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Test: Line 6 Relay G10

Einfacher geht’s nicht

Sender aus dem Empfänger ziehen, in die Gitarre stecken – und schon geht’s los. Das ist die Idee hinter Line 6s Relay G10.


Einfacher geht’s ...

Die Gitarristen und Basser, die ihr Kabel durch einen Sender ersetzen wollen, wollen meist genau das, und nur das: einfach das Kabel weglassen und durch das Funksystem ersetzen. Und auch wenn moderne Sender schon viel einfacher zu bedienen sind als ihre Ahnen, gibt es doch meist einiges einzustellen, den Sender zu verstauen und vieles mehr. Nicht so beim neuen Line 6 Relay G10 – hier ist Plug-and-Play absolut Programm.

Der Trend ist ganz klar. Seit Jahren – wenn nicht Jahrzehnten – klingen Funksysteme im Schnitt immer besser, sind einfacher zu bedienen und vor allem auch bezahlbarer als früher. Doch ein Wireless-Paket, das sich wirklich so einfach nutzen lässt wie ein Kabel, hatte bislang niemand im Programm. Die Betonung liegt dabei auf „hatte“, denn Line 6 kommt da mit dem neuen Relay G10 schon verdammt nah hin. Schauen wir zunächst, was sich alles im Karton findet.

Das ist wirklich überschaubar: Es gibt den Empfänger, der sozusagen die Basisstation ist, und den Sender nicht nur lädt, sondern auch den optimalen Kanal für ihn sucht beziehungsweise ihn durch Einstecken matcht. Dann gibt es den kompakten Sender mit integriertem Akku sowie ein Netzteil, das aus Stecker und USB-Kabel besteht. Der Vorteil dabei: Sollte man sein Netzteil oder das Kabel mal vergessen, kann man einfach ein Handyladegerät zum Betrieb nutzen. Das war es dann auch schon – und mehr benötigt man nicht.

Weder am Sender noch am Empfänger des Line 6 Relay G10 befindet sich auch nur ein einziger Schalter oder Regler, das System stellt alles automatisch ein. Cool, oder? In Sachen Anschlüsse finden sich am Empfänger lediglich der Micro-USB-Eingang zur Stromversorgung und für Updates sowie je ein 6,3-mm-Klinken- und ein XLR-Ausgang. Besonders cool ist, dass man die beiden auch gleichzeitig nutzen kann. Bei Aufnahmen könnte man also beispielsweise aus der Klinkenbuchse zum Amp gehen und aus der XLR-Buchse direkt zum Interface oder Mischpult. So hat man quasi nebenbei einen Splitter und kann neben dem Ampsound das Instrument auch noch pur aufnehmen. Gerade Bassisten dürfte das freuen.

Abgesehen davon dient der Empfänger zusätzlich als Ladestation für den Empfänger – und er zeigt durch Leuchten oder Blinken in verschiedenen Farben den aktuellen Status an. So weiß man auch aus der Ferne immer, was los ist. Zudem kann man – wenn man mehrere Sender benutzt – den, den man aktuell einsetzen möchte, durch Einstecken in den Empfänger mit diesem koppeln. Klingt einfach, ist es auch. Übrigens: Auch der Sender verfügt über eine LED, die anzeigt, ob bzw. wie weit er schon geladen ist beziehungsweise bei der Nutzung, wann der Akku langsam leer wird. Sehr durchdacht.


Auf der Rückseite befinden sich die Ausgänge (XLR und Klinke), die auch parallel genutzt werden können. Sehr praktisch.

Wortwörtlich Plug-&-Play

Die Inbetriebnahme des Line 6 Relay G10 geht so schnell, dass wenige Worte reichen. Netzteilkabel zwischen Netzteil und Empfänger packen, an den Empfänger ein Klinken- und/oder XLR-Kabel, dann den Sender (wenn er denn geladen ist) aus dem Empfänger ziehen, ab damit in die Gitarre, fertig. Sehr cool ist übrigens, dass sich neben der Klinke des Senders ein kleiner Druckschalter befindet. So lange er also nicht in die Gitarre gesteckt ist, ist er stumm geschaltet, steckt man ihn hinein, wird er aktiviert. So vermeidet man unschöne Popp- und Störgeräusche. Auch sinnvoll. Bekommt der Sender vier Minuten kein Signal aus der Gitarre, geht er in den Schlafmodus, um Strom zu sparen.

Ein paar Einschränkungen gibt es dann allerdings doch beim Sender. Denn er ist natürlich schon etwas dicker als ein Klinkenstecker an einem Kabel. Bei Gitarren also, bei denen etwa die Klinkenbuchse leicht versenkt im Korpus angebracht ist, kommt man mit dem Line 6 Relay G10 einfach nicht ran. Darüber hinaus kommt bei manchen aktiv verschalteten Instrumenten – wie etwa Gitarren mit Piezo-Pickups oder manchen aktiven Bässen – ein automatisches Schutzsystem des Relay G10 zum tragen, das Schäden am Sender verhindern soll. Kommt also kein Signal aus deinem Instrument, benötigst du einen Adapter, der zwischen Sender und Instrument gepackt wird. Wer demnach ein Instrument besitzt, das mehr oder weniger von der Norm abweicht, der sollte das Line-6-System vor dem Kauf checken, um zu sehen, ob es geht –  und sich nicht wundern, wenn nur Stille kommt ...  

Doch Schluss mit Sonderfällen, bei nahezu allen Instrumenten im Test funktionierte das Relay G10 absolut reibungslos und perfekt. Ist die Klinkenbuchse am Instrument gut in Schuss, hält der kompakte Stecker sicher – bei extrem wilden Shows wird man den Sender möglicherweise noch zusätzlich mit Tape fixieren wollen. Doch auch so hält der Sender sehr gut und störte mich beim Spielen nicht. Doch die wichtigsten Punkte bei Funksystemen bleiben: Sound, Latenz und Reichweite (bzw. Verbindungsstabilität).

Der LED-Kranz des Empfängers zeigt durch Blinken oder Leuchten in verschiedenen Farben den Betriebszustand an.

Fetter Sound

Fangen wir also mit dem Klang an, und das Thema ist schnell abgehandelt. Denn der Line 6 Relay G10 klingt einfach hervorragend. Punkt. Mir gefällt der Sound sogar etwas besser, als wenn ich direkt das Kabel in die Gitarre stecke statt in den Empfänger. Irgendwie fetter und voller. Auch in Sachen Dynamik konnte ich nichts Negatives feststellen. Ob verschiedene Spieltechniken und Anschlagstärken, ob weit zugedrehtes Volume-Poti oder Spiel mit dem Tone-Regler – verschiedene Gitarren verhalten sich mit dem Sendesystem völlig unauffällig. Also alles bestens.

Auch Bedenken in Sachen Latenz (also einer Zeitverzögerung durch das System) kann ich Entwarnung geben. Ich konnte keinerlei Latenz feststellen, für mich war das Spielgefühl einfach klasse. Jede Bewegung wird sofort umgesetzt und erklingt aus dem Amp. Klar, rein technisch gibt es natürlich eine Latenz, rund zwei Millisekunden. Das ist allerdings so wenig, dass es in der Praxis nicht ins Gewicht fällt.

Bleibt noch die Reichweite, und das ist der einzige Punkt, bei dem deutlich auffällt, dass das Relay G10 von Line 6 ein Gerät für Einsteiger ist, die es vermutlich nicht gerade auf riesige Bühnen verschlägt. Denn die Reichweite in der Praxis beträgt etwa gut zehn bis rund 15 Meter. Klar, das ist immer noch deutlich mehr und bequemer als mit einem langen 9-Meter-Kabel – und reicht auch auf den meisten Bühnen, auf denen man als Underground-Band so spielt, locker. Geht man darüber hinaus, reißt das Signal immer wieder ab ... aber kommt auch sofort wieder, wenn man wieder näher kommt. Klare Sache, wer fest damit rechnet, bald auch auf größeren Bühnen zu spielen, der sollte sich doch eines der teureren Systeme von Line 6 anschauen. Der Name stellt dabei auch immer ungefähr die maximale Reichweite dar. Schon mit einem Relay G30 kommt man also deutlich weiter. ☺

Auch am Sender informiert eine mehrfarbige LED ob alles ok und der Akku noch bzw. schon gefüllt ist.

Fazit, technische Daten und Wertung

Will man das Line 6 Relay G10 möglichst kurz zusammenfassen, trifft es wohl „Stell dir ein Kabel ohne Kabel vor“ am besten. Denn sowohl die einfache Bedienung wie auch der Sound und die Reichweite entsprechen in etwa einem hochwertigen langen Kabel. Es ist zwar etwas teurer, dafür kann man sich aber auch frei bewegen und das Kabel wird einem nicht kaputtgetreten. Die Bedienung erklärt sich von selbst, dank integriertem Akku muss man keine Batterien kaufen (die Laufzeit ist mit einigen Stunden (der Hersteller gibt durchaus glaubwürdige acht an) übrigens für Proben und Konzerte auch mehr als reichlich), und das kompakte Format ist sehr angenehm. Dazu kommt der angenehm kleine Preis. Wer also ein möglichst einfaches und günstiges Wireless-System sucht und keine großen Reichweiten benötigt, der könnte hier das Funkset seiner Träume finden.

Typ digitales Instrumentenfunksystem
Bauweise

kompakter Empfänger mit integriertem Ladegerät, Sender (beide Kunststoff)

Technik

2,4 GHz-Digitalfunk, AD/DA-Konverter mit 24 Bit / 48 kHz

Dynamikumfang

110 dB

Latenz

ca. 2,5 ms

Anschlüsse

Sender: - ; Empfänger: Micro USB, Out 1 (XLR), Out 2 (6,3 mm Klinke)

Bedienelemente

-

Gewicht

Sender: rund 70 g; Empfänger: rund 400 g

Maße (HxBxT)

Sender: 51 x 35 x 22 mm; Empfänger: 102 x 98 x 61 mm

Zubehör Netzkabel (USB) & Netzteil
Besonderes keinerlei Bedienelemente, Sender mit integriertem Akku, sehr klein, einfachste Bedienung, Sleep Mode zur Akkuschonung
Hergestellt in

China


Wertung:
+ Sound-Qualität und Spielgefühl
+ einfachste Bedienung
+ extrem kompakt
+ fairer Preis
- zu dick für diverse Instrumente bzw. Klinkenbuchsen

Preis (UVP): 183 €

Vertrieb: Yamaha Deutschland
Weitere Infos: Line 6 Relay G10



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