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Test: Nord Drum 3p

Trommelfeuerrot

Nords Modelling-Percussion-Synthesizer der nächsten Generation im Test.


Trommelfeuerrot

Der schwedische Hersteller Nord hat nun die dritte Generation ihres Drumsynthesizers auf den Markt gebracht. Das Nord Drum 3P mit integrierten Trigger-Pads und zusätzlichem Triggereingang für eine Kickdrum vereint die Vorgängerversion Nord Drum 2 und das separate Erweiterungsset Nord Pad 6 in einem Gehäuse. Was es sonst an Neuerungen gibt, wie es sich anfühlt und anhört, erfährst du hier in diesem Test.

Der Hersteller beschreibt das Nord Drum 3p grob so: „Der Nord Drum 3p ist ein Modelling-Percussion-Synthesizer. Die Klangerzeugung basiert auf drei Komponenten – Resonant Synthesis, subtraktiver Synthese und FM-Synthese. Für die Gestaltung der Sounds stehen die Bereiche ‚Noise’, ‚Click’ und ‚Tone’ zur Verfügung, jeweils ausgestattet mit verschiedenen Einstellmöglichkeiten. Zusätzlich stehen EQ, Distortion, ein Stereo-Hall und ein Delay-Effekt zur Verfügung, deren Anteil für jeden Kanal nun individuell einstellbar ist. Die Benutzeroberfläche wurde überarbeitet und erlaubt jetzt einen einfachen Zugriff auf die Klangbibliothek. Diese besitzt Kategorien für Bassdrums, Snaredrums, Toms, Hi-Hats, Cymbals, Percussion, Bells, Tuned Percussion und Effects.“

Der erste Eindruck:
Ausgeliefert in einer stabilen Umverpackung wird die Gerätevorderseite des Nord Drum 3p zusätzlich mit einer Noppenschaumstoffmatte geschützt. Das Gerät in nordtypischer Optik und Verarbeitungsqualität wiegt knapp 2 kg. Im Lieferumfang enthalten sind zudem das Netzteil mit verschiedenen Kontaktstiften, eine Rackhalterung, vier Gummifüßchen und ein Handbuch in englischer Sprache.

Da auf der Unterseite des Gerätes ein paar Schraubenköpfe herausschauen, sollten zuerst die Gummifüßchen aufgeklebt werden, bevor du es auf einen Tisch abstellen kannst. Beim Netzteil das passende Kontaktstift-Element für deutsche Steckdosen in die Basiseinheit gesteckt, ab in die Steckdose und schon kann‘s losgehen. Integrierte Lautsprecher gibt es nicht. Den Sound kannst du entweder direkt über Kopfhörer (mit 3,5-mm-Stereo-Klinke) anhören oder z.B. über ein Mischpult in die PA schicken. Zum Verbinden benötigst du lediglich noch zwei Audiokabel mit 6,3 mm Mono-Klinkenstecker.


Hardwareausstattung und Inbetriebnahme

Der Nord Drum 3p besitzt ein hochwertiges rotes Metallgehäuse. Im oberen Teil der Oberseite befinden sich rechts etwas abgesetzt der Drehregler für die Laustärke, ganz links ein Taster namens „Lower Param“ (zur Anwahl der zweiten Tasterbelegung) und rechts daneben ein Endlosdrehregler zur Bedienung der in der Anzeige befindlichen Parameter. Dazwischen etliche Taster, meist mit Doppelbelegung, zwei zweistellige Siebensegmentanzeigen und Aussteueranzeigen für die Pads.

Dominiert wird die Oberseite durch die sechs Triggerpads in der Dimension 9,5cm x 9,5cm. Das Gehäuse ist tadellos verarbeitet – es gibt keine scharfen Kanten –, die Bedienelemente sind stabil und griffig und die Taster haben einen definierten Druckpunkt. Das fühlt sich gut an. Auch die Gummipads sind tadellos verarbeitet und wirken beim Drücken mit den Fingern äußerst stramm.

Auf der Rückseite befinden sich links Anschlüsse für Stromversorgung, Ein-/Aus-Schalter, MIDI-In und MIDI-Out sowie ein Trigger-In für eine Kickdrum mit 6,3 mm Klinke. Auf der rechten Seite befinden sich zweimal Audio Output mit 6,3 mm Klinke und eine 3,5mm Stereo-Miniklinke für einen Kopfhörer.

Die Unterseite beinhaltet die Optionen zur Befestigung an einer Rackklammer mit dem mitgelieferten Fußadapter.

Vorsicht bei der Inbetriebnahme! Beim Einschalten des Gerätes werden am Audioausgang zuerst ein sehr unschönes Knacksgeräusch und kurz darauf ein weiterer kräftiger Spannungsimpuls ausgegeben. Auch beim Ausschalten entsteht ein deutliches Knacksgeräusch. Dieses Verhalten ist unabhängig vom Laustärkeregler und kann bei hoch eingestellter Lautstärke die Lautsprecher beschädigen! Daher unbedingt vor dem Ein- und Ausschalten des Gerätes am Mischer den Kanal stummschalten.

Die Gummi-Pads des Nord Drum 3p reagieren sehr gut auf unterschiedliche Stockvarianten.

Spieleindruck

Zuerst spielte ich das Nord Drum 3p ohne Sounds mit einem Sticks Allround-Stock an (Rohema 5A). Liegt das Gerät auf einem Tisch, fällt sofort eine hohe Eigenlautstärke auf – die natürlich zum Teil darin begründet liegen kann, dass der Tisch als Resonanzkörper dient. Am Rack montiert relativiert sich dies auf ein Maß vergleichbar mit einfacheren E-Drum-Gummipads. Auch das Reboundverhalten ist ähnlich schwach ausgeprägt.

Die Pads reagieren jedoch sehr gut auf unterschiedliche Stockvarianten. Im Test verwendete ich die Modelle VIC Firth 7A und Rohema 5A. Ich empfehle daher unbedingt auszuprobieren, was am besten zum persönlichen Spielempfinden passt. Gummipadtypisch lassen sich auch Stickmarks, also sichtbare Spuren der Aufschläge durch die Stöcke, nicht vermeiden.

So lässt sich‘s spielen:
Damit ein Sound erklingt, brauchst du beim Anschlagen der Pads eine Mindest-anschlagstärke. Die erzeugten Sounds besitzen dann auch schon eine Mindestlautstärke. Ein Blick in die Triggerparameter zeigt, dass der Wert für „Pad Threshold“ (Ansprechschwelle) in der Voreinstellung auf „5“ steht. Dieser Wert ist schon dazu geeignet, Fehltrigger durch externe Einflüsse zu vermeiden. Obwohl hier in einem Gehäuse sechs Triggerpads untergebracht sind, kannst du getrost den Wert auf „1“ stellen. Dann steht dir auch der tatsächlich nutzbare Dynamikumfang zur Verfügung.

Die Pads verhalten sich mittensensitiv. Die Empfindlichkeit nimmt zum Rand hin etwas ab. Spieldynamisch ist dies nur bei sehr perkussiven Klängen mit großem Dynamikumfang auffällig. Obwohl das Reboundverhalten gegenüber E-Drum-Pads eher schwach ausfällt, passt das Dynamikverhalten dennoch erstaunlich gut zu der Sounderzeugung.

Der Kicktrigger wirkt auf Pad1 und ist ein Monotrigger. Verwenden kannst du alles aus dem E-Drumming-Bereich. Typischerweise eignet sich ein Kick-Trigger-Pedal wie z.B. Yamaha KU100 oder Roland KT-10. Das unterstützt natürlich die Performance.

Klangeindruck

Der Nord Drum 3p besitzt vier Speicherbänke (A bis C) mit jeweils 50 Speicherplätzen. Im Auslieferzustand sind alle Speicherplätze und meist alle Pads mit Sounds belegt. Beim Durchstöbern der Speicherplätze begegnen dir zunächst eine Menge bekannter typischer Synthie-Drumsounds, aber auch Wavesounds. Vor allem in Bank C und D fallen einige sehr beeindruckende Presets auf, die besonders durch die Effektsektion profitieren. Einzelne erinnern zudem durchaus an Filmmusikeffekte. Hier zeigt sich dann letztendlich das tatsächliche Potential des neuen Nord Drum 3P.

⇒ Soundbeispiele:

Beispiel 1 - Nord Drum 3p --> A11 (0:12 - 0:35 min);
Beispiel 2 - Nord Drum 3p --> A16 (0:35 - 0:44 min);
Beispiel 3 - Nord Drum 3p --> C26 (0:45 - 0:59 min);
Beispiel 4 - Nord Drum 3p --> D02 (1:00 - 1:24 min);
Beispiel 5 - Nord Drum 3p --> D16 (1:25 - 2:08 min);
Beispiel 6 - Nord Drum 3p --> D42 (2:09 - Ende)

Eine Sache ist jedoch sehr unschön. Bei lang ausklingenden Sounds tritt während des Ausklingens ein deutlich wahrnehmbares Rauschen in den Vordergrund, welches nicht mehr dem „Noise“-Anteil des zuvor erzeugten Sounds zuzuordnen ist. Dieses Rauschen bleibt dann so lange stehen, bis man entweder einen anderen Sound spielt oder auf einen anderen Speicherplatz wechselt.

Editieren, Funktionen, Besonderheiten

Im beiliegenden englischsprachigen Handbuch ist das Vorgehen für das Editieren, was die Taster bedeuten, was die Funktionen bewirken und wie die Parameter beeinflussen so verständlich vermittelt, dass es nicht zwingend eines deutschen Handbuchs bedarf.

Vor dem Abspeichern eigener Kreationen gilt es jedoch noch eine Hürde zu nehmen, denn im Auslieferungszustand ist der Schreibschutz aktiv. Ein Hinweis hierzu findest du im Handbuch auf Seite 6 – „Memory Protect“. Unter „Global Settings“ auf Seite 11 ist dann der Vorgang zum Deaktivieren erläutert. Allerdings ist dies in der Praxis einfacher als es im Handbuch aussieht.

Sehr praktisch ist auch die Möglichkeit, das Pad-Layout in vier verschiedene Varianten zu ändern. Entsprechend verlagert sich die Belegung der Sounds und erspart aufwendiges Umkopieren.

Fazit

Beim Nord Drum 3P Modelling-Percussion-Synthesizer dürfte vielen Anwendern entgegenkommen, dass sich der 3p einfach in ein bestehendes Set integrieren lässt. Die Soundmöglichkeiten, welche die Klangsynthese speziell in Verbindung mit der Effektsektion zur Verfügung stellt, sind mächtig und eröffnen somit ein breites Einsatzspektrum.

Getrübt wird dieser sehr positive Gesamteindruck durch die lauten Ein-/Ausschaltimpulse und durch das bleibende Rauschen bei länger ausklingenden Sounds, was den Einsatz im Studio etwas einschränken kann (ggf. zusätzliches Noisegate erforderlich). Im Liveeinsatz hast du mit diesem Gerät allerdings eine Menge Spaß.

Preis / Technische Daten

Vertrieb
Hersteller
Internet
Preis (UVP)
831,81 Euro

 

 

Technische Daten
Klangerzeugung
6-Kanal Modeling Percussion Synthesizer
Belegung/Sounds
4 Banks x 50 Programme für Drumsets
9 banks für einzelne Drumsounds (Bassdrum, Snare, Toms, Hi-Hats, Cymbals, Percussion, Bells, Tuned Percussion, Effects)
8 Benutzer-Banks x 50 Sounds
Effekte Global Stereo Reverb mit 5 reverb modes
Global Delay
Drive, Sample Rate Reduction and Ring Modulation Effects pro Kanal
EQ mit Gain und Frequency Controls pro Kanal
Pads 6 x Gummi-Pads
Anschlüsse Power, On/Off, MIDI-In & -Out, Trigger-In, 2x Audio Out, Phone
Größe 29,9 x 4,85 x 28,1 cm
Gewicht 1,85 kg
Zubehör
Bedienungsanleitung
 
Mount-System
 
Netzteil + verschiedene Adapter


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