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Test: Korg nanoKONTROL Studio und Korg nanoKEY Studio

Zwei Kleine fürs Studio

KORGs nanoKONTROL Studio und nanoKEY Studio erweitern die nano-Serie um zwei Geräte für höhere Ansprüche. Dabei ist sogar der Verzicht auf Kabelsalat möglich.


Zwei Kleine fürs ...

KORGs nano-Serie bestand bisher aus drei Spezialisten für Drums (nanoPAD), Keys (nanoKEY) und Controller-Aufgaben (nanoKONTROL). Wer allerdings mehr Funktionen im direkten Zugriff benötigte, stieß eventuell mit den drei Kleinen an die Grenze des Möglichen. Zwei Neuzugänge, erkennbar an dem Zusatz „Studio“ im Namen, erweitern die Serie jetzt um umfangreichere Controller. Wir haben getestet, wie gut die beiden über USB und Bluetooth arbeiten und ob sie eine würdige Ergänzung der nano-Serie sind.

Beim Auspacken fällt auf, dass KORG anscheinend sehr viel Wert auf ein einheitliches Verpackungsdesign legt. Die grauen Kartons mit buntem Label erinnern stark an die volca-Serie. Im Inneren des Kartons findest du neben dem Controller eine Kurzanleitung, USB-Kabel und Batterien sowie eine Karte für die Freischaltung einiger Softwarelizenzen. Da die Stromversorgung über USB oder Batterie erfolgt, benötigst du keinen freien Platz für zusätzliche Netzteile in der Steckdose.

Dank Bluetooth reduzieren nanoKONTROL und -KEY Studio sogar bei Bedarf den Kabelsalat in deinem Studio. Ein Rechner, der Bluetooth 4.0 unterstützt, reicht aus, um eine entsprechende Funkverbindung zwischen Computer und dem jeweiligen Controller herzustellen. Die notwendigen Treiber findest du auf der Website von KORG. Dort stehen für dich außerdem ausführliche Anleitungen und der Editor für KORGs Controller bereit. Den Link zum Download der verschiedenen Programme, für die dir KORG die Softwarelizenzen bereitstellt, findest du ebenfalls dort.

Zu diesem Software-Bundle gehören die Plug-Ins KORG M1 LE, AAS Lounge Lizard Session (eine hervorragende E-Piano-Emulation), AAS Ultra Analog Session, AAS Strum Acoustic Session (eine Simulation akustischer Gitarren) sowie von UVI die Digital Synsations. Außerdem gehört eine im Umfang reduzierte Version von Propellerhead Reason zu dem Pack. Solltest du mit der Anschaffung von Ableton Live liebäugeln, sparst du beim Kauf auf Abletons Homepage 50 Euro. Eine durchaus ansehnliche Beigabe.


Der erste Praxistest

Als iPad-Besitzer war ich gespannt, wie die beiden nanos mit den unterschiedlichen Musik-Apps zusammenarbeiten. Doch gleich beim ersten Einsatz als Controller für Cubasis blieb ich etwas ratlos zurück. nanoKEY steuerte wie gewünscht den internen Sampler an, doch Cubasis reagierte nicht. Dabei hatte ich sogar KORGs Bluetooth-App installiert. Die Ursache dafür war schnell gefunden. nanoKONTROL funktioniert problemlos über Bluetooth, nur Cubasis lässt sich leider nicht per Controller steuern.

Hoffentlich werden die Programmierer musikalischer Apps schnell aktiv und erweitern ihre Produkte um eine vernünftige Einbindung von Controllern. Wie die aussehen kann, zeigte das Zusammenspiel der beiden nanos mit KORG Gadget. Einmal kurz in der App die Controller unter MIDI-Bluetooth aktiviert, kommunizieren beide Controller hervorragend mit der App. Mit Moogs Model 15 versteht sich nanoKEY Studio ebenfalls sehr einfach. Wie gehabt wird der Controller in der App bei Bluetooth MIDI aktiviert. Anschließend belegst du die zu steuernden Parameter mit den Controller-Daten der nanoKEY-Regler.

Am Mac zeigten sich anschließend beide sehr vielseitig. nanoKONTROL Studio ist mit Voreinstellungen für viele gängige DAWs ausgestattet. Über eine Tastenkombination beim Einschalten wählst du die gewünschte aus. Du musst dann kurz noch in den Einstellungen deiner DAW nanoKONTROL Studio als MIDI-Gerät auswählen und ein geeignetes Protokoll (meist Mackie Control) zuweisen. nanoKEY Studio hingegen meldest du nur als MIDI-Gerät an, ohne ein weiteres Protokoll auszuwählen. Sofort spielst du damit Melodien, Akkorde und Begleitmuster ein.

nanoKONTROL Studio

Für mich ist die Bedienung einer DAW mit einem Controller schon immer angenehmer als der Griff zur Maus gewesen. Entsprechend habe ich schon einige Lösungen in meinem Studio angetestet. nanoKONTROL Studio gehört dabei zu den besten, die ich bisher genutzt habe. Für Ableton Live, Cubase, Pro Tools, Sonar, Logic und Digital Performer hat KORG, wie oben erwähnt, Voreinstellungen programmiert. Mit beiden von mir genutzten DAWs (Live 9 und Cubase 8 AI) harmonierte KORGS Controller auf Anhieb. Alle Bedienelemente steuerten exakt die erwarteten Parameter.

Der Einsatz als Steuerung für Live 9 ist einfach. In den Einstellungen von Live musst du nur das Mackie Control-Protokoll auswählen und nanoKONTROL als MIDI-Gerät einstellen sowie die Fernbedienung aktivieren. Hast du dieses erledigt, regelst du sehr bequem die einzelnen Kanäle in der Lautstärke und schaltest die gewünschten Spuren auf Aufnahme, Solo oder Mute. Die Transportschalter erfüllen ohne Ausnahme ihre Aufgaben. In der Arrangement-Ansicht markierst du zudem mit den Markertasten wichtige Stellen deines Arrangements, die du bei Bedarf schnell anspringst.

Cubase kommunizierte ebenso problemlos mit dem nanokONTROL. Damit Cubase die Signale versteht, stellst du bei den MIDI-Devices Mackie Control ein und gibst das nanoKONTROL als MIDI-In/-Out an. Kurz noch im MIDI-Manager All-MIDI-In beim nanoKONTROL Studio deaktivieren und schon hast du eine vollständige Kontrolle über die einzelnen Kanäle in deinem Cubase-Mixer. Verwendest du hingegen eine DAW, für die noch keine direkte Unterstützung bereitsteht, kannst du dir in KORGs Editor deine eigene Controller-Map erstellen und nanoKONTROL an deine Bedürfnisse anpassen.

nanoKEY Studio

Der erste Blick auf nanoKEY offenbart sofort, dass es sich hierbei um einen umfangreichen Controller auf kleinem Raum handelt. Oben links findest du acht Regler, oben rechts ebenso viele Pads. Dazwischen fällt der Blick auf ein Touchpad, während der untere Bereich von einer zwei Oktaven großen Tastatur eingenommen wird. Letztere besteht aus den üblichen nanoKEY-Tasten. Virtuoses Klavierspielen ist damit kaum möglich, aber zum Festhalten von Ideen ist die Tastatur ausreichend. Sechs kleine Tasten zum Umschalten von Funktionen trennen den oberen und unteren Bereich des nanoKEY Studio.

Im Zusammenspiel der einzelnen Bedienelemente entfaltet nanoKEY Studio sein großes Potential. Die Drumpads und das Touchpad erfüllen verschiedene Aufgaben, die du über Tasten auswählst. Besonders die Zusatzfunktionen der Pads haben es in sich. Während dir das Touchpad die Auswahl zwischen Tonhöhen- und Parametersteuerung sowie Pitchbend- und Modulationscontroller bietet, setzt du die Pads bei Bedarf als Drumpads, zum Spielen von Akkorden sowie zur Steuerung des Arpeggiators ein.

Die Pads und die Tastatur sind übrigens anschlagsdynamisch und hintergrundbeleuchtet. Die Beleuchtung ist mehr als nur ein optischer Gag. Während Easy Scale dafür sorgt, dass beim Spielen automatisch die richtigen Töne erklingen, hilft der Scale Guide, indem die zur gewählten Tonart passenden Tasten mittels der Hintergrundbeleuchtung hervorgehoben werden. So siehst du sofort, welche Töne zur gewählten Tonart gehören.

In Ableton wird nanoKONTROL Studio als Macie Control angemeldet …

Die Hardware im praktischen Einsatz

Im Praxistest machen die beiden Controller eine gute Figur. Selbst die sehr schlichten Tasten des nanoKEY Studio vermitteln beim Spielen das Gefühl, auch längere Sessions zu überstehen. Die Drumpads sind sehr gut für das Eintrommeln von Beats und zum Einspielen von Akkorden geeignet. Die Drehregler wirken ebenfalls sehr stabil, es ist kein Wackeln oder Schleifen zu bemerken. Sie lassen sich angenehm drehen, so dass du mit ihnen Parameter sehr feinfühlig veränderst. Der Schalter für den USB- und Batteriebetrieb sowie zum Ausschalten ist bei beiden schwergängig genug, um ein zufälliges Betätigen zu verhindern.

Die Qualität der Drehregler und Taster im nanoKONTROL Studio entsprecht dem nanoKEY Studio. Bei den Schiebereglern hätte ich mir dagegen andere gewünscht. Mir persönlich gefallen die in den älteren nanoKONTROL-Geräten besser. Das ist aber zum einen Geschmacksache, zum anderen sind Regler angesichts des günstigen Preises eine ordentliche Lösung. Kein Schleifen, gleichmäßig im Schiebeverhalten und nicht zu leichtgängig – für die Mischung im Projektstudio erfüllen sie ihre Aufgabe tadellos.

In Kombination sind die beiden Controller das ideale Reisegepäck für mobile Musiker. Sie passen bequem in den Rucksack, brauchen jeweils nur zwei Standardbatterien und kommunizieren über Bluetooth sogar zeitgleich mit einem iPad. Damit produzierst du ohne Probleme in der Bahn, im Hotel, Park oder zu Hause auf dem Sofa deine Tracks, ehe du sie bei Bedarf am Rechner noch verfeinerst. Auch beim Mischen im Rechner ist nanoKONTROL Studio eine zuverlässige und platzsparende Unterstützung.

In Cubase wird nanoKONTROL Studio ebenfalls als Mackie Control angemeldet.

Fazit / Bewertung

KORGs nano-Studio-Serie zeigt sich als durchdachte Lösung für mobile Aufgaben und kleine Studios. Egal ob im Betrieb am USB-Port oder über Bluetooth, die Controller funktionieren reibungslos. Am iPad hängt der Nutzen der beiden Controller sehr von der jeweiligen App ab, die gesteuert werden soll. KORG Gadget versteht sich hervorragend mit beiden, Cubasis und einige ältere Synthesizer-Apps dagegen nur mit nanoKEY. Hier bleibt vorerst nur die Hoffnung auf zügige Updates der Apps, die für bessere Einbindungen von Controllern sorgen.

Unter Windows oder macOS hingegen sind beide Controller ausgereifte und günstige Lösungen, die auf kleinstem Raum viele Funktionen bieten. Wenn du deine DAW über einen Hardware-Controller steuern möchtest und auf Luxus-Ausstattung wie motorisierte Fader verzichten kannst, dann solltest du unbedingt nanoKONTROL Studio testen. Mir ist keine vergleichbare Lösung zu diesem Preis bekannt.

nanoKEY Studio eignet sich für jeden, der einen Controller zum Einspielen von Noten sucht, dabei aber getrost auf eine Klaviertastatur verzichten kann. Die Möglichkeiten, die du durch die Regler, Pads sowie das Touchpad bekommst, sind in der Preisklasse sonst kaum zu finden. Vor allem das Touchpad und die Pads sind sehr interessante und vielseitige Lösungen, mit denen du spielerisch deine Ideen entwickelst. Die Kleinen werden groß, ohne dabei ihre Vorteile aufzugeben.

Wertung:
+ Bluetooth-Einbindung (beide)
+ Pads und Touchpad (nanoKEY Studio)
+ Anpassung an DAWs (nanoKONTROL Studio)
- fehlende Unterstützung von Bitwig und Reason (nanoKONTROL)

Preise / Technische Daten

Vertrieb Korg & More
Hersteller
weitere Korg nanoKONTROL Studio
Informationen
Preise (UVP)
Korg nanoKONTROL Studio
149 EUR
Korg nanoKEY Studio
149 EUR

 

 

Technische Daten
  Korg nanoKEY Studio Korg nanoKONTROL Studio
Bedienelemente jeweils 8 Regler und Pads 8 Kanäle mit Fader
  Touchpad Poti
 
Tastur (2-Oktaven)
jeweils 3 Tasten
Anschluss
USB
Stromversorgung
2 Batterien, USB
Lieferumfang Controller
  USB-Kabel
  Batterien
  Lizenzkarte
 
Kurzanleitung
Hergestellt
China


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