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Test: Alvarez Ukulelen (AU70S, AU70C, AU70T, AU70B, AU90S, AU90T)

Die glorreichen Sechs

Was macht eine gute Ukulele aus und wie findet man die passende? Wir probieren es mit sechs Alvarez-Modellen aus.


Die glorreichen ...

Ja, isser denn jetzt verrückt geworden? Gleich sechs Ukulelen zum Test? Nun ja, klar, das klingt im ersten Moment etwas verrückt, aber ich dachte mir, dass es die beste Möglichkeit wäre, die klanglichen Eigenschaften der verschiedenen Hölzer und Bauformen einschätzen zu können. Netterweise schickte mir der Alvarez-Vertrieb Sound Service eine tolle Auswahl dieser kleinen Saiteninstrumente zu. Schon gespannt? Dann geht’s direkt los.

Eine Ukulele? Ernsthaft jetzt? Das ist doch nur Spielzeug, oder? So, Stefan Raab und so. Naja, diese Meinung gibt es natürlich, und das „niedliche“ Aussehen von Ukulelen trägt ein Übriges dazu bei, dass man sie nicht als ernsthafte Instrumente betrachtet. Doch schon ein kurzer Besuch auf YouTube oder bei Google zeigt einem, dass es durchaus Musiker gibt, die extrem wohlklingend und durchaus virtuos mit Ukulelen Musik machen. Als Tipps seien hier etwa Jake Shimabukuro oder Taimane Gardner genannt. Darüber hinaus sind Ukulelen gerade für unterwegs oder den Urlaub sehr praktisch. Zudem kann man mit ihnen seinen Songs eine neue und interessante Klangfarbe hinzufügen.

Alles klar, du möchtest also eine Ukulele. Doch wie viel muss man als Einsteiger ausgeben? Welche verschiedenen Varianten gibt es? Und wie erkenne ich ein gutes Instrument? Dann schauen wir mal. Also, als Einsteiger bekommt man schon für 100 bis 200 Euro richtig gute Instrumente, mit denen man auch nach Jahren noch Spaß haben kann. Von Supermarktmodellen für 20 Euro oder Ähnlichem würde ich abraten. Es sei denn man weiß eh schon, dass man die Ukulele nur paarmal zum Spaß benutzen möchte und sie dann in einer Ecke rumgammeln wird. Aber ansonsten sind solide Einsteigermodelle wir unsere sechs Testkandidaten absolut zu empfehlen und wirklich nicht teuer.

Im Großen und Ganzen gibt es vier Grundformen für Ukulelen: Sopran, Concert, Tenor und Bariton. Und während die ersten drei sich nur in der Größe unterscheiden, aber gleich gestimmt werden, sind Bariton-Modelle ein Sonderfall. Denn die werden gestimmt wie die vier hohen Saiten einer Gitarre – hier fällt Gitarristen der Umstieg besonders leicht. Dafür klingt eine Bariton-Ukulele auch eher wie eine Klassikgitarre und nicht so sehr wie eine „klassische“ Ukulele. Mehr zu diesem Thema findest du übrigens in unserem ausführlichen Ukulelen-Special.

Mit dem Thema, wie man eine gute Ukulele erkennt und welches Modell das passende sein könnte, damit befassen wir uns im folgenden Test. Dazu bekamen wir vom deutschen Alvarez-Vertrieb Sound Service die Modelle AU70S, AU70C, AU70T, AU70B, AU90S, AU90T zugeschickt. Während sich die AU70-Modelle lediglich in der Größe unterscheiden, kommen die AU90-Modelle zudem noch mit etwas edlerem Akazienholz für Decke und Korpus.


Die meisten Musiker verbinden mit Ukulelen die kleinsten Formen Sopran (links) und Concert (rechts).

Welche für wen?

Dann schnappen wir uns zum Start direkt das günstigste Modell des Testfeldes, die Alvarez AU70S. Mit ihrer kompakten Form kommt sie auch dem am nächsten, was die meisten Leute vor Augen haben, wenn jemand Ukulele sagt. Im Laden bekommt man dieses Modell bereits für rund 130 Euro. Doch man sieht hier schon auf den ersten Blick, dass es sich um ein ernstzunehmendes Instrument handelt. Sie ist blitzsauber verarbeitet und fühlt sich richtig wertig an. Dazu kommen hübsche, aber dezente Einlagen um den Korpus, das Schallloch und an der Kopfplatte. Das fasst sich richtig gut an, da zwickt nichts, da hakt nichts.

Der Korpus des Winzlings besteht aus einer massiven A+-Sitka-Fichtedecke sowie Boden und Zargen aus Palisander. Dazu kommt ein Mahagonihals mit Palisandergriffbrett und 17 Bünden. Gestimmt wird mit geschlossenen Mechaniken, die angenehm satt laufen und sich gut anfühlen. Für wenig Verstimmungen und gute Schwingungsübertragung liegen die Saiten übrigens an Sattel wie Steg auf Knochen. Auf allen Testinstrumenten sind übrigens die hochwertigen Nylgut-Saiten von Aquila, die den Klang von Darmsaiten nachbilden sollen, ohne deren negative Eigenschaften wie mangelnde Haltbarkeit und schlechte Stimmstabilität zu teilen.

Klanglich haut die kleine Alvarez AU70S einen erstaunlich kräftigen Pegel raus, Hut ab. Also nicht erschrecken, wenn du das erste Mal einen Akkord voll anschlägst. Auch der Spielkomfort überzeugt. Ob Akkorde, Melodielinien oder Percussion-Einlagen auf dem Korpus, alles klingt sehr klar und sauber. Warum also sollte ich zum etwas größeren und teureren AU70C-Modell greifen? Nun ja, klar, die größere Schwester ist gleich aufgebaut wie die AU70S, klingt aber noch ein ganzes Stück satter und fetter, bringt also insgesamt mehr Druck, was insbesondere Leute interessieren dürfte, die mit anderen Musikern zusammenspielen wollen. Zudem hat sie 19 statt 17 Bünde, und der Hals-Korpus-Übergang befindet sich erst am 14. Bund. Gerade wer viel in hohen Lagen unterwegs sein möchte, fährt hier deutlich besser.

Noch mal ein ganzes Stück größer ist die AU70T, also das Tenor-Modell, das wie die Bariton-Schwester mit einer Open-Slot-Kopfplatte (also durchbrochen) und schicken offenen Mechaniken kommt. Ansonsten sind die Features gleich, wobei man hier „nur“ 18 Bünde hat. Klanglich geht es noch mal eine ganze Ecke Richtung Tiefton-Bereich, und auch das Sustain nimmt merklich zu. Damit ist dieses Modell mein Favorit für die Bühne, wofür auch spricht, dass hier optional Cutaway und Tonabnehmersystem zu bekommen sind. Na, das ist doch was.  

Gitarristen und freunde „tieferer“ Klänge dürften sich dagegen eher für das Bariton-Format begeistern – schließlich wird hier gestimmt wie die vier hohen Saiten einer Gitarre.

Die etwas anderen drei

So, damit haben wir die drei sehr „klassischen Modelle“ durch und wenden uns dem etwas anderen Trio zu. Konstruktionstechnisch ist die Alvarez AU70B mit der AU70T identisch, allerdings handelt es sich hier, wie schon erwähnt, um eine Bariton-Ukulele mit eher gitarristischer Stimmung. Auch von der Größe geht es hier schon Richtung kleiner Akustikgitarre. Dementsprechend ist dann auch der Klang eher gitarrenartig. Damit richtet sich dieses Instrument an Musiker, die eine möglichst kompakte Reise„gitarre“ suchen, sich eher in oberen Registern aufhalten oder einfach gewohnte Denkmuster aufbrechen wollen, um frischen Wind in ihre Kompositionen zu bringen.

Und die AU90-Modelle? Klar, andere Hölzer, aber macht das wirklich einen Unterschied? Ganz klar: ja, und zwar deutlich! Die AU90S beispielsweise klingt deutlich satter als die AU70S. Man könnte auch sagen ausgewogener und erwachsener – als wäre sie etwas größer oder dicker. Sie ist nicht ganz so knallig wie ihre günstigere Schwester, dafür bietet sie schon aufs erste Anspielen mehr Substanz und dürfte gerade als Soloinstrument sehr beliebt sein.

Bei der AU90T ist dieser Unterschied ähnlich, aber noch mal ein Stück deutlicher. Wobei ich gar nicht unbedingt sagen würde, dass die Qualität der teureren Modelle viel besser ist. Es ist eher die Frage, welchen Klang man schöner findet beziehungsweise welches Klangspektrum besser zur damit gespielten Musik und den anderen Instrumenten passt. Doch alleine die edlere Optik und das vermutlich bessere Entwicklungspotential würde mich die Extraeuros zahlen lassen. Mein persönlicher Favorit bei den Alvarez-Ukulelen wäre dann auch die AU90T. Aber da ist wirklich viel persönlicher Geschmack dabei.

Im Größenvergleich mit einer Akustikgitarre sieht man deutlich, wie klein die Formate Bariton, Tenor, Concert und Sopran (v.l.n.r.) sind.

Fazit, technische Daten & Wertung

Und jetzt? Tja, um ein persönliches Antesten, welche der Alvarez-Ukulelen dein Favorit wäre, wirst du wohl nicht herumkommen. Allen gemein ist die tolle Verarbeitung, gute Hölzer und Hardware sowie ein sehr fairer Preis. Dazu kommen die schicke Optik und überzeugende Klänge. So bekommt man zu geringen Kosten richtig erwachsene Instrumente, mit denen man lange Spaß haben wird. Ausprobieren dringend empfohlen.

Typ Ukulelen mit massiver Decke
Bauweise
Sopran-, Concert-, Tenor- & Bariton-Ukulelen
Decke
A+-Sitkafichte massiv (AU70-Modelle), Akazie massiv (AU90-Modelle)
Korpus
Palisander (AU70-Modelle), Akazie (AU90-Modelle)
Hals
Mahagoni
Griffbrett Palisander, Dot-Inlays
Bünde 17 (Sopran-Modelle), 19 (Concert), 18 (Tenor- & Bariton-Modelle)
Mensur 344 mm (Sopran-Modelle), 376 mm (Concert), 430 mm (Tenor-Modelle), 510 mm (Bariton)
Halsbreite (Sattel) 35 mm (Sopran-, Concert- & Tenor-Modelle), 38 mm (Bariton)
Sattel Knochen
Steg
Palisander & Knochen
Mechaniken

geschlossene Tuner, Chrom (S- & C-Modelle), offene Mechaniken (T- & B-Modelle)

Saiten (ab Werk)

Aquila Nylgut

Hergestellt in China

 

Wertung:
+ hervorragende Verarbeitung
+ hochwertige Hölzer
+ tolle Optik
+ große Auswahl an Größen und Hölzern
+ kräftiger und satter Klang

Preise (UVP):   
AU70S: 153,51 €
AU70C: 177,31 €
AU70T: 189,21 €
AU70B: 201,11 €
AU90S: 224,91 €
AU90T: 236,81 €

Vertrieb: Sound Service
Weitere Infos: Alvarez Ukulelen



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