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Test: Kurzweil Artis

Beflügelte Klangtreue

Kurzweils neues Stage-Piano Artis glänzt mit realistischen Klängen und dutzenden von Effekten. Wir hatten es im Test.


Beflügelte ...

Mit dem Artis hat Kurzweil ein professionelles Stage-Piano mit authentischen Klängen für den universellen Einsatz geschaffen. Doch es sticht neben anderen Produkten aus dem Portfolio des Herstellers deutlich hervor. Das ist vor allem dem „German Grand Piano“ als Herzstück der Software zu verdanken.

Kurzweil steht für hochwertiges Musikmachen auf digitaler Ebene. Seit der Firmengründung 1983 war es Initiator Ray Kurzweil wichtig, mit Synthesizern natürliche Klänge in bestmöglicher Qualität wiederzugeben. So hält der Hersteller – mittlerweile unter koreanischer Flagge – diesen Ehrgeiz noch heute bei und stellte auf der Musikmesse 2013 das Stage-Piano Artis mit neuen, realistischeren Sounds vor: von Gitarren, Bässen, Drums, Synthies bis hin zu Klavieren überzeugen die Klänge durchgehend.

Sehr edel am Artis zeigt sich das anthrazitfarbene Gehäuse aus Metall. Direkt über den Tasten ist eine gebürstete Aluminiumblende angebracht, die ein optisches Schmankerl darstellt. Die seitlichen Blenden – ebenfalls im gebürstetem Aluminiumlook – bestehen jedoch aus Kunststoff. Etwas nachteilig zeigt sich allerdings erst einmal die Unterseite des Instruments: Hier sind nur Schrauben zu finden und keine Gummifüße, die beispielsweise ein kratzfreies Abstellen auf einem Tisch garantieren – praktischerweise sind jedoch im Lieferumfang vier selbstklebende Füßchen enthalten.

Das Kurzweil Artis kommt mit 88 gewichteten Tasten. Dabei handelt es sich um eine Fatar TP100-Tastaur. Als zentrale Koordinationsstelle von Sound- und Effektparametern dient ein LCD-Display. Für die Steuerung diverser Parameter sind verschiedene Taster und Regler angebracht, die eine intuitive Bedienung ermöglichen. Für ein besseres Handling garantiert zudem das großzügige Navigationsrad ein beschleunigtes Durchstöbern der Datenbanken. Effekte wie Delay, Reverb und Filtern lassen sich durch neun Slider auf der linken Seite des Displays quasi stufenlos regeln. Über den zehnten Schieberegler ganz links ist die Lautstärke einstellen. Außerdem sorgt eine angenehme Haptik für den nötigen Workflow.

Zwischen dem Volume- und den Effekt-Slidern befindet sich ein dreibandiger EQ: Tiefen, Höhen und sogar parametrische Mitten lassen sich dank jeweiligem Regler sehr genau justieren. Weitere Taster erlauben Soundlayering, Effektbearbeitung, Transposition, Favoritenspeicherung, Klangvariationen und vieles mehr – so sind dir beim Layering und Effektieren keine Grenzen gesetzt. Es ist auch möglich, seinen eigenen Sound zusammenzustellen und abzuspeichern.


Eine Aluminiumblende oberhalb der Tasten sorgt für eine hochwertige und edle Optik.

Angeschlossen

An der Rückseite finden sich die Anschlüsse sowie der Power-Schalter. Über eine USB-B-Buchse lässt sich ein Computer oder Tablet anschließen und über USB-A Daten eines USB-Sticks übertragen. Via USB-Port lassen sich dabei nicht nur die aktuellsten System-Updates zu installieren, denn es ist auch möglich, User-Programs von oder auf einen Rechner zu laden. Außerdem überträgt es alle MIDI-Steuerbefehle, die beispielsweise vom Sequencer kommen oder dort aufgezeichnet werden sollen.

Zwei symmetrische Klinkenausgänge sorgen für eine optimale Stereo-Übertragung des Signals in Richtung Lautsprecher, Interface oder Mixer. Wie üblich, ist die linke Buchse auch für Mono-Signale zuständig. Neben den Outputs findet sich ein Miniklinkeneingang. Hierüber kannst du einen mp3-Player oder Ähnliches anstecken, um zu Playalongs zu spielen – eine sehr sinnvolle Lernmethode. Der Kopfhöreranschluss befindet sich als einzige Buchse vorne. Leider steuert der Volume-Slider sowohl Kopfhörer- als auch Line-Pegel – eine getrennte Regelung wäre hier praktisch.

Drei Buchsen ermöglichen dir den Anschluss von insgesamt vier Pedalen. Die Standardbelegung davon sind Sustain, Sostenuto und Volume – über das Menü lassen sich diese aber auch je nach Belieben frei belegen. Als Standardpedal liefert Kurzweil das KFP-1 mit. Optional erhältlich sind noch das Expressionspedal CC-1 sowie der Single-Foot-Switch FS-1.

Zu guter Letzt präsentieren sich rückseitig noch MIDI-In und -Out. Darüber lässt sich das Kurzweil Artis ganz klassisch über ein DIN-5-Kabel mit anderen Controllern, Klangerzeugern oder einem Interface verbinden. Aber Achtung: Das Artis arbeitet nicht nach dem General-MIDI-Protokoll. Demnach kann es sein, dass beim Wechseln des MIDI-Programms über ein externes Gerät nicht der erwartete Sound ertönt.

Das Kurzweil Artis kommt sowohl mit einem Pitch- als auch mit einem Modulationsrad.

Freie Fahrt für Kreativität

In 16 Instrumentenkategorien aufgeteilt stellt Kurzweil dem User eine breite Palette an virtuellen Sounds zur Verfügung. Übergeordnet schaltet man zwischen Programm- und Multi-Modus um. Diese zwei Modi beinhalten jeweils 256 Sounds, wobei der Unterschied darin besteht, dass im Multi-Mode mehrere Sounds verschachtelt sind – insgesamt bis zu 32. So kannst du auf die Schnelle schöne Kombinationen erzielen und bekommst neue Anreize. Die Klänge selbst setzen sich neben dem bereits erwähnten „German Grand Piano“ aus einer Selektion von Kurzweils PC3-Serie und der Kore64-Erweiterung zusammen.

Die Modi lassen sich durch entsprechenden Taster über den Slidern in vier Zonen einteilen. Diese kannst du in Länge und Anzahl variieren. Das hat den Vorteil, dass du mit der linken und rechten Hand zwei unterschiedliche Instrumente spielen oder diverse Klänge layern kannst. Strings mit einem Klavier klingen in der Kombination zum Beispiel sehr schön. Entweder benutzt du hier die Presets im Multi-Modus oder du stellst dir deinen eigenen Sound zusammen – je nach Vorstellung.

Jedes Preset besitzt seine eigene Effektkette, die auf den neun Slidern regelbar ist. Die Standardeffekte sind Reverb und Delay. Außerdem sind zusätzlich Filter, Chorus und Envelope-Modulation – vor allem bei Synthie-Klängen – einstellbar. Kurzweil präsentiert hier ganze 1.000 Effekt-Variationen. Besonders bei Layering ist praktisch, dass die einzelnen Sounds ihren eigenen Volumeregler haben, um einen sinnvollen und individuellen Mix zu erstellen. Durch Drücken des Infobuttons zeigt das Display die Kanalbelegungen an – so weiß man immer, was eingestellt ist.

Eine Besonderheit bietet die KB3-Funktion. Kurzweils Orgeln genießen nämlich einen Sonderstatus im Artis. Die Sounds simulieren dabei die Hammond-B3-Orgel. Typische Effekte wie beispielsweise Chorus, Vibrato, Percussion-Decay und Percussion-Pitch sind hier einstellbar. Der Variation-Button über dem Modulation-Wheel ändert normalerweise den Grundklang einzelner Sounds. Im Orgelmodus jedoch schaltet er das Rotary an, wodurch es den charakteristischen Rotationssound eines Leslie nachahmt.

Bis auf den Kopfhörerausgang finden sich auf der rechten Rückseite des Kurzweil Artis alle Anschlüsse.

Hervorstechend

Alle Klänge des Kurzweil Artis zeigen sich als äußerst gelungen. Die Presets sind meist nach Klangeindrücken wie „Adagio Strings“ oder „High-End Horns“ benannt, die vor allem beim Piano-Sound genau passend gewählt sind. Die präzise Wiedergabe der unterschiedlichen Klavierklänge hat es mir besonders angetan. Aber auch sonst hat man aufgrund der vielen qualitativ hochwertigen Sounds für jede Notwendigkeit den perfekten Sound. Durch eine Tastenkombination kannst du dir zu jeder Einstellung eine Programm-Demo anhören, in der dir der Klang durch ein kurzes Vorspielen präsentiert wird.

Auch die Drums und Strings klingen hervorragend. Eigentlich kann ich über keinen der insgesamt 512 Sounds etwas Negatives schreiben. Lediglich die Gitarrensounds lassen etwas zu wünschen übrig – auch wenn man hier auf hohem Niveau meckert. Zwar tönen sie gut, aber wie das bei Gitarren nun mal so ist: Bisher wirken eben nur reale Gitarren echt. Powerchords oder Akkorde lassen sich nur mäßig glaubwürdig nachspielen; das Picking hingegen wirkt schon beeindruckend.

Die 128-Stimmen-Polyphonie des Kurzweil demonstriert das Artis in seiner ganzen Pracht im Mulit-Modus. Kreative Presets wie der „Wonky Bass“ sind mit vier gelayerten Sounds sehr inspirierend für moderne Kompositionen. Ein sehr sinnvolles Tool ist außerdem die Transpositions- und Oktavierungsmöglichkeiten in jede gewünschte Tonart. So verleihst du deinem Song die nötige Würze oder kannst ihn deiner Stimmlage anpassen.

Wenn dir die Auswahl an Instrumenten nicht genügt oder du einfach mal neue Sounds brauchst, dann kannst du einen Computer, ein Tablet oder einen USB-Stick anschließen und über den Global-Modus den gewünschten Sound auf das Kurzweil Artis ziehen. Die Dateien werden dabei in der Endung „.kuf“ benötigt, da der Import ansonsten fehlschlägt. Schau auch regelmäßig auf der Kurzweil-Hompage vorbei – inzwischen ist schon das erste Update „v1.10“ online. Zudem soll es bald eine für Artis-User kostenlose Editor-Software geben, die komplexere Editings der Controller, Effekte, Presets und Setups ermöglicht. Geplant ist zudem eine iPad-App und ein Editor Plug-In im VST-Format.

Der Lautstärkeregler am Artis kommt in Form eines Sliders. Gleich daneben befindet sich der Dreiband-EQ.

Technische Daten

Tastatur

88 Tasten, gewichtet

Sounds 256 Program-Sounds & 256 Multi-Sounds
Effekte >1.000 komplexe Effektketten – darunter Delay, Reberb, Chorus, Flanger, Phaser, EQ, Distortion, Rotary & Kompressor
Anschlüsse USB-A, USB-B, Line-Out (Mono/Stereo), Line-In (Miniklinke), 3 Pedaleingänge (standardmäßig Sustain, Sostenuto & Volume), MIDI-In/-Out & Power
Display zweifarbiges LCD
Zubehör Pedal, USB-Kabel, aufklebbare Gummifüße, Netzkabel & Bedienungsanleitung
Abmessungen (HxBxT)

140 x 395 x 1.385 mm

Gewicht

21 kg


Wertung:

+ sehr authentische Sounds
+ gute Hammermechanik
+ leichte Bedienung
+ Anschluss an externe Geräte
+ edle, robuste Haptik
- keine getrennte Regelung von Kopfhörer- und Line-Out-Pegel

Preis (UVP): 2.378,81 Euro

Soundbeispiele:

Concert Piano:



Classic B3:



Punchy Synth:



www.kurzweil.com


Vertrieb: Sound Service

Produktvideo: Kurzweil Artis



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