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Test: Roland TD-1KV

Leicht in jeder Hinsicht

Ein kompaktes E-Drumset für Einsteiger hatten wir mit dem Roland TD-1KV im Test.


Leicht in jeder ...

Für innovative und hochwertige E-Drums ist Roland weltbekannt. Besonders die Sounds aus dem japanischen Hause wissen zu überzeugen. Jüngst konzentrierte sich der Instrumentenspezialist mit all seinem Know-how auf das kompakte Einsteigerset TD-1KV, das wir uns näher ansahen.

Über 30 Jahre Erfahrung kann Roland mittlerweile in der Entwicklung und dem Bau von E-Drums vorweisen. Dass sich in dieser Zeit viel verändert hat, dürfte wohl jedem klar sein. So stehen aktuelle elektronische Modelle den akustischen Vorbildern weder in Sachen Sound noch hinsichtlich des Spielgefühls viel nach. Der neueste Output aus dem Land der aufgehenden Sonne ist das günstige Einsteigerset TD-1KV. Und gleich mal so viel vornweg: Es ist mittlerweile nicht mehr nötig für richtig gute Qualität tief in die Tasche zu greifen.

Keine Frage, das Roland TD-1KV richtet sich an Einsteiger jeder Altersklasse. Sein großer Pluspunkt ist dabei seine kompakte Bauweise, die es sowohl kleinen als auch hochgewachsenen Drummern erlaubt, das Set auf ihre individuellen Bedürfnisse einzustellen. Im Lieferumfang finden sich drei Cymbals, drei Toms und eine Snare. Im Gegensatz zum etwas günstigeren Modell TD-1K ist bei unserem Testobjekt die Snare etwas größer und besitzt Meshheads für ein möglichst realistisches Spielgefühl.

Alle Pads und Cymbals sind entweder direkt oder über eine Längsstange an nur einem einzigen Basisrohr befestigt. Damit dieses nicht umkippen kann, wird es mit einer horizontal ausgerichteten Stange stabilisiert. Rutschfestigkeit garantieren außerdem die drei Gummifüße, die eine großzügige Auflagefläche besitzen. Neben der Aufgabe, das E-Drumset an seinem Platz zu halten, dienen diese auch der Entkopplung von starken Schwingungen beim Spielen. Aber keine Sorge: Was auf den ersten Blick vielleicht etwas schwindelig anmuten mag, ist extrem robust und droht keineswegs umzukippen. Außerdem ist das TD-1KV schnell aufgebaut und lässt sich mit seinen knapp 12 kg auch einfach von A nach B tragen.

Anstatt einem Kickdrum-Pad setzt Roland beim TD-1KV auf ein Pedal. Und während das Hi-Hat-Pedal mit einem Switch funktioniert, arbeitet das Kick-Pedal – und das ist neu – jedoch mit einem Piezo-Trigger. Damit lassen lässt sich sehr dynamisch spielen. Das ist einzigartig in dieser Preislage! Denn viele Konkurrenten arbeiten in dieser Preisklasse mit einem Switch und haben daher keinen dynamischen Sound beim Kickpedal (z.B. DTX-400). Aber das Beste ist noch: Wer will kann das Kickpedal später auch gegen ein KT-10 oder KD-9 tauschen, um so ein noch realistischeres Spielgefühl zu bekommen. Der große Vorteil dieses Pedals ist hier klar die leise Spielbarkeit – einen Schlägel, der deutlich hörbar auf ein Pad knallt, sucht man hier vergeblich. Doch keine Sorge, ein Federsystem im Pedal sorgt für ein authentisches Spielgefühl. Genau wie die Kick ist auch das Hi-Hat-Element aufgebaut: Ein Pedal sorgt hier für ein dynamisches und zugleich realistisches Spielgefühl.


Für ein realistisches Spielgefühl ist die Snare des TD-1KV mit einem Meshhead bespannt.

Soundzonen

Roland hat keine Mühen gescheut, um in akribischer Arbeit hochprofessionelle E-Drumsets mit natürlichem Soundcharakter zu kreieren. Wer jedoch denkt, die Japaner würden ihrem Einsteigerset TD-1KV nur eher zweitklassige Samples spendieren, der täuscht sich. Auch hier stecken absolut hochwertig klingende Sounds drin. Dafür sind es nur insgesamt 15 anwählbare Kits, die allerdings vollkommen ausreichen, denn für jede Musikrichtung von Pop und Rock über Jazz und Electronic sind passende Klänge dabei – doch zum Soundmodul gleich mehr.

Ganz nach dem Vorbild der großen TD-Brüder sind die Crashpads in insgesamt drei Zonen spielbar. Dabei ist es egal, welches der Cymbals als Crash, Hi-Hat oder Ride fungieren soll. Was hier aber etwas einschränkt, ist, dass die Cymbals nur einseitig bespielt werden können – nämlich dort, wo der schwarze Gummiüberzug zu sehen ist. Auch das Spielen der Glocke an der Ride ist eher gewöhnungsbedürftig, da genau dort dieser schützende Überzug fehlt. Ein mulmiges Gefühl entsteht hier vor allem dadurch, da man direkt auf blankem Kunststoff spielt, der womöglich bei einer etwas zu ausgelassenen Spielweise Schaden nehmen könnte.

Für ein absolut realistisches Spielgefühl sorgt die Choke-Funktion an den Cymbals: Dämpft man nach einem Schlag ein elektronisches Becken am TD-1KV ab, verstummt es genau wie ein echtes Crash mit einem kurzen, aber dennoch gut wahrnehmbaren Release. Ebenso die Hi-Hat lässt sich absolut realistisch und dynamisch sowohl an der Wölbung als auch an der Kante bespielen. In Kombination mit dem Pedal lassen sich somit auch ausgefuchste Techniken und Rhythmen umsetzen.

Snare- und Tompads machen einen sehr hochwertigen und recht unverwüstlichen Eindruck. Wo die Toms eine schwarze Gummispielfläche besitzen und ohne Rim auskommen, ist die Snare mit einem Meshhead bestückt und bietet einen großzügig gummierten Rim. Dynamik sowie Spielgefühl machen hier einen realistischen Eindruck und laden zu einem sehr verspielten Drumming ein, bei dem jede Nuance gut hörbar ist. Wer übrigens einen starken beziehungsweise eher schwachen Rebound an der Snare einstellen möchte, der kann diesen über die sechs Feststellschrauben am Rim je nach belieben an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Auf den ersten Blick ist das Soundmodul des TD-1KV recht unspektakulär, doch es bietet einige interessante Funktionen.

Modul im Fokus

Am oberen Ende der eingangs beschriebenen Basisstange sitzt das Herzstück des Roland TD-1KV: das Soundmodul. Auf den ersten Blick macht es einen recht simplen und unspektakulären Eindruck. Doch es kann mehr als es ohne die Bedienungsanleitung zu lesen verrät. So lässt sich nicht nur eines der 15 Drumkits anwählen und nach den eigenen Vorstellungen in Sound, Lautstärke sowie Empfindlichkeit anpassen, sondern auch eine von vielen praktischen Lernfunktionen aufrufen.

Neben einem recht simplen Klick mit acht unterschiedlichen Sounds gibt es verschiedene Rhythmus-Übungen. Besonders praktisch bei diesen Übungen ist, dass das Display anzeigt, ob man in time ist oder nicht. Zudem verdeutlicht es, wie weit man daneben war. So lassen sich beispielsweise Fills oder komplizierte Grooves gezielt mithilfe dieser Funktion üben, bis sie wirklich passen. Wer nicht nur auf Klick spielen möchte, der kann auch auf einen der 15 Playbacks spielen und sogar seine Performance direkt im Modul aufnehmen und anhören. Dabei stehen Übungssongs der verschiedensten Genres bereit – von Pop bis Heavy Metal. Zusätzlich ist es möglich über die Mini-Klinken-Eingangsbuchse eigene Songs oder Übungen über das TD-1KV abzuspielen.

Die insgesamt vier Menüs lassen sich über den Select-Taster in der Mitte des Moduls anwählen. Welches gerade aktiv ist, verdeutlicht eine rote LED unter dem jeweiligen Menüpunkt. Mittels gewisser Tastenkombinationen sind so auch tiefgreifende Einstellungen an den Funktionen möglich. Dazu gehören beispielsweise eine Auto-Off-Funktion, die das TD-1KV nach einer gewissen Zeit ohne Betätigung ausschaltet, oder das Konfigurieren der MIDI-Noten, die die USB-Buchse ausgibt. Empfangen kann das Soundmodul keine Daten. Leider nicht möglich ist hier das vertauschen von Padsounds – um etwa aus dem Hi-Hat-Pedal eine zweite Kickdrum zu machen.

Der Mini-Klinken-Ausgang dient am Roland TD-1KV sowohl als herkömmliche Ausgangsbuchse als auch als Kopfhöreranschluss. Unserem Geschmack nach hätte der Ausgangspegel allerdings etwas höher ausfallen dürfen, besonders wenn man einen etwas lauteren Mix braucht, um sich richtig wohlzufühlen. Sehr gut gelöst ist hier dafür der DB-25-Anschluss, an dem sich die mitgelieferte Kabelpeitsche anschließen lässt. Für jedes Pad und Cymbal sind die Kabel dabei entsprechend beschriftet und auch die Länge ist richtig gewählt, sodass eine Verwechslung ausgeschlossen ist – da verkabelt es sich auch schneller.

Dank der Kabelpeitsche mit dem DB-25-Anschluss ist das Verkabeln am Modul kinderleicht.

Sorglos drummen

Roland liefert bis auf Kopfhörer, Sticks und einem Hocker alles mit, was man zum Spielen braucht. Sogar ein Tool zum Befestigen der einzelnen Elemente liegt bei. Auch konfigurieren muss man nichts, da das Modul schon ab Werk so eingestellt ist, dass man nur noch auf „Power“ drücken muss – hier ist eben hinsetzen und loslegen angesagt. Sogar erweitern lässt sich das TD-1KV: An der Kabelpeitsche bleibt nach dem korrekten Anschließen ein Kabel über, an das sich etwa das optional erhältliche Cymbal OP-TD1C stecken lässt.

Das TD-1KV beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Möglichkeiten, die in den eigenen vier Wänden gegeben sind: Mittels der kostenlos erhältlichen Software V-Drums Friend Jam gelangt man in Rolands Social-Netzwerk für Drummer, über das man sich mit anderen Trommlern austauschen und bei Wettbewerben antreten kann. Des Weiteren steht das Übungsprogramm V-Drums Tutor zu Verfügung, mit dem man das Schlagzeugspielen von Grund auf erlernen kann und auch nützliche Tipps erhält. Um beide Softwares nutzen zu können, ist es lediglich nötig das E-Drumset via USB mit dem Rechner oder einem iPad zu verbinden – und los geht’s.

Was am TD-1KV besonders viel Spaß macht, ist seine geringe Lautstärke beim Spielen. So können sich Eltern auch des Nächtens beruhigt in ihre Gemächer zurückziehen, ohne befürchten zu müssen, dass der schlagzeugbegeisterte Nachwuchs ohrenbetäubend seiner Passion nachkommt. Außerdem nimmt das aufgebaute Set samt Hocker nicht mehr als knapp über einen Quadratmeter Platz in Anspruch. Damit eignet es sich optimal, um es auch in der Zimmerecke stehen zu lassen, ohne dass es irgendjemanden stört. Und wenn doch, ist es schnell abgebaut und verstaut.

Um Kabelsalat zu vermeiden, hat Roland dem TD-1KV vier Kabelklemmen beigelegt.

Fazit / Bewertung

Mit dem TD-1KV hat es Roland geschafft, ein qualitativ hochwertiges, aber dennoch günstiges Einsteigerset auf den Markt zu bringen. Es bietet nicht nur natürliche Sounds, sondern auch ein realistisches Spielgefühl. Obendrauf nimmt es wenig Platz ein und ist schnell auf- und abgebaut – alles Eigenschaften, die für E-Drums in der gleichen Preisklasse alles andere als selbstverständlich sind. Wer als Einsteiger oder auch Fortgeschrittener nach einer optimalen Lösung fürs Üben zu Hause sucht, ist mit dem TD-1KV auf jeden Fall auf dem richtigen Weg zum Erfolg.

 

Bewertung:
+ gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
+ wenige, dafür hervorragende Sounds
+ Lernfunktion
+ kompakt und einfach aufzubauen
+ optimal für Einsteiger geeignet
- Bedienung des Moduls gewöhnungsbedürftig
- Kopfhörerausgang zu leise

Preise / Technische Daten

Vertrieb & Hersteller
Internet Roland TD-1K
Roland TD-1KV
Preise (UVP) Roland TD-1K 525 EUR
  Roland TD-1KV 630 EUR
Technische Daten
Drumkits 15
Playback-Songs 15
Pads 3x Cymbal, 3x Tom, 1x Snare & 2x Pedal
Display 7 Segmente, 3 Zeichen (LED)
Anschlüsse Modul Mini-Klinke-Out, Mini-Klinke-In, USB, DB-25 & Netzbuchse
Abmessungen (HxBxT) 1.150 x 800 x 700 mm
Gewicht 11,8 kg


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