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Test: Ibanez RG2228A-BK

Tiefton-Monster auf höchstem Niveau

Low-Tuning auf höchstem Niveau präsentiert Ibanez mit der RG2228A-BK


Tiefton-Monster auf ...

Ibanez hat mit der RG2228 vor 6 Jahren die erste in Serie produzierte 8-Saiter präsentiert und damit nicht zum ersten mal einen Trend gesetzt. Mit leichtem Facelift und passiven DiMarzio-Pickups holt die RG2228A nun zum nächsten Schlag aus.

Schon 1990 hatte Ibanez Mut bewiesen und mit Steve Vais Universe-Signature-Modell die erste siebensaitige E-Gitarre in Serienproduktion gefertigt. Im Laufe der Jahre kamen weitere Modelle hinzu, und diesen wurde durch New-Metal-Bands wie Korn oder Limp Bizkit, aber auch extremeren Vertretern des Metal-Genres, weiter zu größerem Ruhm verholfen.

Aber was, wenn sieben Saiten nicht mehr ausreichen? Diesem Problem sahen sich die Schwedischen Experimental-Metaller Meshuggah bei den Aufnahmen zu ihrem Album „Nothing“ gegenüber. Durch das extreme Herunterstimmen der von ihnen benutzten Ibanez Siebensaiter überschritten sie die physikalischen Grenzen ihrer Instrumente und wandten sich in Folge dessen mit der Bitte an den Ibanez Custom Shop, ihnen achtsaitige Modelle anzufertigen. 2003 bekamen die Schweden dann die ersten beiden Modelle und spielten das Album gleich nochmal ein, da sie vom Sound ihrer neuen Äxte so überzeugt waren. Das Interesse an diesen Instrumenten und ihrem unverkennbarem Sound wuchs mit der zunehmenden Popularität von Meshuggah und 2007 präsentierten Ibanez mit der RG2228 die erste in Serie produzierte Achtsaiter überhaupt.

Dank dieses mutigen Schrittes und des daraus entstehenden Erfolgs (natürlich in einem Nischenmarkt) sind Achtsaiter mittlerweile etabliert und werden von vielen Herstellern angeboten. Die Ibanez RG2228A kann aber nach wie vor als absolute Referenz auf ihrem Gebiet überzeugen. Schon das luxuriös-massive, mit  Schlangenleder-Imitat überzogene, Case weis Eindruck zu schinden. Öffnet man dieses heißt es: mehr Schwarz geht nicht! Die RG2228A ist in ihrem hochglänzenden Lackkleid schon ein beeindruckendes Schlachtschiff. Die Dimensionen dieser Gitarre können dabei zunächst aber durchaus etwas einschüchternd wirken.


Die Ibanez RG2228A-BK ist ein massiver, perfekt verarbeiteter Brocken Gitarre.

Komfortables Schlachtschiff

Nimmt man das Instrument in die Hand, fällt einem allerdings sofort das tolle Halsprofil auf. Ich habe verhältnismäßig kleine Hände und fühle mich trotz der massiven Breite des Halses sofort zu Hause. Hier haben sich die Japaner wirklich selbst übertroffen. Das Finish auf der Halsrückseite ist seidig matt und sorgt zusätzlich für absolutes reibungsloses Spiel. Dank des Ibanez AANJ (All Access Neck Joint) erreicht man auch die hohen Lagen auf dem Griffbrett mühelos. Dieses ist mit perfekt abgerichteten Jumbobünden ausgestattet, die dank des sogenannten Prestige-Fret-Edge-Treatments smooth mit der Griffbrettkante abschließen. Bleiben also nur noch die Bariton-Mensur von 27“ (685,8mm) und natürlich die acht Saiten zu meistern.

Ich denke ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich vermute, dass dich weder der unverstärkte Klang dieses Instruments, noch die so gern zitierten „funky Sounds der Pickup-Mittelstellung“ wahnsinnig interessieren, sondern viel mehr, ob die Gitarre im Hi-Gain-Betrieb hält was sie verspricht. Und das tut sie! Der Sound der RG2228A lässt sich mit einem Wort beschreiben: Brutal! Sie sägt, bellt und schneidet wie ein Skalpell auch durch den dichtesten Mix.

Die von Ibanez gewählte Holzauswahl ergänzt sich dabei perfekt mit den sehr wohlbalancierten DiMarzio D-Activator-8-Humbuckern. Diese bestechen durch fette Mitten, transparente Höhen und genau dem richtigen Maß an Bass. All das mit einem Output, der sich nicht vor der aktiven Konkurrenz verstecken muss. Ganz im Gegenteil tönen die DiMarzios brutaler und vor allem transparenter als die aktive EMG-808-Bestückung in der ursprünglichen Variante der RG2228. Natürlich lässt die passive Bauweise der Pickups auch ein sehr dynamisches Spiel zu. Du hast als Spieler also den Sound immer selbst in der Hand – oder in den Fingern.

Die Werkssaiten lassen leider einen etwas strafferen Saitenzug vermissen, allerdings ist das ein Stück weit natürlich auch Geschmacksache. Aber mit dem richtigen Satz und vor allem einer angemessen dimensionierten F-Saite (ich benutze eine D'Addario NW 074) lassen sich selbst in den tiefsten Lagen aggressiv-perkussive Single-Note-Attacken realisieren, wie auch im Soundbeispiel schon zu hören ist. Diese werden transparent artikuliert wiedergegeben und selbst Powerchords lassen sich bis in enorm tiefe Lagen noch realisieren. Bewegen wir uns in entgegengesetzter Richtung auf dem Fretboard und auf den sieben weiteren Saiten, glänzt die Ibanez RG2228A durch ein ausgewogenes Klangbild und gleichmäßige Wiedergabe verschiedenster Spieltechniken.

Auch der Hals der RG2228A-BK schmiegt sich optimal an.

Flexibel und hochwertig

Der 5-Weg-Pickup-Switch lässt aber natürlich auch andere Gangarten zu. Der Hals-Pickup ist durchaus zu sahnigen Leads in der Lage und auch im Cleanbetrieb machen die D Activator einen sehr guten Eindruck. Von glockenklar bis jazzig-warm kann man der Ibanez RG2228A ein breites Spektrum an unverzerrten Sounds entlocken. Besonders unter Hinzunahme des Tone Potis kann man in Verbindung mit den verschiedenen Pickup-Stellungen sehr vielfältige Ergebnisse erzielen. Auch wenn die Ausrichtung dieses Tiefton-Monsters also zunächst klar scheint, ist die RG2228A durchaus kein „One Trick Pony“.

Woran sich die Geister scheiden werden ist die feste Edge III-8 Brücke. Im Double-Locking-Verfahren werden die Saiten hier eingespannt und dann mit Hilfe von Klemmsätteln oben an der Kopfplatte fixiert. Das hat den Vorteil, dass die RG2228A enorm stimmstabil ist – und den Nachteil, dass das Wechseln der Saiten durchaus eine gewisse Zeit beansprucht, da man zunächst mal wie bei einem Floyd-Rose-Vibrato alle Ballends von den Saiten abknipsen und natürlich den Sechskant Schlüssel bemühen muss. Ibanez stattet den Käufer zusätzlich zu Gitarre und luxuriösem Case dazu mit einem praktischen Prestige-Multitool aus, mit dem diese und andere alltägliche Arbeiten an der Gitarre verrichtet werden können. Eine herkömmliche fixed Bridge wäre schon etwas leichter zu handhaben, aber hier halten sich Vor- und Nachteile eben die Waage.

Das die Verarbeitung der RG2228A auf höchstem Niveau ist, braucht man dank des Prestige-Tags auf der Kopfplatte wohl kaum mehr zu erwähnen. Bis ins kleinste Detail wurden hier von den fleißigen Japanern nur hochwertigste Komponenten verbaut und alles genau dort platziert, wo es hingehört. Selbst die Potis machen mit ihrer geriffelten Gummi-Oberfläche einen sehr edlen Eindruck. Mechaniken und Hardware wirken unverwüstlich und verrichten präzise ihre Arbeit.

Mit der RG2228A untermauert Ibanez seinen Status als besonders fortschrittliche Gitarrenschmiede und liefert ein Modell ab, dass über alle Zweifel erhaben ist. Neben dem von Meshuggah geprägten Sound ist sie auch in der Lage, eine ganz andere Gangart an den Tag zu legen. Von Jazz bis Death Metal ist hier alles drin! Dieses achtsaitige Monster ist eine Allzweckwaffe, die das Prestige-Label mehr als verdient und ist nicht nur die erste, sondern nach wie vor auch die für mich beste Serien-Achtsaiter auf dem Markt.

Wie gut die Gitarre mit Simon harmoniert hörst du auch in diesem Clip, einem Ausschnitt des Riffings zu „Temple“ von War From A Harlots Mouth (Infos zur Band gibt es unter www.wfahm.com)

Die FX-Edge-III-8-Brücke ist Garant für beste Bespielbarkeit und maximale Stimmstabilität

Technische Daten

Bauweise            Solidbody 8-String E-Gitarre
Korpus                RG-Shape, Linde
Hals                Wizard Ultra-8, 5-teilig, Ahorn/Wenge, 27“-Mensur (685,8mm)        Griffbrett            Palisander, 430mm Radius, 24 Jumbo Bünde
Brücke                FX Edge III-8, double-locking
Tonabnehmer            DiMarzio D Activator 8 Bridge (H), DiMarzio D Activator 8 Neck (H)
Regler, Schalter                Volume, Ton Poti, 5-Way-Pickup-Switch
Farbe                Schwarz (auch in weiß erhältlich)
Zubehör            Deluxe Case, Holz mit Schlangenleder-Imitat, Multifunktionswerkzeug
Getestet mit            Line6 UX1/PODFarm 2, Kemper Profiling Amplifier, Peavey 5150, Engl 4-x-12-Cabinet


Wertung:

+ Beste Bespielbarkeit
+ Hochwertige Werks-Pickups
+ Erstklassige Verarbeitung
+ Komfortables Halsprofil und -finish
+ Äußerst stimmstabil

Vertrieb: Roland Meinl Musikinstrumente; www.meinldistribution.eu; www.ibanez.de
Preis (UVP): 2.158 €



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