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Test: T-Rex Soulmate Multieffekt

Clevere „Best Of“-Compilation

Statt vieler Einzelpedale, bietet T-Rex mit dem Soulmate eine gelungene Sammlung von Effekten in einem kleinen Floorboard.


Clevere „Best ...

T-Rex präsentiert mit dem Soulmate die beliebtesten Gitarreneffekte in einem kompakten Floorboard fürs Reisegepäck. Und um den Steptanzstress zu minimieren, sind die On-/Off-Settings auch noch speicherbar. Dazu gibt es ein Stimmgerät. Das klingt wie der perfekte Partner für einen gut klingenden Amp.

Effekte sind das Salz in der Sound-Suppe – oder auch der Pfeffer, der Estragon, das Bohnenkraut, Curry, ... kurzum die Gewürze, auf die ein geübter Chefkoch keinesfalls verzichten mag. Doch so sehr wir Gitarristen unsere kleinen bunten Effektpedale lieben, in der Praxis machen die Dinger häufig mehr Probleme als Spaß. Sobald es nämlich darum geht, das Setup zu transportieren oder auf die Bühne zu bringen, stellt sich die lästige Frage nach der Praktikabilität.

Soll man für den Kneipen-Gig im Irish Pub wirklich das große FX-Besteck auspacken, das dann auf der Bühne kaum noch Platz für die Mitspieler lässt? Oder passt das in monatelanger Liebesmühe zusammengestellte anderthalb Quadratmeter große Spaß-Board mal wieder nicht mehr mit in den Bandbus, geschweige denn ins Bordgepäck? Da können einen Gewissensbisse plagen. Plötzlich meint selbst mancher bekennende Effektfetischist, weniger sei womöglich doch mehr – von den Band-Kollegen mal ganz zu schweigen.

In solchen Fällen wünscht man sich eine kompaktere, leichtere Lösung – im Idealfall natürlich ohne Abstriche bei der Sound-Qualität machen zu müssen. Das dachte man sich im Hause T-Rex auch, und ersann flugs ein Kombipräparat für den reisenden Musiker, angereichert mit einigen nützlichen Extras. Das Gerät soll dem anspruchsvollen Sound-Gourmet in jedweder Situation, gewissermaßen als Seelenverwandter, zur Seite stehen. So darf man den Namen Soulmate hier wohl interpretieren.


Jeder einzelne Effekt des T-Rex Soulmate ist sauber getrennt und leicht bedienbar – wie man es von früher kennt. ;)

Vierfach(Kabel)Loop

Mechanisch gibt es weder am pultförmigen Metallgehäuse, den Klinkenbuchsen, den satt einrastenden Fußschaltern noch den 16 angenehm großen Potis etwas auszusetzen. Die vier Regelgruppen auf der Oberseite sind den ersten vier Effekten zugeordnet. Ein einzelner, versenkbarer Regler für den „Boost“ sitzt stirnseitig zwischen den Anschlüssen der Loop- und den Stereo-Outputs Left (Mono) und Right. Diese trennen den Signalweg zwischen der analogen „Zerr“-Sektion und den digitalen Raumeffekten auf.

So lässt sich die klanglich überlegene „Vierkabel-Methode“ verwirklichen: Man stöpselt die Gitarre in den Soulmate und steuert vom Loop Out den Amp an. Nun sind Overdrive und Distortion ordnungsgemäß vor den Verstärkereingang geschaltet. Vom Effekt-Send (oder Preamp Output) des Amps kehrt das Signal zurück in den Loop Return des Soulmate. Schließlich gehen die Raumeffekte via Output des Effekt-Boards auf die Endstufe und die Lautsprecher.

Natürlich kann man den Soulmate auch einfach vor den Amp hängen und via Loop ein externes Effekt- oder Volumepedal in den Signalweg integrieren. Dazu gibt es eine 12V-Stromversorgung, passend für die hauseigenen T-Rex-Pedale – welche Überraschung. Des Weiteren böte sich der Einschleifpunkt aber auch für eine gute Speaker Simulation an, falls man auf Tour mal ganz ohne Amp auskommen müsste. Ein DI-Betrieb ist bei T-Rex im Soulmate leider nicht vorgesehen.

Unveränderlich festgelegt ist der Signalweg: Overdrive – Distortion – Loop – Delay – Reverb – Boost. Daran wird deutlich, dass der letztgenannte „Effekt“ als zweite, abrufbare Master-Lautstärke dient. Das heißt zwar nicht, dass man mit seinen Pegelreserven (immerhin 14 dB) nicht auch den Verstärkerinput anheizen könnte, damit dieser intensiver übersteuert. Dann aber besser pur ohne weitere Effektanteile, sonst klingt das wenig überzeugend.

In der „Master“-Sektion steuert man unter anderem den Boost, den Tuner und das Tap-Tempo.

Tap, Tune & Save

Das Delay-Tempo kann, ganz zeitgemäß, nicht nur manuell per Regler, sondern auch im Fußbetrieb mittels Tap-Schalter eingegeben werden. Hält man diesen länger gedrückt, wird ein gut ablesbarer Tuner mit angenehm zappelfreier Anzeige aktiviert und das Ausgangsignal gemutet. So geht auch ein Instrumentenwechsel ohne Störgeräusche von statten. Sehr gut, so sieht ein Rundum-sorglos-Paket aus! Die beiden übrig gebliebenen beiden Schalter, Bank und Live genannt, gehören zur programmierbaren Sektion des Soulmate.

Nur um Missverständnissen entgegenzuwirken: Die Poti-Settings gehören nicht dazu. Speicherbar ist nur der On-/Off-Status der integrierten Effekte. Das funktioniert, als hätte man eine Handvoll Stompboxes mit einem Switcher verbunden. So lassen sich bestimmte FX-Kombis als Preset abrufen. Hierfür stehen, organisiert in zwei Banks (grün oder rot leuchtende LED), zehn Speicherplätze parat, die dann direkt über die Schalter aktiviert werden. MIDI-Stress ist hier also kein Thema.

Damit man nun aber nicht darauf festgenagelt ist, gibt es noch den Live-Schalter. Leuchtet die zugehörige rote LED, lassen sich die Effektblöcke mit den Fußschaltern direkt an- und ausschalten. Nicht anders, als hätte man eben fünf Einzelpedale auf dem Pedalboard vor sich liegen. Hält man „Live“ länger als zwei Sekunden gedrückt, beginnt die LED zu blinken und das Gerät schaltet in den Programmiermodus, um die Neukreation auf einem der Speicherplätze abzulegen.

Auch in Sachen Anschlüsse ist der Soulmate klar aufgebaut – und es ist alles da was man braucht.

Fußfreiheit mit Stil

Spielt man eine Weile mit dem Soulmate, fragt man sich, wie man zuvor nur ohne auskommen konnte. Schon im Proberaum, erst Recht aber auf der Bühne freut man sich darüber, dass man etwa den Sound-Wechsel von Overdrive plus Reverb für die Strophe zu Distortion plus Delay und Boost für den Leadspot „in time“ auf einen Fußtritt erledigen kann. Okay, zehn Presets sind jetzt nicht die Welt, aber damit sollte man, sofern man nicht gerade Pink Floyd oder U2 nacheifert, locker durchs Programm kommen.

Außerdem klingen die Effekte, die sich ja an den Bestsellern des dänischen Herstellers orientieren, ungekünstelt, auf den Punkt und einfach gut. Overdrive ist an den „Møller“ angelehnt und bietet neben seinem saftig runden Drive-Sound mittels Blend-Poti die Möglichkeit, das cleane Gitarrensignal dazuzumischen. Das verleiht dem Effekt nicht nur mehr Biss und Kontur, sondern eine Dynamik, wie man sie von klassischen Blues-Amps kennt. Damit muss man sich hinter keinem „TS“-Klon verstecken!

Hier hält die Distortion-Schaltung, die dem „Mudhoney“-Pedal entlehnt ist, ebenso munter dagegen. Der Grundcharakter ist knurrig, rau und mittig, mit einer leicht hölzernen Note, die stark an traditionell britische Tugenden erinnert. Mittels Presence-Poti lässt sich die charakteristische Schärfe in den höheren Frequenzregionen gezielt herausarbeiten. Die Kombi von Overdrive und Distortion-Effekt deckt zuletzt den (gemäßigten) High-Gain-Bereich ab, ohne dass die Nebengeräusche aus dem Ruder laufen.

Die Regler des Soulmate sind solide und laufen schön satt – so wird nichts versehentlich verstellt.

Room Service

Das Delay tönt sauber, aber trotz Digitaltechnik schön organisch und setzt dem Sound das Sahnehäubchen auf. Schade nur, dass man den integrierten Chorus nicht separat schalten und in den Preset-Abruf integrieren kann. Der „Flutter“-Effekt klingt bei cleanen Settings ausgezeichnet, wirkt jedoch in Kombination mit verzerrten Sounds schnell etwas aufdringlich. Nun gut, das ist in der Schaltung des zu Grunde liegenden „Reptile Delay“ auch nicht anders und letztlich verschmerzbar.

Eine geschmackvolle Auswahl an Halleffekten bietet die Reverb-Einheit. Sie kann nach klassischem Federhall (Spring), moderner Raumsimulation (Room oder Hall) oder mit zusätzlicher dezenter Modulation (LFO – Low Frequency Oscillator) auch eher nach Space-Effekt klingen. Das Reverb-Poti bestimmt in jedem Fall die Intensität, Decay die Ausklingzeit und Tone den Anteil der höheren Frequenzen im Effektsignal. Da kann man nichts falsch machen – außer den Effekt bei Death-Metal-Riffs zu verwenden.

Letzter im Bunde der Soulmate-Effekte ist der bereits erwähnte lineare Boost-Schaltkreis. Am praktikabelsten ist sicherlich eine dezente Anhebung der Lautstärke, die solistische Passagen ein wenig in den Vordergrund rückt. Bei Bedarf lässt sich am zugehörigen Regler aber auch eine brachiale Pegelanhebung provozieren. Mit dem Turbogang kann man den Kollegen auf der Bühne und dem Publikum im Saal so locker einen frischen Scheitel ziehen. Also, Mission „Boost“ erfüllt!

Klarer kann man so ein Multitalent wie den T-Rex Soulmate kaum strukturieren.

Einfach, effektiv, essenziell

Mit dem Soulmate legt uns T-Rex zwei Kilogramm der wichtigsten Effekte, jede Menge praktischer Features und ein intuitives Bedienkonzept zu Füßen. Das Gerät ist zwar kein Alleskönner und kann auch nicht als Stand-Alone-Lösung direkt ins Mischpult gespielt werden. Aber was es kann, macht es nicht nur tadellos, sondern richtig gut! Dabei arbeitet es mit den unterschiedlichsten Verstärkern problemlos zusammen und liefert stets gediegene und raumgreifende Sounds ab.

Für sein Erspartes bekommt man hier gleich fünf hochwertige, essenzielle Effekte traditioneller Klangprägung – Switcher, Verkabelung, Stromversorgung und Pedalboard inklusive. Insofern ist der Preis sehr fair. Und damit beim Transport nichts anbrennt, gibt es sogar noch ein schickes Gigbag dazu. So passt das Gerät garantiert ins Handgepäck. Nur sollte man natürlich nichts Schweres obendrauf stellen, wie etwa den Schminkkoffer. ☺

Wer möchte da noch behaupten, das Schminkköfferchen der Sängerin wäre wichtiger für die Performance und müsste deshalb mit? Das Vorrecht auf die Mitfahrt im Band-Transporter gebührt dem FX-Board! Und selbst bei alt gedienten Profis wie Carl Carlton (Lindenberg, Maffay, Songdogs) gehört T-Rex’ Soulmate schon fest zum Tourgepäck. Wer also viel unterwegs ist und auf eine DI-Lösung, aber keinesfalls auf eine hochwertige Effektauswahl verzichten kann, sollte das schicke Gerät aus Dänemark unbedingt näher inspizieren.



Technische Daten & Wertung

Typ

digital/analoger Multieffekt-Floorboard

Gehäuse
Metall
Anschlüsse

Input, Output Left (Mono) & Right, 12 V DC-Input, (Loop) Send & Return und 12 V DC-Output (350 mA, Center negative)

Regler

Overdrive/FX1: Overdrive, Blend, Tone, Level Distortion/FX2: Distortion, Tone, Presence, Level Delay/FX3: Delay, Feedback, Time, Chorus Reverb/FX4: Reverb, Decay, Type (Spring, Room, Hall, LFO), Tone Booster/FX5: Boost (Level, stirnseitig)

Schalter
FX/Preset 1 - 5, Tap/Tune, Bank (green/red), Live/Save
Spannungsversorgung
12 V DC-Netzteil, 500 mA (wird mitgeliefert), Bedarf: 360 mA
Gewicht
2,1 kg
Maße (H x B x T)
60 x 445 x 150 mm
Besonderes
10 Preset-Kombinationen programmierbar
Lieferumfang
T-Rex Soulmate, 12 V DC-Netzteil, Gigbag mit Schultergurt
Hergestellt in
Dänemark

 
Wertung:
+ hohe Sound-Qualität der Effekte
+ durchdachtes Konzept und Ausstattung
+ platzsparende Kompaktbauweise
+ helle LEDs
+ integrierter Tuner
+ mit Gigbag
- Loop und Chorus-On/-Off nicht programmierbar
- kein D.I.-Out (Speaker Emulation)

Preis (UVP): 499 €

Hersteller: T-Rex
Weitere Infos: T-Rex Soulmate




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