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Test: IK Multimedia UNO Synth

Perfekter Einstieg

UNO, ein passender Name für einen monophonen analogen Synthesizer, der zu einem Preis angeboten wird, der aufhorchen lässt.


Perfekter Einstieg

Den Einstieg in die Welt der analogen Synthesizer nennt IK Multimedia schlicht Uno (Eins). Ein passender Name für einen monophonen analogen Synthesizer, der zu einem Preis angeboten wird, der aufhorchen lässt.

Plötzlich war er da, der Uno. Ein kleiner, analoger Synthesizer zu einem niedrigen Preis. Die Überraschung ist IK Multimedia zur Superbooth 2018 gelungen. Waren die Italiener bis dato vor allem durch hochwertige Software und Computer-Zubehör bekannt, präsentierten sie nun einen analogen Synthesizer. Der erste Eindruck, der aus den Lautsprechern und Kopfhörern am Stand tönte, überzeugte. Kein geringerer als Erik Norlen (Entwickler des Alesis Andromeda) und Sound Machines haben IK Multimedia unterstützt.

Aus zwei Oszillatoren, Rauschen sowie einem Multimode-Filter mit Tief-, Hoch- und Bandpass-Filter bildest du deine Klänge am Uno. Um diese zu formen, verwendest du die beiden ADSR-Hüllkurven und den LFO. Weitere Änderungen erzeugst du im Stepsequenzer, auf den ich weiter unten noch näher eingehen werde. Das Filter arbeitet mit 12-dB-Flankensteilheit pro Oktave. Zum Spielen steht dir eine zwei Oktaven kleine Folientastatur zur Verfügung, mit der du gleichzeitig  den internen Stepsequenzer programmierst.

Alternativ zum Stepsequenzer steht dir als tonale Spielhilfe ein Arpeggiator zur Verfügung. Sollte dir die Folientastatur zu eingeschränkt sein, steuerst du den Uno einfach über MIDI. Auf diesem Weg kannst du sogar die Anschlagsstärke als zusätzliche Modulationsquellen einsetzen. Ein USB-Anschluss dient dem direkten MIDI- und Daten-Austausch mit deinem Rechner oder iOS-Gerät. Erfreulich, dass IK Multimedia für jede dieser Plattformen einen kostenlosen Uno-Editor bereitstellt.


Die Bedienung des Uno

Der kostenlose Software-Editor ist angesichts der nur sieben Drehregler des Uno eine gute Hilfe. Durch diese geringe Anzahl an Drehreglern kannst du nicht gleichzeitig direkt auf jeden Parameter zugreifen. Zudem sind von den sieben drei den Funktionen Cutoff, Tempo und Volumen fest zugeordnet. Bleiben also vier, mit denen zwei Hüllkurven, der LFO, die beiden Oszillatoren und einige Filterparameter eingestellt werden. Um mit den Reglern Klänge zu bearbeiten, wählst du mithilfe von Folientastern in einer Matrix die Parameter-Reihe aus, in der du gerade etwas einstellen willst.

In der ersten Firmware-Version entsprachen die aufgedruckten Parameter der Matrix exakt den Möglichkeiten, die du direkt am Gerät hast. Entsprechend konntest du nur Attack und Decay bei der Filter- sowie Attack und Release bei der VCA-Hüllkurve am Uno einstellen. Das kostenlose Update auf Firmware 1.1.1 ändert dies. Wenn du bei der zweiten oder dritten Reihe der Matrix länger auf den Auswahltaster drückst, blinkt dieser und gibt dir Zugriff auf alle vier Hüllkurven-Parameter (die zweite Reihe für die Filter-Hüllkurve, die dritte für die des VCA).

Oftmals ist der Uno über die Editor-Software einfacher zu editieren. Diese steht für Windows, Mac sowie iOS zur Verfügung. Mithilfe eines USB-zu-Lightning-Adapters schließt du den Uno über dein iPhone/iPad an und startest die App. Selbst wenn du alles am Synth selbst einstellst, ist die App/Software eine Hilfe. Du siehst auf dem Bildschirm, wie du die Parameter verstellst. Außerdem speicherst du bei Bedarf die Sounds in der Software und hast so Zugriff auf mehr als 100 Presets im Uno.

In der Matrix eine Zeile auswählen und dann einfach am Knopf drehen, so leicht werden Klänge editiert.

Die Klangerzeugung

Zu den Besonderheiten des Uno gehört, dass sich die Wellenformen der Oszillatoren stufenlos überblenden lassen. Du hast also neben Dreieck, Sägezahn und Rechteck/Pulswelle auch Zwischenstufen von Dreieck und Sägezahn sowie Sägezahn und Rechteck zur Auswahl. Dadurch erhöht sich das klangliche Potenzial schon beim Grundklang. Ein Rauschgenerator erweitert nochmals die klanglichen Möglichkeiten. Die Mischung aus den beiden Oszillatoren und dem Rauschgenerator geht dann in das 12-dB-Multimode-Filter.

Im resonanzfähigen Filter hast du die Wahl zwischen Tief-, Hoch- sowie Bandpass. Eine Hüllkurve sowie der LFO regeln den Verlauf der Filterfrequenz. In der Editor-Software ist es zudem möglich, das Keytracking, also die Beeinflussung der Filterfrequenz durch die Tonhöhe, einzustellen. Das Filter basiert übrigens auf OTAs (Operational-Transconductance-Amplifier, zu deutsch Transkonduktanzverstärker) und hat ein etwas anderes Klangverhalten als die Transistor-Kaskade von Moog oder das Brute-Filter (Steiner-Parker-Filter) von Arturia.

Auch weitere Stärken der Klangerzeugung erreichst du nur über MIDI-Controller-Befehle oder den Software-Editor. Besonders als Modulationsziele des LFO findest du dort Eingriffsmöglichkeiten, die den Grundklang deiner Sounds erweitern. So blendet der LFO bei Bedarf zwischen den Wellenformen der Oszillatoren über, indem du ihn permanent zwischen Dreiecks-, Sägezahn- und Pulswelle wechseln lässt. Eine Modulation der Pulswellenbreite erzeugst du ebenfalls auf diesem Weg.

Ganz flach ist das Gehäuse, nur das Batteriefach ist erhöht.

Der Sequenzer

Das Folientaster-Keyboard am unteren Rand des Uno ist für filigranes Spiel eher ungeeignet. Trotzdem gehört sie zu den Stärken des Kleinen, denn sie dient vor allem der Programmierung des internen Stepsequenzers. Im Step-by-Step-Modus legst du mit ihr die Tonhöhe fest, während du gleichzeitig an ihren LEDs abliest, welchen Step du gerade einspielst. Als Alternative zum Step-by-Step gibt es übrigens noch die Möglichkeit, eine Sequenz in Echtzeit einzuspielen. Dein Spiel wird dann automatisch auf die Steps quantisiert.

Zwischen den beiden Modi kannst du übrigens jederzeit wechseln. Das ist unter anderem dann sinnvoll, wenn du die Noten schrittweise eingeben möchtest, die Änderungen von Parametern dagegen in Echtzeit. Richtig gelesen, der Stepsequenzer zeichnet bei Bedarf neben Noten für jeden Schritt die Änderungen von Parametern auf. Und wie die Noten, gibst du die Parameteränderungen schrittweise oder in Echtzeit ein. Zudem wird jede Sequenz immer mit einem zugehörigen Sound abgespeichert.

Dadurch ist es für dich sehr leicht, Basslines, die durch Filtermodulationen pro Step sehr lebendig grooven, oder treibende Sequenzerlinien spontan einzuspielen und für eine spätere Verwendung zu sichern. Übrigens passt du die Gate-Länge und die Rasterung der sechzehn möglichen Steps ebenfalls problemlos deinem Bedarf an. Alternativ zum leistungsfähigen Stepsequenzer bietet dir der Uno einen Arppegiator als Spielhilfe an. Leider bietet die Editor-App zwar Zugriff auf den Arppegiator, aber keinen auf die Sequenzen.

Außer dem USB-Anschluss und dem Kensington-Lock sind alle Buchsen als Miniklinke ausgelegt.

Das Äußere

Der Uno ist sehr flach und transportabel. Einzige dickere Stellen des Kunststoffgehäuses sind das Batteriefach sowie die sieben Regler. Direkt neben den Batterien findest du auf der Rückseite jeweils den Audio-Eingang- und -Ausgang, USB und MIDI-In/Out. Letztere benötigen die beiliegenden Adapter, die den MIDI-In und -Out von Miniklinke auf die Standard-MIDI-Buchse anpassen. Die Audio-Buchsen sind ebenfalls Miniklinken. Eine Lösung, die für mobile Jam-Sessions im Park gut ist, im Studio oder auf der Bühne aber weitere Adapter erfordert.

Die hintere Seite des Uno, in der sich das Batteriefach und die Buchsen befinden, ist leicht erhöht. Durch diese leichte Schrägstellung hast du einen sehr guten Blick auf die gesamte Bedienoberfläche. Diese wirkt durch die Folientaster ein wenig wie ein Synthesizer aus den 1980er-Jahren. Das ist eine durchaus positive Referenz, denn legendäre Synthesizer dieser Epoche, wie der Roland Alpha Juno-1, der Moog Source oder der Oberheim Matrix 6, verfügten ebenfalls über Folientasten. Der Uno hat dadurch zudem einen klaren Vorteil bei Firmware-Updates.

Neue Funktionen, wie der Zugriff auf alle Parameter der beiden Hüllkurven, sind durch die Folientasten schnell umgesetzt. Schließlich muss dafür kein Drehregler extra angebracht werden, sondern müssen nur die vorhandenen Taster zusätzliche Aufgaben übernehmen. Strom erhält der Uno übrigens entweder über die Mini-USB-Buchse oder, noch besser, über vier Batterien. Mit einem Schalter auf der Rückseite schaltest du zwischen den beiden Stromquellen um. Das ist sinnvoll, wenn du den Uno mit einem iPhone editierst, der Strom aber von den Batterien kommen soll.

Die ausgewählte Wellenform wird im Editor grafisch dargestellt.

Fazit & Wertung

IK Multimedias Uno hätte bestens ins Special Einsteiger-Synthesizer gepasst. Mit seinen zwei Oszillatoren, zwei ADSR-Hüllkurven, einem Multimodefilter, einem LFO und Stepsequenzer präsentiert sich IK Multimedias erster Hardware-Synthesizer als gut ausgestatteter analoger Synthesizer. Dazu bietet er einen Stepsequenzer, mit dem du neben Noten auch Parameteränderungen einspeicherst. Das macht Uno zu einem hervorragenden Synthesizer, um lebendige Basslinien, Leads und Pads zu erzeugen. Sogar analoge Drumsounds gelingen dir spielend.

Die Bedienung über Folientaster erscheint zwar anfangs ungewohnt, geht aber sehr schnell und leicht von der Hand. Vier Drehregler und eine Matrix reichen, damit du schnelle klangliche Änderungen erreichst. Zudem bietet IK Multimedia einen kostenlosen Editor für Windows, Mac und iOS an, der zusätzliche Funktionen bereitstellt. Leider hast du im Editor keine Möglichkeit, die Stepsequenzen zu editieren. Hoffentlich kommt hierzu ein Update, das diese Funktion nachreicht. Insgesamt lässt sich feststellen, dass mit Uno IK Multimedia ein hervorragender Einstieg in die Welt der Hardware-Synthesizer gelingt.

Wertung:
+ Ausstattung
+ Stepsequenzer
+ kompakte Größe
+ kostenloser Editor
– Audio- und MIDI als Miniklinkenanschlüsse

Die praktische Tasche gibts zum UNO dazu.

Preis / Technische Daten

Hersteller/Vertrieb    
Mehr Infos    
Preis (UVP)  
UNO Synth
 
 
249 EUR
 

 

 

Technische Daten
Ausstattung  
2 VCO, 12 dB Multimediafilter, 2 ADSR-Hüllkurven, LFO, Noisegenerator, Stepsequenzer
 
Anschlüsse  
Audio-In/Out, MIDI-In/Out (alles als Miniklinke), USB
 
Stromversorgung  
USB, Batterien
 


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