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Test: LTD EC-1000T/CTM DMZ BLK & AS-1FM LB (Teil 2)

Saftige Zitronenschnitte

Mehr als nur klassische Paula-Sounds, das liefert die LTD AS-1. Dazu kommen eine tolle Verarbeitung und ein eleganter Look.


Saftige ...

Nachdem wir in Teil 1 dieses Tests der LTD EC-1000T/CTM auf den Zahn gefühlt haben, nehmen wir uns jetzt die leckere AS-1 im schicken Lemon Burst zur Brust. Und die toppt ihre schon sehr überzeugende Schwester noch!

Nachdem wir uns im ersten Teil dieses Tests intensiv mit der eleganten, eher klassichen EC-1000T/CTM befasst haben, ist nun die schicke und modernere AS-1 an der Reihe. Kann sie ihre Schwester noch toppen? Ich würde sagen: ja! Denn die Alex Skolnick Signature legt die Latte in einigen Bereichen noch ein Stück höher. Doch eins nach dem anderen. Der Blickfänger der hier getesteten AS-1FM LB ist ganz sicher ihre wunderschön geriegelte Decke in Kombination mit der „Lemon Burst“ genannten Lackierung. Dabei handelt es sich um ein wunderschönes honigfarbenes Finish, das die Maserung des Flame-Maple-Tops wunderbar unterstreicht, zum Rand hin dezent dunkler wird und dann in einem Binding in Vintage White endet. Übrigens kommt hier eine richtig schön fette Decke zum Einsatz, teilweise hat sie eine Stärke von locker einem Zentimeter – man kann also davon ausgehen, dass sie deutlichen Einfluss auf den Sound haben wird – sozusagen das hölzerne Pendant einer Frischekur.

Auch die AS-1 kommt mit eingeleimtem Mahagonihals, der allerdings etwas mehr Fleisch bietet und von einem Palisandergriffbrett mit sehr schicken Einlagen und 22 Extra-Jumbo-Bünden gekrönt wird. Auf Locking-Mechaniken wurde hier verzichtet – die Stimmung hält die AS-1 dennoch wunderbar. Ansonsten verlässt sie sich wie die EC-1000T auf das klassische Singlecut-Design mit 24,75“-Mensur, 22 Bünden und ebenfalls einer Tonepros Locking-Tune-O-Matic-Bridge. Dazu kommen hier noch Dunlop-Straplock-Gurtknöpfe – und coolerweise sind natürlich die Gegenstücke mit dabei. So eine Schönheit soll einem ja schließlich nicht vom Gurt fliegen. Apropos Schönheit: Wer nicht auf Flamed Maple und transparente Lackierungen steht, bekommt die AS-1 auch in Silver Sunburst – und spart sogar noch ein paar Euro.

In Sachen Elektronik setzt Alex Skolnick ebenfalls auf Humbucker-Klassiker, allerdings aus dem Hause Seymour Duncan. Der SH-4 „Jeff Beck“ am Steg ist ein High-Output-Pickup und schon seit den 1970ern im Programm. Ergänzt wird er hier vom SH-1 „The 59’“, der sich an den klassischen ersten Humbuckern aus den späten 1950ern orientiert und vor allem durch Wärme und Ausgewogenheit glänzt. In Kombination mit dem Dreiweg-Schalter und zwei Volume- sowie einem Master-Tone-Poti kann man so schon einiges an Sounds abdecken. Doch das war Mr. Skolnick offenbar nicht genug, deshalb verbirgt sich im Tone-Poti ein Push-Pull-Schalter zum Splitten.

Laut allen Quellen, die ich gefunden habe, sollte das eigentlich nur für den Hals-PU funktionieren – bei unserer Testgitarre zumindest wirkte der Schalter aber auf beide Pickups. Was mich persönlich nicht im Geringsten stört. Aber das ist Geschmacksache – so kann man eben nicht einen Single Coil am Hals mit dem Humbucker am Steg kombinieren. Nichtsdestotrotz ist die LTD AS-1 eine klanglich extrem flexible Gitarre – und wenn man weiß, auf wie vielen Hochzeiten ihr Namensgeber tanzt, wundert einen das nicht im Geringsten. Also, ab an den Amp.


Dank seiner Push-Pull-Funktion kann man über das Tone-Poti die Humbucker splitten

Vom sanften Säuseln zum Monsterbrett

Im Cleankanal gefällt mir persönlich der SH-1 deutlich besser, denn er bringt einfach richtig viel Wärme und Seele ins Spiel. Wer allerdings schön schneidende, effektbeladene Klänge durch die Speaker jagen möchte, der sollte doch lieber auf den SH-4 umschalten, denn der liefert ein deutlich aufgeräumteres Klangbild. Lustigerweise liefert er in Kombination mit der LTD auch bei Funk und ähnlichen Sounds richtig gute Ergebnisse – je nach Amp schleichen sich dann aber schnell erste Verzerrungen ein. Doch kein Problem, schließlich kann man mit einem Zug am Tone-Poti ja die Humbucker splitten. Dann sinkt der Output deutlich und macht auch den Gitarristen einer Bob-Marley-Coverband glücklich. Etwas schade nur, dass der Potiknopf zwar toll aussieht, aber doch recht rutschig ist. Mit schweißnassen Händen beim Gig hat man da kaum eine Chance den Knopf schnell herauszuziehen.

Naja, alles eine Frage der Übung. Und wo wir eben schon versehentlich in den Crunch-Bereich geraten sind, können wir uns auch gleich absichtlich dorthin „verirren“. Denn hier blüht der SH-4 dann noch mehr auf – das ist ja schließlich seine Berufung: die Vorstufe ordentlich zum Glühen zu bringen. Und das funktioniert erwartungsgemäß auch erstklassig. Gibt man Vollgas, bekommt man klassische Röhrenamps schön zum Anzerren – AC/DC-Fans werden begeistert sein. Darüber hinaus kann man per Volume-Poti schön wieder in den eleganten Clean-Bereich zurückfahren –feine Sache. Und wer dann doch einen Schuss Höhen braucht: Einfach den Coil-Tap aktivieren, schon beißt die LTD noch herzhafter zu – Malcolm lässt grüßen.

Sind dagegen singende Sounds gefragt, schlägt die Stunde des SH-1 am Hals. Schon bei dezenter Verzerrung jubiliert der Humbucker elegant und ausdauernd vor sich hin – da sollte doch von Jazz bis Santana locker alles drin sein. Auch hier ist dank der Möglichkeit in den Single-Coil-Betrieb zu wechseln noch ’ne ganze Menge mehr an Sounds möglich. Fast noch mehr Klangschattierungen kann man allerdings durch den sehr intensiv eingreifenden Tone-Regler – der jederzeit musikalisch bleibt – und das Volume-Poti abrufen. Nimmt man dann noch die Mittelstellung dazu, bleiben kaum Wünsche offen. Erstaunlich, was man mit der AS-1 alles abdecken kann.

Fehlt eigentlich nur noch die richtig grobe Kelle, schließlich haut Herr Skolnick mit Testament ja auch gerne mal ordentlich auf den Putz. Wobei es hier ja um klassischen Thrash Metal geht, nicht um modernen extrem heruntergestimmten und eher kühlen Sound, sondern um durchaus organisch und „natürlich“ rockende Riffs. Und auch das bietet die LTD in Reinkultur – schließlich liefert sie die richtige Mischung aus Output, Biss und Transparenz, um nie zu matschen und auch in sehr dichtem Sound nicht unterzugehen. Dazu kommen sehr edel warme, fließende Sounds per Hals-PU, mit denen sich die singenden Leads und Sweep-Attacken von Mr. Skolnick bestens abfeuern lassen.

Welche für wen?

Wer jetzt vor der Qual der Wahl steht, welche der beiden LTDs denn eher für ihn geeignet wäre – schließlich befinden die beiden sich preislich ja quasi auf einem Niveau – sollte sich die Frage stellen: „Traditioneller Rocker oder eher flexibler Flitzefinger?“ Wer sich im Normalfall klanglich irgendwo zwischen modernem Blues und Hardrock bewegt, der wird mit der klassischen EC-1000T sicher sehr glücklich werden. Wobei sie natürlich nicht auf diese Genres beschränkt ist, sich dort aber besonders wohlfühlt.

Wer hingegen auch gerne mal in jazzige oder funky Gefilde abdriftet, aber dennoch auch gerne mal den Knüppel aus dem Sack holt oder mit blitzschnellen Soli für herunterklappende Kinnladen sorgt, der sollte sich die AS-1 mal genauer zur Brust nehmen. Denn neben ihrer unbestritten geilen Optik ist vor allem erstaunlich, wie vielseitig man das Instrument nutzen kann. Da steht ihr Namensgeber absolut zu Recht Pate. Und bedenkt man dann noch den richtig fairen Preis, kann man hier eigentlich kaum etwas falsch machen.

Wer also eine Gitarre im Paula-Style im mittleren Preisbereich sucht, der sollte sich in der reichhaltigen Auswahl der LTD-Eclipse-Serie mal umsehen. Unsere beiden Testkandidatinnen sind erstklassig verarbeitet, bieten ordentliche Hölzer, tolle Markenhardware – und wurden offensichtlich von Leuten mit Ahnung konstruiert. Denn alle Elemente greifen toll ineinander und sorgen für richtig überzeugende Instrumente. In der 1.000-Euro-Klasse muss man da schon länger suchen, bis man ebenbürtige Konkurrenz findet. Und wer sich für eine der beiden Gitarren entscheidet – oder gar beide ;) – wird sicher lange Zeit viel Freude damit haben.

Bis hin zu den schicken Inlays ist die LTD AS-1 sauber verarbeitet

Technische Daten & Wertung

Bauweise
Solidbody E-Gitarre   
Korpus
Paula-Style, Mahagoni mit Flame-Maple-Decke
Hals
Mahagoni eingeleimt, 24,75“-Mensur (628 mm), "Thin U"-Profil
Griffbrett
Palisander, 22 Extra-Jumbo-Bünde
Brücke
Tonepros Locking Tune-O-Matic & Tailpiece
Tonabnehmer

Seymour Duncan SH-1 (Hals) & SH-4 (Steg)

Kontrollfeld

2 x Volume, Tone (PUs können per Push-Pull gesplittet werden), 3-Way-Toggle-Switch

Besonderheiten Grover Mechaniken, Full Thickness Body
Hergestellt in Korea

 
Preis (UVP): 1.248,31 €

Wertung:

+ echter Augenschmaus
+ klanglich extrem flexibel
+ gute Hölzer und hochwertige Hardware
+ fairer Preis
- Push-Pull-Poti schwer zu greifen


Info: Sound Service; LTD AS-1FM LB

 



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