier sind die Anleihen aus dem VP-330 Vocoder Plus klar zu erkennen. Mit dem VP-03 hast du im Grunde, dem Vorbild entsprechend, zwei Geräte in einem: einen Vocoder und eine String Machine. Mit dem Vocoder veränderst du Sprache und Gesang. Dazu singst du in das (mitgelieferte) Mikrofon, während du gleichzeitig auf einem MIDI-Keyboard oder per Sequenzer die Tonhöhe des VP-03 spielst. Dein Gesang prägt dadurch als Modulator den Klang des internen Synthesizers.

Den notwendigen Mikrofonanschluss findest du als XLR-Buchse auf der Oberfläche. Da er eine Phantomspeisung bietet, sollte der Anschluss eines hochwertigen Studiomikrofons problemlos möglich sein. Direkt daneben ist ein kleiner Mixer, in dem du die Signale des unbearbeiteten Mikrofonsignals, vom Chor- und Stringklang regelst. Die anschließende Vibrato-Sektion wirkt mit Modulationsrate, -tiefe und -verzögerung ebenfalls auf alle drei Klänge. Weitere Klangparameter findest du in den Sektionen Vocoder, Human Voice und Strings.


Selbstverständlich überträgt der VP-03 wie seine Geschwister MIDI- und Audio-Dateien über USB.

Sektionen

Da jede der Sektionen eigenständig erklingt, gibt es einige Funktionen doppelt. Dazu zählen der Chorus-Effekt (Ensemble genannt) im Vocoder und Chorklang, eine Art Tiefpass-Filter (Tone) für Vocoder und Strings sowie der Attack für Chor und Strings. Den Release-Regler teilen sich dagegen alle drei. Während du Vocoder und Strings bei Bedarf über jeweils einen Taster ausschaltest, wählst du beim Chor zwischen „Aus“, einem gemischten sowie einem Frauen- oder Männerchor. Diese Auswahl ist gegenüber dem Vorbild etwas reduziert. Auf einen Speicher für Klänge musst du beim VP-03 verzichten. Dafür bietet dir der Sequenzer für Sprachaufnahmen einen kleinen Speicher.

Der Stepsequenzer ist eine hervorragende Ergänzung der klanglichen Fähigkeiten. Bis zu sechs Töne speicherst du pro Steps, dadurch sind sogar rhythmische Akkordmuster möglich. Selbst die Aufnahme von kurzen Gesangphrasen pro Step ist möglich. Die entsprechende Funktion erreichst du ebenso über eine Tastenkombination wie die Chord-Memory-Einstellung. Roland stellt in seinem Youtube-Kanal gute Tutorials dazu bereit. Das Einbinden von Gesang (oder für Experimentierfreudige auch anderer Geräusche) in den Sequenzer ist eine spannende Erweiterung des VP-Konzepts.

Typisch für die Boutique-Reihe ist die Auswahl an Anschlüssen.

Fazit / Bewertung

Der VP-03 kann, oberflächig betrachtet, nur wenig, das aber hervorragend. Der Vocoder dürfte zwar im Mittelpunkt des Interesses vieler Musiker stehen, die Fähigkeiten als Synthesizer für Flächenklänge solltest du aber unbedingt beachten. Mit nur wenigen Reglern erzeugst du hervorragende String- und Chorklänge, die für eine angenehme klangliche Wärme im Track sorgen. Außerdem ergänzt der Sequenzer das Konzept um Funktionen, die beim Vorbild fehlten. Die Kombination aus Vocoder, String Machine und Stepsequencer ist gerade durch das einfache, gut klingende Konzept aus Vocoder und String Machine stilübergreifend interessant, egal ob für Pop, Rock, Hip-Hop oder Techno.

Bewertung:
+ Kombination aus Vocoder und String Machine
+ USB-Audio-Einbindung
+ Stepsequenzer mit erweiterten Funktionen
– Audio-Aus- und Eingänge nur als Miniklinken

Preis / Technische Daten

Vertrieb/Hersteller
weitere Informationen
Preis (UVP)
399 EUR

 

 

Technische Daten
Konzept
virtuell-analoger Vocoder und String Machine
Anschlüsse
USB, Aux-In, Mix-Out, Midi-In/-Out
Stromversorgung
Batterien, USB
Hergestellt in
China

 

 

 



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