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Test: Bugera 1960 Infinium Head (Teil 2)

Classic Sounds and More

Weiter geht's mit dem Test des unglaublich günstigen Bugera 1960 Infinum – umso erstaunlicher, was das Top so leistet.


Classic Sounds and ...

Nachdem wir dir in Teil 1 dieses Tests gezeigt haben, welche Grundsounds der Bugera 1960 Infinum bietet, erfährst du hier was der Amp noch kann – und wie du das auch bei geringen Lautstärken erreichst.

So, nachdem wir dir hier in Teil 1 alles über die Ausstattung und die Grundsounds des Bugera haben, wagen wir uns jetzt an die Feinheiten. Es geht nämlich auch anders, wir haben schließlich noch einen weiteren Kanal mit an Bord, der ebenfalls gehört werden möchte. Dieser weist eine heißere Gain-Struktur und einen wesentlich kräftigeren Höhenanteil auf. Mit anderen Worten: Jetzt wird nicht mehr gebellt und geknurrt, die „Bulldogge“ beißt zu! Einzeln hört man diesen Kanal allerdings nur, wenn man die Gitarre an den oberen „High 1“ Input anschließt und einen Blindstecker oder ein Kabelende in „High 2“ steckt.

Da die meisten Gitarristen ohnehin die Eingangskanäle mittels Patchkabel zu koppeln pflegen, bietet der „1960“ noch etwas mehr. Ein einzelnes Kabel im oberen „High 1“ Input ergibt bereits die beliebte Parallelschaltung der Kanäle. Damit lassen sich die unterschiedlich verarbeiteten Frequenzbereiche wunderbar zielgenau mischen. Klanglich stehen wir nun mit beiden Beinen im anbrechenden Hardrock-Zeitalter, wobei die erweiterte Palette von Plexi-Crunch bis zur JCM800- Style-Kelle reicht.

Brüllend laut, mit beißenden Obertönen und in der Magengrube drückenden Bässen lassen Riffs von Led Zeppelin bis Guns ’n’ Roses die Proberaumwände erzittern. Fett! Nur, sobald die Kollegen dazu kommen, werden sich viele wünschen die ungestüme Sound-Wucht ein wenig zügeln zu können. Kein Problem, denn auf der überraschend modern aussehenden Rückseite findet sich neben den Infinium-Anzeige-LEDs und dem im Pegel umschaltbaren seriellen Effektweg auch noch ein „Post Phase Inverter Master“-Volume-Poti.


Der Master-Regler auf der Rückseite hält die Lautstärke auf Wunsch im Zaum.

Es wird geschmeidiger

Dieser Regler liegt folglich hinter der Treiberstufe, unmittelbar vor den Endpentoden. Dadurch soll sich der Klangcharakter des Amps kaum verändern. Ängstliche Puristen, die ein Master Volume meiden wie der Vampir den Knoblauch, dürfen das Ganze aber mittels Schalter auch einfach deaktivieren. Das gibt uns obendrein die Möglichkeit zum schnellen Direktvergleich. Und in der Tat hört und spürt man zumindest bei geringen Absenkungen kaum einen Unterschied zwischen purem und Master-Volume-Signal.

Der vierte und letzte Input unten links schließlich kaskadiert die beiden Vorstufenkanäle, schaltet sie also in Reihe. Das muss ja nun die finale Abrissbirne werden, oder? Erstaunlicherweise nicht. Wurden die Sounds der verschiedenen Inputs bislang immer rabiater und aggressiver, wirkt der Amp nun spürbar geschmeidiger. Herbe Zwischentöne und reibende Interferenzen halten sich zurück. Das zusätzliche Gain gibt beim Solo etwas mehr Halt und verzeiht auch mal kleinere Ungenauigkeiten, gut.

Doch letztlich ist auch diese Einstellung nichts für sensible Kuschelrocker, sondern verlangt nach beherzter und sauberer Spielweise. Sie gibt sich nur ein bisschen zugänglicher und spielt sich angenehmer als die gnadenlose Parallelschaltung, die keinen Spielfehler verzeiht, sondern gleich hämisch hinausposaunt. In Sachen Gain dringt man nun immerhin bis in die Proto-Metal-Zone vor, die noch ohne viel Kompression auskommt. Um es plakativ zu machen: Man denke an Randy Rhoads, nicht an Kerry King!

Über die Effektschleife kann man Externe Geräte einbinden – oder auch nur die Endstufe des Amps nutzen.

Effektives Setup

Wie bereits erwähnt, hat man dem „1960“ auch eine FX-Loop spendiert, um Effektgeräte leichter ins Setup einbinden zu können, die (leider ausschließlich) manuell zu- und abschaltbar ist. Die Schaltung ist seriell ausgelegt, schickt also das gesamte Signal durch die Peripherie. Eine praxisgerechte Pegelabsenkung (+4/-10 dB) erlaubt wahlweise den Anschluss von simplen Bodentretern oder größeren Effektprozessoren. Das klappt an sich problemlos. Zwei Einschränkungen gibt es allerdings.

Bei alternativer Nutzung der Input-Buchsen ergeben sich, durch die stark variierenden Gain-Level, teilweise erhebliche Lautstärkeunterschiede, die dann ebenso am Effektweg ankommen. Wer hier im fliegenden Live-Einsatz hin- und herstöpselt, sollte also tunlichst darauf achten die angeschlossenen FX-Geräte inputseitig nicht zu überfahren.

Des Weiteren muss man sich darüber im Klaren sein, dass die über die Return-Buchse zurückgeführten Effektsignale unter Umständen hinterher noch verzerrt werden. Das klingt dann in der Regel nicht so toll. Wer intensives Endstufen-Clipping und Effekte gleichzeitig nutzen möchte, sollte besser das Amp-Signal am Send abgreifen und den Effektgeräte-Output auf einen zweiten Verstärker leiten. So ein Dry/Wet-Setup ist zwar aufwändiger, klingt aber auch gleich viel eindrucksvoller und dynamischer.

Der Bugera funktioniert am besten mit großen, robusten Boxen – von denen man zwei parallel anschließen kann.

Heavy-Weight-Boxen

Zu guter Letzt muss das Verstärkersignal noch an eine geeignete Box geleitet werden. Hierzu stehen zwei parallele Outputs zur Verfügung. Am zugehörigen Schiebeschalter stellt man die gewünschte Abschluss-„Impedance“ (4, 8 oder 16 Ohm) ein. Welchen Boxentyp man anschließt, ist natürlich in erster Linie Geschmacksache. Auf jeden Fall sollte er ausreichend belastbar sein. Denn der „1960“ ist ein High-Power-Aggregat, das sich insbesondere auf großen Bühnen wohlfühlt.

Sein Wunschpartner sind daher großvolumige 2-x-12“er- oder 4-x-12“er-Konstruktionen. Toll klang der Amp etwa über eine gut eingespielte 4-x-12“er mit Celestion G12M „Greenbacks“, deren Belastbarkeit allerdings rasch ausgereizt war! Da bräuchte man dann schon ein Fullstack. In Kombination mit anderen höher belastbaren Brüllwürfeln mit „Vintage 30“ oder G12 T-75-Bestückung (ebenfalls von Celestion) klang er wiederum zu scharf und durchdringend, zumindest für meinen Geschmack.

Deshalb habe ich dann, wie Zakk Wylde, Electro-Voice-Boxen angeschlossen. Zugegeben irre, zwei EV-Speaker kosten ja schon mehr als der ganze Amp. Aber das ist ein Hammersound, der sich auch bestens für Abrissarbeiten eignet! Die Unterschiede im Wiedergabecharakter sind enorm, es lohnt sich also unbedingt den „1960“ mit verschiedenen Lautsprechertypen anzutesten. Und eine realistische Lautstärke gehört schon dazu, damit man dann auch weiß, worauf man sich da eigentlich einlässt ...

Wenige Regler, dafür viele Sounds bietet der Bugera 1960 Infinum.

Technische Daten & Wertung

Bauweise
 

Gitarren-Topteil in Vollröhrenschaltung

 
Röhrentyp
3x ECC83, 4x EL34
Leistung
150 W (Maximalleistung laut Hersteller; ca. 100 W RMS) an 4, 8 oder 16 Ω
Kanäle
2 (seriell oder parallel koppelbar)
Eingänge

Channel 1 High (single) & High (1/2 parallel) Channel 2 High (1 & 2 seriell) & Low (single)

Regler & Schalter

(Front:) Volume 1 & 2, Bass, Mid, Treble, Presence; Standby, Power;
(Rückseite:) Master (Volume) Poti & Active/Bypass Switch, FX-Loop (True) Bypass & FX-Level (+4/-10 dB), Impedance (4/8/16 Ω)

Peripherie
 

2 x Loudspeaker Out, FX-Loop (seriell) Send & Return

 
Gewicht
22 kg
Maße (H x B x T)
310 x 690 x 245 mm
Besonderes

Infinium Circuit (Röhrenüberwachung, automatischer Bias-Abgleich und Tube-Matching)

Hergestellt in
China

 

Wertung:

+ dynamischer Retro-Rocker
+ vielfältige Charakter-Sounds
+ innovatives Vorstufenkonzept
+ Leistung und Durchsetzungskraft
+ Master Volume
+ Verarbeitung
+ „Infinium“-Schaltung
+ Preis-Leistungs-Verhältnis
- Channel-Optionen und FX-Loop-Status nicht fernschaltbar

Preis (UVP): 434



Vertrieb: Music Group
Weitere Infos: www.bugera-amps.com/EN/products/1960-INFINIUM.aspx





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