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Test: Randall RG13

Amp-In-A-Box

Randalls RG13 sieht aus wie ein Effektpedal, beherbergt aber einen dreikanaligen Amp – sogar mit einer kleinen Endstufe.


Amp-In-A-Box

Kann man einen flexiblen dreikanaligen Amp – sogar mit Endstufe – in ein kompaktes Pedal bauen? Randall kann – wie das RG13 beweist.

Mittlerweile denken ja immer mehr Gitarristen eher praxisorientiert als aufs Rockstar-Image zu achten. Fette Ampstacks zum Gig schleppen, um sie dann gerade mal auf maximal 1 am Master Volume aufdrehen zu können? Wozu? Sich selbst die Birne auf der Bühne wegblasen, wenn man den Amp doch weiter aufdreht? Unnötig! Ist dieser Schritt gedanklich gemacht, schaut man sich nach der kleinstmöglichen, aber dennoch geil klingenden Lösung um. Sie könnte Randall RG13 heißen.

Kleiner kann man drei Kanäle plus Boost beziehungsweise Effektschleife sowie eine 1-Watt-Endstufe wohl kaum verpacken. Zumindest, wenn das Ganze auch was aushalten soll. Auf den ersten Blick meint man beinahe ein Effektgerät vor sich zu haben. Lediglich das Gewicht von knapp 2 kg lässt vermuten, dass da schon etwas mehr dahintersteckt. Was auf jeden Fall gleich Vertrauen erweckt, ist das solide Metallgehäuse und die stabilen Fußschalter. Auch das fette externe Netzteil sowie dessen verschraubbarer Anschluss sollten viele harte Abende auf der Bühne schadlos überstehen.


Der Randall RG13 ist aufgebaut wie ein dreikanaliger Amp – was er ja auch ist

Durchdachtes Konzept

Sieht man sich das RG13 dann genauer an, stellt man fest, dass sich die Entwickler richtig viele Gedanken gemacht haben, welche Features und Funktionen Gitarristen bei so einem Pocket-Verstärker haben wollen beziehungsweise brauchen. Auf der rechten Seite befinden sich der Input für die Gitarre sowie eine Miniklinkenbuchse, über die man Musik einspeisen kann, um damit zu üben. Auf der Rückseite folgt dann die erweiterte Anschlusspalette mit Send und Return. Dazu kommt – sehr praktisch – ein 9-Volt-Ausgang mit maximal 500 mA, über den man seine Effektpedale über das RG13 mit Strom versorgen kann. Das ist extrem hilfeich, wenn man beispielsweise alle Geräte auf ein Pedalboard packt – vorne das RG13, dahinter seine Effektpedale in der Loop. Und alles wird mit nur einer Steckdose versorgt. Klasse!

Die nächste – positive – Überraschung kommt schon eine Buchse weiter. Da befindet sich nämlich der Ausgang der integrierten Endstufe. Jetzt mag der ein oder andere denken: „Na toll, ’ne 1-Watt-Endstufe“, aber hier geht es ja auch nicht darum gegen einen Drummer anzuspielen. Vielmehr ermöglicht es der Amp, zu Hause mit einer kleinen Box zu üben oder auch im Studio per Mikrofonabnahme aufzunehmen – obwohl das beim RG13 nicht nötig ist, wie wir noch sehen werden. Und wer nicht gerade umgängliche Nachbarn hat, der kann sich auch mit dem RG13 Feinde machen. Deshalb können hier Kopfhörer angeschlossen werden – allerdings bekommt man dann das pure Signal ohne Speakersimulation auf die Ohren. Den Abschluss der Rückseite bilden dann Netzschalter und Netzteil-Anschluss. Letzterer ist äußerst solide ausgeführt, wie auch das dazu passende Netzteil, und dürfte lange Zeit halten, auch wenn hin und wieder jemand am Kabel zieht oder drauftritt.

Auf der linken Seite des Pedals befindet sich dann die „normale“ Output-Sektion des Randall-Pedals, nämlich ein unsymmetrischer Klinkenausgang zur Weiterleitung des Signals ohne Speaker-Simulation, zum Beispiel zum Input eines Amps, und ein symmetrischer Ausgang im XLR-Format und mit Ground-Lift. Über diesen kann man den Sound inklusive einer gelungenen Speaker-Simulation direkt ans Mischpult, das Interface oder auch eine aktive Beschallungsbox weitergeben.

Einen Eindruck wie das Randall RG13 so klingt bekommst du hier bei diesem tollen Video von Sarah Longfield:

Amp goes Floor

Die Oberseite des RG13 spiegelt quasi das Bedienpanel des Amps wieder – mit drei Kanälen sowie optionaler Boost-Funktion. Jeder Channel verfügt über eigene Gain- und Volume-Regler, die Klangregelung mit Bass, Middle, Treble und Presence wirkt auf alle Kanäle ein – hier muss man die passende Kompromisseinstellung finden. Clean, Gain 1 und Gain 2 sind aber so gut aufeinander abgestimmt, dass das schnell erledigt ist. Zudem befinden sich noch drei kleine Druckknöpfe zwischen den Potis. Bright greift nur im Clean-Kanal und bietet eine zusätzliche Möglichkeit, die Kanäle miteinander abzustimmen. Dazu kommen noch Bass Boost und Mid Scoop, die auf alle Kanäle wirken und das Klangbild durchaus kräftig verbiegen. Auch der EQ packt ordentlich zu, so dass man sich seinen Wunschsound schnell hingedreht hat.

Die Master-Sektion scheint mit den beiden Reglern Master (der die Gesamtlautstärke für alle Ausgänge regelt) und Loop/Boost recht überschaubar. Aber gerade hinter letzterem verbergen sich in Kombination mit dem dazugehörigen Fußschalter und der Effektschleife diverse Möglichkeiten. Stellt man den Druckschalter auf der Rückseite auf Boost, hat man mit dem vierten Fußschalter die Möglichkeit eine zweite Lautstärke pro Kanal abzurufen. Und hier sind richtig heftige Levelsprünge möglich.

Stellt man den Schalter hingegen auf Loop, kann man die beiden Buchsen auf der Rückseite ganz normal als Effektschleife nutzen, um Effekte einzufügen die man zwischen Preamp und Endstufe haben möchte – zum Beispiel Delay oder Reverb. Benötigt man das nicht, kann man den vierten Footswitch als Mute-Taster nutzen – einfach nichts in die Loop hängen, fertig. Die vierte Möglichkeit ist, aus der Send-Buchse in ein Stimmgerät zu gehen, aber nicht mehr zurück. So wird das Signal bei einem Tritt auf Loop/Boost gemuted und man kann lautlos stimmen – sehr praktisch.

Praktisch ist sowieso ein gutes Wort, um das RG13 zu beschreiben. Dafür spricht zum Beispiel der 9-V-DC-Ausgang, der bis zu 500 mA liefert, um diverse Effektpedale mit Strom zu versorgen. Aber auch die drei Ausgänge, entweder direkt zu einer Box, zum Anschluss vor einem Amp beziehungsweise an dessen Return-Buchse oder per XLR direkt ans Mischpult oder ein Interface, sorgen dafür, dass man das Randall-Pedal je nach Situation sehr flexibel einsetzen kann. Fragt sich nur noch: Wie klingt das schicke Kistchen eigentlich?

Das Netzteilkabel wird am RG13 stabil verschraubt

Fettes Brett

Erwartungsgemäß klingt das RG13 wie man das von Randall-Amps gewohnt ist. Das Spektrum beginnt mit schön sauberen und übersteuerungsfesten Clean-Sounds, die sich auch mit vorgeschalteten Zerrpedalen bestens verstehen. Der Bright-Schalter sorgt bei Bedarf für zusätzliche Klarheit und Twang. Der Gain-Kanal deckt dann alles von sanftem Crunch bis hin zu satt zerrenden Metal-Sounds locker ab. Hier kann man mit dem EQ sowie Bass Boost und Mid Scoop richtig heftig in den Sound eingreifen. Für gepflegte Leads oder Leute, denen auch Rhythmusgitarren nie genug Zerre haben können gibt es dann noch Gain 2. Man kann den Kanal allerdings auch für einen alternativen Rhythmus-Kanal nutzen und seine Leads über den Boost-Taster erzeugen.

Selbstverständlich hängt der Sound des Randalls stark davon ab, über welche Box man ihn nutzt. Mein erster Test läuft über eine aktive Beschallungsbox der Mittelklasse. Und ich muss sagen, ich bin baff, wie gut und vor allem „Ampartig“ der RG13 auf Anhieb klingt. Da muss man sich absolut keine Sorgen machen, dass es künstlich oder unangenehm klingt. Der XLR-Ausgang beziehungsweise die Boxensimulation leistet hier erstklassige Dienste. Da gibt es nichts nachzuregeln, man kann gleich loslegen und hat jede Menge Spaß.

Auch an einer schicken kleinen Gitarrenbox tönt der Randall sehr ausgewogen und dürfte vor allem Metalfans begeistern. Dabei reicht die 1-Watt-Endstufe für meine Ohren locker zum Üben – im Studio wäre eine Mikrofonabnahme eine Option – auch wenn die Speaker-Simulation wie gesagt sehr gut klingt. Alternativ kann man den Randall ja auch noch mit einem großen Amp nutzen, beispielsweise um aus einem Einkanaler mehr Sounds rauszuholen. Auch das funktioniert bestens.

Der RG13 empfiehlt sich damit als der ultimative Alleskönner für Rock- und Metal-affine Gitarristen. Ob als Steuerzentrale auf dem Effektboard, als Ersatzamp, um bei einem Ausfall des großen Verstärkers dennoch weiterspielen zu können, ob als Luxusübungsgerät oder für lautlose Aufnahmen im Homestudio – der Randall liefert jederzeit feine und angenehm natürlich klingende Sounds. Warum auch nicht, schließlich ist er komplett analog aufgebaut. Bedenkt man dann noch den Preis von nur wenig über 200 Euro im Laden und die solide Fertigungsqualität, muss man von einem absoluten Schnäppchen sprechen.

Auf der Rückseite des Randall ist der Ausgang der 1-Watt-Endstufe – was für Übesessions locker laut genug ist

Technische Daten & Wertung

Bauweise
 

Gitarren-(Pre)Amp

 
Technik
Solid-State-Schaltung
Leistung
1 W an 8 Ω
Kanäle
3 (plus optionalem Boost)
Eingänge

Input, MP3 In, AC Power In

Regler & Schalter

Gain (pro Kanal), Volume (Pro Kanal), Bass, Middle, Treble, Presence, Loop/Boost, Master, 4x Footswitch (Ch 1 - 3, Loop/Boost), Loop/Boost, On/Off, Ground Lift

Peripherie
 

2 x Loudspeaker Out, FX-Loop (seriell) Send &Send & Return, Loudspeaker Out, 9 V Power Out, Line Out, XLR Balanced Out

 
Gewicht
1,7 kg
Maße (H x B x T)
270 x 175 x 59 mm
Besonderes

Stromversorgung für Effektgeräte integriert

Hergestellt in
China

 
Wertung:

+ absolut überzeugende Sounds
+ solide Bauweise
+ praxisorientiertes Konzept
+ Stromversorgung für Effektgeräte integriert
+ sehr fairer Preis

Preis (UVP): 260,61



Vertrieb: Sound Service
Weitere Infos: www.randallamplifiers.com/th_product/rg13/

 



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