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Test: Roadie Tuner

Der Roadie für die Hosentasche

Es gibt ein Gerät, dass das Stimmen der Gitarre und den Saitenwechsel erleichtert? Genau das macht der Roadie Tuner.


Der Roadie für die ...

Viele Gitarristen nervt kaum etwas so sehr wie der Saitenwechsel, die Pflege des Instruments und das ständige Stimmen. Da blickt man schon mal neidisch auf die bekannten Acts, die diese Arbeiten von Roadies erledigen lassen. Doch das kann sich nicht jeder leisten. Abhilfe schafft hier der Roadie Tuner, der natürlich keinen Gitarrentechniker ersetzt, aber das Stimmen und den Saitenwechsel erheblich erleichtert.

Was für ein Stress! Da hat man Backstage vor dem Gig schon die Stimmung der Gitarren gecheckt – und jetzt muss man schon wieder nachstimmen und ... Mist, da ist 'ne Saite gerissen! Jetzt muss es schnell gehen. Wenn man da nur Unterstützung hätte, einen Roadie oder so. Aber wer kann sich das schon leisten und hat auch noch genug Platz für eine weitere Person auf Tour? Das muss doch auch anders gehen.

Richtig, das geht. Und zwar mit dem Roadie Tuner. Klar, das kleine Kistchen ersetzt keinen Gitarrentechniker, aber es erleichtert den Alltag beim Stimmen und Saitenwechsel doch sehr. Die Hauptfunktion des kompakten Helferleins ist natürlich das Stimmen verschiedenster Instrumente. Dabei reicht der Stimmbereich des Roadie Tuner von 55 bis 880 Hertz, also vom Drop A einer Siebensaiter, die man einen Ganzton heruntergestimmt hat, bis zum A am 17. Bund der hohen E-Saite. Das bedeutet, dass man auch höher gestimmte Instrumente wie Mandoline, Banjo oder Ukulele mit dem Roadie Tuner stimmen kann. Für Bass ist er dagegen eher nicht geeignet.

Daneben hat der Roadie Tuner ein paar weitere praktische Funktionen. So erleichtert er den Saitenwechsel, da man mit dem Motor die Saiten natürlich auch schnell abwickeln bzw. grob festziehen kann. Zudem gibt es ein Feature namens Instrument Doctor. Hier kann man festhalten, wann man das letzte Mal Saiten gewechselt hat. Der Roadie Tuner erinnert einen dann, wenn es an der Zeit ist, neue Saiten aufzuziehen. Zudem kann man hier für jedes Instrument getrennt Infos ablegen, etwa welche Saiten man benutzt, und eventuell auch Tipps zum Werkzeug oder zu bestimmten Eigenheiten der Gitarre. Besonders wenn man sich um viele Instrumente kümmern muss, ist das sehr hilfreich.


Für Instrumente mit Tonabnehmer liegt auch ein Adapterkabel bei – so klappts auch mit der E-Gitarre.

Vor dem Vergnügen kommt die Arbeit

So, wie funktioniert das Ganze nun. Also, in der Packung des Roadie Tuners befindet sich neben dem Gerät selbst der Adapter zum Anschluss der Gitarre ans Smartphone sowie ein USB-Kabel, mit dem man den Akku des Roadie Tuners (der angenehm lange durchhält) an jeder USB-Buchse bzw. jedem Smartphone-Netzstecker aufladen kann. Praktischerweise ist die Buchse im Micro-USB-Format – dieses Kabel nutzen viele sowieso für ihr Handy oder andere Geräte. Man muss also eventuell gar kein zusätzliches Kabel mitschleppen.

Was noch fehlt zum Tuning-Glück, ist ein halbwegs modernes Smartphone oder Tablet mit iOS oder Android. Denn die Analyse der aktuellen Stimmung des Instrumentes und die Berechnung wie gestimmt werden muss, wird hier erledigt und dann per Bluetooth an den Roadie Tuner geschickt. Ohne Handy oder Tablet kann man das kleine Kistchen lediglich als Saitenkurbel nutzen – beim Wechsel der Drähte auch sehr praktisch, aber nicht der eigentliche Sinn und Zweck des Gerätes. Also sollten Interessenten ein iOS-Gerät ab dem iPhone 4s oder neuer besitzen oder eine Android-Device mit Betriebssystem 4.3 oder neuer – sonst geht es leider nicht.

Die passende App kann man sich dann kostenlos laden. Hier kann man die Feineinstellungen vornehmen, beispielsweise den Kammerton A von 420 bis 460 Hertz einstellen – bei Bedarf auch in 0,1er-Schritten. Dazu kann man wählen, ob man die Noten als A, B, C oder lieber als Do, Re, Mi angezeigt bekommen möchte und einstellen, ob der Roadie Tuner piepen soll, wenn das Tuning stimmt. Auch kann man hier die App reseten. Insgesamt ist die Bedienung auf jeden Fall sehr übersichtlich und intuitiv.

Das Wichtigste ist allerdings, dass man seine Instrumente, die man stimmen möchte, vorab kalibriert und passende Presets erstellt. So läuft der Stimmprozess dann unkomplizierter, genauer und schneller. Man legt also ein neues Preset an, wählt aus, um welche Art von Instrument (E-Gitarre, Westerngitarre, klassische Gitarre, aber auch Mandoline, Banjo oder Ukulele) es sich handelt und welche Stimmung man nutzen möchte. Man kann sich selbstverständlich auch Custom Presets anlegen, etwa für Siebensaiter oder ähnliches. Dann kalibriert man sein Instrument. Selbstverständlich kann ich dann auch andere Gitarren mit dem Preset stimmen, aber es geht schneller und genauer, wenn der Roadie Tuner das Instrument „kennt“.

Die Status-LED auf der Oberseite zeigt, in welchem Betriebszustand der Roadie Tuner gerade ist.

Beste Stimmung

Hat man diese Vorarbeit erledigt, ist der Stimmvorgang ein Kinderspiel. Smartphone/Tablet und den Roadie Tuner einfach per Bluetooth koppeln (was wirklich leicht geht), das passende Instrument in der App aufrufen und loslegen. Ist die Gitarre nur leicht verstimmt, werden die Saiten automatisch erkannt. Ist das Instrument hingegen komplett verstimmt, sollte man die Saiten schon lieber manuell anwählen. Dann läuft das Stimmen schnell und erstaunlich präzise – mit einer Genauigkeit von bis zu +/- 2 Cent. Übrigens kann man auch vorwählen, ob man eher Wert auf Schnelligkeit oder Präzision legt. Je nach Anlass und Anspruch kann sich das durchaus unterscheiden.

Ebenfalls lässt sich einstellen, wie laut die Umgebungsgeräusche sind und wie sensibel das Telefon auf akustische Signale reagieren soll. In der Praxis bedeutet das, dass man, auch wenn nebenbei Musik läuft, eine Akustikgitarre noch problemlos stimmen kann. Wenn es richtig laut ist oder man akustisch leise Instrumente wie eine E-Gitarre stimmen will, würde ich allerdings doch den mitgelieferten Adapter für den Anschluss der Gitarre per Kabel an das Smartphone/Tablet nutzen. Damit geht dann alles störungsfrei. Einfach den Roadie Tuner an die entsprechende Stimmmechanik ansetzen, Saite anschlagen, den Rest macht der Motor. Ertönt ein Piepton, ist die Saite in tune. Das wiederholt man bei den anderen Saiten – fertig.

Ist man mit dem Roadie Tuner nun schneller als per Hand und Stimmgerät? Naja, wahrscheinlich nicht, es ist einfach eine andere Art des Stimmens. Für jemanden, der eine Klampfe hat und die alle zwei Wochen mal stimmt, lohnt der Roadie Tuner sich meiner Meinung nach nicht. Wer aber mehrere – auch verschiedene Instrumente – stimmen muss, oft Saiten wechselt und eben schnell nochmal das Tuning verschiedener Instrumente checken muss, der wird sich über die Erleichterung freuen, die der Roadie Tuner bietet. Gitarrentechniker & Co. finden das Teil sicher geil. Denn wenn man sich an die Handhabung gewöhnt hat, geht der Stimmvorgang richtig schnell – und man muss nicht mal hinsehen, denn wenn der Roadie Tuner pfeift, passt alles. Hier wurde eine coole Idee sehr gut umgesetzt. Einfach mal ausprobieren.

Hier schon mal ein kleiner Eindruck wie das Gerät funktioniert:




Technische Daten & Wertung

Typ

Motorisiertes Stimmgerät für Saiteninstrumente

Gehäuse
Kunststoff
Stromversorgung Integrierter Akku
Stimmgenauigkeit +/- 2 Cent
Stimmbereich
55 - 880 Hz
Anschlüsse

Micro USB

Schalter

Power, Wind/Unwind, Reset

Gewicht
rund 100 g
Maße (H x B x T)
50 x 80 x 20 mm
Kompatible Geräte iOS (iPhone 4S & neuer), Android (Version 4.3 & neuer), Bluetooth 4.0 wird benötigt
Lieferumfang Roadie Tuner, Klinkenadapter, USB-Kabel
Besonderes Presets für unterschiedliche Instrumente, Saitenpflegetipps
Hergestellt in
China


Wertung:
    + vielfältige Stimmungen programmierbar
    + arbeitet recht schnell und genau
    + schön kompakt und leicht
    + kräftiger Akku

Preis (UVP): 109 €

Vertrieb: Hyperactive
Weitere Infos: Roadie Tuner



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