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Im Fokus: Basiswissen Ukulele

Spielzeug? Von wegen!

Auf der Suche nach der passenden Ukulele für dich? Hier erfährst du das wichtigste zu Geschichte, Formen und Auswahl.


Spielzeug? Von ...

Nicht wenige Musiker halten Ukulelen für Spielzeug – so klein, so ungewohnt der Klang. Doch der Wind dreht sich. Immer mehr Leute befassen sich ernsthaft mit diesen „Minigitarren“, immer öfter hört man sie auf Alben und Bühnen. Zeit für etwas Grundlagenforschung und eine Übersicht über die verschiedenen Formen dieser „Minigitarre“.

Wenn hierzulande jemand an Ukulelen denkt, kommen ihm vermutlich am ehesten Stefan Raab oder ähnliche Einsätze der kleinen akustischen Instrumente in den Sinn, die man nicht gerade der musikalischen Hochkultur zurechnen würde. Auch dass man durchaus mal beim Discounter eine Ukulele für unter 20 Euro bekommen kann, sorgt nicht unbedingt für mehr Ansehen dieser kompakten Saiteninstrumente.

Doch es tut sich etwas, denn immer mehr Musiker schätzen die zusätzliche Klangfarbe einer Ukulele. Darüber hinaus sind Ukulelen günstig, nehmen wenig Platz weg bzw. lassen sich leicht mitnehmen – und das Spielen zu lernen ist auch nicht besonders schwer, gerade, wenn man schon Erfahrung als Gitarrist oder Bassist hat. Du wolltest dir sowieso schon immer eine Ukulele kaufen? Na dann schauen wir uns doch mal an, mit was genau wir es hier zu tun haben.

Die Geschichte der Ukulele beginnt Ende des 19. Jahrhunderts. Im Jahre 1879 gelangt das traditionelle portugiesische Zupfinstrument Cavaquinho per Schiff nach Hawaii und erfreut nicht nur die Besucher, die es mitgebracht haben, sondern auch die Einheimischen. Schnell werden in Hawaii aus dem dort wachsendem Koa-Holz ähnliche Instrumente gefertigt, die aufgrund ihrer kompakten Maße und ihres Klangs den Namen „hüpfender Floh“, auf Hawaiianisch: Ukulele, verliehen bekommen. Von dem Inselstaat aus treten die kleinen Zupfinstrumente ihren Siegeszug in der ganzen Welt an. Zunächst nehmen US-Soldaten die Instrumente mit aufs Festland, wo sich die neuartigen Instrumente im Jazz und Swing schnell einiger Beliebtheit erfreuen. Seit rund 30 Jahren ist die Ukulele auch in Deutschland angekommen und wird auch hier immer beliebter.


Hier ein Größenvergleich zwischen einer normalen Akustikgitarre und den Ukulele-Bauformen Bariton, Tenor, Concert und Sopran.

Beliebter Winzling

Ihr einzigartiger, einprägsamer Klang ist nicht das einzige Argument, dass für die Ukulele spricht. Sie nimmt wenig Platz weg – und ist damit sehr leicht mitzunehmen –, ist günstig und das Spiel recht leicht zu erlernen. Grundsätzlich sind Ukulelen wie Akustikgitarren aufgebaut, allerdings eben mit nur vier Saiten, sehr kurzer Mensur und meist mit sogenannten Nylgut-Saiten – die Darmsaiten nachbilden sollen – bestückt. Dementsprechend kommt es auch hier auf Holzauswahl und sorgfalt bei der Herstellung an. Gerade was die Intonation betrifft, ist es sehr wichtig, dass präzise gearbeitet wird, da sich bei den kurzen Saitenlängen schon kleine Abweichungen stark auswirken.

Ordentliche Ukulelen bekommt man schon für rund 100 Euro. So muss man sich nicht in Unkosten stürzen, wenn man nur ab und zu spielen möchte oder den Sound nur hier und da als Farbtupfer in seiner Musik einsetzen möchte. Wer dem Ukulelespiel doch ernsthaft verfällt, für den gibt es auch richtig feine Ukulelen. Handgefertigte Modelle aus massiven Edelhölzern überschreiten dann schnell mal die 1.000-Euro-Marke. Dabei ist tatsächlich Koa das beliebteste Holz. Bei den günstigeren Modellen sind vor allem Ahorn, Mahagoni, Linde und Fichte sehr beliebt. Bei den sehr günstigen Modellen handelt es sich um laminierte Hölzer, doch man kann auch für recht kleines Geld schon massive Konstruktionen bekommen. Übrigens gibt es auch diverse Sonderformen der Ukulele, etwa Banjolele (Kombination aus Ukulele und Banjo) oder Resonator-Ukulele, wenn es mal besonders laut sein muss. Auch elektrische Ukulelen – quasi als Gegenstück zur E-Gitarre – gibt es. Diese stellen insgesamt allerdings eine sehr kleine Randgruppe unter den Ukulelen dar.

Nun gibt es bei den Standard-Ukulelen nicht nur eine Form, sondern drei beziehungsweise vier relevante. Diese werden Sopran, Concert, Tenor und Bariton genannt – letztgenannte ist jedoch etwas außen vor. Diese Modelle unterscheiden sich vor allem in der Größe, von klein nach groß, werden aber gleich gestimmt. Nur die Bariton-Modelle schlagen aus der Art, sind sie doch nicht nur länger und werden tiefer gestimmt, sondern sie kommen auch mit metallumwickelten Basssaiten und sind standardmäßig wie die vier hohen Saiten einer Gitarre gestimmt. Der Gitarrist also, der auf Sound und Kompaktheit von Ukulelen abfährt, aber sich nicht groß umstellen möchte, der wird wohl zu einem Bariton-Modell greifen. Für alle anderen Neueinsteiger empfiehlt sich am ehesten ein Sopran- oder Concert-Modell.

Wer seine Ukulele auf der Bühne nutzen möchte, sollte sich ein Modell mit Tonabnehmersystem suchen.

Und welche nehm ich jetzt?

Das hängt ganz davon ab, was genau man von seiner Ukulele erwartet. Wer erstmal ausprobieren möchte, ob er mit der kurzen Mensur, der anderen Stimmung und den damit einhergehenden anderen Akkorden klarkommt, kann aus einer große Auswahl an Modellen verschiedener Hersteller auswählen. Sowohl klanglich, aber auch optisch gibt es hier reichlich Auswahl. Gitarristen werden auch gerne zur Bariton-Ukulele oder einer (sechssaitigen) Guitarlele greifen, um sich nicht umgewöhnen zu müssen. Und wer plant, mit der Ukulele in Studio und vor allem auch live zu spielen, der sollte direkt zu einem Modell mit integriertem Tonabnehmer greifen. Denn die Mikrofonabnahme einer Ukulele ist – gerade live – gar nicht so einfach. Wenn noch gar keine Erfahrung im Ukulelespiel vorhanden ist, empfiehlt es sich auf jeden Fall, in einen Laden zu gehen und verschiedene Größen und Modelle auszuprobieren um herauszufinden, welches Format sich am besten anfühlt und am besten klingt.

Auch bei Ukulelen ist es wichtig, die passenden hochwertigen Saiten zu finden, sonst verschenkt man unnötig Klangqualität.

Zusatzinfo: Stimmungen und Saiten

Gerade wer als Gitarrist das erste mal eine Ukulele in die Hand nimmt, wird sich vermutlich über Besaitung und Stimmung wundern – und sich erst mal umstellen müssen. Denn abgesehen davon, dass hier meist sogenannte Nylgut-Saiten – also Kunststoffsaiten, die Darmsaiten nachbilden sollen – zum Einsatz kommen ist die Stimmung einfach komplett anders. Standardstimmung ist g- c- e- a, wobei sich dort, wo bei Gitarren die tiefste Saite ist sich mit der g-Saite die höchste findet. Alternativ wird manchmal auch einen Ganzton höher gestimmt (die sogenannte klassische Stimmung). Es ist also klar, dass man Akkorde und Tonleitern komplett neu lernen muss. Dafür lassen sich Akkorde auf den kleinen Hälsen und mit „nur“ vier Saiten recht einfach greifen – und die „weichen“ Saiten fassen sich sehr bequem an. Das macht die Instrumente auch für Kinder sehr attraktiv.
Übrigens: Mit hochwertigen Saiten kann man auch aus günstigen Ukulelen durchaus ordentliche Sounds holen. Einen Satz Qualitätssaiten gibt es für rund 5 Euro, günstige Sätze sind schon ab 1 Euro zu haben.



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