Kontakt -  Heft -  Impressum -  Termine -  Newsletter 

Besuche unsere Facebook-Seite Folge uns auf Twitter Videos von MusicnStuff auf Youtube Folge uns auf G+ MusicnStuff auf myspace Besuche unsere Instagram-Seite

Test: IK Multimedia iRig UA

Jederzeit und überall spielen

Endlich auch mit Android-Smartphones und –Tablets unkompliziert Gitarre spielen – dem IK Multimedia iRig UA sei Dank.


Jederzeit und ...

Mit einem modernen Smartphone oder Tablet hat man einen leistungsfähigen Rechner in der Tasche. Da wäre es doch praktisch, wenn man es auch nutzen könnte um eine Ampsimulation laufen zu lassen. Bislang ging das vor allem mit Apple-Geräten. Doch IK Multimedia möchte das ändern und bringt eine ganze Reihe von Android-kompatibler Hardware. Für Gitarristen ganz neu: das iRig UA mit der dazugehörigen AmpliTube-UA-App.

Wenn man auf der Straße eine Umfrage machen würde und die Leute bitten würde, zu sagen, was sie immer dabei haben, wäre direkt nach dem Geldbeutel wohl das Handy die meistgenannte Antwort. Kein Wunder, man gewöhnt sich einfach schnell an den Komfort den die kleinen Taschencomputer mittlerweile bieten. Viel wichtiger als Telefonieren sind da surfen im Internet, Navigation und auch Unterhaltung mit Games & Co. Auch für uns Musiker bieten die kompakten Devices viele Möglichkeiten, für die man früher extra ein Gerät mitnehmen musste. Zum Beispiel ein Stimmgerät oder einen Kopfhöreramp.

Ja geil, das ist doch klasse. Nun ja, das war es seit einiger Zeit zumindest für Nutzer von Apples iOS-Geräten wie iPhone und iPad. Doch viele Leute nutzen ja auch andere Mobilgeräte, die meisten ein Modell mit Googles Android-Software. Damit waren aber bislang nahezu alle mobilen Interfaces inkompatibel. Und auch an Apps gab es kaum etwas Vernünftiges. Doch das ändert sich aktuell erfreulicherweise. Die italienische Firma IK Multimedia stellt aktuell einige Android-Hardware und die dazugehörigen Apps vor. Für Gitarristen heißt die neueste Kombination iRig UA und AmpliTube UA, die man ab sofort kaufen kann.


Mit dem iRig-UA-Interface kommt die Gitarre ins Android-Gerät – und der Sound latenzfrei zum Kopfhörer.

Einfacher Einstieg

Aus den kleinen Päckchen des iRig UA zaubert man das kompakte silberne Interface, ein rund 60 cm langes Kabel für die Verbindung mit dem Android-Gerät, dazu eine Karte mit Codes zur Registrierung sowie zum Download der kostenlosen AmpliTube-UA-App sowie die Bedienungsanleitung. Letztere kommt übrigens nahezu komplett ohne Worte aus. Einige Darstellungen reichen aus – so intuitiv ist die Bedienung.

Für guten Sound und geringe Latenz sorgt das iRig-UA-Interface, das mit einem 32-Bit-Prozessor ausgerüstet ist damit die Sounderzeugung nicht im Smartphone gemacht wird und mit einer Sample Rate von 24-Bit bei 44,1/48 kHz glänzt. Das verspricht beste Sounds. Die dazugehörige AmpliTube-UA-App ist mit rund 35 MB übrigens angenehm klein und bietet bereits im Werkszustand eine schöne Auswahl an Amps und Effekten von Clean über verzerrt bis Bass. Damit kann man direkt loslegen. Es ist aber auch möglich, sich gegen kleines Geld zusätzliche Amps, Effekte & Co. zu kaufen.

Ansonsten gibt es nur die nötigsten Anschlüsse und Regler am Interface. Neben dem Eingang fürs Gitarrenkabel und dem USB-Kabel sind das ein Input für ein Aux-Signal – etwa um Songs einzuspielen um dazu zu zocken – sowie ein Kopfhörerausgang. Für Letzteren gibt es noch einen Volume-Regler. Das wars. Dazu kommt eine LED die den aktuellen Betriebszustand anzeigt. Blau bedeutet „Bereit“ bzw. „Pegel zu gering“, Grün und Orange sollte die LED während des Spielens sein. Wird sie rot bedeutet das, dass man den Input zurückregeln muss. Das macht man über die App. Einfacher könnte es kaum sein. Übrigens: Ab Android 5.0 muss man Musik vom Handy nicht mehr über ein Kabel zuspielen sondern kann es direkt zum Interface schicken. Etwas schade ist lediglich, dass man das Smartphone/Tablet nicht mehr laden kann, wenn man das iRig UA angeschlossen hat. Es zieht zwar nicht extrem viel Strom, aber wenn man eine stundenlange Session geplant hat könnte es schon mal knapp werden. Doch auch dafür hat IK Multimedia eine Lösung in petto. Demnächst wird es auch für Android die iRig Power Bridge, mit der man sowohl das Gerät mit Strom versorgen als auch gleichzeitig die benötigten Audio- und MIDI-Verbindungen herstellen.

Die AmpliTube-UA-App bietet reichlich Auswahl in Sachen Sounds und Effekte.

Und los

So, alle Vorbereitungen sind erledigt, dann kann es ja losgehen. Zunächst checke ich das Stimmgerät der App. Cool, das funktioniert echt schnell und zeigt die Stimmung schön präzise an. So hat man sein Instrument zügig in Tune. Als nächstes arbeite ich mich durch die Presets. Zwölf davon sind bereits programmiert und geben einen Überblick was die Basiselemente so können. Insgesamt hat man 15 Speicherplätze, das dürfte den meisten Usern locker reichen.

An Amps befinden sich im kostenlosen Startpaket die fünf Modelle „Clean“ im Fender-Style, „Crunch“ für Vox-Fans, „Lead“ für die Freunde klassischer britischer Rocksounds sowie „Metal“ für das gepflegte US-Brett und „Bass“ für Tieftöner die Satten Schub wollen. Eingestellt werden können Bass, Mid und Treble, dazu natürlich Gain und Volume, aber je nach Modell durchaus auch mal Reverb, Tremolo oder Presence. Passend zu jedem Amp gibt es eine Box, die aber auch mit anderen Verstärkern kombiniert werden kann. Dazu wird die Abnahme per Mikrofon simuliert. Hier hat man die Auswahl zwischen dem dynamischen Klassiker mit sattem Biss und einem eher feinzeichnenden, warmen Kondensatormikro. Aus diesen Komponenten kann man sich schon reichlich geile Sounds zusammenbasteln.

Darüber hinaus hat man noch drei Slots für Effektgeräte in der virtuellen Signalkette. Diese kann man mit verschiedensten Klassikern  von Noise Suppressor über Overdrive und Wah bis hin zu Delay, Chorus, Flanger und Co belegen. Dabei hat man zwei Slots vor und einen hinter dem Amp. Damit kann man den Grundsound noch vielfältig bearbeiten und sich genau den Sound hindrehen, den man braucht. Dabei hilft auch, dass die App sehr logisch und intuitiv aufgebaut ist. Sicher, es gibt Software, bei der man deutlich mehr Möglichkeiten hat auf Details des Sounds einzugehen, aber ich mag die Einfachheit hier und finde bei zu vielen Komponenten in der Signalkette verliert man sich auch gerne mal und hat am Ende auch nicht das was man wollte. Bei AmpliTube UA hat man immer alles auf einen Blick, sehr cool.

Sollten einem die Amps und Effekte allerdings doch nicht reichen kann man zusätzliche Modelle kaufen. Für einen Amp werden üblicherweise 5,99 € fällig, Effekte werden aktuell für 4,49 € angeboten. Dafür sind hier auch sehr spezielle Dinge im Angebot wie etwa das Originale Jimi-Hendrix-Setup, Slashs Signature Amp oder Dimebags 90er-Jahre-Sound. Wer genau das sucht, bekommt es hier für kleines Geld geliefert.  

Mit dem iRig UA und seinem Android-Gerät kann man jederzeit und überall Gitarre spielen.

Satter Sound

Und wie klingt das Ganze? Ich finde sehr überzeugend. Schon mit den Standardkomponenten kann man sich in wenigen Minuten seinen Lieblingssound hindrehen. Das liegt auch an der schon erwähnten angenehm intuitiven Oberfläche der AmpliTube-UA-App. Die Sounds reagieren sehr schön auf das jeweilige Instrument aber auch auf die Pickup-Auswahl und das Volume-Poti. So macht Üben wirklich Spaß. Und man kann auch damit rechnen, dass da bei zukünftigen Updates sicher noch einiges mehr geht, die aktuelle Version ist da erstmal nur der Anfang.

Sehr praktisch sind auch die Presets und die Tuner-Funktion die man auch direkt auf der Hauptoberfläche (de)aktivieren kann. Ein kleiner Verbesserungsvorschlag: Aktuell hört man während des Stimmens das pure Gitarrensignal. Wenn man hier optional auch stummschalten könnte wäre das cool. Insbesondere dann, wenn man über den Headphone Out an einen Verstärker geht. Auch ein Metronom und eine Übungsfunktion wären denkbare Upgrades in einer der nächsten Versionen.

Doch auch jetzt schon funktioniert die Kombination aus iRig UA und AmpliTube UA richtig gut. Man hat Zugriff auf jede Menge guter Sounds und es macht richtig Spaß zu Spielen. Ich konnte keinerlei Latenz spüren – es fühlt sich einfach an wie ein „echter“ Amp. Kleiner Tipp noch: Was bei einem richtigen Verstärker die Box sind hier die Kopfhörer. Wenn man an das Interface irgendwelche 3,99-€-Stöpsel vom Grabbeltisch anschließt muss man sich nicht wundern, wenn die Sounds alle nicht druckvoll und fett rüberkommen. Also, spar hier nicht an der falschen Stelle. Aber einen guten Kopfhörer sollte jeder Musiker ja sowieso besitzen.

Hier ein erster Eindruck des Interfaces:

Technische Daten & Wertung

Typ

Interface für Android-Mobilgeräte

Gehäuse
Kunststoff
Stromversorgung per USB über das verwendete Android-Gerät
Prozessor 32-Bit Digital
Sample Rate
24-Bit bei 44,1/48 kHz
Anschlüsse

Micro USB, Aux In, Guitar In, Headphones Out

Regler

Headphone Volume

Gewicht (inkl Kabel)
rund 80 g
Maße (H x B x T)
51 x 99 x 21 mm
Kompatible Geräte Android (Version 4.2 & neuer)
Lieferumfang Interface, Micro-USB-Kabel
Besonderes kostenlose App mit großer Soundauswahl, Zero Latency-Modus
Hergestellt in
Italien

 
Wertung:
+ klein und leicht
+ einfaches Plug-and-Play
+ ohne spürbare Latenz
+ arbeitet mit vielen Android-Geräten zusammen
+ große Soundauswahl in der App
+ kann durch weitere Soundelemente erweitert werden
- Smartphone/Tablet kann während der Nutzung nicht geladen werden

Preis (UVP): 99 €

Vertrieb: IK Multimedia;
Weitere Infos: iRig UA



Leser-Kommentare:
Keine Kommentare

Kommentar schreiben...

Das könnte dich auch interessieren:





layout-domain.tmpl