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Test: Takamine Professional P3NC

Flexibler Bühnenprofi

Über 50 Jahre Erfahrung kann Takamine in Sachen Akustikgitarrenbau vorweisen. Und das merkt man der P3NC auch an – alles ist bis ins Detail durchdacht.


Flexibler ...

Takamine baut Akustikgitarren, die sich auf den allergrößten Bühnen zu behaupten wissen. Nicht umsonst reicht die eindrucksvolle Endorser-Liste von „Eagle“ Glenn Frey oder Bruce Springsteen über Bruno Mars bis Rammstein. Hier erfährst du, was die kompakte P3NC für uns normalsterbliche Gitarristen leisten kann.

Wer seine Gigs mit einer Akustikgitarre bewaffnet bestreitet, weiß es: Im harten Live-Einsatz ist weniger häufig mehr – insbesondere beim Thema Volumen. Und damit ist in diesem Fall einmal nicht die zu erzielende Lautstärke, sondern das physikalisch und akustisch wirksame Innenvolumen des Instrumentes gemeint. Ein großer Korpus sorgt zwar für einen akustisch „größeren“ Sound mit erhöhter Basswiedergabe und Tiefenfülle, gleichzeitig aber auch für eine deutlich erhöhte Rückkopplungsgefahr.

Da sind die kompakten Abmessungen dieser Takamine P3NC schon mal ein klarer Pluspunkt. Ohnehin scheint der Trend bei Akustikgitarren zu kleineren Formaten zu gehen, die ja auch klanglich durchaus ihre Vorzüge haben. So lassen sie sich im Studio wesentlich einfacher mikrofonieren, weil der verringerte Hubraum weniger störende Eigenresonanzen produziert. Es klingt von sich aus schon ausgewogen, was die Handhabung spürbar vereinfacht.

Umso mehr gilt das in der Bühnensituation, wo man stets um einen gangbaren Kompromiss zwischen Lautstärke und Feedback-Empfindlichkeit kämpft. Auch die Troubadoure der Moderne, sprich Singer/Songwriter haben erkannt, dass eine kleinere Akustische besser mit einer „erzählenden“ Stimme harmoniert. Und man kommt sich natürlich im Zusammenspiel mit anderen Instrumentalisten nicht so leicht ins Gehege, wenn nicht schon eine dicke „Dreadnought“ oder gar „Jumbo“ den unteren Frequenzbereich dicht macht.


Der Rücken der Takamine präsentiert tolle Hölzer die makellos verarbeitet wurden.

Natürliche Schönheit mit Asymmetrie

„Nex“ nennt Takamine die kleine Korpusform, die bei anderen Herstellern „Grand Auditorium“ oder „Mini-Jumbo“ heißt. Diese bietet hohen Tragekomfort, unabhängig davon, ob man das Instrument lieber unters Kinn schnallt oder lässig auf Hüfthöhe baumeln lässt. Die Gitarre ist rundum mit einem Satin-Finish versiegelt, das den Blick auf die Qualität der bis auf die Zarge massiven Holzkomposition zulässt: Sapele für Boden und Zargen, Zederndecke und Mahagoni für den Hals versprechen wohlige Klänge.

Ein cremefarbenes Binding umfasst die gleichmäßig gewachsenen Hölzer und vermittelt, zusammen mit der dezenten Schalllochrosette und den aus hellerem Material gefertigten, kleinen Ringen im dunklen Palisandergriffbrett, einen Hauch von Luxus. Jenseits der von vielen fernöstlichen Herstellern favorisierten „Las Vegas“-Optik, sieht das Design wohltuend dezent und stilvoll aus. Und auch die inneren Werte stimmen. Selbst im Korpus, wo man es nicht gleich sieht, lässt die Verarbeitung keine Wünsche offen.

Beim Erstkontakt der linken Hand mit dem schlanken Hals der P3NC fällt auf, dass man sich hier offensichtlich an Instrumentalisten wendet, die sonst gerne mal zur E-Gitarre greifen. Sattelbreite, Halsdicke und der Griffbrettradius sprechen dafür. Interessant ist in diesem Zusammenhang der asymmetrische, leicht V-förmige Querschnitt, der hohe Stabilität und leichte Bespielbarkeit bei reduzierter Halsmasse ermöglicht. So lässt sich der Hals über die gesamte Länge bequem an- und umgreifen.

Dank des venezianischen Cutaways ist das Griffbrett bis zum 20. Bund bestens nutzbar. In den ersten drei Bünden kann es allerdings, wegen der schmalen Halsmaße, für dicke Finger ein bisschen eng werden. Insbesondere beim Fingerpicking sind zartere Hände klar im Vorteil. Dafür laufen Lagerfeuerakkorde wie geschmiert, gerade beim proletarischen und bei Klassik-Snobs streng verbotenen „Fuhrmannsgriff“ mit dem Daumen auf dem Griffbrett.

Seit über 50 Jahren fertigt Takamine Instrumente auf hohem Niveau – diese Erfahrung merkt man der P3NC an.

Singin’ & swingin’

Obwohl die Halsmaße eher ins Strumming-Lager deuten, bietet die P3NC einen sehr ansprechenden „Finger-Sound“, dem man sogar lyrische Qualitäten attestieren darf. Die Kombination aus Sapelekorpus und Mahagonihals macht es möglich. Sie garantiert eine gewisse Klangfülle und verleiht dem Instrument Wärme und Tiefe, trotz der kompakten Bauform mit Cutaway. Die feine Zederndecke fügt sich perfekt ein und fügt Brillanz und Obertöne hinzu. So entwickelt sich ein traumhaft ausgeglichener Klangteppich.

Schon frisch aus dem Formkoffer gepellt präsentiert die P3NC also einen runden, „eingespielten“ Ton, mit dem man sich guten Gewissens spontan auf die Bühne trauen dürfte. Umso mehr, da sich die Gitarre klanglich recht wendig und erstaunlich flexibel zeigt: Ob singende Solo-Lines, swingender Ragtime, präsentes Strumming oder die saubere Abbildung komplexer Blockakkorde – nichts scheint unmöglich. Noch besser, dass man auch im verstärkten Betrieb kaum Abstriche machen muss.

Takamines langjährige Erfahrung im Bereich der Tonabnahme akustischer Instrumente spricht eben für sich. Bei diesem Instrument setzt der japanische Hersteller auf das hauseigene CT4B-II-System. Dieses bietet einen Dreiband-EQ, der gleichermaßen wirkungsvoll wie musikalisch arbeitet. Schon kleinere Korrekturen bewirken eine deutliche Entzerrung. Gleichzeitig sind die Frequenzbereiche so geschickt ausgewählt, dass das Klangbild kaum Gefahr läuft, allzu synthetisch zu klingen. Im Normalfall wird man jedoch ohnehin nicht viel nachregeln müssen.

Dank des integrierten Pickupsystems eignet die Takamine sich perfekt für die Bühne.

Electric(k)

Bereits in der linearen Mittelstellung liefert das System eine ziemlich authentische Reproduktion der akustischen Gegebenheiten. Die Voreinstellung ist also bestens gelungen, sprich, der zuvor beschriebene Eigencharakter der P3NC wird klar und deutlich wiedergegeben. Piezo-typisch wirkt das TA-Signal im Direktvergleich zum unverstärkten Klangbild zwar etwas härter und trockener, aber doch warm und satt. Kein echter Kritikpunkt also, denn das können viele renommierte Konkurrenten auch nicht besser.

Ein On-Board-Stimmgerät ist natürlich immer ein willkommenes Extra, wenn man mit einer Gitarre auf die Bühne geht. Die integrierte Tuner-Anzeige des im oberen Zargen angebrachten Bedienfelds ist ordentlich beleuchtet und somit auch unter typischen Bühnenbedingungen leicht ablesbar. Eine Reihe von Pfeilen zeigt unmissverständlich an, ob die Saite zu hoch oder zu tief gestimmt ist. Außerdem kann man die Anzeige für den Kammerton ‚A’ (440 Hz) bei Bedarf zwischen 438 Hz und 445 Hz umkalibrieren.

Aktiviert wird das Stimmgerät auf Tastendruck. Einmal drücken und der autochromatische Tuner zeigt den gespielten Ton an. So kann man noch beim Spielen die Stimmung der Gitarre checken. Gemutet wird das Signal erst beim zweiten Betätigen des Tasters. Also, bitte nicht vergessen, wenn der Stimmvorgang lautlos vonstatten gehen soll! Beim dritten mal wird der Tune-Modus dann beendet und das Signal wird wieder durchgeschaltet. Strom liefert ein 9V-Block im Schnellverschlussfach. So weit alles bestens.

Auch bei hohen Lautstärken erweist sich die Elektronik als unproblematisch, obwohl dem Preamp weder ein Notch-Filter, noch ein Phase-Switch zur Seite stehen. „Plug & Play“ lautet die Devise, man muss sich also nicht erst einen funktionstüchtigen Bühnen-Sound zusammenbasteln. Den gibt es vielmehr gleich ab Werk, so dass man direkt losspielen kann. Okay, zugegeben, der Instant-Plattenvertrag oder der Million-Clicks-Durchbruch auf Youtube ist nicht im Preis inbegriffen. Aber, wer sich seinem wie auch immer gearteten Publikum gerne live und akustisch präsentiert, sollte sich die P3NC näher anhören.

Dank des Cutaways lässt sich die Takamine auch in hohen Lagen bequem bespielen.

Technische Daten

Bauweise:    Stahlsaitengitarre mit Piezosystem
Bauform:    Nex (Grand Auditorium), Cutaway
Boden:    Sapele (massiv)
Zargen:    Sapele (laminiert)
Decke:    Zeder (massiv), scalloped X-Bracing
Steg:    Palisander, compensated split saddle
Hals:    Mahagoni, eingeleimt (Soft-V-Querschnitt)
Griffbrett:    Palisander (12“-Radius)
Bünde:        20 (medium)
Mensur:    643 mm
Halsbreite (Sattel)/12. Bund:    42,5 mm/52 mm
Halsdicke 1. Bund/10. Bund:    20 mm/21,5 mm
Mechaniken:    Takamine, gekapselt (vergoldet) mit Kunststoff-Flügeln
Hardware:    Gurtpin (im Halsfuß), Endpin-Buchse (beide vergoldet)
Finish:    Satin (natural)
Tonabnehmer-System:    Takamine Undersaddle-Piezo & CT4B Preamp
Spannungsversorgung:    9V-Block
Bedienfeld:    Tuner/Mute, 3-Band-EQ, Volume
Besaitung:    durch den Steg
Saiten (ab Werk):    D’Addario EXP 16 Phosphor Bronze (.012-.053)
Zubehör:    hochwertiger Formkoffer
Hergestellt in:    Japan


Wertung

+ Variables Arbeitsinstrument
+ Ausgewogener, runder Sound
+ Hochwertige Wiedergabe des TA-Systems
+ Sehr effektive EQ-Sektion
+ Angenehm rückkopplungsfest
+ Gute Verarbeitung
-  Filigrane Bespielbarkeit (Fingerpicking auf den tiefsten Bünden)

Preis (UVP): 1.399 €
Vertrieb: Fender Deutschland; www.takamine.com




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