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Wissen kompakt: Klavier

Eine Welt der Klänge

Jeder kennt doch das klassische Klavier und weiß wie es funktioniert und wieso das so ist!! Oder doch nicht?


Eine Welt der ...

Das Klavier gehört zweifellos zu den bekanntesten und beliebtesten Musikinstrumenten – und es scheint auch völlig klar, warum ein Klavier so ist, wie es ist. Aber was weißt du wirklich über dieses Tasteninstrument? Wir liefern spannendes Wissen rund um die (meist 88) Tasten.

Was gibt es schon über Klaviere zu wissen? Die gibt es doch (quasi) schon immer, jeder kennt sie und weiß, wie sie aussehen und klingen. Stimmt einerseits, aber andererseits stellen sich doch einige Fragen, wenn man mal kurz über das Instrument nachdenkt. Hier also ein paar Fakten rund um das Klavier, die sicherlich nicht jeder kennt.
 

Seit wann gibt es Klaviere?

In seiner modernen Form wird das Klavier erst ab Ende des 18. Jahrhunderts gebaut. Ursprünglich bezeichnete man alle Tasteninstrumente mit dem Wort „Clavier“, das sich vom lateinischen „Clavis“ für „Schlüssel“ oder „Taste“ ableitet. Um 1700 entwickelte Bartolomeo Cristofori in Florenz das Hammerklavier. Anders als bei früheren Tasteninstrumenten wie dem Cembalo oder dem Clavichord wurden die Saiten hier nicht mehr durch Federkiele angerissen oder mit Metallplättchen angeschlagen. Stattdessen erzeugten mit Leder (später: Filz) überzogene Hämmer den Ton. Dank der neu entwickelten Mechanik war es Pianisten nun erstmals möglich, in unterschiedlichen Lautstärken zu spielen. Mozart, Haydn und der junge Beethoven komponierten noch auf Hammerklavieren. Moderne Klaviere verfügen im Gegensatz zu diesen Vorläufern über stärker gespannte und dickere Saiten, was eine Metall- anstelle einer Holzrahmenkonstruktionen notwendig machte. Außerdem sind die Hammerköpfe moderner Instrumente größer und schwerer. Aufgrund dieser und einiger weiterer Konstruktionsunterschiede klingen Klaviere heute in der Regel lauter, weniger trocken und ausgeglichener.


Warum hat ein Klavier 88 Tasten?

Ein normales Klavier verfügt heute meist über 88 Tasten, was 7 ¼ Oktaven beziehungsweise den Tonhöhen A2 bis c5 entspricht. Einige größere Konzertflügel sind allerdings mit vollen 8 Oktaven ausgestattet (97 Tasten). Noch zur Zeit Mozarts betrug der Tonumfang der meisten Tasteninstrumente lediglich 5 Oktaven (61 Tasten). Dass im Laufe der Zeit weitere Tasten hinzukamen, ist vor allem auf einen erweiterten Einsatzbereich des Klaviers als Solo-, Begleit- und Ensemble-Instrument zurückzuführen. In der Praxis ist hierfür mit fast 8 Oktaven ein Großteil des musikalisch relevanten Spektrums abgedeckt (der menschliche Hörbereich umfasst etwa 10 Oktaven). Dass es nun meist genau 88 Tasten sind, ist letztlich bloß eine Konvention.



Nicht jeder weiß, wofür die drei Pedale an Klavieren eigentlich da sind.

Alles Holz oder was?

Woraus besteht ein Klavier?

Hauptmaterial von Klavieren ist zu rund 70 Prozent Holz. Je nach Modell und Bauteil kommen verschiedene Hölzer zum Einsatz (Ahorn, Erle, Fichte und andere). Die Saiten eines Klaviers bestehen aus Stahldraht, der im Bass mit Kupfer umsponnen ist. Ein mittelgroßes Klavier verfügt je nach Mensur über 225 bis 230 Saiten unterschiedlicher Länge und Durchmesser. Eingespannt sind die Saiten in einen gusseisernen Rahmen, der pro Saite einer Zugkraft zwischen 60 und 80 kg standhalten muss – insgesamt sind das rund 20 Tonnen! Bei den Klaviertasten kommen so unterschiedliche Materialien wie Holz, Kunststoff, Knochen und selbst (Mammut-)Elfenbein zum Einsatz.


Wie viele Klaviere gibt es in Deutschland?


In Deutschland gibt es einer Studie zufolge rund acht Millionen Klaviere. Das mag nach sehr vielen Instrumenten klingen. Bedenkt man aber, dass laut Umfragen 60 Prozent der Menschen in den entwickelten Ländern gern Klavier spielen würden, wirkt diese Zahl fast noch zu klein. Trotzdem scheint der Markt zumindest im Westen einigermaßen gesättigt zu sein: So wurden etwa vor dem ersten Weltkrieg in Deutschland jährlich noch mehr als 200.000 Klaviere gefertigt, während es heute nur noch um die 10.000 Stück sind. Neben der Globalisierung und dem Erfolg digitaler Instrumente dürfte das vor allem einen Grund haben: Klaviere halten schlicht lange – wer einmal eines in der Familie hat, benötigt so schnell kein neues. Aktuell werden die meisten Klaviere übrigens nicht in Europa oder Amerika verkauft, sondern in China.


Was unterscheidet Flügel von Klavieren?

Der wichtigste Unterschied zwischen einem Flügel und einem herkömmlichen Klavier betrifft die Lage der Saiten und die Mechanik: Beim Flügel sind die Saiten waagerecht angeordnet, während sie beim Klavier senkrecht verlaufen. Entsprechend schlagen die Hämmer beim Flügel von unten nach oben, beim Klavier aber von hinten nach vorne. Auch hinsichtlich der Dämpfung gibt es einen Unterschied: Beim Klavier steht diese aufrecht und die Dämpfer werden an die Saiten gedrückt. Bei der Flügelmechanik liegen die Dämpfer dagegen von oben auf den Saiten. Durch seinen großen Resonanzboden und die längeren Saiten ist der Flügel dem Klavier außerdem meist klanglich überlegen. Übrigens: Anders als oft angenommen, ist das Klavier aus dem Flügel entstanden und nicht umgekehrt. Durch seine kompakteren Maße machte das Klavier den Flügel buchstäblich „salonfähig“.


Welche Funktionen haben die drei Pedale?

Sowohl Klavier wie auch Flügel verfügen über drei Pedale, allerdings mit teils unterschiedlichen Funktionen. Ganz links findet sich beim Klavier das sogenannte Piano-Pedal, das die Distanz zwischen Hämmern und Saiten verringert. Hierdurch sinkt die mögliche Krafteinwirkung der Hämmer, was leises Spielen erleichtert. Es folgt das Moderator-Pedal. Betätigt man dieses, wird ein Filzstreifen zwischen Hämmer und Saiten geschoben und das Instrument dadurch ebenfalls leiser. Rechts befindet sich das Sustain-Pedal. Hiermit werden sämtliche Dämpfer von den Saiten abgehoben. Resultat: Die Saiten schwingen nach dem Loslassen der Tasten weiter. Auch nicht angeschlagene Saiten können nun mitschwingen. Beim Flügel wird durch das linke Pedal das Spielwerk nach rechts verschoben, was eine Veränderung des Timbres sowie einen etwas leiseren Klang zur Folge hat. Das mittlere Pedal (Sostenuto) kommt zum Einsatz, um einzelne Töne zu halten – es lässt nur den zum Zeitpunkt der Pedalbetätigung angeschlagenen Ton fortklingen. Das rechte Pedal hat bei Klavier und Flügel meist dieselbe Funktion.



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