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Test: Nord Electro 5

Fantastischer Allrounder

Erfahre in unserem Test alles Wissenswerte zum neuen Nord Electro 5D.


Fantastischer ...

Schwedens Vorzeigeklangerzeugermanufaktur Nord modernisierte jüngst einen seiner Dauerrenner: Das Electro 5D wartet nun mit neuen Sounds und einem überarbeiteten Panel auf. Wir begutachteten das umfangreiche Keyboard in einem ausführlichen Test.

In welcher Location sah man sie noch nicht, die roten Klanghochburgen aus dem Norden? Allerdings weiß nicht nur die auffällige Farbgebung zu beeindrucken: Nord ist weltbekannt für seine herausragenden Sounds. Besonders im Bereich der synthetischen Klangerzeugung sind die Nordmänner sehr gefragt. Dass die Schweden ihre Kompetenzen aber auch in Sachen Sampling voll ausspielen, zeigt ihr weites Sortiment an Tasteninstrumenten für Bühne, Proberaum und die eigenen vier Wände.

Der neueste Output aus Schweden ist das Electro 5D, ein umfangreiches Keyboard für jede Gelegenheit. Man könnte ihn in Anbetracht des Produktsortiments regelrecht als den Allrounder aus dem Hause Nord bezeichnen. Dabei gibt es dieses Konzept bereits seit gut 15 Jahren – die erste Version kam schon 2001 auf den Markt. In diesen eineinhalb Dekaden hat sich jedoch sehr viel getan. Schon der Vergleich des Electro 5D mit Version 4 zeigt, dass sich Nord nicht auf seinen Lorbeeren ausruht.

Zu den auffälligsten Neuerung des Electro 5D zählt das OLED-Display. Sehr praktisch hieran ist, dass nun der Name des Programms deutlich lesbar angezeigt wird. Die Zeiten, in denen man mithilfe von Nummern am LED-Display den aktuell geladenen Sound herausfinden musste, sind also ein für allemal vorbei. Nicht nur das: Auch das Layering und Splitting lässt sich sofort ausfindig machen – doch dazu später mehr. Zusätzlich zeigt das Display die Stellung der neun Register in der linken Hälfte des Panels an. Ruft man ein neues Programm auf, weiß man also sofort, wo man das jeweilige Register „abholt“.

Dennoch verzichtet das Electro 5D nicht auf LED-Anzeigen: Je eine in den Bereichen „Piano“ und „Sample Synth“ zeigt an, welcher Sound aufgerufen ist. Dabei stehen abhängig vom jeweiligen Programm verschiedene Klavier- und Synthsounds zur Verfügung. Nicht nur das, diese können entweder direkt am Keyboard oder – sehr detailliert – über das Programm Nord Sample Editor beliebig angepasst werden. Dazu ist es lediglich notwendig, die kostenlose Software auf den Rechner zu packen und das Electro 5D via USB mit dem Computer zu verbinden – schon kann es losgehen.


Dank des praktischen OLED-Displays behält man immer den Überblick.

Sounds en masse

Neben der Fähigkeit, bereits geladene Samples zu editieren, besitzt das Electro 5D eine weitere, bereits etablierte Funktion: Wem die Vielfalt hier nicht reicht, der kann sich über den Nord Sound Manager eine Auswahl an Samples auf sein Tasteninstrument ziehen. Damit auch genügend Platz für Freunde mannigfaltiger Klänge bereitsteht, hat Nord seinem Jüngling 256 MB Speicherplatz für Sounds aus Nords Sample Library spendiert. Hinzu kommt noch 1 GB Raum für Samples aus der Nord Piano Library. Hier kommt jeder Virtuose voll auf seine Kosten.

Nord ist eigenen Angaben zufolge mächtig stolz auf die neue Pfeifenorgel- sowie Hammond-B3-Samples. Und das zu Recht. Besonderes Lob verdient die Pipe-Organ: Sie klingt kraftvoll, authentisch und dürfte selbst kritische Organisten auf sich aufmerksam machen – zumal sich die Stärken des Instruments in der recht umfangreichen Orgel-Sektion widerspiegeln. Des Weiteren besitzt das Electro 5D eine Handvoll sehr schön klingender Pianos. Einzig die Streich- und Blasinstrumente kommen unserer Meinung nach etwas zu kurz. Man kann eben nicht alles haben.

Das Electro 5D bietet zwei sogenannte Sound-Slots. Mit diesen lassen sich zwei verschiedene Sounds entweder splitten oder layern – sprich, entweder ist die Tastatur in zwei unterschiedliche Instrumente unterteilt oder beide Sounds erklingen zugleich. Zugegeben, das kennt man von vielen anderen Keyboards schon seit geraumer Zeit. Dennoch: Nord lässt allen Anschein nach nur Instrumente mit Hand und Fuß auf die Musikerwelt los – und dieses hier macht einen mehr als nur ordentlichen Eindruck.

Um im Split-Modus zu erkennen, ab wo der nächste Sound ertönt, hat Nord insgesamt sechs LEDs direkt über der Tastatur eingebaut. Für die Konfiguration der einzelnen Slots gibt es außerdem kein Limit: Neben dem Lautstärkeverhältnis zwischen beiden und der jeweiligen Oktavierung kann man für beide Sounds einzeln etwa das Sustain- und Control-Pedal aktivieren oder deaktivieren. Selbst bei den Effekten lässt sich einzeln oder gemeinsam auswählen, welches Slot mit was belegt wird. Apropos ...

Im Bereich „Sample Synth“ lassen sich Samples auswählen und anpassen.

Effektiv

Besonderes Augenmerk verdient die Effekt-Sektion des Electro 5D. Diese ist in sechs Bereiche plus Lautstärkeregler unterteilt: Über „Equalizer“, „Effect 1“, „Effect 2“, „Spkr/Comp“, „Delay“ und „Reverb“ kann sich der Tastenvirtuose bis zur Effekthascherei austoben. Dabei stehen bei „Effect 1“ unter anderem Tremolos, Panoramaspielereien und Wahwah bereit. „Effect 2“ hingegen bietet etwa Flanger, Phaser und Chorus. Leichte Kompression bis hin zu starker Verzerrung erhält man hingegen im Bereich „Spkr/Comp“.

Eine Änderung zu Version 4, die vielen gefallen dürfte, ist: Delay und Reverb sind nun getrennt voneinander regelbar. Dadurch stehen viel mehr Möglichkeiten zur Einstellung von Raum und Echo bereit. Beispielsweise lässt sich die Feedback-Rate nun sehr einfach einstellen und zwei Raum-Algorithmen mehr aufrufen. Dabei können wir festhalten: Vor allem die Reverb-Presets wissen mit ihrem schmeichelnden Charakter zu überzeugen. Des Weiteren ertönen nun alle Effekte in stereo.

Musikalisch, aber zugleich deutlich wahrnehmbar greift der Equalizer am Electro 5D ins Signal ein. Bei diesem stehen drei Bänder zur Verfügung, wobei das Center des mittlere Frequenzbands zwischen 200 Hz und 8 kHz frei regelbar ist. Der eine oder andere mag denken: Die ganzen Effekte sind super, doch irgendwie fehlt hier die Möglichkeit, die aktuelle Parameterstellung herauszufinden. Weit gefehlt. Hält man den Shift-Taster gedrückt und dreht an einem der Encoder, zeigt das Display den aktuellen Wert an, ohne diesen zu verändern. Sehr nützlich.

Zwar nicht in der Effekt-Sektion angesiedelt, dennoch gewissermaßen dazugehörig: Speziell für organische Klänge findet sich ganz links die Rotary-Sektion. Erst damit klingen Hammond-B3-Sounds so authentisch wie sie sollen. Um dem Ganzen noch mehr Anreiz zu geben, wurde aus Nords C2D die Simulation „Vintage 112 Rotary Speaker“ integriert, die im Bereich „Spkr/Comp“ aufgerufen und an den jeweiligen Sound angepasst werden kann.

In der Effekt-Sektion des Electro 5D findet sich alles, was das Herz begehrt.

Schneller als der Schall

Nords Electro 5D lädt Programme gefühlt wie in Echtzeit: Rädchen drehen, zeitgleich klimpern – und schon ertönt das nächste Sound-Preset. Das gilt übrigens nicht nur für Programme, sondern ebenso für alle Effekte, Samples und andere Spielereien. Damit lädt das Keyboard dazu ein, selbst live schnell umzuschalten und die Show mit abwechslungsreichen Sounds aufzuwerten – egal, ob in Bandbesetzung, als Alleinunterhalter oder in bester Ambientkünstler-Manier.

Wie bereits angedeutet und von Nord gewohnt, wissen die Sounds des Electro 5D zu überzeugen. Und dabei ist für jeden etwas dabei: von authentischen Pianos über atmosphärische Flächen bis hin zu experimentellen Klängen. Und wem das noch nicht reicht, der kann sich Samples zum Saufüttern zulegen. Hierbei lohnt sich ein Blick auf die Homepage von Nord, um einen Überblick zu bekommen, was alles geboten wird. Übrigens: Die Samples können direkt dort kostenlos heruntergeladen werden.

Von Produkten aus dem Hause Nord kennt man es nicht anders: Die Verarbeitung ist absolut hochwertig und weiß zu überzeugen. Alle Bedienelemente machen einen sehr stabilen Eindruck und die Potis weisen beim Drehen einen gewissen Widerstand auf, der vor allem bei der Feinjustage Vorteile bietet. Auch die Waterfall-Tastatur fühlt sich hochwertig an und lässt sich einwandfrei spielen. Hier macht nichts den Eindruck, als hätten die Nordmänner an irgendeinem Element gespart – und das alles „Handmade in Sweden“.

Am meisten weiß jedoch die neu arrangierte Oberfläche zu überzeugen: Dank des neuen Displays behält man immer den Überblick. Selbst auf dunklen Bühnen ist alles optimal abzulesen und einzustellen, ohne dass etwa ein zu helles Display den Tastenkünstler aus der Reihe tanzen lässt. Die meisten Bedienelemente sind dabei selbst für Electro-Neulinge selbsterklärend und intuitiv gestaltet, dennoch ist das Studium der Bedienungsanleitung zu empfehlen. Nicht zuletzt ist dies sinnvoll, um alle Funktionen des Electro 5D kennenzulernen und alle Möglichkeiten vollständig ausschöpfen zu können.

Insgesamt sechs LEDs über der Tastatur zeigen die Split-Zone an.

Technische Daten

Tastatur halbgewichtete Waterfall-Tastatur (Electro 5D 61 & Electro 5D 73), HP-Tastatur (Electro 5 HP)
Sektionen Effect, Organ, Piano & Sample-Synth
Effekte EQ, Effect 1, Effect 2, Amp-Simulation, Delay & Reverb
Anschlüsse Stereo-Line-Out, Kopfhörerausgang, Monitor-In, Sustain-Pedal, Control-Pedal, Rotor-Pedal, USB, MIDI-In & -Out
Abmessungen (HxBxT) 97 x 900 x 296 mm (Electro 5D 61), 97 x 1.066 x 296 mm (Electro 5D 73), 121 x 1.074 x 344 mm (Electro 5 HP)
Gewicht         

8,1 kg (Electro 5D 61), 9,2 kg (Electro 5D 73), 11,4 kg (Electro 5 HP)


Wertung:
+ gelungene Sounds
+ intuitiv bedienbar
+ praktisches Display
+ hochwertige Verarbeitung
+ gelungener Allrounder

Preise (UVP):
Nord Electro 5D 61        2.140,81 €
Nord Electro 5D 73        2.378,81 €
Nord Electro 5 HP 73     2.854,81 €

Weitere Infos unter: www.nordkeyboards.com

Vertrieb: Sound Service



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