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Test: Tech 21 Bass FlyRig

Mehr als erwartet

Alles, was man als Bassist live braucht im kompakten Pedal? Genau das und mehr bietet das Tech 21 Bass FlyRig.


Mehr als erwartet

Mit seinen FlyRig-Pedalen hat Tech 21 schon die Gitarristen glücklich gemacht, die richtig geile Ampsounds und Effekte im megakompakten und livetauglichen Format wollten. Doch die Bassisten gingen bisher leer aus. Damit ist jetzt Schluss, aber so was von! Denn der Bass FlyRig packt auf die Features seiner Gitarrenbrüder noch einiges drauf. Mehr braucht man als Bassist wirklich nicht – dafür schauen jetzt die Klampfer in die Röhre.

Na? Wie klingt das: Stell dir ein kompaktes Pedal vor, das du vor jeden cleanen Bassamp, direkt an die PA, dein Recording-Interface oder auch einen Kopfhörer packen kannst und das dir alle Sounds und Effekte liefert, die du als Bassist brauchst. Dazu gibt es noch einen Tuner. Wäre das etwas, das dir gefallen könnte? Ja? Na, dann habe ich eine gute Nachricht für dich, denn Tech 21 hat mit dem Bass FlyRig genau dieses Produkt neu im Programm. Und wenn du jetzt denkst, dass das bestimmt kaum bezahlbar ist – weit gefehlt.

Also, raus aus der Packung, schauen wir uns das kompakte Pedal mal genau an. Falls du schon mal ein Bild vom Bass FlyRig gesehen hast und denkst, dass das solide Metallgehäuse klein ist, hast du Recht. Aber vermutlich ist es in der Realität sogar noch mal kleiner, als du es dir vorstellst. Dennoch kann man die fünf Fußschalter auch mit großen Füßen bequem bedienen und trifft sie sicher. Dazu arbeiten sie angenehm geräuschfrei. Top. Außerdem ist das Tech 21 Bass FlyRig angenehm schwer und hat Gummifüßchen, sodass es auch auf glatten Böden sicher steht.

Da es ja doch so manche Funktion mitbringt, finden sich auf dem Tech-21-Pedal durchaus einige Regler und Taster. Die sind aber so logisch angeordnet, dass die Bedienung nahezu selbsterklärend ist. Weitere Orientierungshilfe, gerade auch live: Pro Fußschalter beziehungsweise dessen Funktion leuchtet der entsprechende Regler, wenn man das Feature aktiviert. Dank verschiedener Farben weiß man auch mit einem Seitenblick gleich, welche Abteilungen gerade aktiviert sind. Apropos: Den integrierten Tuner aktiviert man durch langen Druck auf den Chorus-Fußschalter. Dann wird der Output stummgeschaltet.

Was hingegen minimal ausfällt, sind die Ein- und Ausgänge des Tech 21 Bass FlyRig. Input und Output im 6,3-mm-Format, dazu die Buchse für das mitgelieferte Netzteil. Mit Batterien läuft das Pedal nicht. Das Kabel des externen Netzteils ist leider etwas kurz, sonderlich weit sollte die nächste Steckdose also nicht entfernt sein. Aber wer sein Bass FlyRig liebt, packt es sowieso auf ein Pedalboard. ☺ Was man von den Gitarrenversionen nicht kennt, ist der Ausgang im XLR-Format, der sich an der linken Seite findet. Klar, unter Gitarristen ist es ja auch weit seltener, dass man ohne mikrofoniertem Amp direkt ins Pult spielt. Für ein Bassmodell ist das allerdings Pflicht. Logisch, dass man bei Tech 21 daran gedacht hat.


Eins der coolsten neuen Fetures am Tch 21 Bass FlyRig ist der sehr sauber arbeitende Tuner

Und wo fange ich an?

Dann legen wir mal los. Doch bevor ich mich an die Sounds mache, checke ich zunächst das integrierte Stimmgerät. Also, ein langer Tritt auf den Schalter ganz links und ab dafür. Der Tuner ist nicht spektakulär, aber sehr praxisgerecht und vor allem: Er erkennt auch tiefe Tunings (im Testfall Drop A auf einem Fünfsaiter) problemlos. Der Notenname wird blitzschnell angezeigt und Pfeile nach oben oder unten zeigen an, in welche Richtung man stimmen muss. Dabei ändern sie ihre Blinkgeschwindigkeit – ein bisschen wie bei einem Strobo-Mode. Ist der Ton korrekt, leuchtet ein Punkt in der Mitte auf. So hat man sein Instrument blitzschnell durchgestimmt. Übrigens: Am Input gibt es einen PAD-Schalter, um das Pedal optimal an aktive und passive beziehungsweise eher outputstarke oder -schwache Instrumente anpassen zu können. Cool dabei: Übersteuert der Input, fängt der Chorus-Regler an zu flackern – egal ob der Effekt aktiv ist oder nicht. So sieht man gleich, wenn etwas schief läuft.

Die bekannteste Funktion und der Klassiker von Tech 21 ist der SansAmp – also ein virtueller, aber voll analoger Verstärker. Diesen aktiviert man mit einem Tritt auf den mittleren Fußschalter. Dadurch erhält man einen klassischen Ampsound, den man über die Regler Level, High, Mid, Low, Charac und Drive feintunen kann. Dazu kommt noch ein Bite-Schalter, mit dem man dem Sound bei Bedarf – ja, genau – mehr Biss verpassen kann. Wobei feintunen möglicherweise das falsche Wort ist, denn man kann hier durchaus heftige Klangveränderungen einstellen. Diese bleiben aber immer musikalisch und brauchbar. Für abgefahrenere Klänge hat man ja noch die anderen Abteilungen zur Hand. ☺

Die Bedienung dieser Sektion ist quasi selbsterklärend. Man hat einen satt mit bis zu +/- 12 dB zupackenden EQ, dazu Drive, der bestimmt, wie sauber das Ampsignal ist, und Level, mit dem man die Gesamtlautstärke bestimmt. Richtig interessant ist dann der Character-Regler. Hiermit kann man verschiedene Klangcharaktere abrufen. Vom warmen Seventies-Rockbasssound über glasklare Studiosounds bis hin zu satt verzerrten knalligen Rockklängen. So kann man mit diesem unscheinbaren Pedal eine Menge an verschiedenen Stilen abdecken. Und da die Regler sich gegenseitig beeinflussen, lohnt es sich, sich beim Erstellen der Sounds Zeit zu nehmen.

Ebenfalls zu den Standards in Sachen Bass gehört ein Kompressor. Dieser befindet sich beim Tech 21 Bass FlyRig ganz rechts und wird über Level, Tone und Comp eingestellt. Der Kompressor arbeitet sehr warm und angenehm, man kann ihn über Tone, aber auch zum Aufblasen und Auffrischen des Signals einsetzen. Noch schneller ist der Boost erklärt. Dieser liefert bis zu 10 dB zusätzlichen Pegel und lässt sich vor (für mehr Zerre und Drive) oder hinter den SansAmp (um das Gesamtsignal einfach nur lauter zu machen) schalten. Der Signalweg des Bass FlyRig ist dann Input -> Kompressor -> Octaver -> Pre-Boost (falls angewählt) -> SansAmp -> Post-Boost (falls angewählt) -> Chorus -> Output. Alles sehr ausgeklügelt und durchdacht.

Im Zentrum des Bass FlyRig steht DER Tech-21-Klassiker, der SansAmp

Effekt-ive Basssounds

Und was ist jetzt mit den Effekten? Nur die Ruhe, denn hier ist einiges geboten. In der Signalkette direkt nach dem Kompressor ist der Octafilter, mit dem man richtig coole Sounds erzeugen kann, die stark Richtung Synthie gehen können, aber auch sehr funky Auto-Wah-ähnliche Effekte ermöglichen. Hier hat man mit den Reglern Mix, Q und Range wirklich weitreichende Eingriffsmöglichkeiten – man kann das Effektsignal zudem mit dem unbearbeiteten Signal mischen (über Mix). Noch deutlich mehr und extremere Sounds kann man herauskitzeln, wenn man die Fuzz- und Octave-Funktionen aktiviert. Erstere sorgt für richtig schön kaputte Sounds, die sich zum Originalsound mischen, letztere packt ein Oktavsignal unter den Sound – ganz schön fett.

Bleibt noch der Chorus. Der verfügt zwar nur über einen Regler, ist aber so musikalisch abgestimmt, dass man auch nur damit angenehm frische Sounds erzeugen kann. Dazu kommt, dass man die fünf Funktionen (Kompressor, Boost, SansAmp, Octafilter und Chorus) komplett unabhängig von einander einsetzen. Somit lassen sich aus dem Pedal richtig viele Sounds holen – und der Klang überzeugt ebenfalls. Was will man mehr?

Gibt es sonst noch etwas zu erwähnen? Ja, klar. Das Tech 21 Bass FlyRig hat ja zwei Ausgänge. Üblicherweise würde man den Klinkenausgang dazu nutzen, um das Pedal vor einen Amp zu packen. Man kann ihn aber auch für einen Kopfhörer nutzen. Drückt man die Headphone-Taste, wird der Sound klanglich an diese Nutzung angepasst. Will man direkt ins Mischpult spielen oder das Signal etwa zu einem Interface schicken, ist der XLR-Ausgang die erste Wahl. Dieser verfügt über einen Ground-Lift-Schalter, falls es Brummprobleme geben sollte. Das war es dann aber. ☺

Nichts zu meckern? Nicht wirklich, ich habe eher eine Vision. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass gerade professionelle und sehr anspruchsvolle Bassisten dieses Pedal lieben werden. Die könnten aber doch einige Funktionen vermissen, etwa die Option, verschiedene Sounds abzuspeichern. Oder ein integriertes Netzteil mit Kaltgeräteanschluss. Oder die Möglichkeit, zwischen zwei Instrumenten umzuschalten – etwa mit zwei schaltbaren Inputs. Wie wäre es also mit einem Tech 21 Bass FlyRig Pro? Ich denke dafür würde es durchaus einen Markt geben. Doch das ist nur so ein Gedanke. Denn darum geht es beim Bass FlyRig ja eigentlich nicht.

Schon in der Input-Sektion des Bass FlyRig kann man das Basssignal vielfältig aufbereiten.

Fazit, technische Daten & Wertung

Die Idee hinter dem Tech 21 Bass FlyRig ist, möglichst alles, was man als Bassist braucht, in ein solides, gut klingendes und möglichst kompaktes Pedal zu packen. Und das wurde hier wirklich erstklassig umgesetzt. Solides Metallgehäuse, übersichtliche Aufteilung und logische Bedienung, Amp-Sounds, Kompressor und Boost, dazu noch richtig geile Effekte und das Wichtigste: Ob an einer PA, vor einem Amp oder über Kopfhörer, das Bass FlyRig klingt einfach top. Dass es das Ganze im Laden (inklusive Netzteil) für rund 400 Euro gibt, macht die Sache noch reizvoller. Für mich eines der Highlights des Jahres 2016 – nicht nur im Bereich Bass.

Übrigens: Einen schönen Überblick über die Möglichkeiten und Sounds des Bass FlyRig von Tech 21 bietet dieses Video, das wir gemeinsam mit Tech-21-Gründer und -Entwickler Andrew Barta auf der NAMM Show 2016 gedreht haben:

 

 

Typ analoger Amp-Simulator & Multieffekt
Bauweise
Bodenpedal im Metallgehäuse
Anschlüsse In, Out, XLR-Out, 12V DC-Buchse
Schalter Fußschalter: Chorus/Tuner, Octafilter, SansAmp On, Boost, Comp On; Druckknöpfe: XLR Ground Lift, Headphones, Octave, Fuzz, Bite, Boost Pre/Post, In Pad
Regler Chorus, Mix, Q, Range, Level, High, Mid, Low, Charac, Drive, Boost, Level, Tone, Comp
Spannungsversorgung 9V, 200 mA DC (wird mitgeliefert)
Spannungsbedarf ca. 200 mA
Gewicht knapp 600 g
Maße 32 x 318 x 64 mm
Besonderes

hervorragend klingender Headphone Out, Tuner, sehr interaktiv

Hergestellt in USA

 

 Wertung:

+ geniales Konzept und durchdachte Ausstattung
+ solide Bauweise und tolle Verarbeitung
+ unglaublich kompakt
+ tolle „echte“ Bassamp-Sounds
+ abgefahrene, durchdachte Effekte
+ sehr sensibler und genauer Tuner
- keine Möglichkeit, verschiedene Settings abzuspeichern
- externes Netzteil mit kurzem Kabel

Preis:    474,81 €

Vertrieb: Sound Service
Weitere Infos: Tech 21 Bass Fly Rig im Netz



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