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Special: Gitarrenverstärker – Teil 2

Zukunftsmusik

Die Zukunft ist digital – auch in Sachen Gitarrenamps. Ein Special über Modeling und Ampsoftware.


Zukunftsmusik

Nachdem es in Teil 1 dieses Specials eher um klassische Konzepte wie Röhrenamps und Solid-State-Verstärker ging, zeigen wir dir jetzt, welche Vorteile Modeling-Amps haben – und was sie nicht so gut können. Oder wäre eine Softwarelösung gar das Beste?

Schwer, laut und nicht ganz pflegeleicht – so sind viele der klassischen Amps aus Teil 1 dieses Specials. Doch der geile Sound macht diese Problemchen eben wieder wett. Aber das müsste doch auch anders gehen, oder? Das dachten sich auch clevere Programmierer und schufen ein Produkt, dass vielseitige Röhrensounds mit maximalem Bedienkomfort verbinden sollte.

Seit rund 20 Jahren ist somit noch ein neuer Fighter im Ring um die Krone der perfekten Gitarrenamp-Lösung, der sogenannte Modeler. Auch wenn es vorher schon durchaus vielversprechende Versuche damit gab authentische Gitarrensounds per Software zu erzeugen, gebührt die Ehre, dieser Technologie zum Durchbruch verholfen zu haben, eindeutig dem POD von Line 6. Als die kleine rote Bohne 1997 auf den Markt kam, schlug der Modeling-Preamp ein wie eine Bombe, konnte man mit ihm doch plötzlich auch als kleiner Homerecorder hochwertige Gitarrensounds direkt aufnehmen – ohne Box und Mikro, ohne Lärm und Schlepperei.

Klar, die ersten Modelle und Konkurrenten hatten noch einigen klanglichen Abstand zu den Röhrenvorbildern. Aber nach einiger Zeit, in der die schiere Masse an möglichen Sounds im Fokus stand, konzentrierten sich die Hersteller mehr und mehr darauf, das Maximum an Sound aus der Software zu kitzeln – mit oft erstaunlich überzeugenden Ergebnissen. Ich zumindest würde kein Geld darauf setzen, dass ich im Blindvergleich Röhrenamps und gute Modeler auseinanderhalten kann. Mittlerweile sind die verwendeten Prozessoren übrigens offensichtlich so leistungsstark, dass man die „perfekten“ Tube-Simulationen mit maximaler Soundvielfalt und massiven Effekten kombinieren kann.

Die Vorteile der Modeler sind sicher die große Klangauswahl und die Möglichkeiten, die sie darüber hinaus bieten. Denn es werden ja nicht nur Amps nachgebildet, sondern auch Effektpedale, Rackgear, Boxen, Mikrofonierung und vieles mehr. So kann man bei vielen Modellen auch extremes EQing betreiben oder quasi in die Schaltung des virtuellen Amps eingreifen. Das bringt uns auch zu einem weiteren Vorteil der Modeler – sie müssen nicht abmikrofoniert werden, sondern liefern ein optimales Signal direkt fürs Mischpult. Ob live oder im Studio, das ist schon verdammt praktisch.


Der Modeling-Klassiker in der aktuellen Variante: Line 6s POD HD

Die Flexiblen: Modeler & Co.

Doch was ist schon perfekt? Genau, nichts. Und so haben auch die Modeler so ihre Nachteile. Einer davon ist sicher, dass das Übermaß an Möglichkeiten auch erstmal bedient und eingestellt werden muss. Wer also mehr als die Grundsounds nutzen möchte, muss sich ausführlich mit seinem Gerät befassen. Zudem sind die meisten Geräte dieser Kategorie als reine Preamps ausgelegt. Ist ein gutes Monitoring vorhanden, ist das kein Problem, ansonsten muss man sich Gedanken machen, ob man sich eine Endstufe plus Box oder gleich einen aktiven PA-Speaker dazukauft. Das geht dann natürlich ganz schön ins Geld. Übrigens: Mittlerweile ist die Kombination aus Modeler und Röhrenendstufe ganz schön beliebt – das Beste aus beiden Welten eben.

Fazit:

+ leicht und kompakt
+ riesige Auswahl an Sounds und Möglichkeiten
+ perfektes Signal für Mischpult oder Interface
+ wartungsarm und durch Downloads aktualisierbar
- oftmals kompliziert bzw. zeitaufwendig in der Bedienung
- man muss sich gerade live um passendes Monitoring kümmern
- oft hohe Anfangsinvestition

Beispiel-Amps:

Der Ur-Modeler: Line 6 POD HD
Der Superrealistische: Kemper Profiling Amplifier KPA
Der Effektgewaltige: Fractal Audio AxeFX

Platzsparender als per App in Smartphone oder Tablet kann man seinen „Amp“ wohl kaum transportieren.

Die Mobilen: Gitarrenamp-Software

Die zunehmende Leistungsfähigkeit von Soft- und Hardware, die schon bei den Modelern feststellbar ist, gilt quasi genauso auch für Modeling-Software. Hier hat man zudem den Vorteil – zumindest wenn man schon über die entsprechende Hardware verfügt –, dass man extrem günstig an richtig gute Sounds kommt. Neben Rechnern entsteht übrigens zunehmend Software für Tablets und Smartphones – damit kommt auch noch optimale Mobilität auf die Liste der Pluspunkte. Hierzu muss man allerdings sagen, dass alle Programme quasi ausschließlich für Apples iOS-Geräte geschrieben werden – wer also ein Android-Modell nutzt, schaut zumindest bislang noch in die Röhre.

Ansonsten sind die Software-Lösungen ja quasi Modeler ohne Hardware. Deshalb muss man sich eben zusätzlich noch um ein hochwertiges Interface für seinen Rechner oder sein Mobilgerät kümmern – insbesondere wenn man es auch live oder für Aufnahmen nutzen möchte. Aber auch hier gibt es mittlerweile eine ordentliche Auswahl zu fairen Preisen. Was – neben den vielen Möglichkeiten – schon mal stressen kann, ist die Bedienung über Touchscreen. Wenn man live schnell was ändern möchte, muss man schon Feingefühl beweisen – gerade wenn die Software auf dem Handy läuft. Aber für kleine Gigs und Jams ist so ein Setup richtig cool – wenn denn das Monitoring vor Ort gewährleistet ist.

Übrigens: Meiner Meinung nach ist die Angst vor Abstürzen des Systems bei vielen Leuten übertrieben. Die aktuellen Rechner, Smartphones und Tablets laufen sehr zuverlässig – und auch Röhrenamps sind schon ausgefallen. Aber wie so oft ist hier halt vieles auch Gefühlssache. Und wer sein schönes Stack lieben gelernt hat, kann halt nicht so leicht davon Abschied nehmen.

Fazit:

+ günstig und transportabel
+ immer mit dabei
+ wartungsarm und durch Downloads aktualisierbar
- oftmals kompliziert bzw. zeitaufwendig in der Bedienung
- man muss sich gerade live um passendes Monitoring kümmern

Beispiel-Amps:

Der Vielseitige: Positive Bias Grid & JamUp Pro
Der Ampbauer: Peavey ReValver IV
Der Straighte: TSE X50 v2.0

Wer sowieso mit dem Rechner aufnimmt, kann problemlos Modeling-Software nutzen.

Und welcher ist jetzt der Richtige?

So, du siehst, dass es mehr als genug Auswahl für alle Geschmäcker gibt. Und jedes Konzept hat so seine Vor- und Nachteile. Was am besten zu dir passt, musst du dann selbst entscheiden. Da hängt einfach viel von deinem persönlichen Geschmack ab, und davon, wofür du den Amp brauchst – ob nur daheim, fürs Studio oder für Probe und Konzerte. Selbst ausprobieren ist deshalb unverzichtbar – und ich kenne viele Gitarristen, die sich immer wieder auf der SUche nach etwas Neuem machen. Aber die Suche ist auch ein Teil des Spaßes und der Entwicklung zu einem besseren Musiker.

Um dir die Entscheidung zu erleichtern, findest du unter den Links bei den einzelnen Modellen in diesem Special Testberichte zu den Text genannten Geräten – und auf www.guitarsnstuff.de gibt es ja sowieso immer reichlich News und Tests rund um Amps, Modeler und Software. Dann viel Spaß bei der Auswahl deines nächsten Verstärkers.



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