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Special: Homogener Bandsound

Saitenweise Chaos

So verhinderst du in der Saitenfraktion wummernde Bässen, ungewollt sägende Gitarren und einen nervigen Soundbrei.


Saitenweise Chaos

Gitarrenartige Instrumente kommen sich klanglich am häufigsten in die Quere. Das liegt vor allem daran, dass sie sich nahezu die gleichen Frequenzbereiche teilen und ein ähnliches Klangbild bieten. Wir zeigen dir, mit welchen Mitteln du dich aus diesem chaotischen Soundsumpf befreien kannst.

Ertönen mehrere Gitarren gleichzeitig, wirkt zwar auf den ersten Moment alles viel „fetter“ und wuchtiger, doch auch irgendwie matschiger. Das ist vor allem im Proberaum der Fall, wenn eine Band versucht, einen guten Sound einzustellen, es aber aufgrund von fehlendem Know-how oder für deren Zwecke ungeeignetem Equipment einfach nicht schafft. Große Probleme entstehen besonders bei Gitarren und Bass. Hier ziehen oft die identisch beanspruchten und sich damit überlagernden Frequenzbereiche einen Strich durch die Rechnung.

Werde dir gleich zu Anfang bewusst, welchen Sound du mit deinem Instrument anstrebst, bevor du dich mit deinen Mitmusikern auf die Suche nach einem homogenen Klangbild machst. Zwar ist beim gemeinsamen Proben das Nachjustieren an Amp oder Effektgeräten nötig, doch so kannst du dir erst einmal deinen eigenen Sound zurechtschrauben. Außerdem ist es nur bedingt zielführend, wenn sich jeder Musiker einer Band ohne klangliche Vorstellung in den Proberaum, auf die Bühne oder ins Studio stellt und frei nach dem Motto „Irgendwie wird schon etwas Gutes rauskommen.“ in seine Saiten hext.

Doch nur mit der Frage „Wie möchte ich klingen?“ ist es nicht getan. Ein sehr wichtiger und oft unterschätzter Faktor ist die Stilrichtung, die du mit deiner Band verfolgen möchtest: Steht der Gitarrist auf extremste High-Gain-Sounds, die er unbedingt umsetzen möchte, obwohl balladenartige Popmusik angepeilt ist, kommt man womöglich auf keinen gemeinsamen Nenner. Natürlich ist es möglich, gemeinsam einen Sound zu finden. Allerdings wird es schwierig, wenn alle durcheinander spielen und sich selbst nicht hören können. Mach dir deswegen schon im Vorfeld Gedanken, welches klangliche Ziel du verfolgst.

Sofern du bereits vorher weißt, welche und wie viele weitere Instrumente zum Einsatz kommen, kannst du bestimmte Frequenzbereiche am Amp abschwächen, die wahrscheinlich mit diesen Signalen in Konflikt geraten. Im Folgenden geben wir dir ein paar Tipps, wie du dein Equipment einstellen kannst, um einen aufgeräumten Sound zu erzielen. Da es jedoch unmöglich ist, auf alle Genres einzugehen, sind diese relativ allgemein gehalten und gelten eher als Orientierung.


Schau darauf, dass der Bassregler am Gitarrenamp nicht zu weit aufgedreht ist, um dem Pulsgeber genügend Platz zu lassen.

Hauptproblem: tiefe Frequenzen

Sehr schnell werden tiefe Frequenzbereiche zum vordergründigen Problem. Hier tummeln sich nicht nur Bass, Schlagzeug und bei gewissen Akkorden Gitarren, sondern – je nach Besetzung – sogar Keyboardklänge. Um hier ordentlich aufzuräumen, sind oft markante Eingriffe nötig. Diese irritieren am jeweiligen Instrument erst einmal, wenn es alleine ertönt, doch das Gesamtbild der Band wirkt dadurch viel homogener und angenehmer. Aber wie sehen diese Eingriffe aus und mit welchem Equipment realisiert man diese?

Zielführende Ergebnisse erreichst du mit dem konsequenten Beschneiden tieffrequenter Signalanteile von Gitarren. Besonders elektrische und akustische Gitarren benötigen im Prinzip unterhalb von 80 Hz nichts mehr – der Grundton bei einer leer angeschlagenen E-Saite liegt bei gut 82 Hz. Manchmal sind sogar 100 bis 150 Hz für mehr Ordnung nötig, auch wenn der Grundton dabei drastisch abgeschnitten wird. Das ist jedoch stilabhängig. Spielst du in einer Stoner-, Doom- oder Metalcore-Band, deren Sound vom Downtune lebt, ist der Lowcut entsprechend tiefer zu setzen.

Beim Bass sieht es anders aus. Sorge hier im Bereich der Tief- bis Hochmitten für eine breitbandige Absenkung von wenigen Hertz, um den Gitarren den nötigen Platz einzuräumen. Zudem machst du nichts falsch, wenn du bei knapp 40 Hz einen Lowcut setzt, womit du tieffrequente Störgeräusche eliminierst. Ansonsten verstärkt der Amp unnötigerweise Subbässe, die nur viel Power kosten und höhere Frequenzen verdecken.  

Manchmal reicht es bei Bässen sowie elektrischen und akustischen Gitarren, den Bassregler am Amp ein wenig herunterzuregeln, um höheren Frequenzen die nötige Luft zum Atmen zu geben. Dieser Effekt macht sich insbesondere deswegen bemerkbar, da tiefere Frequenzen höhere verdecken oder maskieren können – reduzierst du ihre verhältnismäßig höhere Energie, melden sich manchmal Signalanteile zu Wort, die vorher gar nicht zu hören waren. Vorsicht ist allerdings bei der Beschneidung von Höhen geboten, denn mit Highcuts ist sehr sparsam umzugehen – auch beim Bass. Werden die Höhen konsequent wegrationalisiert, klingt es sehr schnell dumpf, ermüdend und langweilig.

Bei starken Überbetonungen in den Bässen hilft oft nur noch der Griff zum EQ, der ungewolltem Dröhnen ein Ende bereitet.

Gemeinsam gegen Matsch

Hast du durch Herumprobieren an Instrument und Verstärker deinen eigenen Sound gefunden, ist es an der Zeit, den Sound gemeinsam mit deinen Mitmusikern abzustimmen. Als sinnvolle Herangehensweise verstärkst du zuerst die Gitarren so weit, dass sie vom akustischen Schlagzeug nicht verdeckt werden. Dann fährst du vorsichtig das Basssignal hinzu – aber nur langsam, damit dieses nicht das ganze Geschehen dominiert. Schließlich kommen noch, wenn vorhanden, Keyboard und Gesang hinzu.

Auch wenn der Sound von Anfang an den Anschein macht, als würde alles passen: Man kann immer optimieren und verbessern – und bei einem direkten A/B-Vergleich scheinen Welten zwischen beiden Sounds zu liegen . Höre also genau hin und versuche herauszufiltern, welche Instrumente nicht richtig zur Geltung kommen oder welche Signale zu dominant wirken. Neben einem Griff zum Equalizer an Amp oder Mischpult hilft oft auch eine einfache Lautstärkenregulierung von wenigen Dezibel.

Was häufig sehr übertrieben wird, ist der Einsatz von Effektgeräten. Manchmal mag es ganz gut klingen, wenn übertriebene Chorus-, Flanger- und Delay-Einstellungen ertönen, doch je mehr davon hinzukommt, desto schneller klingt der Sound matschig. Schau deswegen darauf, dass du Effekte gezielter und vor allem dezenter einsetzt. Meist klingt ein einfacher Chorus viel intensiver als mit zusätzlichem Delay und Reverb. Besonders beim Bass gilt das Prinzip „weniger ist mehr“.

Konkurrieren nach diesen Maßnahmen immer noch Instrumente miteinander oder macht sich ein unschöner Gesamtsound bemerkbar, gibt es noch weitere Parameter, an denen man feilen kann. Ganz vorne stehen hierbei Raumklang und Equipment. Vor allem der Raum kann durch Reflexionen und stehende Wellen schnell sehr unangenehm klingen, weswegen manchmal Akustikelemente von Nöten sind. Beim Equipment ist es ähnlich – mit schlecht klingender PA und ungeeigneten Mikrofonen führt manchmal nicht einmal die professionellste Herangehensweise zu einem befriedigenden Ergebnis.



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