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Test: Roland HandSonic HPD-20

Wunderkiste für Kreative

Frische Sounds mit dem HandSonic HPD-20 von Roland.


Wunderkiste für ...

Gleichzeitig irgendwie unscheinbar und doch ziemlich stylish sieht er aus, Rolands neuester und prall gefüllter Spross der Percussion Controller Pads mit Namen HandSonic HPD-20. Drummer und Percussionisten haben hier mit all den frischen Sounds auf dem Multipad ebenso ihre Freude, wie kreative Studiofreaks und DJs beim Programmieren ihrer Beats und Loops.

Wer erinnert sich noch an das legendäre Octapad von Roland? Etwa so groß wie ein Aktenkoffer beherbergte das Pad-8 gleich acht Spielflächen mit denen per MIDI externe Sounderzeuger angesteuert werden konnten. So ließen sich ganz leicht die damals modernen Elektrosounds ins Set integrieren, ohne gleich ein ganzes E-Drumset aufzubauen. Diese Idee der Multipads hat Roland bis zu den heutigen SPD-30 und SPD-SX konsequent weitergeführt und mit immer besseren auch internen Sounds und Möglichkeiten bis hin zu Sampling-Funktionen für den Drummer-Alltag perfektioniert.

Seit den Musikmessen im Jahr 2000 hat Roland dann auch die HandSonic-Reihe am Start. Die richtet sich vom Aufbau und damit einhergehender Bespielbarkeit her eher an den Percussionisten, hat sich im Laufe der Jahre aber auch bei DJs und Studiofricklern bestens etabliert. Schuld daran sind nicht nur die für Roland typisch guten integrierten Sounds, sondern vielmehr auch die zusätzlichen Möglichkeiten durch die vielen Anschlüsse und integrierten Controller, mit denen sich im Studio- und Livebetrieb allerhand anstellen lässt. Als wirklich mal außergewöhnliche Instrumente sind die HandSonics damit echt kultige Werkzeuge kreativer Musiker und Produzenten. Das neueste HPD-20 wird dank Rolands aktueller SuperNatural Sound Technologie dazu sicher nochmal mehr Freunde im Lager der aktiven und modernen Percussionisten finden.

Ich bin vom Naturell her eher der Sticks schwingende Drummer und war dann doch gespannt, als mir UPS das kleine Paket überreichte. Schließlich können auch Drummer ihre Finger nie stillhalten und trommeln praktisch immer und überall damit. Im Test zeigte sich das HPD-20 daher selbst für mich als optimaler Sparringspartner für jede Rumgrooverei mit den coolen Sounds.

Percussionisten werden die sensible Ansprache der Pads lieben, aber wie ein E-Drummer wohl immer noch das Instrument in echt mit all seinen natürlichen akustischen Nuancen schätzen. Mir gefällt dagegen sofort, dass das HPD-20 kleinere Schwächen im Spiel verzeiht und mit eben diesen guten Sounds quittiert. Und dann sind noch all diese zusätzlichen Möglichkeiten, die spätestens beim Einsatz am Computer richtig Spaß machen.

 

 


Das HandSonic ist in 13 Zonen unterteilt, die anschlagsdynamisch und druckempfindlich sind.

Streicheln und Boxhiebe sind möglich

Die schwarze Kiste ist gerade mal etwa 31 cm breit, 40 cm tief, dabei nur 10 cm hoch und soll solch eine Wundertüte sein? Jau! Herzstück des Ganzen ist die runde 10“ durchmessende Spielfläche. Genialerweise ist die im Fall des HPD-20 in gleich 13 verschiedene Spielzonen unterteilt, deren Sensoren sehr gut voneinander abgeschirmt sind. Fehltrigger und/oder Übersprecher traten im Test jedenfalls nur bei untypisch brutaler Spielweise oder bewusst falschen Einstellungen auf. Trotz der vielen kleinen Zonen lässt sich alles bestens treffen, das Teil ist schließlich auf das Spiel mit Händen und Füßen, äh … Fingern ausgelegt und dementsprechend sensibel spielbar sowie auch vom Aufbau her logisch und schnell zu bedienen.

Dieser Aufbau des 10“ Pads in 13 Zonen gliedert sich in verschiedene Bereiche. Der untere Halbkreis ist in die zwei größten Hauptpads rechts und links unterteilt, in der Mitte findet sich das runde, etwa 2“ große Mittelpad. Das ist laut Anleitung explizit auch für das Spiel mittels Faustschlag konzipiert, was bei einigen Spieltechniken auf Percussions wie Congas oder Djemben tatsächlich Sinn macht.

Die obere Hälfte wurde in zwei kleinere Viertel unterteilt, um die sich außen jeweils noch vier weitere Minispielflächen reihen. Im Werkszustand sind die meisten Kits ganz logisch mit den wichtigsten Sounds auf den Hauptpads belegt, dazu kommen Spezialsounds auf den kleineren Vierteln oben und meist noch Melodie- oder Effektsounds auf den acht Pads oben ringsum.

Über der Spielfläche sorgt das zentrale LCD Grafikdisplay für beste Übersicht. Das Menu erklärt sich, wie bei Roland schon gewohnt, fast wie von selbst, kryptische Zeichen werden vermieden, das Display zeigt eindeutige Icons und Worte. Im Zusammenspiel mit den wenigen sinnvollen Tastern und Reglern hast du so nach nur kurzer Einarbeitungsphase schnell Kontrolle über das Gerät. Vor allem die drei situationsabhängigen Funktionstaster unter dem Display helfen im Menu.

Dazu kommen links davon Taster und Regler für die Gesamtlautstärke und Phones, die Quick-Rec Funktion, Kit-Auswahl, der ROLL-Button sowie der Realtime Modify Endlosregler für die Beeinflussung von Pitch und Effekt in Echtzeit. Rechts gibt es mit gleich zehn Buttons und einem Endlosregler die übliche Auswahl an Menusteuerungs- und Kitauswahltastern, dazu oben noch den Aktivierungsknopf für den speziellen D-Beam Controller, dessen Lichtkegel oberhalb des Displays entspringt. Alle Anschlüsse finden sich auf der Rückseite des robusten und roadtauglichen Gehäuses.

die Anschlüsse des HPD-20

SuperNatural Sounds und Superkräfte

Im Gerät sind 850 Sounds eingespeist. Roland hat auch hier die aktuellen SuperNATURAL Sound Engine Sounds eingeführt, so klingt alles richtig frisch und lebendig. Jeder Sound wirkt schön dynamisch und präsent, einige reagieren wirklich gut mit fast natürlichem Verhalten auf die jeweilige Spielweise. Schon schön, wie Roland es durch diesen Sprung mit den SuperNATURAL Sounds geschafft hat, elektronischer Percussion nochmal mehr Leben und Spaß einzuhauchen. Dank der sehr sensiblen Pads ist das alles sehr dynamisch brauchbar, gerade natürliche Percussionsounds kommen toll rüber. Alle Pads lassen sich auch mit zwei Sounds belegen, also layern. Der Übergang oder die Überblendung je nach Anschlagsstärke von einem Sound zum anderen lässt sich für jeden Layer in diversen Kurven bestimmen.

Auf den beiden Hauptpads reagieren viele Sounds sogar je nach Anschlagposition vom Rand zur Mitte. Gerade bei Handtrommeln wie Congas oder Djemben sehr cool; das macht Spieltechniken open tones und/oder Slaps am Rand ganz locker spielbar. Je nach Instrument muss man einfach gefühlsmäßig mal richtig zulangen oder eben auch mal feinfühlig tippen. Das HPD-20 setzt beides perfekt um. Gleichzeitig reagieren alle Pads auch einstellbar feinfühlig auf Druck. Ist das für ein Pad aktiviert, lässt sich damit die Dämpfung, der Pitch oder auch der Effekt eines Sounds eines oder mehrerer beliebiger Pads ändern. Das macht das Spiel wie auf echten Percussions noch ausdrucksstärker. Bei aktiviertem ROLL-Mode kann durch Drücken eines Pads der Sound in einstellbarer Geschwindigkeit gewirbelt werden. Das alles lässt sich wie die einzelnen Trigger-Parameter für jedes Pad im Menu und für jedes der 200 Kits separat einstellen.

Für glanzvolle Effekte sorgt auch der D-Beam-Controller. Der kann ebenso wie gedrückte Pads entweder Effekte, Tonhöhen und Dämpfung anderer Sounds beeinflussen, aber auch praktisch wie ein zusätzliches Pad grad selbst Sounds erzeugen. Dafür schicken die beiden Infrarotleuchten über dem Display einen Lichtkegel nach oben, in dem du nun mit Bewegungen deiner Hand Sounds aktivierst oder verfremdest. Und selbst hier kann der Einfluss im Lichtkegel fein auf die Lichtverhältnisse der Umgebung und die Bedürfnisse des Spielers feinjustiert werden. Coole Aktionen mit wischenden oder schlagenden Handbewegungen im Nichts über dem Gerät sind damit garantiert und sicher immer ein Hingucker und Hinhörer. Um bei all den Programmiermöglichkeiten und Voreinstellungen noch im Spielbetrieb schnell was ändern zu können, gibt es den Realtime Regler. Drückst du den zugehörigen Pitch oder Effect Button daneben, erhältst du am Endlosregler direkten Zugriff auf Tonhöhen und/oder Effekte der jeweils dafür wiederum voreingestellten Pads.

Es besteht die Möglichkeit sowohl einen Bassdrumpad als auch einen Hi-Hat-Controller anzuschließen.

Rundum-sorglos-Kiste als Allzweckwaffe

Die stolzen 850 eingepflanzten Werksounds sind nicht nur von bester Qualität, sondern decken auch noch einfach alles ab, was der moderne Percussionist so benötigt und noch vieles mehr. Traditionelle Instrumente wie Congas, Tablas und sogar Frame Drums kommen mit ihren authentischen Sounds sauber spielbar rüber. Dazu findet sich für jede erdenkliche Mucker-Situation immer was Passendes unter den vielen weiteren Percussions, Drums, Cymbals, Effektsounds und Melodieinstrumenten. Und falls nicht, importierst du einfach deine EIGENEN Sounds. Jawohl!

Per USB Stick lassen sich bis zu 500 eigene User Sounds als .wav-Files ins Gerät pumpen, die dann jeweils wie die internen Sounds auch editierbar, auf jedem beliebigen Pad spielbar und dazu noch mit Effekten zu belegen sind. Solche Files lassen sich ganz easy am Rechner erstellen und zurechtschnipseln. So hast du jetzt immer und überall deine Sounds parat. Insgesamt dürfen die zwar nicht länger als 6 min Stereo oder 12 min in mono sein, doch das reicht für ein Percussion-Pad wohl vollkommen aus.

Werden noch mehr Sounds oder einfach längere Samples und Phrasen zum Ansteuern benötigt, verbindest du das HPD-20 einfach per USB mit einem Rechner. Und sofort ist das HandSonic gleichzeitig ein phantastischer Controller für deine DAW. Beats sind in Windeseile und dabei auch noch mit enormem Spielgefühl als MIDI oder Audiodaten in den Rechner gehackt. Gleichzeitig lässt sich über das HPD-20 der Track vom Computer hören zu dem du da spielst. Das macht nicht einfach nur Spaß, sondern das Teil zum effektiven Controller für jeden Studiotypen. Und wer grad nicht im Studio ist, schiebt seinen per Quick Rec im HPD-20 gespeicherten Track einfach als fertiges File auf einen USB-Stick. Einfach einfach und einfach genau das richtige Feature für die geniale kreative Idee zwischendurch.

Das integrierte Metronom zeigt sich zwar im Gegensatz zu den sonstigen Möglichkeiten des Gerätes ohne jeden Schnickschnack wie Rhythm Coach oder Ähnliches ziemlich rudimentär, zum Üben zwischendurch ist es trotzdem sehr hilfreich. Noch viel besser finde ich aber die Möglichkeit hinten noch einen Hi-Hat-Controller, ein zusätzliches Pad und einen Fußschalter anschließen zu können; so kannst du dir schnell ein Mini-Mini-Setup für den kleinen Gig zusammenbasteln. Der Hi-Hat-Controller kann dann die Hi-Hat-Sounds anderer Pads öffnen und schließen, selber Sounds erzeugen oder durch die Pedalstellung die Sounds anderer Pads in punkto Tonhöhe und Effekt beeinflussen. Zu guter Letzt lässt sich Rolands HandSonic HPD-20 auch noch bequem auf einem Ständer montieren, aber das wäre wohl eher abgefahren, wenn es dieses Feature nicht geben würde.

Bewertung / Preise / Technische Daten

Bewertung:
+ super sensible Bespielbarkeit der Pads
+ perfekte Einstellmöglichkeiten auf eigene Bedürfnisse
+ natürliche Sounds der Percussions
+ viele weitere Sounds aller Richtungen
+ Import eigener Sounds möglich
+ cooler D-Beam Controller
+ nur 1,26 Euro pro Werkssound

 

 

Hersteller: Roland Germany GmbH
Web: www.rolandmusik.de
Preis (UVP): 1.069,81 Euro  
Technische Daten  
Sounds 850 Instruments
User Sounds max. 500 User Instruments mit insgesamt 12 min mono/ 6 min Stereo bei 44,1 kHz, 16 bits als .wav Format
Kits 200 (davon 100 voreingestellte aber editierbare Presets)
Kit Chains 15 Chains mit je 50 Steps
Effekte 10 Zoll, 13 Zonen, anschlagsdynamisch und druckempfindlich
Controller D-BEAM und Realtime Modify Regler
Display Grafik LCD mit 128 x 64 Pixeln
Anschlüsse Main Out L/R, Phones, Mix-In, 1x Trigger-In, HH-Controller, Foot Switch, MIDI-In, MIDI-Out, USB Computer, USB Memory
Gewicht 2,4 kg


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