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Test: Sonor Perfect Balance by Jojo Mayer

Ausbalanciert

Im Test: das Sonor Perfect Balance by Jojo Mayer


Ausbalanciert

Schon lange nicht mehr war über ein angekündigtes Produkt so intensiv berichtet und gemunkelt worden. Und als das von Sonor gebaute Jojo Mayer-Pedal nach langen Vorab-Gerüchten und Diskussionen schließlich kam, waren sich alle einig: Es hat sich gelohnt!

Das liegt natürlich auch an dem in den USA lebenden Schweizer Ausnahme-Drummer: Jojo Mayer. Jojo ist bekannt dafür, dass er ein fleißig arbeitender und besessener Trommel-Zauberer ist, der ständig seine Grenzen auslotet und erweitert. Nur waren seiner Meinung nach alle aktuellen Pedale zu sehr auf die Kombination Lautstärke mit Geschwindigkeit und zusätzliche Justagen in diesem Sinne ausgelegt, wobei ein natürlich fließendes, kraftloses Spielgefühl hingegen auf der Strecke blieb.

Raffinesse und komplexe Spieltechnik mit großer Ausdauer sind für Jojos Drumming aber essentiell und so schraubte und nietete er über längere Zeit verschiedene Vintage Pedale – vor allem aus den 1950er Jahren – zu seinen eigenen Favoriten zusammen, bis er sein gesammeltes Wissen der Firma Sonor übergab.

Hier erblickte dann im Frühjahr 2012 das Perfect Balance by Jojo Mayer das Licht der Trommel-Welt, freilich mit einigen Zugaben deutscher Ingenieurskunst.


Der Klappmechanismus ermöglicht einen komfortablen und schnellen Auf- und Abbau.

Features

Schon der nur maßvoll große Karton und die kompakte, hochwertige Tragetasche kündigen den Clou der einklappbaren Konstruktion an. Zum Aufbau einfach die linksseitige Mono-Säule hochklappen und einrasten, Feder einhängen, fertig!

Wenn du die Klemme zur Befestigung am Spannreifen der Bassdrum erst einmal auf den richtigen Abstand mithilfe der Vierkantschraube und der Kontermutter eingestellt hast, kann es dann an der Bassdrum auch gleich losgehen. Mit dem Einrasten der Säule ist das Pedal gleichzeitig fest justiert. Genial! Der Bassdrum-Spannreifen wird dabei beidseitig von großzügigen, weichen und doppelseitigen Gummipuffern geschützt.

Zum Lösen des Perfect Balance-Pedals ist der große schwarze Knopf unten am Sockel zu drücken, gleichzeitig die Säule heranzuziehen (also von der Bassdrum weg), Feder aushängen, diese dem Knopf-Magneten an der Säule übergeben und die Konstruktion vollständig einklappen. Der Schlägel kann dabei einfach in der eingestellten Position verbleiben – Wow!

Bei allen technischen Finessen kommt die Optik nicht zu kurz: Die Maschine besticht durch ein schlichtes, aber elegantes Design, wobei die Kühle des mattglänzenden Metalls fließenden, runden Formen gegenübergestellt ist. In der Formgebung der langen Fußplatte finden wir die Optik der Sonor Giant Step-Fußmaschinen wieder.

Die Maschine steht auf einer sehr schlanken, aber soliden Bodenplatte. An ihr finden sich, zusätzlich zu rutschfestem Gummi auf deren Unterseite, zwei verstellbare Dorne, die samt Federn und Messinghülsen gekontert sind. Der Stahlschaft des Schlägels ist zur sicheren Einstellung der Länge mittels Vierkantschraube auf zwei Seiten leicht abgeflacht, sein Kopf einfach aus rundem Filz ohne verschiedene Klangoptionen und insgesamt mit ca. 75g ziemlich leicht ausgelegt, was einen in den Mittenfrequenzen eher offenen Klangcharakter unterstützt, was wiederum Jojos vielfältigen Spieltechniken zuträglich ist.

Zur Justage aller Einstellungen liefert Sonor einen Kombischlüssel mit Vierkant- und Inbus-Kopf mit. Und bei Verlust sollten alle relevanten Schrauben als metrische M6 in jedem guten Baumarkt ersetzbar sein.

Bei der Antriebseinheit setzen Jojo und Sonor auf geringe Masse und linearen Ablauf.

Das Herz des Pedals

Zentrales Element ist die Antriebseinheit, bei der Jojo und Sonor auf geringe Masse und – entgegen allen Trends – linearen Ablauf setzen. Um das Pedal unter dem Fuß „unsichtbar“ zu machen, soll die Vorwärtsbewegung genau dem Rücklauf entsprechen, ohne Beschleunigungs- oder Lautstärkeveränderungen durch Drehmoment-Effekte eines „unrunden“ Mechanik-Aufbaus. Somit finden wir ein leichtes, glasfiberverstärktes Band, das mit der Fußplatte, der kreisrunden Rolle und der Aufhängung der Feder abgestimmt ist – auf perfekte Balance eben.

Dazu ergänzend findet sich eine leicht schräg angeschlagene Feder. Deren Einstellbereich ist recht weit und mit Kontermutter gesichert, lediglich weich bis medium-stark vorgespannt, was einen extrem leichten Lauf, aber kein superhartes Spielgefühl zulässt. Die Höhe der Fußplatte kannst du an der Zugrolle, den Winkel des Schlägels unabhängig davon am oberen Federanschlag in großzügigen Bereichen einstellen.

Die verlängerte Fußplatte bietet eine gute Kombination aus Gleit- und Haftfähigkeit und ist somit für alle Techniken bestens geeignet.

Spielgefühl

Und wie läufts? Zuerst fällt auf, dass der Nachlauf des nur angestubsten Perfect Balance-Pedals nicht sehr lang ist, eigentlich ist er viel kürzer als der anderer Hi-Tech-Modelle, dafür läuft es aber sehr, sehr geräuscharm. Schon beim ersten Anspielen stellt sich ein breites Grinsegesicht ein. Nach ein paar Schlägen reduziert man automatisch die Kraft und lässt sich auf den geschmeidig weichen Lauf ein. Die verlängerte Fußplatte bietet eine gute Kombi aus Gleit- und Haftfähigkeit sowie dank ihrer Form auch alle Möglichkeiten von Slide- und Heel/Toe-Techniken.

Nach etwas Feineinstellung findet man schnell eine geeignete Symbiose aus Leichtlauf, Geschwindigkeit und Power, wobei offensichtlich wird, dass diese Maschine nicht das Hi-Power-Tool für sehr laute Musik darstellt, sondern eher für eine „leichtfüßigen“ Technik mit Raffinesse und Geschwindigkeit geeignet ist. Für eine Extra-Portion „Wumms“ sei empfohlen mal einen schwereren Schlägel zu probieren, mit dem sich allerdings auch das Spielgefühl und der Leichtlauf etwas verändern.

Fazit / Wertung / Infos / Technische Daten

Perfect Balance – der Name ist Programm. Jojo Mayer und Sonor haben ein sehr gutes Pedal auf die Bodenplatte gestellt, das schon nach wenigen Schlägen absolut überzeugt. Zwar wurde hier ein Weg gewählt, der vielleicht gegen derzeitige Trends läuft, doch Qualität und leichte, kraftlose Spielbarkeit sind eigentlich immer „in“ – und schaffen vielleicht ab jetzt ihren eigenen Trend.

Wertung:
+ sehr gelungenes Konzept
+ neuartiges Design
+ hochwertige Verarbeitung

 

Vertrieb
Hersteller
Internet
Preis (UVP)
275 Euro

 

 

Technische Daten
Aufbau
klappbarer Einsäulen-Rahmen auf Bodenplatte
Antrieb
Fasergurt auf rundem „Ketten“-blatt
Schlägel
winkelverstellbar, runder Hartfilzkopf
Trittplatte leicht verlängert, glatte Oberfläche
Gewicht 1,9 kg
Zubehör Kombischlüssel,
M6-Inbusschlüssel,
rauer Bassdrumstreifen,
Tragetasche

 

 

Videos

 

 

 

 

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