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Test: Millenium Micro Cajon

Zwei in einem

Für den akustischen Einsatz – und dank des Finhol Cajomic-Systems auch für den verstärkten Gebrauch gedacht. Wie es klingt, erfahrt ihr im Test.


Zwei in einem

Thomanns Hausmarke Millenium ist immer für preisgünstige Überraschungen gut und so präsentiert sich auch ihr jüngster Cajon-Spross: das Millenium Micro Cajon. Zum Kampfpreis von 189 EUR gibt’s ein stimmbares Cajon mit integriertem Mikrofon – das Finhol Cajomic-System. Im Test erfährst du, wie es funktioniert und klingt.

Das Cajon erfreut sich noch immer wachsender Beliebtheit. Vor allem weil es so schön kompakt, unkompliziert und leicht zu spielen ist. Viele Schlagzeuger nutzen es deswegen als willkommene Alternative bei Akustik-Sessions, auf kleinen Bühnen, beim Jammen im Park oder gar am Lagerfeuer. Trotz der vielen Einsatzmöglichkeiten kommt man manchmal um das Abmikrofonieren nicht herum. Und genau hier schlägt das Musikhaus Thomann mit dem Millenium Micro Cajon den Bogen und bietet ein String-Cajon an, das – äußerst praktisch – ein Mikrofon gleich integriert hat.

Von vorn sieht man dem Cajon gar nicht an, was in ihm steckt. Schlicht und ohne viel optischen Schnickschnack, sondern lediglich mit leichter Maserung, wirkt das Cajon mit dem hellen Birkenkorpus und der noch bleicheren Schlagfläche zeitlos edel. Der Korpus wie auch die Schlagfläche wurden mit einem dünnen Klarlack versiegelt, sodass sich das Cajon rundherum wunderbar glatt anfühlt. Die Kanten des sauber verklebten Korpus sind leicht abgerundet, lediglich die beiden vorderen Ecken der Sitzfläche sind weitläufiger nach hinten abgerundet und bilden somit einen nahtlosen Übergang zwischen Sitzplatte und Spielfläche.

Die Schlagfläche besteht aus drei Lagen Birke und ist mit elf Schrauben im unteren und sieben im oberen Bereich sehr sauber mit dem Korpus verschraubt. Die Schraubenköpfe wurden dabei sehr sorgfältig und gerade versenkt, sodass keine Kanten hervorstehen und somit beste Bespielbarkeit geboten ist. Das dezente schwarze Millenium-Logo am unteren Teil der Platte ist aufgeklebt. Für einen sicheren Stand sorgen die vier angeschraubten hellen Gummifüße, die für meinen Geschmack auch etwas größer hätten ausfallen können.

Übrigens: Das Millenium Micro Cajon wird im Ursprungsland des Flamencos, in Spanien bei der Firma Atalaya Musical S.L. in Benalua unweit von Granada (Sierra Nevada) hergestellt.


Von unten her stimmbar – das String-System des Millenium Micro Cajons

Akustische Werte – das String System und der Sound

Beim Millenium Micro Cajon handelt es sich um ein String-Cajon, was – für diese Preisklasse unüblich – sogar stimmbar ist. Hierfür gibt es durch die Bodenplatte von unten zwei Schrauben, über die eine Traverse im Inneren des Cajons nach unten (Saiten werden straffer) oder nach oben (Saiten lockern sich) geschoben werden kann.

Die zwei Saiten verlaufen dabei fast über die komplette Schlagflächenrückseite. Werkseitig sind die Saiten durch ein Klettband abgedämpft. Diese Lösung ist zwar ungewöhnlich, ermöglicht einem jedoch die Dämpfung bei Bedarf auch zu entfernen. Aber Achtung: Die Klett-Gegenstücke sind an die Schlagflächenwand geklebt. Bei zu hurtigem Zug ¬– so wie hier beim Test geschehen – kann es sein, dass man es einfach mit abreißt. Unschön, aber auch nicht weiter wild, weil man sie ja wieder ankleben kann.

String-Cajons gelten im Allgemeinen als dynamischer und sensibler in der Ansprache und sind bekannt für ihren eher feinen Sound. So auch das Millenium Cajon. Vom reinen Höreindruck und nicht zusätzlich abgenommen klingt es sehr lebendig im mittleren Frequenzbereich. Die Slaps kommen knackig, mit etwas mehr Spiel-Power scharf rüber und auch der Bass ist ordentlich für ein Cajon in diesem Preissegment.

Die String-Variante lässt ein gutes dynamisches Spiel zu. Du musst lediglich etwas tunen und gegebenenfalls abdämpfen, damit die Saiten nicht anfangen unkontrolliert zu zirren und somit zu nerven.

Fest integriert – das Finhol Cajomic System

Verstärkung – Mikrofon (Cajomic System) von Finhol

Ein nettes Feature am Millenium Micro Cajon findet sich an dessen Resonanzloch: ein dynamisches Mikrofon aus dem Hause Finhol. Nur von zwei Schrauben links und rechts an der Öffnung gehalten sorgt eine Gummibandvorrichtung dafür, dass das sogenannte Cajomic Kit immer an seinem Platz bleibt. Die elastische Lagerung hat aber noch einen weiteren ganz entscheidenden Vorteil gegenüber fixierten Mikrofonen: Auch bei einer ausgelassenen Spielweise nimmt der Schallwandler keine starken Schwingungen auf, die am Gehäuse entstehen. Außerdem vermeidet diese Konstruktion die Übertragung von Trittschall – Störgeräusche haben also keine Chance.

Die Haupteinsprechrichtung des Schallwandlers zeigt in das Cajon. Damit nun möglichst wenig Raumklang und somit ein trockener Sound am Audio-Interface oder Mischpult ankommt, besitzt das Cajomic Kit eine nierenförmige Richtcharakteristik. Das heißt, dass rückwärtig einfallender Schall aus dem Raum effektiv unterdrück wird. Aber keine Sorge: Mit einem Frequenzgang von 50 Hz bis 16 kHz bildet das Mikrofon alle Klangfarben ab, die das Micro Cajon bietet. Eine XLR-Buchse links neben dem Resonanzloch gibt das symmetrische Signal schließlich aus.

Bei so einem nützlichen Gimmick stellt sich nun die Frage, wie der Sound ist: Da das Cajomic Kit direkt am Resonanzloch sitzt, lässt sich eine gewisse Resonanzfrequenz nicht verhindern. Diese macht sich hier als eine Überbetonung bei ungefähr 125 Hz bemerkbar. Aber ein Griff zum Equalizer genügt, um dem entgegenzuwirken. Ansonsten gibt das Mikrofon das Instrument recht natürlich und nuancenreich wieder, wenn auch etwas dünn und höhenarm. Für Studioaufnahmen empfiehlt es sich demnach eher weniger. Dafür ist der Schallwandler wie für den Live-Einsatz geschaffen – einfach anstecken, einpegeln und loslegen. Außerdem spart man sich als Percussionist unterwegs das Mitschleppen eines zusätzlichen Mikrofons und Stativs.

Die Haupteinsprechrichtung des Schallwandlers zeigt in das Cajon.

Fazit / Wertung

Das Millenium Micro Cajon überzeugt mit sehr guter Verarbeitung und einem für dieses Preissegment ordentlichen Klang – zumal es stimmbar ist. So lässt sich auch die Spieldynamik variabel gestalten: Von trocken bis lebendig ist also alles drin. Damit die Performance auch über die PA verstärkt bestens zum Ausdruck kommt, integriert die Micro Cajon das spezielle Finhol-Mikrofon Cajomic Kit. Hier wird dem Instrumentalisten für Gigs sowohl im kleinen als auch im großen Rahmen alles geboten.

Wertung
+ sehr gute Verarbeitung
+ stimmbar
+ integriertes Mikrofon
+ Plug & Play Lösung
- Sound kommt über Mikrofon etwas dünner rüber

Technische Daten / Preise

Anbieter
Internet
Preis
189 EUR

 

Technische Daten
Korpus Birke
Schlagfläche Birke geschraubt
System String-Cajon
Maße 49 x 30 x 30 cm
Besonderheit hergestellt in den Spanien
  stimmbar
  fest integriertes Mikrofon (Finhol)


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