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Test: Mooer Micro-Series Compact FX-Pedals (Teil 1)

Buntes FX-Buffet für unterwegs

Du willst reichlich Effektpedale, aber nicht viel schleppen? Dann check mal die Micro Pedals von Mooer.


Buntes FX-Buffet ...

Dank Mooers winzigen Micro Pedals und dem ebenso praktischen Firefly-Pedalcase wird das typische Stompbox-Menü von Gitarristen und Bassisten so klein und kompakt wie nie zuvor. Dabei fallen Verarbeitungs- und Sound-Qualität der feinen Effekthäppchen dennoch erfreulich erwachsen aus. Und auch die Preise sind erfreulich kompakt gehalten. Hier kommt Teil eins des ausführlichen Tests der kleinen Soundmaschinen.

Du willst für den kleinen Effekthunger zwischendurch nicht immer gleich ein fettes Pedalboard herumschleppen müssen, scheust aber vor digitalen Lösungen zurück? Du träumst davon, dass eine gute Fee dein FX-Setup einfach klein zaubert? Bitte sehr, Mooers Compact Pedals lassen solche Wünsche wahr werden und sind obendrein erstaunlich preisgünstig. Musiker, die viel unterwegs sind, müssen ja leider häufig um jedes bisschen Platz kämpfen.

Im Bandbus, Transporter oder Flugzeug, überall ist man froh, wenn man nicht noch zusätzliche Kapazitäten für das kleine oder nicht selten auch etwas größere Effektbesteck anmelden muss. Und auf die geliebten Treter zu verzichten, ist noch schlimmer, als den Amp leiser drehen zu müssen – eine Beschneidung unserer Kreativität, Ausdrucksweise und künstlerischen Freiheit! Allerdings, wer sich mit den modernen digitalen Lösungen nicht anfreunden kann, hatte diesbezüglich bislang das Nachsehen.


Der Mooer Firefly FX-Case sorgt für den optimalen Transport der Micro-FX-Pedale

Klein aber fein

Nun sind Effektgeräte in verkleinerter Form keine grundlegend neue Idee. Doch meistens handelt es sich dabei um qualitativ abgespeckte Gerätschaften, die Produktionskosten einsparen sollen; mit den zu erwartenden Folgeerscheinungen: Wackelige Buchsen, Schalter und Potis, Gehäusekonstruktionen von fragwürdiger Stabilität und eine, nun ja, eher kompromissbehaftete Signalverarbeitung. Ganz zu schweigen von einer vernünftigen Lösung für den Effekt-Bypass ...

Kurz und (un)gut, bisher waren die meisten solcher Mini-Effekte nicht viel mehr als eine Notlösung für den schmalen Geldbeutel. Mooers Compact Pedals sind anders, das wird schon beim Auspacken deutlich. Und damit ist jetzt noch gar nicht das wunderbar kompakte und überaus praktische Pedalcase gemeint. Nein, die fünf Pedalwinzlinge präsentieren sich als vollkommen road-tauglich und kommen im stabilen Metallgehäuse mit ebenso soliden Buchsen und vertrauenerweckend kräftigen Schaltern.

Sogar eine hochwertige mechanische True-Bypass-Schaltung können die Winzlinge vorweisen. Und so richtig Laune macht erst die Optik. Die hat man sich bei diversen legendären „Kultbüchsen“ abgeschaut; teilweise bis hin zur Nachahmung von Bezeichnung und Schrifttype. Das erleichtert schon mal die Orientierung im erstaunlich vielfältigen Angebot des noch vergleichsweise jungen Labels, das unter anderem auch winzige Röhrenverstärker baut.

Ob Einzelnetzteil oder Komplettversorgung mit dem Micro Power: Mooer bietet diverse Geräte zur Stromversorgung an.

Reduced to the max

Noch wichtiger ist natürlich eine hochwertige Effektschaltung, die hier zwar aus Platzgründen auf die wesentlichen Parameter beschränkt bleibt, beziehungsweise diese teilweise nur anhand von Mini-Switches und Trimpotis zugänglich macht, es aber in klanglicher Hinsicht an nichts fehlen lässt. Oder anders gesagt, die Dinger mögen klein sein, ihr Sound-Potenzial ist es keineswegs. Damit sind sie gerade für den tourenden Profi bestens geeignet. Na, wenn das keine guten Neuigkeiten sind!

Eine Batterie passt nicht in die geschrumpften Gehäuse, so ist man auf eine externe 9V-DC-Netzteilversorgung angewiesen. Ein Saftspender, der stabile 2 Ampere zur Verfügung stellt, ist zwar optional verfügbar, wurde aber nicht ins Case integriert. Für Musiker, die interkontinental unterwegs sind, mag das vorteilhaft sein. So braucht man am Setup nichts zu ändern, sondern zückt souverän den für die jeweilige Region passenden Power Supply – sofern man daran gedacht hat, ihn einzupacken.

Wer kein Pedalboard oder –case verwenden möchte, etwa, weil er seine Effektmixtur nach Lust und Laune zusammenstellen will, sollte sich hierfür wenigstens ein ausreichend dimensioniertes Netzteil und ein stabiles Mehrfachverteilerkabel gönnen. Noch sicherer wäre ein spezieller Power Supply mit Einzelausgängen. Denn für jedes Pedal eine eigene „Wandwarze“ mitzunehmen ist nicht bloß unpraktisch; es würde das Mini-Prinzip der Micro-Serie ad absurdum führen.

Die Pedale selbst sind ja tatsächlich so schmal gebaut, dass man die Ein- und Ausgangsbuchsen versetzt anbringen musste, damit die Klinkenstecker sich nicht im Chassis begegnen. Obendrauf gibt es jeweils einen großen Regler für den jeweils wichtigsten Effektparameter. Alles Weitere erledigt man mit einem kleinen Mode-Schalter oder filigranen Mini-Potis. So viel zu den konzeptionellen Gemeinsamkeiten unserer fröhlichen Fünflinge, sehen wir uns nun die Pedale im Einzelnen an.

Der Flex Boost sorgt für die Schippe Extra, wenn man mehr Druck oder Dichte benötigt.

Gelber Gain-Boost

„Flex Boost“ nennt sich das kanarienvogelgelbe Gerät, das trotz der Bezeichnung in erster Linie als Overdrive-Effekt fungiert. Wohl deshalb heißt der wichtigste und normal große Regler hier auch „Gain“ (und nicht etwa „Boost“). Dazu kommen noch „Bass“, „Treble“ und „Volume“ in Form dreier Mini-Potis. So weit, so gut, was fangen wir nun damit an? Wie gesagt macht der Flex Boost eigentlich in erster Linie Overdrive und das schon bei moderater Einstellung der Bedienelemente.

Die Clean-Reserven des Gain-Reglers sind eher gering, und auch das Volume-Poti bietet wenig Spielraum. Insofern sind der Anwendung als „Cleanbooster“ enge Grenzen gesetzt. Insgesamt erweist sich das Gerät als weniger vielseitig, als man aufgrund der Bezeichnung erwarten möchte. Dafür klingt aber bereits der leichte Crunch-Bereich (Gain ab 8-Uhr-Position) sehr angenehm. Mit einem beherzten Rechtsdreh am Treble-Poti klart das Signal schön auf und wird knackig und durchsetzungsfähig.

Der Bass-Regler kann in Sachen Tiefdruck weitaus kräftiger nachlegen, womit sich ein kleiner Combo ordentlich aufpumpen lässt. Das wird jedoch problematisch, sobald der Gain-Regler jenseits der 9-Uhr-Stellung aufgedreht wird – es matscht. Man muss sich also entscheiden, ob man eher die Frequenzverteilung des Gitarrensignals korrigieren oder das „Steak“ stärker durchbraten möchte. Bei großzügig dosiertem Gain wird der Sound immer kalorienreicher.

Etwa ab dem letzten Drittel des Regelweges erhält man schließlich einen sirupdicken, weich brummenden Hummel-Sound. Vor dem cleanen Amp ist das nur bedingt befriedigend. Da klingen gemäßigte Einstellungen überzeugender. Der Flex Boost macht also als Gain-Stütze eher in Kombination mit einem bereits gut angezerrten Verstärker Sinn. Dann lässt sich etwa aus einem trocken knirschenden Crunch beim Zuschalten des kleinen gelben „Brummers“ ruckzuck ein schön dichter, flüssiger Lead-Sound machen.

Das Mooer Solo bietet – Nomen Est Omen – singende Solosounds auf Knopfdruck.

Fettes Solo

Wer es grundsätzlich aggressiver braucht sollte eher zum königsblau gewandeten „Solo“-Pedal greifen. Dabei haben wir es mit einem Distortion-Schaltkreis zu tun, der bissiger und schärfer tönt und entsprechend härter durchgreift. Das lässt sich zwar mittels des kleinen Tone-Potis mildern, doch der Grundcharakter bleibt rau. Übermäßig rabiat agiert das Pedal aber auch nicht, es sei denn man provoziert das bewusst. Jedenfalls erhält man bereits am Linksanschlag des Gain-Potis ordentlich Dampf.

Gleichzeitig hält der Mini-Volume-Regler genügend Reserven bereit, um einen nachgeschalteten Amp bei Bedarf zusätzlich tüchtig anzuheizen. Das reicht locker für einen satten Lautstärkesprung beim Gitarrensolo. Dreht man den Gain-Regler halb auf, reagiert der Distortion-Effekt immer noch überraschend dynamisch. Jenseits dieser Grenze wird das Klangbild dann allmählich zunehmend „fuzzy“. Das jedoch in durchaus charmanter Art und Weise und wohlgemerkt bislang noch vor dem cleanen Amp.

Schaltet man nun am Mini-Schalter die verschiedenen Modes durch, erhält man eine breite Klangpalette, die durchweg britisch rau und dabei immer schön markant tönt. „Natural“ klingt erwartungsgemäß am natürlichsten und ausgesprochen traditionell, also 60s-mäßig mit rauen Höhen, drückenden, leicht bröckeligen Bässe und wenig Sustain-Unterstützung.

„Tight“ wirkt keineswegs schmäler, im Gegenteil. Mehr Kompression und Tiefmitten sorgen für ordentlich Schmatz im Anschlag, was sich besonders für eher spröde Instrumente mit höhenreicher Singlecoil-Bestückung empfiehlt. „Classic“ klingt schärfer und aggressiver, teilweise auch leicht sägend. Dafür ist dieser Modus mit erheblicher Durchschlagskraft gesegnet, also genau das Richtige für den Hard-’n’-Heavy-Fan alter Schule.


Hier kannst du dir einen ersten Eindruck von Sound des Mooer Solo verschaffen:



Mehr zu den Modellen Elec(tric) Lady, Reecho und Pitch Box erfährst du hier in Teil 2 dieses Tests.

 

 

 

 

Technische Daten & Wertung

Firefly Case

Bauweise
Mini-Flightcase für bis zu fünf Micro Pedals
Konstruktion
Aluminiumgehäuse, abnehmbarer Deckel, rutschfeste Gummifüße
Anschlüsse
5 x 9V DC-Buchse, 1 x Power Input für Netzteil
Spannungsversorgung
externes, optionales 9-Volt-DC-Netzteil
Spannungsbedarf
ca. 1.000 – 2.000 mA
Gewicht

ca. 1.200 g

Maße (H x B x T)

105 x 390 x 169 mm

Besonderes extrem leicht und kompakt
Hergestellt in China

Flex Boost


Bauweise
Booster/Overdrive, Bodenpedal
Konstruktion
Metallgehäuse
Anschlüsse
In, Out, 9V DC-Buchse
Spannungsversorgung
optionales 9-Volt-DC-Netzteil
Spannungsbedarf
6 mA
Schalter & Regler Gain; (Mini-Potis für) Treble, Bass & Volume; (FX) On/Off
Gewicht

ca. 160 g

Maße (H x B x T)

52 x 42 x 93,5 mm

Besonderes mechanischer True Bypass
Hergestellt in China


Solo


Bauweise
Booster/Overdrive, Bodenpedal
Konstruktion
Metallgehäuse
Anschlüsse
In, Out, 9V DC-Buchse
Spannungsversorgung
optionales 9-Volt-DC-Netzteil
Spannungsbedarf
11 mA
Schalter & Regler Gain; (Mini-Potis für) Treble, Bass & Volume; (FX) On/Off
Gewicht

ca. 160 g

Maße (H x B x T)

52 x 42 x 93,5 mm

Besonderes mechanischer True Bypass
Hergestellt in China

 
Vertrieb: Warwick Distribution; www.mooeraudio.com
Preise (UVP):
Firefly FC-M5 FX-Case:    46,94 €
Power Supply PDNW-9V-2A-EU:    21,06 €
FLEX Boost:    66,94 €
Solo:    70,48 €

Wertung:
+ Hohe Klangqualität
+ Große Flexibilität
+ Mechanische Bypass-Schaltung
+ Tolle Verarbeitung
+ Durchdachtes Gesamtkonzept

 



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