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Test: Hughes & Kettner TriAmp Mark 3

Die heilige Dreiröhrigkeit

Drei Amps in einem? Mit der Version Mark 3 erfüllt Hughes & Kettners TriAmp dieses Versprechen besser als je zuvor!


Die heilige ...

Hughes & Kettners TriAmp ist seit rund 20 Jahren einer der Klassiker des deutschen Herstellers und ein richtig edler und vielseitiger Röhrenamp. Doch bei der brandneuen Mark-3-Version zeigen die Saarländer mal wieder dass sie etwas weiter denken und gut ihnen nicht gut genug ist. Augenfälligstes Feature sind drei frei programmierbare Endstufen die man ganz nach Bedarf aktivieren und kombinieren kann.

Für viele Gitarristen sind Röhrenamps das Nonplusultra in Sachen Sound. Und so sind bis auf wenige Ausnahmen Röhrenamps grundsätzlich immer noch so aufgebaut wie Mitte des letzten Jahrhunderts. Und doch gibt es Firmen wie Hughes & Kettner, die sich nicht mit dem Status Quo zufrieden geben und Ideen umsetzen, die Gitarristen das Leben leichter oder den Amp noch vielseitiger und besser machen.

Eine dieser Neuentwicklungen war die Tube Safety Control (TSC), die beim Einschalten und während des Betriebs die Endstufenröhren ständig überwacht und immer optimal einstellt. Mit dem TriAmp Mark 3 erweitert Hughes & Kettner dieses geniale System noch um die Möglichkeit, die quasi drei(!) Endstufen der Power-Sektion frei zu kombinieren. Damit erweitern sich die klanglichen Möglichkeiten dieses schon extrem vielseitigen Amps (immerhin hat er sechs separat regelbare Kanäle) noch mal um ein Vielfaches. Denn man kann jetzt fur jedes Preset die gewunschten Endstufenröhren anwählen – immer paarweise. Wer hier nicht die passenden Sounds findet, dem ist wohl nicht mehr zu helfen.

Doch eins nach dem anderen. Zunächst mal ist der neue TriAmp Mark 3 ein richtig solides 150-Watt-Röhrentopteil mit satten 15 Röhren. Es wird in Deutschland gefertigt, kommt im typischen modernen Hughes-&-Kettner-Look mit beleuchteter Plexiglas-Front und bietet alles was man sich als professioneller und anspruchsvoller Gitarrist  nur wünschen kann. Zur optimalen Steuerung liefert der deutsche Hersteller gleich das passende TSM-432-Floorboard mit. Dazu gibt es mit der TC 412 A60 eine optimal auf den TriAmp Mark 3 abgestimmte Box.



Jeder der sechs Kanäle des TriAmp Mark 3 hat eine separate Klangregelung.

Ein erster Blick

Schon ein kurzer Blick auf das Frontpanel des TriAmp macht deutlich, dass man es hier mit einem äußerst vielseitigen und professionellen Gitarrenverstärker zu tun hat. Denn das Bedienfeld ist mit Knöpfen und Potis nur so gepflastert. Doch keine Panik, das Ganze ist sehr straight aufgebaut und sämtliche Bedienelemente haben auch nur eine Funktion. Wer einen einkanaligen Amp bedienen kann sollte auch mit dem TriAmp keinen Stress haben – er hat eben „nur“ Zugriff auf sechs Channel.

Na gut, etwas trickreicher ist es schon – wenn man es denn möchte. Nach denr Master Sektion ganz links kommen die zwei mal drei Kanäle, die dem Profitop seinen Namen geben – und das schon seit rund 20 Jahren. Übrigens, die Clean-Kanäle finden sich ganz rechts, und dann wird es nach links immer verzerrter. Die einzelnen Sounds hören übrigens auf die Namen 50s Californian Clean, 60s British Clean, 70s British Lead, 80s Brown Sound, 90s Californian High Gain sowie Modern-Day High Gain and beyond – womit die klangliche Grundausrichtung schon gut umrissen ist.

Will man einen Kanal anwählen drückt man einfach auf den entsprechenden Knopf auf dem Bedienfeld. Dann hat man je Kanal einzeln Zugriff auf Master, Treble, Mid, Bass und Gain. Doch das war natürlich noch nicht alles. Zusätzlich kann man pro Preset auch noch speichern ob der Stomp Boost – quasi ein Internes Boost-Pedal, das zwischen Input und Preamp geschaltet ist – an oder aus sein soll und ob der FX-Loop aktiv und ob er parallel oder seriell laufen soll. So kann man verschiedene Presets auch eines Kanales sehr unterschiedlich einstellen. Dazu kann man das integrierte Noise Gate pro Preset einzen abspeichern. Übrigens: verbindet man FX Send und FX Return direkt per Kabel kann man mit dem FX-Level-Regler auf der Rückseite eine zweite Master-Lautstärke anwählen, die man dann auch per Footswitch anwählen kann. Sehr praktisch.

Der mitgelieferte TSM 432 ermöglicht bequemen Zugriff auf alle Funktionen des TriAmp Mark 3.

Feintuning

War es das jetzt wirklich schon? Nein, denn jetzt kommt ja noch die größte Neuerung des TriAmp Mark 3 zum tragen, die innovative Endstufe – oder besser gesagt die Endstufen. Denn das Hughes-&-Kettner-Top kommt mit drei getrennt zuschaltbaren Endtufen, die man darüber hinaus auch noch – TSC sei dank – mit Röhren ganz nach Wunsch bestücken kann. Zur Auswahl stehen hier neben den ab Werk eingebauten EL34- und 6L6-Kolben KT66, KT77, KT88, 6550, 5881, 7581 oder 6CA7. Und da es da ja auch verschiedenste Modelle und Hersteller gibt, kann man seinen Endstufensound ganz nach Wunsch optimieren – und dank TSC braucht man dazu keinen Techniker, denn der TriAmp stellt den Bias ja immer automatisch optimal ein.

Damit nicht genug kann man nun pro Preset die Endstufe(nkombination) anwählen, die den gewünschten Sound am besten unterstützt. So könnte man etwa zwei 6L6-Endstufen für schön warme Cleansounds mit reichlich headroom anwählen, dann für Crunch mit reichlich trockener Endstufenzerre aber auf „nur“ eine Endstufe mit EL34 umschalten. Ebenso kann man ein schönes Rockbrett mit den beiden 6L6-Poweramps erzeugen und dann für zusätzlichen Pfeffer fürs Solo noch die EL34-Endstufe dazuschalten. Und das funktioniert ganz einfach und absolut reibungslos.

Hat man seinen Wunschsound eingestellt drückt man einfach auf den „MIDI Learn“-Button, wählt dann am mitgelieferten TSM-432-Footswitch den gewünschten Speicherplatz aus (insgesamt stehen 128 zur Verfügung) und drück dann noch mal so lange auf „MIDI Learn“ bis es blinkt – fertig. Einfach geht es nun wirklich nicht. Übrings kann man mit dem TSM 432 nicht nur die Presets wechseln sondern im „Stomp Box“-Modus auch die sechs Kanäle des Amps ganz klassisch anwählen und den Stomp-Boost aktivieren. Wer pro Kanal „nur“ ein Preset braucht, hat hier alle seine Sounds direkt im Zugriff. Mit den zwei Controller-Buchsen auf der Rückseite kann man zudem per externem Fußschalter oder Pedal alle Schaltbaren Funktionen des TriAmp fernsteuern, ab Werk sind das FX Loop On/Off und Noise Gate On/Off. Aber man kann sogar die Beleuchtung des Amps per Expression-Pedal stufenlos regeln – könnte ja mal nötig sein. ;)

Auch die Rückseite des TriAmp Mark 3 wird professionellen Ansprüchen gerecht.

Ein schöner Rücken

Bevor wir uns dem Sound des Hughes & Kettner zuwenden werfen wir noch einen kurzen Blick auf die Rückseite des Tops. Denn auch dort verbergen sich noch einige coole Features. Und die gehen schon direkt neben den Anschlüssen für die Lautsprecher (1 x 4 Ohm, 1 x 8 oder 2 x 16 Ohm oder 1 x 16 Ohm) mit dem komplett überarbeiteten DI-Ausgang namens „Red Box AE“ los. Die Red Box ist ja seit langem bekannt dafür, richtig klasse Sounds auch iohne Mikrofonabnahme zu liefern.

Bei der hier verbauten Variante handelt es sich um die neueste Version, wobei das AE für Ambience Emulation. Das bedeutet, dass das hier nachgebildete Signal einer abgemiketen 4-x-12"-Box nicht klingt, wie der komplett trockene Amp sondern der Raumanteil im Sound noch mit simuliert wird, was zu lebendigeren und weniger direkten Klängen führt die angenehmer für das menschliche Ohr sind. Dazu kann man per Schalter noch eine zweite Soundvariante abrufen und einen Low Cut setzen um unangenehme Dröhnfrequenzen zu vermeiden. Hier bekommt man immer den gleichen perfekten Sound – und das ohne langwieriges Abmikrofonieren.

Rechts daneben befindet sich die TSC-Sektion wo man immer sehen kann ob es allen Endstufenröhren gut geht und man diese auch manuell matchen – also auf einander abstimmen – kann. Danach folgen die MIDI-Anschlüsse und der Regler für das Noise Gate. Letzteres misst übrigens sowohl am Input wie auch am Peramp-Ausgang um möglichst musikalisch und zuverlässig arbeiten zu können. Per Poti kann man auf der Rückseite dann festlegen, wie hart es zupacken soll, je nachdem ob man nur leichte Nebengeräusche ausfiltern oder bei Stakkatoriffs mit massig Zerre für Ruhe in den Spielpausen sorgen möchte.

Weiter geht es mit dem FX Loop der nicht nur von seriell (hier wird das komplette Signal durch die Loop geführt) auf parallel (dabei wird das Effektsignal mit dem puren Ampsignal gemischt wodurch die volle Dynamik erhalten bleibt) schaltbar ist sondern den man per Level und „-10 dB“-Schalter auch optimal auf die verwendeten Geräte anpassen kann. Damit nicht genug gibt es auch noch den Master-Insert-Bereich über den man das Peramp-Signal an eine weitere Endstufe weiterleiten kann oder über Power Amp In eine andere Vorstufe an die Endstufe(n) des TriAmp schicken kann. Man könnte über Preamp Out aber auch einen Tuner anschließen um diesen aus dem Signalweg zu halten. Den Abschluss bildet dann der Panel-Regler, mit dem man die Beleuchtung des Frontpanels steuern kann. Hier wurde wirklich an alles gedacht.

Ganz offenbar macht der Hughes & Kettner TriAmp richtig Laune.

Grande Finale

Ok, ok, hier wird also mächtig was geboten. Aber der Amp kostet ja auch gut 3.000 €, da kann man doch auch einiges erwarten, oder? Dazu muss man sagen, dass Hughes & Kettner mit dem TriAmp Mark 3 in der absoluten Profi- und Boutique-Liga spielt und hier dank seiner ganzen Funktionen fast schon als Schnäppchen gelten kann. Doch unabhängig von den ganzen praktischen Funktionen und der erstklassigen Fertigungsqualität Made in Germany muss natürlich vor allem der Sound des Amps höchsten Ansprüchen genügen.

Und hier lässt der neueste Zuwachs des saarländischen Herstellers sich absolut nicht lumpen und liefert in allen Bereichen fantastische, herrlich dynamische Klänge. Und das unabhängig davon ob man ganz sanfte Clean-Sounds abruft oder es in Kanal 3B so richtig heftig krachen lässt – hier sind auch Sieben- und Achtsaiter willkommen. Richtig klasse sind auch Boost und Noise Gate, die hier sehr musikalisch eingebunden wurden und den Amp nochmals flexibler und leichter zu handlen machen.

Per TSM 432 kann man dann luve und im Proberaum die Unmenge an Soundmöglichkeiten ganz bequem steuern – schön dass der Footswitch direkt mitgeliefert wird. Dank seiner MIDI-Fahigkeiten kann man mit ihm bzw. über den MIDI Out des TriAmp natürlich auch größere Setups bequem fernbedienen. Hier haben die Entwickler wirklich an alles gedacht und mit der innovativem Endstufe ein echtes Alleinstellungsmerkmal am Start mit dessen Hilfe man seinen Sound detalliert feintunen kann. So wird man auch nach längerer Nutzung sicher immer wieder neue Klänge aus dem Hughes & Kettner TriAmp Mark 3 kitzeln können.

Hughes & Kettners neuer TriAmp Mark 3 ist bis ins Detail richtig fein designt.

Technische Daten & Wertung

Bauweise

Gitarren-Topteil in Vollröhrenbauweise

Röhren
7025/ECC83, 12AX7A-C, 7 x ECC83 (Preamp);
2 x EL34B, 4 x 6L6GC (Endstufe)
Leistung bis zu 150 W an 4, 8 oder 16 Ω
Kanäle 2 (seriell oder parallel koppelbar)
Regler & Schalter

(Front): Power, Standby, Master Volume, Noise gate, FX Loop, Presence, resonance, Poweramp Tubes 1/2, 3/4, 5/6, Stomp Boost;
(Pro Kanal): Master, Treble, Mid, Bass, Gain, Channel;
(Rückseite): Red Box Cabinet Mode, Low Cut, Noise Gate (Hard/Soft), FX Loop: - 10 db; Level, Serial; Panel (bright/dark);

Anschlüsse

(Front) Input;
(Rückseite) Speakers (4 Ω, 8 Ω/2 x 16 Ω, 16 Ω), Red Box AE (XLR), MIDI (In, Out/Thru), FX Loop (Send/Return), Master Insert (Preamp Out/Power Amp In)

Gewicht
22 kg
Maße (H x B x T)
740 x 393 x 254 mm
Besonderes

3 einzeln anwählbare Endstufen, TSC-System, Red Box AE DI-Out

Hergestellt in
Deutschland

 
Preise (UVP):
TriAmp Mark 3: 3.550 €
TC 412 A60: 1.115 €


Wertung:

+ erstklassige Fertigungsqualität
+ innovatives Vollröhrenkonzept
+ erstklassige Sounds von Clean bis Megazerre
+ edler Look
+ vielseitige Anschlussmöglichkeiten

Vertrieb: Music & Sales
Weitere Infos: Hughes & Kettner TriAmp Mark 3



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