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Test: KHDK Effektpedale

Einfach Metal? Viel mehr als das!

Effektpedale bringen vielen Gitarristen die Würze in den Sound. Und mit den KHDK-Modellen kann man richtig lecker kochen.


Einfach Metal? Viel ...

Mit KHDK ist eine noch recht junge Effektpedalmarke am Start, bei der Metallicas Kirk Hammett intensiv beteiligt ist. Ah, alles klar, Metalsound in a Box – nicht so spannend. Doch weit gefehlt, denn die Pedale sind echte Schätzchen von clean bis ganz schön heavy – mit angenehm eigenständigem Klangcharakter.

Nachdem wir das vermutlich am häufigsten bei der Kombination Kirk Hammett und Effektpedale auftretende Vorurteil – also dass es sich vermutlich um Metalsounds handeln dürfte – bereits zum Start geklärt haben, hier eine kurze Einführung in das Thema beziehungsweise die Marke. Die Idee, eine eigene Linie von Effektpedalen zu kreieren, hatten Kirk Hammett und ein Kumpel von ihm wohl während eines Zwischenstopps der Metallica-Tour in Prag 2012. Aus einer nächtlichen Bierlaune wurde dann schnell Ernst, als der passende Tüftler gefunden war. Das Motto bei der Entwicklung der Pedale war so simpel wie überzeugend: Keine Kompromisse!

Und so gibt es seit 2013 nun feine Effektpedale von KHDK, ganz nach dem Firmenmotto „Handmade tone for gearheads, by gearheads“. Mittlerweile ist die Produktpalette auf fünf Gitarrenmodelle angewachsen, die wir uns heute genauer anschauen wollen. Die Soundvielfalt reicht dabei von einem Clean Boost über Overdrives bis hin zu High Gain und Fuzz – da sollte sich für jeden Geschmack etwas finden. Alle Pedale kommen mit einem schicken und stabilen Metallgehäuse, soliden Potis und fest zupackenden Buchsen. Die Stromversorgung kann man über ein 9-V-Netzteil erledigen oder per 9-V-Block. Wobei man die komplette Bodenplatte entfernen muss, um an die Batterie zu kommen. Das ist schon etwas umständlich.  

Schaltungstechnisch setzt man bei KHDK vor allem auf die analoge MOSFET-Technologie, wodurch die Pedale klanglich sehr Ampähnlich klingen sollen – was besonders Musiker freuen dürfte, die öfter mal über fremde Verstärker spielen müssen. Findet man dort einen schönen Basis-Sound, schlägt die Stunde unserer Testkandidaten. Die in den USA handgefertigten Pedale kommen übrigens alle in einem schicken Karton in einem Samttäschchen, dazu gibt es eine Kurzanleitung und Gummifüßchen zum Aufkleben. Der erste Eindruck ist auf jeden Fall bestens – aber wer in der Edelliga mitspielen möchte, der darf sich hier keine Schwächen erlauben. Also, schauen wir uns die einzelnen Pedale mal genauer an – und hören wir vor allem genau hin.



Der No. 2 Clean Boost von KHDK kann auf Wunsch den Sound auch angenehm färben.

Saubere Arbeit

Starten wir also mit dem „zahmsten“ Pedal aus dem Hause KHDK, dem No. 2 Clean Boost. Hier ist der Name Programm, denn das Hauptaugenmerk bei der Entwicklung des Pedals lag darauf, dahinter arbeitende Amps und andere Klangerzeuger zu pushen. Dabei ist das Pedal erfreulicherweise so flexibel, dass man wenn man das möchte durchaus „einfach“ nur ziemlich neutral lauter machen kann. Es ist aber auch problemlos möglich, den Klang durchaus deutlich zu (ver)formen. Dazu stehen die vier – recht selbsterklärenden – Regler Gain, Volume, Bass und Treble zur Verfügung. Zudem kann man per Hi/Lo-Switch bestimmen, ob man den Boost eher klangneutral, oder doch schon deutlich „aufgepumpt“ und mittenverstärkend nutzen möchte.

Besonders angenehm dabei ist, wie musikalisch und angenehm das KHDK-Pedal in jeder Einstellung klingt. So kann ich mir auch gut vorstellen, dass viele Spieler den Effekt gar nicht mehr ausschalten werden, sondern ihn dazu nutzen, ihr Signal prinzipiell etwas zu pushen. Aber selbstverständlich kann man den No. 2 Clean Boost auch bestens dazu nutzen, um etwa aus einem Rhythmuskanal ein fettes Leadbrett zu machen oder einen Crunch-Sound satt anzudicken. Auch um Transistor- oder Modelingamps einen wärmeren, röhrenartigen Sound zu verpassen, ist das kompakte weiße Pedal hervorragend geeignet. In Sachen Eigenklang agiert das Pedal dabei noch recht dezent. Das ändert sich dann bei unserem nächsten Kandidaten – zumindest ein wenig.  

Nach der 2 kommt die 1 – zumindest in diesem Test, denn jetzt nehmen wir uns das No. 1 Overdrive vor. Wie der Name schon andeutet, geht es hier schon intensiver zur Sache. Doch was kann das KHDK-Pedal, was die Konkurrenz nicht kann – und die ist gerade in diesem Bereich ja riesig. Nun ja, zunächst mal haben gute Overdrives ja alle ihren eigenen Charakter. Deswegen gibt es ja eine so große Auswahl, damit jeder genau den Klangverfeinerer für seinen ganz persönlichen Sound findet, den er im Kopf hat. Und nicht wenige Gitarristen haben auch gerne mehrere Modelle für verschiedene Klangfarben auf ihrem Pedalboard.

Und der No. 1 Overdrive ist zweifellos ein sehr gutes und klanglich durchaus flexibel einsetzbares Pedal. Dafür sorgt neben Gain, Volume, Bass und Treble der Hi-/Lo-Schalter, der den Grundsound entweder eher rhythmusfreundlich formt (Lo) oder aber für durchsetzungsfähige Leadsounds die perfekte Basis bereitstellt. Doch das ist noch nicht alles. Denn das Coole an diesem und den anderen KHDK-Pedalen ist, dass sie besonders vor einem cleanen Amp bzw. als kompakter Preamp richtig gut funktionieren. Hier bekommt man also nicht nur ein cooles Gewürz für seinen Sound, sogar quasi gratis noch ein komplettes Klanggericht serviert.


Wer einen extrem vielseitigen Overdrive sucht, der liegt mit dem Ghoul Screamer goldrichtig.

Noch mehr Wumms

Ok, das war der Overdrive. Womit machen wir weiter? Mit einem Overdrive. Wie bitte? Ja, mit dem „Ghoul Screamer“ hat KHDK einen weiteren Overdrive am Start. Der ist aber noch viel flexibler und besser personalisierbar als das Modell No. 1. Dabei hat das elegant designte Pedal sogar ein Poti weniger, nämlich „nur“ Drive, Tone und Volume. Das Entscheidende hier sind fünf kleine Kippschalter, mit denen man den Grundsound des Pedals massiv beeinflussen kann. Und die beeinflussen den Klang wirklich intensiv, man kann seinen Effekt quasi selbst tunen, bis man das für sich perfekte Ergebnis hat.

Welche Einstellung man dabei wählt, hängt auch sehr vom verwendeten Instrument und vom gewünschten Endsound ab. Aktiviert man beispielsweise den Bass-Schalter, bekommt man reichlich Schub im Bassbereich. Nicht immer optimal, aber gerade wenn man eine eher dünn und schwach klingende Gitarre pushen möchte, genau das Richtige. High ermöglicht es den Tone-Poti, in höheren Frequenzbereichen zu agieren, Body dagegen wirkt sich vor allem auf die Mittenstruktur und die Tightness des Sounds aus. Zum Schluss gibt es dann noch drei verschiedene Compress-Einstellungen, mit denen man den Grundsound von Vintagepedal bis sehr modern vorwählen kann. Hier lassen sich wirklich verschiedenste Sounds von nur etwas angeboostet bis richtig fett Richtung Amp schicken.

Das war es jetzt aber wirklich mit den Overdrives, denn die Scuzz Box interpretiert das Thema Germanium-Fuzz komplett neu. Und zwar witzigerweise sowohl angenehmer beziehungsweise sozialverträglicher oder auch ohrenfreundlicher als ein normales Fuzz, bei Bedarf aber auch noch krasser – alles eine Frage der Einstellungen am Pedal. Neben den vier Reglern Fuzz, Volume, Deep und Tone gibt es nämlich noch zwei Kippschalter. Mit dem oberen wählt man zwischen dem eher geschmeidigen und sehr schön aufs Volume-Poti der Gitarre reagierenden Fuzz und dem heftig klangbrechenden, mit 8 Bit und oszillierenden Klanganteilen versehenen Scuzz. Diese Flexibilität ist richtig geil und ermöglicht es, das Pedal sehr vielseitig einzusetzen – und eben nicht nur für kurze, krasse Soundeinlagen. Zudem kann man den integrierten Buffer wahlweise aktivieren, was sowohl bei langen Kabelwegen hilft, aber auch den Klang entschlackt, wenn man noch andere Pedale vor der KHDK Scuzz Box einsetzt. Doch wie sagt der Hersteller so schön: Welche Schalterstellung dir lieber ist solltest du dein Ohr entscheiden lassen. Aber das ist ja bei Effektpedalen sowieso ein vernünftiger Rat.


Die KHDK Scuzz Box ist ein richtig geiles Fuzz – und sowohl geschmeidiger als auch krasser als viele Konkurrenten.

Ganz was Feines – und zu gewinnen!

Zum Schluss wenden wir uns noch dem fünften und letzten Pedal des aktuellen KHDK-Programms zu, einem Kistchen Namens „Dark Blood“. Dabei handelt es sich laut Hersteller um „evil distortion for gain freaks“, und es ist übrigens auch das Kirk-Hammett-Signature-Pedal. Dabei haben die Macher großen Wert darauf gelegt, dass das schicke Pedal eben nicht nur vor einem Amp oder als Zusatz zu einem bereits ver- bzw. angezerrtem Verstärker einen richtig guten Job macht, sondern auch als Preamp absolut überzeugend klingt. So kann man, wenn beispielsweise über einen fremden Amp spielen muss, einfach über den Effektweg direkt in die Endstufe gehen und bekommt (mit minimalen Anpassungen am Pedal) immer seinen gewohnten Sound.

Apropos Anpassungen: Wie seine Brüder bietet auch das Dark Blood reichlich Einstellmöglichkeiten die verschiedenste Sounds zulassen. Gain und Volume sind ja selbsterklärend, dazu kommt mit Doom ein Regler für den EQ vor der Verzerrung, wodurch man den Grundsound ganz schön verbiegen kann. Man könnte auch sagen, dass man hier in gewisser Weise auswählt, ob man eher einen fetten Rhythmussound aus dem Pedal holen will oder ob man es doch für Solozwecke einsetzt. In eine ähnliche Kerbe schlägt der Hi/Lo-Schalter, der direkt in der Zerrschaltung ansetzt. „Lo“ geht dabei eher Richtung fetter Overdrive (aber durchaus mit massiven Zerrreserven), „Hi“ richtet sich mit noch mehr Sättigung und beißendem Klang eher an Solospezialisten. Aber wie schon erwähnt entscheiden auch hier die Ohren des Spielers. Apropos: Zur Schonung derselben hat das Pedal auch gleich ein integriertes Noise Gate, das wunderbar arbeitet und feinfühlig eingestellt werden kann. So stellt das Pedal einen echten Leckerbissen für Liebhaber richtig fetter Sounds dar und fügt sich bestens ins restliche Programm der KHDK-Familie ein.

Übrigens: Wir bekamen zum Test die streng limitierte rote Version des „Dark Blood“. Das Teil sieht richtig geil aus – und kommt mit einer zweiten, von Kirk Hammett persönlich unterschriebenen Bodenplatte. Zudem ist die Version auf lediglich 100 Stück weltweit limitiert. Wer also nicht nur ein richtig gutes Zerrpedal sucht, sondern auch etwas besonderes sein eigen nennen möchte, der ist hier genau richtig. Es dürfte allerdings nicht ganz einfach sein, sich eines der wenigen Pedale zu ergattern. Doch da haben wir eine Lösung: Netterweise hat uns der deutsche KHDK-Vertrieb Sound Service das Testpedal nämlich zu Verlosungszwecken zur Verfügung gestellt. Und das lassen wir uns doch nicht zweimal sagen. Wer das Pedal also sein eigen nennen möchte, der schreibt bis zum 16. August eine Mail mit seinen Kontaktdaten und seinem Lieblingssound/-song/-solo von Mr. Kirk Hammett an info@musicnstuff.de. Der Gewinner wird dann in den Tagen danach gezogen und per Mail benachrichtigt. Viel Erfolg.


Bei uns gibt es eins von nor 100 KHDK Dark Blood in der Special Edition zu gewinnen – handsigniert von Kirk Hammett persönlich. :)

Fazit, Wertung und technische Daten

Aus „Neue Besen kehren gut“ wird „Neue Pedale klingen gut“ – oder besser gesagt richtig geil! Was Kirk Hammett mit seinem Team hier quasi von Null an aus dem Boden gestampft hat, ist schon richtig geil. Bei rund 200 € pro Pedal sicher nichts für Einsteiger oder Freizeitklampfer, aber wer sich wirklich intensiv mit seinem Sound und der Signalkette befasst, das Maximum herausholen möchte und auf der Suche nach seinem ganz persönlichen Sound ist, der ist bei KHDK goldrichtig. Denn die Pedale sind nicht nur erstklassig gefertigt, klingen richtig geil und lassen großzügige Soundvariationen zu, nein, sie haben auch das gewisse etwas, das den eigenen Sound dann vom gewöhnlichen abhebt. Dazu klingen sie angenehm musikalisch und Amp-like – eben ganz und gar nicht so, wie viele kratzige und sterile Overdrive- oder Zerrpedale in negativer Erinnerung haben. Übrigens: KHDK hat schon weitere Produkte in der Pipeline. Man darf also gespannt sein, was uns da in den nächsten Jahren noch so geboten wird. Absoluter Antesttipp!

Wertung:
+ Richtig geiler Look
+ Toller Klang und große Flexibilität
+ Umfassende Ausstattung
+ Superstabiles Alugehäuse
+ Extrem helle Status-LEDs
+ Hochwertige Bauteile und Verarbeitung
- Zugang zur Batterie etwas umständlich

Technische Daten:
Typ:        analoge Effektpedale in Solid-State- und Mosfet-Technik
Bauweise:    Bodenpedal
Konstruktion:    Metallgehäuse
Anschlüsse:    In, Out, 9-V-DC
Regler/Schalter:
- Ghoul Screamer: Drive, Tone, Volume, Bass, Highs, Body, Compress 2/3, Compress 1/2/3
- Dark Blood: Gain, Volume, Doom, Treble, Hi/Lo, Gate
- No. 1 Overdrive: Gain, Volume, Bass, Treble, Hi/Lo
- No. 2 Clean Boost: Gain, Volume, Bass, Treble, Hi/Lo
- Scuzz Box: Fuzz, Volume, Deep, Tone, Scuzz/Fuzz, Buffer
Spannungsversorgung:    9-V-Block oder Netzteil
Maße (H x B x T):    40 x 65 x 120 mm
Besonderes:    Designed mit Kirk Hammett, Handgefertigt in den USA
Hergestellt in:    USA

Preise (UVP):
Ghoul Screamer – 272,51 €
Dark Blood – 272,51 €
No. 1 Overdrive – 236,81 €
No. 2 Clean Boost – 236,81 €
Scuzz Box – 236,81 €

Vertrieb: Sound Service
Weitere Infos: KHDK im Netz



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