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Test: Schlagwerk Agile Pro Zebra

Cajon mit vielen Gesichtern

Das Agile Pro Cajon beherbergt die neue Agile String Technik, die mit überraschenden Möglichkeiten aufwartet.


Cajon mit vielen ...

Mit der Agile Pro-Serie verspricht Schlagwerk neue Maßstäbe in Hinsicht auf Sensibilität und Soundkontrolle. Der Auslöser dafür soll die flexibel einstellbare Agile String Technik sein. Nur so viel vorab zum Test … wir waren positiv überrascht.

1986 wurde durch den Besuch des Percussionisten Freddie Santiago die Cajon das erste Mal Thema bei Schlagwerk. Inhaber Gerhard Priel erkannte ihr Potenzial, nahm sich ihrer an und entwickelte sie weiter und weiter. Aber sein Augenmerk lag nicht nur auf der traditionellen Cajon: Er widmete sich auch den Soundmöglichkeiten in Verbindung von String- und Snare-Systemen. Seine neueste – die Agile Pro – hat solch ein innovatives String-System.

Zum Test bekamen wir das Agile Pro Zebra mit anmutender schwarz-weiß naturgestreifter Schlagfläche – eben der Look eines Zebras. Es gibt die Cajon jedoch auch in Cappucino-Ausführung. Außer der unterschiedlichen Schlagflächen sind die Cajons vom Aufbau identisch: Der Korpus besteht aus acht Lagen Birke, hat eine Größe von circa 30 cm x 30 cm x 50 cm und besitzt die neue Agile String Technik.

Schlagwerk beweist durch stetige Kontrollen ihren hohen Qualitätsstandard und was echte Handarbeit bedeutet. Das merkt man auch dem Test-Cajon an: Alles ist sehr sauber verleimt – selbst im Inneren sind kaum Klebenasen zu spüren. Es scheint, als sei die Cajon aus einem Guss.

Die Schlagfläche ist halb verleimt, halb verschraubt. Durch das Verschrauben kann die Platte mehr schwingen, was sich deutlich im Klang niederschlägt. Es gibt jedoch auch eine Variante (Schlagwerk Agile Base Natur mit Snaretechnik) die komplett verleimt ist.

Die Sitzfläche ist aufgeraut, sodass man stets einen guten Halt hat – egal ob angekippt gespielt oder nicht. Für einen guten Stand sorgen zudem die circa 1 cm dicken Filzfüße, die nicht angeschraubt, sondern verleimt und zur Sicherheit angetackert sind.


Agile Sting Technik beinhaltet eine Traverse die stimmbar und variable zu dämpfen ist.

Das Herz – die Agile String Technik

Das Besondere der Agile Cajons ist das, was sich in ihrem Inneren verbirgt – die Agile String Technik. Sie ist so simpel wie genial: Um ein Stück Holz wird eine Saite gewickelt, sodass daraus eine Art Snare-Teppich entsteht. Die Spannung der Saite und damit ihr Ton kann mittels Schraube verändert werden. Damit nur der Teil des Teppichs schwingen kann, der zur Schlagfläche zeigt, brachten die Entwickler links und rechts sowie in der Mitte Filze an, die die Saite komplett abdämpfen.

An der Schlagflächenseite des Systems kann man die Dämpfung der Saite mittels zwei verschiebbarer Holzteile variieren – auch hier dient als Dämpfungsmaterial Filz. Damit nichts verkanten kann, wurden die zwei Holzteile ausgefräst und laufen damit wie in einer Art Schiene.

Zusammengefasst ist es möglich den Teppich zu „stimmen“ sowie variabel zu dämpfen und wenn man gar keinen Effekt haben möchte, nimmt man das System einfach heraus. Dies geht kinderleicht, indem man einfach die beiden Schrauben an den Seiten löst und die ganze Einheit nach oben herausschiebt. Apropos Schrauben rechts und links: Mit denen kann man zudem den Anpressdruck des Systems auf die Schlagplatte variieren.

Laut Geschäftsführer Detlef Börgermann ist „der optimale Anpressdruck der, wenn die Traverse gerade von den Schrauben angedrückt wird. Ganz nach dem Motto "weniger ist mehr", denn die Dämpferschlitten und die Spannungseinstellung erledigen den Rest. Tipp: Wenn sich die Dämpferschlitten nur schwer bewegen lassen, dann ist der Anpressdruck zu stark.“

Mit diesem Agile String System ist Schlagwerk eine Symbiose aus String- und Snare-Cajon geglückt. Und das Beste: Bei dieser Vielzahl von Einstellmöglichkeiten kann man sich seinen eigenen Sound kreieren.

Die Agile String Technik ist das Herzstück der Cajon und maßgebend für ihren Klang.

Von trocken bis raschlig – die Agile Pro-Klangmöglichkeiten

Die Agile String Technik verspricht, wie eben erläutert, jede Menge Potenzial seinen ganz eigenen Sound zu produzieren. Damit das nicht ins Uferlose läuft, widme ich mich den Extremen, um die daraus resultierenden klanglichen Tendenzen aufzuzeigen.

Ohne das System klingt die Cajon sehr percussiv – wie eine traditionelle Cajon eben – ohne viel Schnickschnack. Ein tiefer satter Bass steht dabei im Kontrast zu kraftvollen, eher mittigen Slaps, die noch ordentliche Tiefen mitliefern. Die ganze Cajon klingt eher trocken und genau so, wie man es von einer traditionellen Cajon gewohnt ist.

Mit der Werkseinstellung der String-Einheit bespielt, wirkt das Agile Pro – im Vergleich ohne System – gleich viel lebendiger. Der raschlige Effekt fördert die Höhen, sodass die Slaps jetzt spritzig knallig hervorstechen. Trotzdem bleibt der Bass und füllt das Untenherum aus. Trotz hohem Effektanteil besteht eine gute Trennung zwischen Bass und Slap. Beim Bespielen braucht man nur wenig Power, um maximale Klangerfolge zu erzielen. Perfekt!

Spannt man die Saite bis zum Äußersten – wobei eine Art Sicherungsmechanismus von Schlagwerk eingebaut ist, sodass man die Saite nicht zum Reißen bringen kann –, hört man kaum noch was vom Effekt. Tiefer gestimmt dagegen umso mehr: Je tiefer, desto mehr können die Saiten schwingen und umso spritziger und knallender fallen die Slaps aus.

Verändert man die beschriebene Dämpfereinheit und schiebt die beiden Holzelemente komplett an den Rand, so dass der Saiten-Teppich maximal schwingen kann, dann tut er das auch und bespielt raschelt es gewaltig – selbst der Bass verfügt über eine ordentlichen Portion „Effekt“. Dabei fällt das Sustain relativ lang aus und der Sound ist schlechter kontrollierbar – wie bei String-Cajons üblich.

Verschiebt man aber nun die Holzeinheiten auf circa ein 1/3 von der linken und 1/3 von der rechten Seite gesehen, verursacht man damit die maximale Dämpfung. Der Saiten-Effekt ist quasi weg und kommt nur noch sehr träge rüber. Die Cajon klingt so deutlich trockener mit ganz wenig Sustain.

Die Agile Pro Cajon gibt es in zwei Varianten: Zebra (li.) und Cappuccino (re.)

Fazit / Wertung

Mit der Agile-Serie und dank der Agile String Technik ist es Schlagwerk gelungen eine neuartige Cajon mit schier unendlich vielen Soundmöglichkeiten zu entwickeln. Schon die Werkseinstellung überzeugt sofort. Bei einem Preis von 210 EUR (UVP) hat das Agile Pro ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis, bedenkt man die handwerkliche Qualität des Produkts sowie die klanglichen Möglichkeiten. Die Cajon empfiehlt sich jedoch nicht nur allen Sound-Tüftlern, sondern jedem, der mehr aus seiner Cajon herausholen möchte.

Wertung:
+ perfekte Verarbeitung
+ Agile String Technik mit vielen Einstellmöglichkeiten
+ äußerst sensible Ansprache
+ sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Preis / Technische Daten

Vertrieb & Hersteller
Internet Schlagwerk Agile Pro Zebra
Schlagwerk Agile Pro Cappuccino
Preise (UVP) Agile Pro Zebra 210 EUR
  Agile Pro Cappuccino 210 EUR


Technische Daten
Korpus 10 mm Birke (8-lagig)
Schlagfläche Zebra-Design Furnier
Besonderheit Agile String Technik (verstellbar und herausnehmbar)

Video (by Schlagwerk)



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