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Test: Ampeg V-4B-Stack (V-4B, SVT-112AV & SVT-212AV)

Klassiker light

Ampegs V-4B bietet den klassischen SVT-Sound eine Nummer kleiner und günstiger als der große Bruder.


Klassiker light

Für viele Bassisten (gerade im Rock-Bereich) ist Ampegs Röhrenklassiker SVT immer noch das Nonplusultra – und so ein „Kühlschrank“ klingt ja auch toll. Nur braucht man wirklich 300-Vollröhrenwatt und eine mannshohe Box? Für alle, die diesen Sound möglichst originalgetreu genießen aber nicht so viel zahlen und schleppen wollen gibt es das Ganze als V-4B mit passender 1- oder 2-x-12“-Box auch eine Nummer kleiner.

Es dürfte kaum einen Bassisten (oder überhaupt Musiker) geben, der noch nie einen der klassischen Ampeg-„Kühlschränke“ – also das fette 300-Watt-SVT-Röhrentop mit der passenden 8-x-10“-Box – auf einer Bühne gesehen hat. Und wer dann noch das Vergnügen hatte, einen dieser Türme in ordentlicher Lautstärke zu erleben, der weiß, dass dieser Sound einfach nur geil ist – zumindest für Rock & Co, aber auch für Funk, Pop und vieles mehr. Nicht umsonst ist das Monster seit rund 45 Jahren berühmt-berüchtigt, wenn es um richtig fette Basssounds geht.

Schon deutlich weniger Leute wissen, dass es bereits seit 1971 mit dem V-4B eine kompaktere und günstigere Variante gab und gibt, die sich deutlich besser mit dem durchschnittlichen Musikerbedarf und -geldbeutel verträgt. Wobei kompakt bei einem knapp 20 Kilo schweren 100-Watt-Top auch relativ ist. Auf jeden Fall bietet auch die kleinere Variante quasi alles, was den großen SVT-Head so beliebt machte: Satte Röhrenpower, einen unverkennbaren Sound und massig Punch. Ok, man kann damit nicht ganz so dicke Wände einreißen wie mit dem großen Bruder. Dafür kommt man schon früher – also bei durchaus noch vertretbaren Pegeln – in den Genuss von Endstufenverzerrung und –kompression.


Der Ampeg schöpft seine Kraft ganz klassisch aus Röhren

Schlichter Rocker

Wer seinen Bass bislang mit einem modernen Amp mit tausenden Features verstärkt hat, der könnte ob der Schlichtheit des Ampeg fast schon überfordert sein. Das Topteil kommt im klassischen 70er-Jahre-Look und hat auf den ersten Blick neben dem On- und dem Standby-Schalter lediglich zwei Inputs (für aktive oder passive Instrumente) sowie fünf Regler. Allerdings befinden sich unter dem Gehäuseüberhang – gut geschützt und leicht versteckt – noch drei Kippschalter. Mit denen lassen sich Ultra Hi und Ultra Lo (de)aktivieren sowie der Frequenzbereich des Midrange-Potis bestimmen mit dem man die Center-Frequenz, die das zugehörige Poti bearbeiten soll (bis zu +11 bzw – 21 dB sind hier möglich) vorwählen kann. Zur Auswahl stehen dabei 220, 800 und 3.000 Hz.

Das alles ist aber gar nicht so extrem wichtig, denn seinen Grundcharakter lässt der Ampeg sich sowieso nicht austreiben – zum Glück. Nicht umsonst genießen die Röhrentops des US-Herstellers seit Jahrzehnten einen exzellenten Ruf – und zwar nicht für maximale Flexibilität, sondern für den klassischen Ampeg-Sound. Und das sind eben schön warme knurrige Klänge, die gerne auch ins Angezerrte abdriften. Und für Fans moderner Sounds hat Ampeg mit den leistungsstarken SVT-Pro-Modellen ja mehr als genug Auswahl im Programm.

Auch die Rückseite des Heads ist eher schlicht und übersichtlich gestaltet. Neben fünf Klinkenbuchsen für den Anschluss diverser Boxen (8 Ohm, 2 x 4 Ohm, 2 x 2 Ohm) hat man noch einen Preamp Out, etwa um andere Endstufen anzusteuern, einen Power Amp In zur Verwendung der Endstufe mit anderen Preamps sowie einen Slave Out. Letzteren kann man dazu nutzen, weitere Endstufen mit dem Preamp-Sound des V-4B zu betreiben, beispielsweise wenn man auf einer Open-Air-Bühne mehrere Stacks nebeneinander betreiben möchte. Auch einen Tribut an die Moderne hat der Ampeg noch zu bieten, denn er verfügt auch über einen DI Out im XLR-Format, über den man das Signal vor der Endstufe abgreifen kann, etwa um es direkt zum Mischpult zu schicken, aber auch für Aufnahmen oder um andere Geräte mit dem Preamp-Sound anzusteuern. Sollte man sich hier Brummgeräusche einfangen kann man auf den Ground-Lift-Taster zurückgreifen um sie zu beheben.

Mit den kompakten SVT-Boxen bildet der V-4B ein schlagkräftiges Team

Der Turmbau zu Ampeg

Natürlich braucht das V-4B-Top auch (mindestens) einen adäquaten Partner, um seine Leistung auch ausspielen zu können. Zum Test stellte uns der Vertrieb dafür die kompaktesten Boxen aus der Classic-Serie zur Verfügung, die SVT-112AV und die SVT-212AV. Neben ihrem klassischen Look begeistern die beiden Cabinets mit sauberer und solider Verarbeitung sowie einem schön ausgewogenen Sound. Bestückt sind beide Modelle mit speziell von Eminence gefertigten Speaker(n) sowie einem Tweeter, den man in drei Stufen zuschalten kann (off/- 6 dB/0 dB) um dem Klangbild bei Bedarf noch eine Extraportion Höhen mitzugeben.

Doch welche Box ist für wen die Richtige? Genug Belastbarkeit liefern beide mit 300 bzw. 600 Watt ja locker. Wer wirklich maximalen Bassdruck bei minimalem Platzbedarf sucht, der ist mit der SVT-112AV bestens bedient. Die ist sehr kompakt gebaut, schön leicht und lässt sich an ihrem einzigen Griff recht bequem transportieren. Nur etwas schade, dass nicht auch auf der Seite auf der kein Griff ist, Gummifüße angebracht sind – denn wenn man sie mit einer Hand trägt und sie abstellen möchte, passiert das quasi automatisch immer auf der Seite. Und wie lange das der Bespannstoff mitmacht, wird die Zeit zeigen.  Abgesehen davon bietet die Box auf der Oberseite Kunststoffaussparungen, die genau zum V-4B passen – damit steht das Top sicher auf der Box – oder auch auf mehreren.

Klanglich agiert die SVT-112AV schön rund und satt und bietet sich damit als Partner insbesondere für Spieler an, die einen nicht zu aggressiven, eher warmen Sound suchen. Sollte einem dennoch der Sinn nach etwas mehr Glanz und Draht in den oberen Frequenzen stehen, kann man ja immer noch den Tweeter zuschalten. Wer jetzt denkt, dass die SVT-212AV in Sachen tiefe Frequenzen noch einen drauflegt, wird eher enttäuscht. Nein, diese Box holt aus den zwei Speakern und dem größeren Gehäuse einen ausgewogeneren und breiteren, aber nicht unbedingt tieferen Sound. Insgesamt klingt sie aber ein ganzes Stück erwachsener als die kompakte 1-x12“er und dürfte vor allem Spieler begeistern, die mehr Feinzeichung und Details von ihrem Amp erwarten. Packt man beide Cabinets zusammen an den V-4B, kommt ein Schub aus den Speakern, dass man den großen SVT kaum noch vermissen dürfte.

Die SVT-Cabs sind wie das Top blitzsauber und solide verarbeitet

Einfach gut

Schlichter Amp, schlichte Überschrift. Sie fasst aber ganz gut zusammen, was den Ampeg ausmacht. Und das ist die Fähigkeit, den angeschlossenen Bass schön ehrlich und fett wiederzugeben. Wie bereits erwähnt: wer auf der Suche nach extremen Sounds ist oder ein schlechtes Instrument zurechtbiegen will, der ist hier falsch. Der Ampeg hat seinen Grundcharakter, den man an Geschmack und Instrument leicht anpassen kann, aber man bekommt hier einfach den klassischen Klang geboten, den man mit dieser Marke verbindet. Und mehr brauchen viele Bassisten gar nicht.

Die Boxen ergänzen das Top dabei sehr schön. Welche dann die Richtige ist, hängt von Anspruch und Geldbeutel ab. Aber ich persönlich finde das kompakte Stack aus V-4B und SVT-112AV schon sehr reizvoll. Und mit einem Ladenpreis von rund 2.000 Euro ist es auch preislich sehr attraktiv, da kosten die meisten großen SVT-Tops alleine schon mehr. Und ein großer Vorteil bei den klassischen Ampegs ist ja auch, dass man sie auch wieder zu guten Preisen verkaufen kann, wenn man das möchte. So gesehen ist das Geld gut investiert.  



Kurze Rede, langer Sinn: Wer auf der Suche nach dem klassischen Ampeg-Röhrensound ist ohne sich Rückenprobleme einzuhandeln oder Stress mit der Band und dem Mischer zu bekommen, der ist hier genau richtig. Klar, rund 2.000 € für das Halfstack sind kein Pappenstiel, aber man bekommt dafür auch einen Sound, der sich schwer in Worte fassen lässt – dafür aber umso süchtiger macht. Und die Cabinets sehen nicht nur gut aus, sie ergänzen das Röhrentop wunderbar – arbeiten aber natürlich auch mit diversen anderen Verstärkern bestens zusammen und sind – wie das Head – eine gute Investition.

Übrigens: Früher haben Gitarristen und Bassisten ja gerne die gleichen AMps verwendet. Wer also auf cleane bis leicht angezerrte Sounds abfährt oder seinen Sound gerne aus Effektpedalen holt, für den ist der V-4B auch ein heißer Tipp.

Auch das Anschlussfeld der Boxen ist klar strukturiert und lässt keine Fragen offen – und per Tweeter-Schalter kann man Höhen nach Bedarf zugeben

Technische Daten & Wertung

Ampeg V-4B

Bauweise

Bass-Topteil in Vollröhrenschaltung

Röhrentyp
3 x 12AX7, 1 x 12AU7, 4 x 6L6GC
Leistung
100 W RMS an 8 Ω, 2 x 4 Ω oder 2 x 2 Ω
Kanäle
1
Anschlüsse

Input 0 dB, Input -15 dB PAD; Rückseite: Preamp Out, Poweramp In, Slave Out, Balanced Out (XLR), Speaker Out (8 Ω, 2 x 4 Ω, 2 x 2 Ω)

Regler & Schalter

Gain, Bass, Midrange, Treble, Master, Ultra Lo, Midrange, Ultra Hi; Rückseite: Ground Lift, Standby, Power

Gewicht
18,6 kg
Maße (H x B x T)
610 x 279 x 279 mm
Hergestellt in
China

 

 
SVT-112AV/SVT-212AV

Bauweise

geschlossene Box

Gehäuse
Pappelsperrholz (15 mm Wandstärke)
Belastbarkeit
300 W RMS (112AV)/600 W (212AV)
Lautsprecher
12“ Eminence Custom, 1 x HF-Horn (112AV)/2 x 12“ Eminence Custom, 1 x HF-Horn (212AV)
Anschlüsse

2 x Klinke

Regler

HF-Damping Schalter (off/- 6 dB/0 dB)

Gewicht
20,5 kg (AV112)/30 kg (AV212)
Maße (H x B x T)
610 x 432 x 406 (AV112)/610 x 635 x 406 mm (AV212)
Hergestellt in
China

 

 

 

Preise (UVP):

V-4B: 1.724,31 €
SVT-112AV: 712,81 €
SVT-212AV: 1.010,31 €

Wertung:

+ klassischer Look
+ typischer Ampeg-Röhren-Sound
+ moderne Features
+ solide Verarbeitung
+ vielseitige einsetzbare Cabinets
- nur Klinkenanschlüsse an den Boxen
- klanglich wenig flexibel


Info: Ampeg

 

 

 



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