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Test: CaSela Pro Snare Cajon

Aus eins mach zwei

Selas neu entwickelter Snare On/Off-Mechanismus ermöglicht es, aus einem Cajon zwei zu machen.


Aus eins mach zwei

Mit dem CaSela Pro Snare Cajon stellt Sela nicht nur ein neues Cajon vor, sondern auch ihren neu entwickelten Snare On/Off-Mechanismus. Dieser ermöglicht es, mittels Hebel und einfacher Handbewegung, zwischen modernem Snare- und traditionellem peruanischen Cajon zu wechseln.

Sela ist eine kleine östereichische Firma, die nunmehr seit über 10 Jahren Cajons herstellt – produziert wird allerdings in Deutschland. Bekannt vor allem durch die günstigen und trotzdem qualitativ sowie klanglich hervorragenden Cajon-Bausätze, reicht die Produkt-Palette von den spielfertigen Varios Einsteigermodellen bis hin zu den CaSela Profi Snare Cajons. Kreativer Kopf und Gründer der Firma Sela ist Markus Westenberger. Er tüftelt und entwickelt die „Holzkisten“ immer weiter. Sein neuestes Modell, welches auf der Musikmesse 2014 erstmals vorgestellt wird, ist das CaSela Pro Snare Cajon mit seinem innovativen Snare-System – dazu aber gleich mehr.

Ausgepackt sticht sofort die markante Bauweise ins Auge: Typisch Sela sind die Seitenwände nicht direkt mit der Sitz- bzw. Unterseite verschraubt, sondern mit einem massiven, gebogenen Ahorn-Holzelement. Der Look ist dabei sicherlich ein netter Nebeneffekt, in erster Linie ermöglicht dieses Design jedoch ein angenehmes Sitzgefühl. Apropos Sitz: Die Sitzfläche wurde nicht gesondert bearbeitet und ist daher durch den Lack eher glatt.

Als Schlagfläche kommt bei unserem Test-Cajon Satin Nuss zum Einsatz. Dabei handelt es sich nicht um eine Nussbaumart, sondern um das Holz des Amberbaumes. Weitere Schlagflächen sind mit den Furnieren Tineo und Zebrano erhältlich. Sela bietet jedoch auch die Möglichkeit einer Custom-Version, bei der man seine Spielfläche individuell gestalten kann. Die Frontplatte wird dabei mit 21 Schrauben an den Korpus montiert, wobei 14 in dem unteren zwei Dritteln relativ gleichmäßig, also im gleichen Abstand zueinander sitzen und damit die 3 mm dicke, aus 5 Schichten bestehende Thin-Splash-Edelfurnier-Platte im wesentlichen befestigen. Dabei wird die Platte nicht nur festgeschraubt, sondern auch abgedichtet, was sich auf den Klang auswirkt. Die restlichen Schrauben befinden sich im oberen Drittel und damit im Spielbereich. Die Verarbeitung wie auch die Positionierung der Schrauben charakterisieren das Schwingungsverhalten der Schlagplatte.

Das Pro Snare Cajon verfügt, durch die Wahl der Verschraubung im Spielbereich, über „freie Ecken“, die sogenannten Clap-Corners. Sie reagieren sehr empfindlich und sprechen daher sehr gut an. Dieser Bereich eignet sich vor allem für Fingerpatterns und knallige Slaps. Mehr zur Ansprache sowie Klang des Cajons im Absatz „Sound“.

Die makellose Verarbeitung aller Komponenten – außen wie auch innen!! – zeugt von Detailliebe, Perfektionismus und Profiarbeit. Hier gibt’s einfach nichts zu mäkeln.

 

 


Durch das Snare On/Off-System hat man die Möglichkeit – selbst während des Spiels – zwischen Snare- und Cajon hin und her zu schalten.

Snare On/Off-Mechanik

Das Besondere des CaSela Pro Snare Cajons ist das neuartige Snare-System, mit dem man den Snare-Effekt im Handumdrehen ab- und wieder zuschalten kann. Der rote Hebel dazu befindet sich – sitzt man auf dem Cajon – auf der linken Seite. Steht der Hebel nach vorn, ist der Snare-Effekt angestellt, nach hinten ab. Zwischenpositionen sind nicht möglich. Es gibt also nur: Entweder – oder.

Hinter dem selaschen Snare On/Off-Mechanismus, verbirgt sich ein relativ simples Klappsystem. Durch das Zurückdrücken des Hebels wird die Snare-Vorrichtung von der Frontplatte weggekippt. Der Hebel rastet automatisch ein. Möglich macht das eine Art Rastersystem, wie man es von manchen Schränken kennt. Man drückt, bis es einrastet und beim Lösen drückt man noch etwas weiter, worauf es beim darauffolgenden Loslassen (oder hier Heranziehen) wieder löst – so auch hier bei diesem Snare On/Off-Mechanismus. Dabei bleibt das Rastersystem durch einen Magnetstift immer mit der Snare-Vorrichtung (verschraubter magnetischer Gegenpol) verbunden.

Hinweis: Löst man die Rasterung nicht wie eben beschrieben, sondern drückt einfach den Hebel wieder in die Snare-On-Position, gibt es einen kurzen Ruck, da sich der Magnetstift löst. Das Snare-System steht dann einfach nach oben, was zur Folge hat, dass es weniger gut kontrollierbar ist, trotzdem vielleicht aber sogar als dritte Soundmöglichkeit herhalten kann. Schiebt man den Hebel dann wieder nach hinten, greifen die Magnetfelder und das System läuft wieder.

Durch das Snare On/Off-System hat man die Möglichkeit – selbst während des Spiels – zwischen Snare- und Cajon hin und her zu schalten. Dabei stellt sich der Wechsel vom Snare-Sound hin zum traditionellen Cajon leichter dar, als anders herum. Dies liegt im wesentlichen an der Art des Lösens der Snare-Vorrichtung. Der Hebel selbst schiebt sich ziemlich straff, was aber durchaus im Rahmen liegt.

 

 

Das CaSela Pro Snare Cajon bietet einen satten Ton und mächtigen Bass.

Der Sound

Das neuartige Snare-System ermöglicht dem CaSela Pro Snare Cajon sowohl als traditionelles peruanisches wie auch als modernes Snare Cajon in Erscheinung zu treten. Das ergibt mehr Möglichkeiten und einen flexibleren Einsatz.

Steht der Hebel nach vorn, dann ist das Snare-System aktiv. Das Cajon überzeugt durch einen warmen Bass, der ordentlich Schub bietet. Die Slaps klingen dabei knackig und frisch mit einem crispen Anteil an „Snare“. Durch die sensiblen Ecken, die sogenannten Clap Corners, werden selbst Fingertaps sehr deutlich wiedergegeben.

Allgemein ist die Ansprache des Pro Snare Cajons äußerst sensibel und direkt. Der feine Snare-Sound ist wohldefiniert und nicht raschelig, was an der Positionierung des Teppichs im untersten Bereich der Schlagplatte liegen mag sowie an der voreingestellten Dämpfung der Spiralen durch Schaumstoff. Übrigens: Den Anpressdruck der Snare könnt ihr durch die kleine Flügelmutter, die sich im Inneren am oberen Ende des Snare-Systems befindet, variieren. Wem es noch zu wenig raschelt, dem ermöglicht das System die Aufnahme einer weiteren Snare-Traverse (kostet ca. 30 Euro). Einfach oben draufsetzen und los geht’s.

Das Cajon ist perfekt für Schlagzeuger, die eigentlich „nur einen Beat“ spielen wollen: Der Snaresound lässt sich sehr gut kontrollieren, wobei Effektbereiche, wie zum Beispiel Snare (Slap) und Bass, vom Klangbild her, innerhalb der Spielfläche erstaunlich deutlich getrennt sind.

Steht der Hebel nach hinten, so ist das Snare-System deaktiviert. Das Cajon ähnelt nun einem traditionellen peruanischen Cajon. Sein Klang ist deutlich perkussiver, wobei das volle Holz zur Geltung kommen kann. Der Ton ist eher dunkel und nimmt Conga-artige Klang-Züge an. Die Slaps bleiben weiterhin knackig, jedoch mit einem dunklen, holzigen Charakter. Auch hier sei noch mal der warme angenehme Bass hervorgehoben, der ordentlichen Schub bietet.

 

 

 

Fazit / Wertung

Das CaSela Pro Snare bietet dank des Snare On/Off-Mechanismus zwei Cajons in einem sowie eine top Verarbeitung und super Sound. Durch den gut definierten und kontrollierbaren Sound dürfte das Cajon vor allem für Drummer interessant sein, aber auch Percussionisten rate ich: Unbedingt anspielen! Denn der traditionelle Snare-Off-Sound ist durchaus zu empfehlen.

Das Beste kommt wie immer zum Schluss: Mit dem Preis von 269 EUR (UVP) stimmt das Preis-Leistung-Verhältnis in jeder Hinsicht. Daumen hoch, Sela!

Wertung:
+ top Verarbeitung
+ zwei Cajons in einem
+ gut definierbare Sounds
+ Bass setzt sich ordentlich ab

Preis / Technische Daten

Vertrieb
Hersteller
Sela
Internet
Preis (UVP) 269 EUR

 

 

Technische Daten
Korpus 15 mm Birke (11-lagig)
Ecken massives Ahorn
Schlagfläche Thin Splash Edelfurnier
Furniere Satin Nuss (Testmodell)
Tineo
Zebrano
Besonderheit Snare On/Off Mechanismus
Custom-Gestaltung der Spielfläche möglich


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