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Test: IK Multimedia iRig HD

Allzeit bereit

Ein iOS-Gerät sowie das iRig-HD-Interface und AmpliTube – mehr braucht man nicht, um jederzeit und überall üben zu können.


Allzeit bereit

Während man früher eigentlich nur im stillen Kämmerchen oder im Proberaum bei (hoffentlich) richtig gutem Sound proben konnte, geht das mittlerweile dank hochwertiger Software bzw. Apps und immer leistungsfähigeren Smartphones und Tablets überall und jederzeit. IK Multimedia war bei dieser Entwicklung von Beginn an dabei. Und diese große Erfahrung merkt man auch der aktuellen Version von AmpliTube und dem iRig-HD-Interface an.

Zum Einstieg ein – wirklich kurzer – Blick auf die Geschichte von IK Multimedia für alle, die diese Firma bislang nicht auf dem Schirm hatten. 1996 im italienischen Modena gegründet, macht sich der Hersteller schnell einen guten Namen mit hochwertiger Musikersoftware. Bereits seit 2002 arbeitet man unter dem Namen AmpliTube an den bestmöglichen Amp- und Effektsimulationen für Gitarristen und Basser. Auch bei der Entwicklung von Apps für Apple-Geräte war man von Beginn an dabei. Seit knapp 10 Jahren hat man das Programm auch um Hardware wie Interfaces und Controller erweitert. Von dieser geballten Erfahrung profitieren auch die Nutzer unseres heutigen Testgeräts, des iRig-HD-Interfaces in Kombination mit der aktuellen Version von AmpliTube.

Vielen Gitarristen genügt ja ein ganz einfaches Gerät, um ihr Signal in den Rechner oder das Smartphone beziehungsweise Tablet zu bringen. Da braucht man keine aufwendigen Mehrspuraufnahmen, Phantomspeisung oder vielfältige Ausgänge. Genau an diese Zielgruppe richtet sich das iRig HD. Denn an der mattschwarzen Röhre findet man außer dem Eingang fürs Instrumentenkabel, dem Ausgang zum jeweils genutzten Gerät und einem Gain-Regler nichts. Und das reicht den Meisten auch schon, so kann man wenigstens nichts falsch machen.

Richtig cool finde ich, dass an dem Mini-Interface nicht ein festes Kabel verbaut ist, sondern dem Päckchen drei Varianten beiliegen: einmal für Apples aktuellen Lightning-Anschluss, einmal für den alten 30-Pin-Anschluss (bis iPhone 4S & iPad 3) und schließlich auch noch ganz normal für USB-Anschlüsse. Das ist echt praktisch, denn so kann man den AD-Wandler nicht nur an einem Mobilgerät nutzen, sondern ihn für diverse Apple-Devices sowie alle üblichen Rechner verwenden. Das jeweilige Kabel wird einfach eingesteckt und sitzt dann sicher an der kleinen Röhre. Die ist übrigens so kompakt, dass sie locker in jeden Rucksack oder Gigbag passt – und zur Not auch neben das Telefon in die Hosentasche.


Mehr braucht man nicht um überall mit besten Sounds spielen zu können: ein iOS-Gerät mit der AmpliTube-App, das iRig HD und ein Gitarrenkabel.

Starten und direkt loslegen

Ich nutze für den Test ein iPad Mini sowie die Software AmpliTube Free, die man sich kostenlos aus dem App Store herunterladen kann und die rund 400 MB Speicherplatz benötigt. Dazu war aktuell übrigens ein kleiner Trick nötig. Denn wenn man als zusätzliche Sprache nicht auch Englisch angewählt hat, stürzt die App immer gleich ab – dieser Bug besteht wohl seit dem neuen Apple-Betriebssystem iOS 8. Aber wenn man das weiß, läuft alles reibungslos.

Nun kommt AmpliTube Free eigentlich nur mit recht wenigen Optionen. Doch das Gerät erkennt, dass man das iRig HD angeschlossen hat und schaltet weitere Amps und Effekte frei. Diese kann man dann je nach Wunsch und Bedürfnissen auch noch kostenpflichtig erweitern. Zudem lag in der Packung noch ein Download-Code für AmpliTube Metal für PC und Mac bei, cool. Damit sollten für den Start ja erst mal genug Komponenten zum Ausprobieren vorhanden sein. Dabei helfen dürfte auch die mitgelieferte Kurzanleitung, aber ich leg erst mal einfach so los. Also, Kabel ans iRig HD und ab damit ans iPad.

Startet man die App, landet man direkt auf dem Standardscreen des angewählten Presets. In der unteren Hälfte ist der verwendete Amp grafisch dargestellt, inklusive Box und Mikro. Hier hat man – verglichen mit manchem Konkurrenzprodukt – relativ wenig Einstellmöglichkeiten, kann also nicht das Mikro virtuell vor der Box verschieben, den Raum(anteil) anpassen oder ähnliches. Aber ich persönlich finde das ganz gut, denn wenn man zu viele Möglichkeiten hat, verliert man sich auch gerne und spielt mehr an den Einstellungen herum als mit der Gitarre. In der oberen Hälfte des Bildschirms findet man dann die Effekte. Bis zu vier parallel sind hier nutzbar.

Ganz unten, unter dem Amp, ist dann noch die Navigationsleiste, mit der man zwischen Rig (Setup einstellen), Rec (Aufnahmemöglichkeit) und Studio (Nachbearbeitung der Aufnahmen bzw. Mehrspurrecordings, kostenpflichtig) umschalten kann. Dazu gibt es Tools wie Stimmgerät und Metronom, einen einfach strukturierten Preset-Manager, eine Drum-Maschine, die Möglichkeit Songs zum Jammen zu laden und die MIDI-Einstellungen. Über Menü lassen sich außerdem weitere Funktionen wie Input, Latenz, Monitoring usw. feineinstellen. Und wie gesagt, das ist alles so selbsterklärend, dass ich die Anleitung gar nicht angeschaut habe.

Praktischerweise liegen dem iRig HD Adapterkabel für Apples alten 30-Pin-Connector, den neuen Lightning-Anschluss sowie USB zur Verwendung am Rechner bei.

Gitarre ans Interface

So, genug des Vorgeplänkels, jetzt wollen wir aber mal was hören. Also, Gitarre ans iRig HD und los. Das kleine Interface wird übrigens über das jeweilige Gerät, an das es angeschlossen ist, mit Strom mitversorgt, man muss sich also nicht um Batterien oder das Aufladen kümmern. Und es scheint die Laufzeit des iPads auch nicht extrem zu verkürzen. Ansonsten zeigt eine fünffarbige LED am iRig an, wie der Betriebszustand gerade ist. Dunkelblau bedeutet Standby, Hellblau spielbereit. Wichtiger sind allerdings Grün (Eingangssignal zu leise), Orange (optimal) und Rot (Input zu hoch), so kann man mit dem Gain-Regler das Gerät perfekt an die Gitarre anpassen – denn man will ja keine digitale Übersteuerung.

Allerdings kann es auch durchaus Sinn machen eine Einstellung bei verschiedenen Instrumenten beizubehalten. So behält jede Gitarre ihre Klangeigenschaften – und dynamisch genug sind die Modelings allemal. Auch in Sachen Latenz kann ich Entwarnung geben. Ob auf Ultra Low oder Low, ich konnte keine beim Spielen störende Verzögerung feststellen – sie muss also wirklich kurz sein. Dann macht das Üben natürlich gleich nochmal so viel Spaß. Apropos: Viele Musiker werden die App am iPad ja mit Kopfhörern nutzen. Bitte verwende gute Kopfhörer und probier verschiedene Modelle aus. Denn wenn AmpliTube über 3-€-Headphones vom Grabbeltisch angehört wird, kann das beste Modeling nicht gut klingen.

In unserem Startsetup haben wir Zugriff auf drei Amps – Marshall-Style, Peavey-Style und Mesa-Style – sowie die drei Effekte Noise Gate, Delay und Flanger. Dazu kommen je zwei Cabinets und Mikrofone zur Auswahl. Das Ganze ist schon eher rock- bzw. metallastig ausgelegt, wer auf andere Sounds steht, dem sei die App „AmpliTube Fender Free“ ans Herz gelegt. Abgesehen davon kann man sich für kleines Geld die Amps und Effekte dazukaufen, die man eben benötigt. Vom einzelnen Verstärker oder Effekt für wenige Euro geht es hier bis zum Themenpaket – etwa von Slash, Jimi Hendrix oder Orange – von rund 15 € bis hin zum großen Rundumschlag für knapp 40 €. Wenn man das dann pro Komponente umrechnet, ist das wirklich erschwinglich. Aber selbstverständlich kann man auch andere Apps und Softwares mit dem iRig HD ansteuern.

So kompakt kein ein komplettes Ampsetup inklusive Effekten aussehen.

Traumsound erstellen

Ich erstelle jetzt kurz beispielhaft ein neues Preset, damit du siehst, wie einfach das funktioniert. Und das mit dem kurz ist durchaus ernst gemeint, denn da IK Multimedia nur die wichtigsten Features einbaut, hat man seinen Sound schnell eingestellt. Also, Startbildschirm aufrufen, Amp auswählen und den Grundsound (Gain, EQ usw.) einstellen. Dann noch die passende Box und das besser klingende Mikrofon dazupacken, schon ist die Hälfte geschafft. Jetzt noch die entsprechenden Effektpedale dazu wählen, einstellen und (de)aktivieren – fertig. Zum Schluss kann man das Ganze dann als Preset abspeichern – bis zu 128 sogenannte Favorites sind maximal möglich. Übrigens kann man die auch – mit dem entsprechenden MIDI-Controller und dem passenden Interface (etwa dem iRig MIDI) ganz bequem per Fuß abrufen und steuern. So steht prinzipiell auch einem Live-Einsatz nichts im Wege.

Mindestens genauso cool wie die Sounds sind die kleinen Helferlein, die in AmpliTube integriert sind. Quasi Standard sind Tuner und Metronom. Schon etwas cooler ist, dass auch Drumtracks in verschiedenen Styles wie Rock, Funk oder Electro zur Verfügung stehen oder dazugekauft werden können, die man so anpassen kann, wie man es möchte, um dazu zu jammen. Das führt direkt zur Rec-Option, wo man zu diesen Drums spielen und das Ganze dann direkt aufnehmen kann. Man kann auch bestimmte Stellen loopen und immer wieder dazu spielen. Gerade zum Komponieren echt praktisch. Die logische Erweiterung ist ein komplexeres Mehrspur-Aufnahmeprogramm namens „Studio“, das man kostenpflichtig dazukaufen kann. Den Abschluss bildet das „Song-Fenster“. Hier kann man Songs laden, zu denen man spielen möchte und diese von halb so schnell bis doppelt so schnell in der Geschwindigkeit verändern – bei gleichbleibendem Sound. Zudem kann man Loops setzen, um beispielsweise eine bestimmte Stelle wieder und wieder zu spielen. Richtig cool ist auch die „No Voice“-Funktion, mit der man die Vocals aus einer Aufnahme quasi entfernen und die Gitarren in den Vordergrund rücken kann. Klar, das funktioniert nicht bei jedem Song perfekt, aber doch erstaunlich gut. Und man hört die Gitarren einfach besser und kann so Töne und Riffs leichter raushören, spitze.

Jetzt könnte man ja meinen diese Vielzahl an Funktionen wäre kompliziert zu bedienen – doch weit gefehlt. Das Gute an AmpliTube ist, dass man jederzeit alles auf einem Bildschirm im Blick hat und sich alle Funktionen, wenn man nur ein wenig Erfahrung mit der Bedienung von Gitarrenequipment hat, selbst erklären. So muss man nie lange scrollen oder sich durch Menüs arbeiten. Alles ist nur wenige Klicks beziehungsweise „touches“ entfernt. Das Einzige, was manchmal etwas schwierig ist, ist, dass die einzelnen Elemente auf dem iPad doch schon etwas arg klein und dadurch nur mit viel Feingefühl zu bedienen sind. Man kann sich daran gewöhnen, aber vielleicht gibt es dafür ja in Zukunft auch noch eine schlaue Lösung. Und für Leute, die gerne mit vielen unterschiedlichen Sounds und Effekten arbeiten ist die Basisausstattung mit drei Amps und drei Effekten schon etwas mager. Aber bei dem sehr fairen Preis für das vielseitig nutzbare Interface und der an sich kostenlosen Software hat man ja vielleicht noch ein paar Euro übrig. Das Zusammenspiel zwischen dem schön kompakten Interface und der App/Software funktioniert auf jeden Fall toll und macht – auch wegen der einfachen Bedienung – einfach Spaß. Auch am Rechner funktioniert das Ganze toll. So kann man sich auf das konzentrieren, auf das es ja am Ende ankommt: dass man bei geilem Sound schön üben kann.

Übrigens: Mittlerweile gibt es das iRig als iRig HD-A auch für Android-Geräte und ganz neu als iRig 2 das dann mit allen Geräten zusammenarbeitet und auch direkt einen 6,3-mm-Klinkenausgang zum Anschluss an den Amp bereitstellt.

Das eigentliche Interface iRig HD ist so kompakt, dass es wirklich immer Platz findet.

Technische Daten & Wertung

Typ (Gitarren-)Interface für iOS-Geräte sowie Mac und PC
Gehäuse
Kunststoff  
Anschlüsse
Klinke (6,3 mm), Adapterkabel
Regler
Gain
Voraussetzungen

Ab iPhone 4, iPod Touch 4th Generation, Mac OS X 10.5, Windows XP/Vista/7/8

Maße 30 x 99 x 21 mm
Gewicht 35 g
Besonderes kommt mit Adapterkabeln für Lightning-, 30-Pin- und USB-Anschluss
Hergestellt in Italien

 
Preis (UVP): 79,99 €

Wertung:
+ durchdachte Software
+ einfach und selbsterklärend bedienbar
+ flexibel einsetzbar (verschiedene iOS-Geräte, Rechner)
+ guter Sound
+ fairer Preis
- recht wenige Sounds ab Werk verfügbar
- teilweise etwas fummelige Bedienung


Vertrieb: IK Multimedia
Weitere Infos: iRig HD



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