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Reportage: Rockavaria Festival 2015 in München

Rocktoberfestival

Ein Rockfestival mitten in München? Kann das gut gehen? Das erste „Rockavaria“ zeigte, dass das möglich ist.


Rocktoberfestival

Seit der Abwanderung von Rock im Park 1997 nach Nürnberg fand in München kein großes Rockfestival mehr statt. Das wollen die Veranstalter des „Rockavaria“ ändern. Und so stieg am letzten Mai-Wochenende die erste Ausgabe dieses Open-Air-Spektakels im Olympiapark. Wir berichten von diesem etwas anderen Festival, das gleich bei der Premiere überzeugt hat.

Seit Jahren nimmt die Zahl an Open Airs und Festivals in Deutschland zu. Für die Fans ist das cool, haben sie doch den ganzen Sommer lang überall in Deutschland tolle Möglichkeiten geile Bands zu sehen und mit tausenden Gleichgesinnten zu feiern. Aus wirtschaftlicher Sicht fragt man sich dagegen schon, ob wirklich jedes Festival direkt ein Erfolg wird. Deshalb gab es auch viele skeptische Stimmen, als im letzten Jahr das „Rockavaria“ angekündigt wurde. Ein Festival mitten in München? Im Olympiapark und mit drei Locations – Olympiastadion, Olympiahalle und Theatron – kann das gut gehen? Dazu ohne Camping-Möglichkeiten, kommt da überhaupt Festival-Stimmung auf?

Ja, so viel kann man vorab schon sagen – aber wie so oft in München ist alles eben ein bisschen anders. Zunächst mal muss man sagen, dass grundsätzlich alles toll organisiert war – mit einigen kleinen Ausnahmen. So war der Zugang zur Theatron-Bühne leider die meiste Zeit völlig überlastet bzw. auch mal wegen Überfüllung geschlossen. Es passierte also oft, dass man lange anstehen musste, um zu dieser Location zu kommen. Sehr schade, denn ein Besuch lohnte sich definitiv. Auch wenn es für Bands wie Publikum sicher ungewohnt war in einem Amphitheater zu sein, wo quasi alle Plätze bestuhlt sind und doch ein gewisser Abstand zwischen Bühne und erster Reihe herrschte. Doch diverse Bands schafften es trotzdem, das prall gefüllte Amphitheater bei bestem Wetter zum Kochen zu bringen. Circle Pits und Abgehen inklusive.

Ansonsten war die Organisation ziemlich klasse – insbesondere in Anbetracht dessen, dass es die erste Ausgabe war. Am Eingang zum Gelände musste man quasi nie anstehen, auch an den Essens- und Getränkebuden sind mir keine langen Schlangen aufgefallen. Zudem habe ich mich jederzeit sehr sicher gefühlt. Klingt vielleicht albern, doch es gibt Festivals, bei denen kommt man zu einer bestimmten Passage, an der man sich denkt „Na, wenn hier jetzt was passiert, sieht es übel aus“. Nichts davon beim „Rockavaria“. Es wurde konsequent darauf geachtet, dass es nicht zu Überfüllungen oder sonstigen Engpässen kam. Klasse. Dass es dann doch mal eng wurde, etwa wie erwähnt vor dem Theatron oder nach dem letzten Act im Stadion in der Olympiahalle, lässt sich wohl kaum vermeiden. Aber ich bin sicher, dass das nächstes Jahr noch besser laufen wird.


Auch in der Olympiahalle wurde heftig gefeiert.

Typisch München

Aber war es denn jetzt ein „richtiges“ Festival? Jein! Wenn es für dich zu einem Festival dazugehört zu campen, nach den Konzerten noch in einem Zelt die Nacht durchzufeiern oder die typischen Festivalexzesse wie das Anzünden von Müllcontainern oder ähnliches mitzumachen, dann ist das „Rockavaria“ nicht das Richtige. Hier ging es die komplette Zeit sehr geordnet und entspannt zu. Teilweise fühlte man sich eher wie auf einem Volksfest denn wie auf einem Festival – aber ich meine das durchaus positiv. Wer kam um die Bands zu sehen und zwischendurch ein bisschen entspannt mit Gleichgesinnten abzuhängen, der wurde hier bestens bedient. Auch der tolle Olympiapark bot sich für etwas Entspannung zwischendurch an.

Klar, das „Rockavaria“ gewinnt sicher nicht den Preis als günstigstes Festival – München eben. Allerdings sind 4,50 € für einen halben Liter Bier oder 3 € für ein Crêpe durchaus fair. Auch die Eintrittskarten waren keine Schnäppchen, aber auch nicht außergewöhnlich teuer. Und schließlich bekam man hier unter anderem Muse, Kiss & Metallica in fantastischer Kulisse geboten. Alleine für diese drei Acts müsste man einzeln schon mehr bezahlen. Dazu kamen dann noch haufenweise coole Bands – und zwei Nachwuchsbands, die sich bei einem Contest ihre Slots in der Olympiahalle erspielt hatten. Coole Aktion des Veranstalters.

Meine persönlichen Highlights waren aber nicht die Headliner, sondern Meshuggah, die vor leider etwas spärlicher Kulisse in der Olympiahalle (die Leute waren zu einem Großteil wohl schon auf dem Weg zu Metallica) einen gewohnt perfekten Gig mit überragender Lightshow ablieferten, Unearth, die zeigten, dass man auch das Theatron in einen Moshpit verwandeln kann (P.S.: Kann ich den Gitarrensound bitte auch haben ;) ) und The Darkness, die einfach nur unterhaltsam sind. Aber es war eigentlich für jeden (Rock-)Geschmack etwas geboten.

Zwischen den Konzertlocations konnte man entspannen und sich mit Speis und Trank versorgen.

Und 2016?

Naja, das Festival ist gerade vorbei – etwas früh für einen Ausblick auf nächstes Jahr also. Aber der Veranstalter war offenbar so zufrieden mit der Premiere, dass jetzt schon das nächstjährige „Rockavaria“ fest eingeplant ist. Und die Ausgangslage ist wirklich gut. Das Olympiagelände ist fantastisch, die Bandauswahl klasse, die Stimmung war toll. Und wenn es noch gelingt, die Zuschauer besser auf dem Gelände zu verteilen und klarer zu beschildern, wo man am schnellsten dahin kommt, wo man hin will, dann freue ich mich jetzt schon auf das RAV 2016.

Auch über Campingmöglichkeiten für nächstes Jahr wird schon laut nachgedacht. Man darf gespannt sein, was die Veranstalter hier noch aus dem Hut zaubern. Die Erfahrungen der Premiere werden sicher helfen, das jetzt schon tolle Festival noch besser zu machen. Ich bin gespannt und denke mit den „richtigen“ Bands wird die diesjährige Besucherzahl von täglich 49.000 Rockfans deutlich getoppt. Denn auch die Besucher, mit denen ich gesprochen habe, waren vor allem positiv überrascht und zufrieden mit diesem Newcomer unter den Festivals.


Weitere Infos: Rockavaria im Web
Rockavaria auf Facebook



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