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Test: Pitch-Key

Auf und nieder immer wieder!

Schnell mal zwischen zwei oder gar während eines Songs umstimmen? Stressig? Nicht, wenn man den Pitch-Key benutzt.


Auf und nieder ...

Viele Gitarristen stehen ja mit dem Stimmen ihres Instruments auf Kriegsfuß. Das nervt immer so. Und dann auch noch Umstimmen! Aber naja, noch mehr Gitarren mit zum Gig schleppen ist ja auch stressig. Da muss es doch eine bessere Lösung geben, oder? Klar, gibt es, den neuen Pitch-Key. Und dieser mechanische Detuner ist günstig, einfach zu handhaben und funktioniert genau, wie er soll.

Sollte in früheren Zeiten jemals jemand die gesamte Gitarristengemeinde verflucht haben, dann hat er ihnen sicher die Qual des Stimmens auferlegt. Ob beim Üben, im Proberaum oder live, ständig muss man sein Instrument checken – wenn man denn keinen Guitartech hat, der das für einen übernimmt. Und klar, mittlerweile gibt es durchaus einige – mehr oder weniger aufwendige – technische oder elektronische Lösungen, um diesem Problem Herr zu werden. Doch nicht jeder kann sich damit anfreunden, und schließlich haben viele Musiker ja schon Instrumente, an denen sie nicht herumbasteln wollen.

Das muss auch nicht mehr sein, denn der Pitch-Key verspricht Abhilfe. Dabei handelt es sich um ein kleines mechanisches Teil, das zwischen Sattel und Steg auf die Saite geklemmt wird und dann per Dreh die Saite auf den korrekten Ton „bendet“. Ob man dabei die Stimmung im Standardtuning lässt und nach oben „verstimmt“ oder ob man die Saite nach unten tuned (etwa die E-Saite auf D), bleibt einem selbst überlassen. Selbstverständlich kann man auch mehrere Pitch-Keys auf verschiedenen Saiten verwenden. Würde man allerdings alle Saiten damit bestücken wollen, könnte es an der Kopfplatte ganz schön eng werden. ☺

Die Installation ist sehr einfach und gelingt mit etwas Übung in wenigen Minuten – und damit meine ich inklusive Feintuning. Zunächst mal benötigt man rund drei Zentimeter freie Saite, damit der Pitch-Key Platz findet. Das Ganze funktioniert laut Hersteller mit Saitenstärken von .009 bis .054 – doch ich habe auch schon von Leuten gehört, die den Pitch-Key mit fetteren Drähten genutzt haben. Die große Mehrzahl der E- und Akustikgitarristen sollte damit auf jeden Fall keinerlei Probleme bekommen.

Und wie geht es jetzt? Also: Die gewünschte Saite lösen, den Pitch-Key auflegen und an der Nachbarsaite fixieren, die Saite noch auf den Heber zwängen, fertig. Jetzt noch die Saite auf die niedrigere Note stimmen, währen das Pitch-Rad voll gegen den Uhrzeigersinn gedreht ist. In unserem Fall will ich die tiefe E-Saite zwischen D (also Drop D) und dem normalen E hin- und herstimmen. Ich stimme die Saite also auf D. Dann drehe ich das Pitch-Rad im Uhrzeigersinn, bis es leicht einrastet. Wenn die Saite jetzt auf E wäre, wäre das schon großer Zufall. Das ist bei mir nicht so, es geht also ans Feintuning. Das passiert per mitgeliefertem Inbus-Schlüssel über eine kleine Schraube auf der Oberseite. Kleiner Tipp: Wie beim normalen Stimmen empfiehlt es sich, von unten an den Zielton heranzustimmen. Dabei ist auch die Gefahr des versehentlichen Verstellens des Pitch-Rades viel geringer.


Das Finetuning der höheren Stimmung macht man mit dem mitgelieferten Inbusschlüssel.

Und das funktioniert?

Ja, das funktioniert, und zwar richtig klasse. Wie bei vielen modernen Systemen– seien sie mechanisch oder elektronisch – ist zwar die Einstellarbeit, bevor es losgeht, etwas knifflig beziehungsweise braucht Feingefühl. Doch wenn man den Pitch-Key einmal installiert hat und das Instrument sauber intoniert ist, funktioniert es toll. Hierbei muss man allerdings bedenken, dass es natürlich nur so gut funktionieren kann, wie das Instrument auch sonst die Stimmung hält. Hat man beispielsweise einen hakeligen Sattel, hat auch der Pitch-Key damit ein Problem. Denn er stimmt ja nur so um, wie man es quasi auch mit der Mechanik machen würde.

Doch mit einer guten Gitarre und neuen und schon gedehnten Saiten funktioniert die kleine „Zusatzmechanik“ richtig toll. Dabei kann man – je nach Saite – bis zu vier Halbtöne „verstimmen“. Der Hersteller empfiehlt aber je nach Saite gewisse Spielräume, die noch sinnvoll – und ohne ein Reißen der Saite – machbar sind. So rät man beispielsweise vom Hochstimmen der E- und A-Saite ab. Hier kann man aber als User durchaus etwas herumprobieren.

Wie schon erwähnt, fürs Einstellen des Systems braucht man etwas Geduld, dann ist der Umgang damit allerdings ein Kinderspiel. Ob Drop- oder Open-Tuning (dann gerne auch mit mehreren Pitch-Keys), das funktioniert schnell so einfach und zielsicher, dass man das System auch gerne auf der Bühne benutzen wird. Sogar während des Songs kann man schnell Umstimmen. Das ist schon sehr ausgefuchst. Packt man das System dann auf eine andere Gitarre, ist allerdings wieder etwas Feintuning angesagt. Aber was ist schon perfekt? Die Physik trickst auch der Pitch-Key nicht aus.

Bedenkt man dann noch den Preis von nicht einmal 30 Euro, dann kann man Leuten, die ihre Gitarre öfter mal Umstimmen, einen Testlauf nur wärmstens empfehlen. Ich hatte jedenfalls viel Spaß mit diesem System.

Diese Stimmungen und Saitenstärken empfiehlt der Hersteller – aber die kann man in der Praxis schon etwas überschreiten. :)

Fazit, Technische Daten & Wertung

Es nervt dich, wenn du deine Gitarre umstimmen musst und geht dir nicht schnell genug? Das muss nicht sein, denn mit dem Pitch-Key ist das in Windeseile und ohne nachzudenken oder hinzuhören erledigt. Das rein mechanische Teil ist zudem leicht zu installieren, jederzeit problemlos entfernbar und sehr günstig. Ausprobieren ist also wärmstens zu empfehlen.

Bauweise

mechanischer Stimmhelfer

Material
Stahl
Platzbedarf ca. 3 cm zwischen Sattel und Mechanik
Gewicht rund 9 g
Besonderes
kann zum Hoch- oder Runterstimmen der Saite benutzt werden

 

Wertung:
+ clevere, innovative Idee
+ leicht anzubringen
+ schnell eingestellt
+ funktioniert tadellos
+ erfreulich günstig

Preis (UVP): 28,90 €

Vertrieb: G. Knauer
Weitere Infos: Pitch-Key im Netz



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