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Test: 2Box Drumit Five MKII

Digital Wall of Drums

Wir hatten das auffällig orangene E-Drumkit der zweiten Generation im Test.


Digital Wall of ...

Schweden bietet für Drummer genau zwei hochinteressante Komplettlösungen: Ikeas CD-Regal „Benno“ für die Tonträgersammlung und das 2Box-E-Drumset Drumit Five MKII zum Trommeln. Was letzteres alles bereithält, haben wir für dich herausgefunden.

2Box offeriert mittlerweile die zweite Version seines orangenen E-Drumsets. Und seit dem ersten Modell, das 2009 auf den Markt kam, hat sich einiges getan: Sowohl Hardware als auch Software wurden aufpoliert, um dem Drummer ein noch realistischeres Spielgefühl zu vermitteln. Dennoch gehen die Schweden weiterhin ihren eigenen Weg und lassen sich von Roland, Yamaha und Co. nicht beirren. Beispielsweise verzichtet 2Box auf eine Übungs- und Lernsoftware, weiß im Gegenzug aber mit einem ausgefuchsten Editor zu überzeugen.

Als Komplettset fehlt es dem Drumit Five MKII an nichts: Im Lieferumfang finden sich neben Kick, Snare und Hi-Hat drei Toms sowie zwei Crashes. Zusätzlich enthält das Paket eine Fußmaschine mit schwarzem Tennisball-Beater, ein Hi-Hat- und ein Snare-Stativ, ein Aluminium-Rack sowie das Drummodul. Nur Hocker und Sticks liegen nicht bei. Bei erstmaligen Aufbau sollte man aufgrund vieler Kleinteile etwas Geduld mitbringen. Dafür lässt sich das Rack später so zusammenklappen, dass es leicht auf die Rückbank oder in den Kofferraum eines Autos passt.

Die Schweden setzen auf verhältnismäßig dünne Pads. Diese bestehen aus stabilem Aluminium und bieten je einen Trigger für Head und Rim – das sogenannte Floating-Rim-System. Über eine Stereo-Klinkenbuchse gibt das Pad die Signale einzeln aus, sodass man das Rim beispielsweise auch mit anderen Sounds wie Shaker, Tambourine oder Orchester-Hits belegen kann. Recht gelungen zeigt sich vor allem das Hi-Hat-Element: Wie bei einem akustischen Set wandert das Cymbal beim „Öffnen“ nach oben. Obendrauf besitzt die Hi-Hat einen Sensor, der die horizontale Bewegung misst und so für einen entsprechenden authentischen Sound sorgt. Schön ist auch, dass man die Becken wie in echt mit der Hand abdämpfen kann.

Mittels Aluminiumstange und Kugelgelenk lassen sich Pads, Becken und Modul am Rack befestigen. Sogar die Kick. Allerdings wackelt die Bassdrum – besonders bei Doublebass-Parts – relativ stark. Zwar sorgt ein kleiner Fuß auf der Rückseite für Stabilität, doch das minimiert die Schwingungen nur bedingt. Die Hi-Hat besitzt keine seitlich ausklappbaren Füße wie gewöhnlich, sondern wird ebenfalls an einer Rackstange befestigt. Nur die Snare steht auf einem extra Stativ und lässt sich vom Treiben am Rack nicht beeindrucken.


An der mitgelieferten Fußmaschine ist ein Tennisball-Beater befestigt.

Schlagfertig

Anstatt auf Gummifelle setzt 2Box beim Drumit Five MKII komplett auf Mesh-Heads. Diese sind nicht nur viel leiser, sondern vom Spielgefühl her viel näher an einem akustischen Set dran. Dem Drummer steht es aber frei, Rubber- oder sogar richtige Drum-Heads auf die Pads zu spannen. Gehalten werden die Felle von insgesamt sechs Schrauben, die sich je nach Wunsch straffen oder lockern lassen. Die Kick hat nebenbei bemerkt einen Durchmesser von 14“, die Snare einen von 12“ und die Toms jeweils von 10“.

Bei den 14“-Cymbals gibt es drei Soundzonen. Das heißt, sie können an Glocke, Wölbung und Kante gleichermaßen bespielt werden. Im Inneren befinden sich für ein relativ realistisches Ansprechverhalten zwei Metallplatten. Diese sind von einer Gummi-Silikon-Schicht ummantelt. Auch die Kante wurde mit einem Gummiring verstärkt – der allerdings relativ schnell herunterrutscht. Für ein langes Crash-Leben empfiehlt 2Box, recht flach auf die Becken zu schlagen. Im Gegensatz zu den Mesh-Heads sind die Becken naturgemäß etwas lauter und bei normalen Schlägen nicht unbedingt für das nächtliche Üben geeignet.

Ist man ein akustisches Set gewöhnt, wird man mit der guten Ansprache und dem authentischen Spielgefühl der Becken seine Freude haben. Außerdem lassen sie sich – im Gegensatz zu manch anderen Modellen – rundum bespielen. Ein Nachteil fällt jedoch beim schnelleren Spielen eines Cymbals auf, wenn es etwa als Ride dient: Die Zonen sprechen nicht immer so an, wie sie sollten, obwohl man auf genau dem selben Fleck an der Wölbung spielt – einmal ist die Glocke, einmal der gewünschte Sound und manchmal gar nichts zu hören. Hier bedarf es noch einer Optimierung.

Insgesamt aber fühlt sich das 2Box Drumit Five MKII gut an. Die Tom-Pads schwingen beim Schlagen aufgrund ihres Eigengewichts leicht mit. Das ist jedoch nicht negativ, sondern trägt positiv zur Authentizität bei. Sehr angenehm ist auch, dass Pads und Cymbals leicht zu positionieren sind. Außerdem macht das Aluminium-Rack einen sehr robusten und stabilen Eindruck. Damit es nicht wegrutscht, besitzt es an den Unterseiten der vier vertikalen Stangen Gummifüße. Auch die Unterseiten von Hi-Hat, Pedal und Snare-Stativ sind mit rutschfesten Schuhen ausgestattet.

Sowohl Becken- als auch Tom-Pads können über ein Kugelgelenk flexibel am Rack befestigt werden.

Ein Modul, alle Sounds

Mit achtzehn Buttons, drei Encodern und einem Pegel-Regler versehen ist das Drummodul von 2Box relativ übersichtlich. Der Hersteller hat dabei bewusst auf Fader für die Lautstärkeeinstellung verzichtet. Allerdings muss man sich schon etwas mit dem Triggermodul beschäftigen, da man in gewisse Ebenen nur mit Tastenkombinationen gelangt – das Lesen der Bedienungsanleitung ist hier quasi unumgänglich. Weiß man jedoch, wie was funktioniert, lässt sich schnell und intuitiv damit arbeiten. Als optische Hilfe dient dabei ein hintergrundbeleuchtetes LCD-Display mit 17x4 Zeichen.

An der Rückseite des Moduls befinden sich insgesamt achtzehn Klinkenbuchsen. Zehn davon sind für den Anschluss von Trigger-Pads gedacht. Weiterhin gibt es sechs Ausgänge, einen Line-In sowie einen Kopfhörerausgang. Hohe Audioqualität verspricht hier übrigens eine Digital-Analog-Wandlung mit einer Auflösung von 44,1 kHz zu 24 Bit. Wer eine Software ansteuern beziehungsweise das Gespielte in einem Sequencer aufnehmen möchte, der kann die MIDI-Buchse nutzen.

Das 2Box Drumit Five MKII enthält werkseitig 100 verschiedene Drumkits in bis zu 15 Trigger-Kanälen. Darunter sind sowohl konventionell akustische Pop- und Rock-Sounds zu finden wie solche, die optimal zu House, Electro und Techno passen. Aber auch exotische Sets und reine Effektklänge beinhaltet das Modul. Für die Hochwertigkeit der Sounds spricht besonders, dass nur ein Instrument teilweise bis zu 100 Mal gesampelt wurde, um für beinahe alle Velocity-Stufen ein eigenes Sample bereitzuhalten. Dadurch klingt’s eben nicht einfach nur nach Konserve.

Vor allem sticht aber die Sauberkeit der Klänge heraus: Jedes Kit tönt absolut top produziert. Wer keine feingeschliffenen Sounds möchte, der kann mit der auf der Website gratis erhältlichen Software „Drumit Five Editor“ einfach via USB-Schnittstelle seine eigenen Samples auf das Modul laden. Abgespielt werden dabei Daten in den Formaten WAV. Allerdings besitzt das Drummodul keinen internen Speicherplatz. An dessen Stelle setzen die Schweden auf einen internen 4-GB-Flash-Speicher.

Alle 100 Drumkit-Sounds des 2Box Drumit Five MKII klingen hervorragend.

Nur Drums?

Wie schon eingangs erwähnt: 2Box hat im Drumit Five MKII keine Lern- und Übungsfunktionen integriert, wie man sie beispielsweise von Roland kennt. Dafür lassen sich Playbacks in WAV via USB auf das Modul laden. So kann man auf seine eigene Weise üben. Das funktioniert jedoch relativ träge, da es sich bei der Schnittstelle nur um einen USB-1.1-Port handelt – nichtsdestotrotz braucht man auf diese Weise nicht jedes Mal einen MP3-Player oder Computer mitschleppen.

Neben einzelnen Sounds lassen sich auch ganze Sets individuell zusammenbasteln und über das Modul spielen. Wer beispielsweise Sounds aus einer Bibliothek von Native Instruments, Steven Slate Drums, Toontrack oder dergleichen bevorzugt, der kann diese fein säuberlich im benötigten Format exportieren und über den Editor integrieren. Allerdings sollte man beachten, dass der Speicher nur 4 GB umfasst.

Wie sieht es eigentlich mit dem heiklen Thema „Crosstalking“ aus? Im Modul lässt sich natürlich standardmäßig ein Schwellenwert bestimmen, ab dem ein Trigger reagieren soll. Mit den aufgezogenen Mesh-Heads klappt das wunderbar. Auch während eines ausgelassenen Spiels mit Doppelfußmaschine gab es kein Übersprechen und das Modul spuckte die Sounds wie gewünscht aus. Übrigens: Der Hersteller empfiehlt nicht allzu dicke Sticks zu verwenden, um die Lebensdauer der Felle und Becken zu maximieren.

2Box beweist mit dem Drumit Five MKII, dass ein authentisches Spielgefühl gepaart mit hervorragenden Sounds aus einem Modul nicht unbedingt die Welt kostet. Sowohl fürs Üben in Proberaum und Wohnzimmer als auch für den Gig auf der Bühne und das Recording im Studio eignet sich das auffällig orangene E-Drumset bestens. Auch für diverse Erweiterungen ist das Set empfänglich. Das Tolle hieran ist aber die offene Architektur und die Möglichkeit, aus WAV-Files mit nur wenigen Klicks ein live-spielbaren Sound erstellen zu können.

Unter der Silikon-Gummi-Haube der Becken-Pads finden sich zwei Metallplatten übereinander – allerdings löst sich der Gummiring an dessen Rand relativ schnell.

Technische Daten & Wertung

Anbieter
Hersteller
Preis (UVP)
2.498 EUR

 

Technische Daten
Kits

100
Sounds 293
D/A-Wandlung 44,1 kHz zu 24 Bit
Effekte Delay & Flanger
Trigger-Inputs            10
Ausgänge 6x Line & Phones (lässt sich zu einem Direct-Out umfunktionieren)
Weitere Anschlüsse Line-In (6,3 mm Klinke), MIDI-In/Out, USB & Netzbuchse
Lieferumfang

14“ Kick, 12“ Snare, 3x 10“ Tom, 2x 14“ Cymbal, 12“ Hi-Hat, Aluminium-Rack, Soundmodul, Fußmaschine, Hi-Hat-Stativ, Snare-Stativ, Halterungen & Kabel


Wertung:
+ hervorragende Sounds
+ authentisches Spielgefühl
+ Kits via Editor-Software anpassbar
+ Rack lässt sich schnell und kompakt zusammenlegen
- Becken sprechen nicht immer optimal an
- Gummiringe in den Becken lösen sich schnell



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