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Test: Novation PEAK

Acht Stimmen aus Oxford

Novation PEAK vereint vielseitige Oszillatoren, analoge Filter und flexible Modulationsmöglichkeiten.


Acht Stimmen aus ...

Seit der ersten Bass Station ist Novation eine feste Größe im Synthesizer-Markt. PEAK, Novations neuster Synthesizer, scheint die Tradition gut durchdachter Instrumente fortzusetzen. Als achtstimmiger Synthesizer mit analogen Filtern setzt er die Tradition legendärer Synthesizer wie der BassStation und dem OSCar fort. Verantwortlich dafür ist Chris Huggett, der schon beim OSCar und EDP Wasp ungewöhnliche Ideen verwirklicht hat und Novation bei der Synthesizer-Entwicklung berät.

Wenn du gerne eigene Klänge am Synthesizer erstellst, wird dich der Anblick der Oberfläche von PEAK sofort erfreuen. Viele Funktionen erreichst du direkt über entsprechende Regler. Die reichlich möglichen klangbeeinflussenden Eingriffsmöglichkeiten verlocken geradezu zum sofortigen Loslegen. Aus drei Oszillatoren formst du im Handumdrehen mono- oder polyfone Klänge. Wichtigste Hilfe dabei ist das analoge Multimode-Filter: Als Tief-, Hoch- oder Bandpass unterdrückt es mit 12- oder 24-dB-Flankensteilheit pro Oktave einen Teil des Mixes der drei NCOs und des Rauschgenerators.

Das Kürzel NCO steht für die eigenen Wege, die Novation bei den Oszillatoren des polyfonen Synthesizers geht. Es handelt sich um sogenannte Numerically-Controlled Oszillators. Sie sind im Gegensatz zu analogen VCOs (Voltage-Controlled Oszillators, also spannungsgesteuert) und DCOs (Digital-Controlled Oszillators, digital-gesteuerte analoge Oszillatoren) gänzlich digitale Klangquellen. Daher bieten sie mit 17 zusätzlichen Wavetables mehr als nur die Standardwellenformen Sägezahn, Rechteck/Pulswelle, Dreieck und Sinus.

Damit steht PEAK in der Tradition des Wasp, der ebenfalls zusätzliche digitale Wellenformen bot und bietet beim Grundklang mehr Möglichkeiten, als viele Standardsynthesizer. Zudem kannst du alle Wellenformen der drei NCOs zur Cross- und linearen Frequenzmodulation verknüpfen. Die Möglichkeiten neue Klänge zu erzeugen, sind daher schon im Bereich der Oszillatoren sehr vielseitig. Für einige dieser Möglichkeiten gibt es allerdings keinen direkten Schalter. Du erreichst sie über das Menü, das du mit Hilfe eines kleinen, gut lesbaren Display editierst.


Novation PEAK Filtersektion

Klangformen mit Filter

Wie oben erwähnt, handelt es sich bei dem Filter um ein Multimode-Filter, dass du als Tief-, Hoch- und Bandpass einsetzen kannst. Bei der Flankensteilheit wählst du zwischen sanften 12db-und zupackenden 24dB pro Oktave. Den Filterverlauf steuerst du über verschiedene Modulationsquellen. Als Hüllkurve wählst du zwischen der Amp-Envelop und Mod ENV 1 aus. Ergänzend hast du mit LFO 1, dem der dritte Oszillator sowie Keytracking weitere potentielle Modulatoren. Die jeweilige Modulationsstärke stellst du über entsprechende Regler in der Filtersektion der PEAK-Oberfläche ein.

In der Filtersektion findest du weitere Möglichkeiten, den Klang zu beeinflussen. Um aggressiver Klänge zu erzeugen, steht dir ein regelbarer Overdrive vor und hinter dem Filter ein Distortion zur Verfügung. So wird ein sanfter Bass- oder Leadklang schnell bissiger. Angezerrte Flächenklänge sind ebenfalls ein spannendes Experimentierfeld, wenn du auf der Suche nach deinem eigenen Sound bist. Eine so einfache Möglichkeit Klänge zu verbiegen, findest du nur in wenigen analogen oder hybriden Synthesizern. PEAK ist übrigens mit seinen digitalen Oszillatoren und analogen Filtern ein typischer hybrider Synth.

Da das Multimodefilter resonanzfähig ist, erzeugt es ab einem gewissen Punkt durch Selbstoszillation einen Sinus. Da du mit dem dritten NCO das Filter ebenfalls modulieren kannst, erweitert dies deine klanglichen Möglichkeiten um die Filter-Frequenzmodulation. Das Prinzip dahinter, ist das Gleiche wie bei der FM-Synthese (siehe Music nStuff-Workshop: Synthesizer Teil 3), nur dass statt einem VCO ein Filter im Audiofrequenzbereich moduliert wird. Dadurch entstehen nochmals etwas andere Klängveränderungen als bei der klassischen FM von VCOs.

Die beiden Modulationshüllkurven teilen sich die Regler.

Modulationsquellen

Je zwei Modulationshüllkurven und LFOs stehen dir als frei zuweisbare Modulationsquellen zur Verfügung. Dazu kommt noch die Amp-Env, mit der vor allem der Lautstärkenverlauf des VCAs gesteuert wird. Typisch für Novation ist die Doppelbelegung der Regler bei den Modulationshüllkurven. Über einen Schalter wählst du aus, ob du die erste oder zweite mit den vier  ADSR-Reglern einstellst. Für die Amp-Envelop stehen dir glücklicherweise eigene Regler zur Verfügung. Die LFOs dagegen haben beide eigene Regler, Novation beschränkt bei PEAK die Doppelbelegung auf wenige Parameter.

Oberflächig betrachtet, können der zweite LFO und die zweite Modulationshüllkurve nur die Tonhöhe der Oszillatoren beeinflussen. Diese stellst du für jeden der drei NCOs separat ein, wenn der Klang oder zumindest ein Teil von ihm sich in der Tonhöhe steigern oder senken soll. Nutzt du dafür den LFO 2 im Fast-Modus, den beide LFOs bieten, erzeugst du bei hohen Einstellungen für die Raten sogar FM-Klänge. Sehr langsame Modulationen sorgen für dagegen für schwebende Klänge. Da du die Modulationsstärke für jeden Oszillator einzeln einstellst, sind schon auf Ebene der Oszillatoren sehr lebendige Klänge möglich.

Mit der Möglichkeit, einen LFO langsam einzublenden und somit seine Wirkung auf den Klang kontinuierlich zu steigern, bieten PEAKs LFOs eine weitere Besonderheit. So erzeugst du Flächen, die deren Schwebungen sich langsam steigern oder Wobble-Bässe, die mit zunehmender Dauer immer stärker werden. Auch sich steigernde Gate-Effekte bei Flächen sind damit möglich oder Frequenzmodulationen, die immer stärker den Klang verändern. Der Regler Fade Time, ist somit ein weiteres sehr einfaches Mittel für neuartige Klänge.

Mit Fade Time bieten die beiden LFOs eine zeitlich Steuerung der LFOs.

Willkommen in der Matrix

Wie gesagt, dass sind nur die Möglichkeiten, die du beim Betrachten der Oberfläche entdecken wirst. Über das Display von PEAK und die Taster, die dieses umrahmen, erreichst du die Modulationsmatrix. Hier sind viel mehr Einstellungsmöglichkeiten versteckt, mit denen du noch vielseitigere Klänge erzeugst. In 16 Slots verknüpfst du Modulationsquellen mit -Zielen, die nur hier erreichst. Darunter sind beispielsweise die Verknüpfung der Oszillatoren für die lineare Frequenzmodulation, die ein spannendes klangliches Feld eröffnet.

Die Modulationsmatrix erweitert somit die Möglichkeiten von PEAK um ein Vielfaches. Da diese nur über das Menü zu erreichen sind, teilt sich PEAK in zwei Ebenen auf: Die Oberfläche, mit der du im schnellen Zugriff typische analoge Klänge erzeugst und die Modulationsmatrix. Letztere erinnert von ihren Möglichkeiten sehr an die eines Modularen Synthesizer. Denn in der Matrix verknüpfst du Quellen und Ziele, für die du bei den meisten Hardwaresynthesizern keine Verknüpfung finden wirst.

Gegenüber einem analogen Modularsystem hat PEAK den Vorteil der Polyfonie und der Speicherbarkeit eigener Klänge. Die Bedienung über ein Menü ist allerdings umständlicher, als der direkte Zugriff, den ein Modularsystem bietet. Dafür speicherst du bei PEAK in den vier Bänken  bis zu 512 Klänge, ausreichend für ganze Studioproduktionen und Live-Auftritte. Und zwar selbst dann, wenn du alle Klänge nur mit PEAK erzeugst. Zudem stellt Novation, für den Fall, dass der Speicherplatz doch zu klein ist, kostenlos eine Software zum Verwalten der Dateien auf deinem Rechner bereit.

Das LED-Display ist das Tor zur Modulationsmatrix

Effektive Klangverschönerung

Für effektive Beeinflussung des Signalflusses stehen dir in PEAK drei Verzerrer sowie jeweils ein Chorus, Delay und Hall zur Verfügung. Beim Chorus, Delay und Hall hast du jeweils die Wahl zwischen verschiedenen Typen. Allerdings fand ich im Test den Nutzen dieser Effekte unterschiedlich groß. Besonders der Hall erschien mir oft überflüssig, da in der Regel in der Musikproduktion Halleffekte über die Sendewege des Mixers (beziehungsweise der DAW) auf die Klänge gelegt werden, um einen homogenen Raumeindruck zu schaffen.

Das Echo überzeugte dagegen in einigen Situationen, in denen es als fester Teil des Klanges diente und nicht die räumliche Wirkung des Halls unterstützen sollte. Als rhythmisches Klangelement macht es seine Aufgabe sehr gut. Die Echorate lässt sich zur MIDI-Clock synchronisieren. Je nach gewähltem Delay-Typ dämpfst du die Höhen und Tiefen des Echos oder erzeugst Stereo-Effekte. Insgesamt eine gute und vielseitige Verfeinerung des Klanges.

Das Gleiche gilt für den Chorus, der ebenfalls eine Bereicherung deiner Klänge sein kann. Der Funktionsumfang der drei Typen ist auf das wichtigste begrenzt, der jeweilige Klang unterscheidet sich deutlich von den anderen beiden Chorus-Typen. Egal ob du mehr Schwebungen für Flächen oder Akkorde erzeugen oder dem Bass beziehungsweise einer Sequenzer-Linie noch etwas zusätzliche Lebendigkeit verpassen willst, der Chorus unterstützt dich dabei. Neben dem Verzerrer ist es der Effekt, der mir am meisten im Test zusagte, solange er in Maßen eingesetzt wird. Aber das gilt für Effekte ja generell.

Die drei Oszillatoren des Novation PEAK überzeugen durch einen guten Klang.

Einbindung ins Setup

Die Rückseite von PEAK weist eine ganze Reihe von Anschlussmöglichkeiten auf. Sowohl das MIDI-Trio wie die USB-Schnittstelle sind für die MIDI-Einbindung des Synthesizers zuständig. Du hast die Wahl, ob du ihn per USB-MIDI vom Computer steuerst oder über die MIDI-Buchsen von einem Master-Keyboard oder MIDI-Stepsequenzer aus. In dieser Hinsicht ist PEAK sehr vielseitig, zumal die meisten Regler des Synthesizers MIDI-Controllerdaten senden und empfangen. Somit ist eine Steuerung der Parameter über den Computer oder ein Masterkeyboard problemlos möglich.

Anders sieht es bei der Einbindung in ein rein analoges Setup aus. Eine CV-Modulation-In-Buchse ist zwar nett, aber bei Weitem zu wenig. Klar, eine Steuerung über CV/Gate bei einem polyfonen Synthesizer technisch unmöglich, da CV/Gate nur monofone Signale senden. Aber ein Sync-, beziehungsweise Clock-In, damit der Arpeggiator im gleichen Takt wie ein eventuell vorhandener analoger Stepsequenzer oder Drumcomputer läuft, wäre eine sinnvolle Anschlussmöglichkeit. Zumal ein Modulation-CV-In für die Einbindung in ein Modularsystem ebenfalls sehr mager ausfällt.

Dafür gibt es sogar zwei Pedalanschlüsse, mit denen Parameter in Echtzeit moduliert werden und einen Stereo-Audioausgang. Für die Einbindung in ein modernes Studio- oder Live-Setup über MIDI ist PEAK damit bestens ausgestattet. Die Einbindung in eine überwiegend analoge Umgebung ist hingegen schwieriger. Das liegt zum Teil natürlich in der Natur eines polyfonen Synthesizers, der nun einmal mit dem monofonen CV/Gate-Signalen wenig anfangen kann. Aber zumindest eine Möglichkeit, PEAK zu analogen Taktgebern zu synchronisieren, wäre gut.

Anschluesse des Novation PEAK

Fazit / Bewertung / Technische Daten / Preis

Novation PEAK ist ein polyfoner Synthesizer, der mit seinem Konzept rundum überzeugt. Wenn du, im wahrsten Sinnes des Wortes, im Handumdrehen schnell neue Klänge schaffen möchtest, bietet dir die Oberfläche ausreichend Zugriff auf Oszillatoren, Modulationsquellen und Filter. Um tiefer in die Klangschöpfung einzutauchen, erreichst du über die Modulationsmatrix eine Vielzahl zusätzlicher Verknüpfungen zum Modulieren und Formen von Klängen. Hier erreichst eine klanglicheVielfalt, die du bei einem analogen Synthesizer nur selten findest.

Dazu gehören komplexe Modulation von Filter und VCA. Sogar FM-Klänge sind dadurch möglich und erweitern das klangliche Spektrum von PEAK. Selbstverständlich erzeugt PEAK auch die Klänge, die du bei einem polyfonen Synthesizers mit analogen Filtern erwartest. Dass heißt PEAK ist sowohl für Flächen, Lead- oder Bassklänge sowie perkussives geeignet. Dadurch überzeugt er als vielseitiger Synthesizer, der seinen Preis wert ist.

Bewertung:
+ Modulationsmatrix für vielseitige Klänge
+ Oszillatoren mit Wavetable
+ zwei LFOs mit Fade Time
- kein Sync-In und -Out

 

Hersteller
Novation
Webseite
Preis (UVP)
1.499 EUR

 

 

Technische Daten – Novation PEAK
Konzept
Achtstimmiger polyfoner Synthesizer mit analogem Filter
Anschlüsse
USB, Stereo-Out, Headphone-Out, Midi-In/Out/Thru, CV-Mod-In, Pedal 1 und 2
Stromversorgung
Netzteil

 

 



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