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Advertorial-Interview: David Haynes

Das Herz, die Snare im richtigen Klang

Snare-Mikrofonierung – David Haynes erzählt anlässlich der DrumMic’a-Session in Berlin, worauf er Wert legt.


Das Herz, die Snare ...

Wir trafen David Haynes anlässlich der DrumMic’a-Recordings im Studio 1 in Berlin. Hier ging es in erster Linie um die Snare, worauf man achten sollte und wie ihr sie am geschicktesten mikrofoniert.

David Haynes ist ein Groove-Gott – das Drumming scheint für den Musiker eine beinahe spirituell zu nennende Ausdrucksform zu sein. Bekannt ist der US-Amerikaner nicht zuletzt durch sein Fingerdrumming, bei dem er einen Drumcomputer oder Sequenzer über Drumpads beziehungsweise einen MIDI-Controller live in Echtzeit passend zum Song spielt – in diesem speziellen Sujet ist Haynes bereits seit 1985 äußerst erfolgreich.

„Mit dem Fingerdrumming habe ich begonnen, bevor ich mein erstes Drumset besaß“, berichtet David Haynes, der mit „richtigen“ Trommeln ernsthaft erst ab 1989 als Marching Drummer an der Central State University von Ohio in Berührung kam. Von 1992 bis 1993 besuchte David Haynes die Future Music School in Aschaffenburg und seit 1995 arbeitet Haynes professionell als Drummer. Das virtuose Fingerdrumming gehört immer noch zu seinen Leidenschaften. Es ist in den Presets bekannter Synthesizer-Workstations sowie diversen Sampling Libraries vertreten und auf zahllosen Musikproduktionen verewigt; der Spitzname „Fingers“ hat hier seine Wurzeln. In den Referenzen von David Haynes sind Aufnahmen und/oder Live-Auftritte mit Musik-Ikonen wie Prince, Chaka Khan, Lee Ritenour, Mary J. Blige, Frank Ocean und Stanley Jordan gelistet. Haynes arbeitet derzeit sowohl im Studio als auch live mit Jazz-Größen wie Randy Brecker und Till Brönner.

Zur Rolle der Snare innerhalb des Drumsets äußert sich David Haynes wie folgt: „Die Snaredrum ist immer noch das Herzstück jedes Drumkits! Jeder Schlagzeuger, der regelmäßig auf Tour ist, wird dir sagen, dass er wenn nötig auf ein geliehenes Drumset zurückgreift – auf gar keinen Fall wird er jedoch auf seine eigene Snare verzichten!“


David Haynes und Tontechniker David Hefti (rechts) beim Anbringen der Mikrofone an die Snare.

Zusammenarbeit mit Technikern

Sennheiser: David, wie sollte sich aus deiner Perspektive als Instrumentalist die Zusammenarbeit mit einem Toningenieur gestalten?
David:
Im Idealfall sollte es eine enge Kooperation geben. Es empfiehlt sich grundsätzlich, den Menschen, mit denen man zusammenarbeitet, gut zuzuhören, denn man kann immer etwas lernen! Mein Wunsch ist es, auf den aufgenommenen Tracks exakt den Sound zu hören, den ich als Schlagzeuger auch beim Einspielen im Ohr habe – ich möchte, dass sich mein Sound durch die Mikrofone auf die Aufnahme überträgt und letztlich so auch in den Monitoren zu hören ist.

Sennheiser: Als Drummer müsstest du dein Set eigentlich vollkommen anders hören, als es der Zuhörer, der sich in der Regel ja in einiger Entfernung vor dem Schlagzeug befindet, üblicherweise wahrnimmt.
David:
Das stimmt, und manchmal klingt das Set im Regieraum schon ziemlich anders, als ich es im Aufnahmeraum erlebe. Bei den Künstlern, mit denen ich unterwegs bin, ist es oft so, dass ein bestimmter Engineer die Aufnahmen und auch die Konzerte begleitet. Man lernt, dieser Person zu vertrauen, und gerade bei Live-Konzerten ist es wichtig, dass man auch dem Verantwortlichen am Monitorpult absolut vertrauen kann. Mir ist es am liebsten, wenn ich bei Konzerten meinen Monitorsound nur ganz leise höre und in erster Linie den Klang des natürlichen Drumkits wahrnehme.

Sennheiser: Nimmst du zu Konzerten deine eigenen Mikrofone mit?
David:
Ja, und das gilt in der Regel auch für die Sticks, die Trommeln, die Becken und die Hardware. Diese ganzen Sachen sind eine recht persönliche Angelegenheit und wenn man an eine vor Ort vorhandene Ausstattung nicht gewöhnt ist, stellt sich manchmal ein wenig Nervosität ein. Das gilt natürlich auch für die Mikrofone, denn gerade in kleineren Clubs haben die Techniker nicht immer das Equipment am Start, das man gerne hätte. Für mich ist es wichtig die richtigen Mikrofone zur Verfügung zu haben, damit das Kit insgesamt so klingt, wie ich es mir vorstelle. Ich habe das Glück mich in einer Situation zu befinden, in der mich etablierte Firmen wie Sennheiser weltweit unterstützen.

Sennheiser: Magst du einen Mikrofonfavoriten nennen?
David:
Ich liebe das Sennheiser MD 421! Dieses Mikrofon ist absolut beeindruckend an den Toms und man erhält mit ihm einen vollen Sound! Das gilt live wie im Studio gleichermaßen. Bei Konzerten nutze ich an den Rack Toms wie am Floor Tom oft die Sennheiser e 904, wenn ein MD 421 nicht verfügbar ist. In die Kick lege ich je nach Situation gerne ein e 901, wenn ich beispielsweise mit einer 22-Zoll-Bassdrum spiele. Bei kleineren Kickdrums setze ich hingegen auf das e 902, das auf einem Ständer vor dem Resonanzfell aufgebaut wird – bei einer 18- oder 20-Zoll-Bassdrum ohne Loch im Resonanzfell ist das der Hammer!

David verwendet zwei Kondensatormikrofone zur Abnahme der Snareunterseite: ein Neumann M 269 sowie ein Neumann KM 56.

Die Snare und ihre Besonderheiten

Sennheiser: Wie sieht es mit der Snare aus?
David:
Das e 905 von Sennheiser ist an der Snare ziemlich klasse, weil es selbst sehr hohe Schalldrücke problemlos wegsteckt und dabei einen großartigen Sound macht – es klingt genauso gut wie oder sogar besser als ein dynamisches Mikrofon, das gemeinhin als Industriestandard für diese Aufgabe betrachtet wird. Anzumerken ist, dass das Mikrofon natürlich nicht alleine für einen guten Snaresound verantwortlich ist: Essenziell sind ein gutes Instrument, ein gutes Tuning und ein fähiger Engineer, der weiß, was er tut.

Sennheiser: Welche Snaredrum spielst du heute vorwiegend?
David:
Ich spiele ein Yamaha Sensitive-Modell mit 13“ x 6,5“ Ahornkessel. Ich setze 13-Zoll-Snares seit nunmehr rund zehn Jahren ein – für mich ist diese Größe perfekt, denn ich mag den Sound und habe die Trommeln außerdem näher an mir dran als die meisten anderen Schlagzeuger. Ich verwende einen speziellen Spannreifen: Ein „Triple Flange“-Modell, welches dafür sorgt, dass man im Gegensatz zu einem Die Cast Rim sehr viel vom Körper der Snaredrum hört – auch wenn ich wirklich heftig draufhaue! Der einzige Nachteil ist, dass Rimshots bei einem Triple Flange nicht ganz so laut sind – bei Balladen ist das in Ordnung, aber bei einigen Funk-Songs möchte man die Sidesticks dann doch gerne etwas lauter haben. Ich gleiche das dann über meine Spieltechnik aus.

Sennheiser: Man hört, dass du eine ziemlich spezielle Methode anwendest, um deine Snaredrum zu stimmen …
David:
Ja, ich habe das in Aschaffenburg von einem Drummer gelernt, der mir auch das sternförmige Tuning von Stimmschraube zu Stimmschraube beigebracht hat, was Anfang der 1990er Jahre noch nicht so verbreitet war wie heute. Wenn ich mit diesem Tuning ein bestimmtes Maß an Spannung erreicht habe, lege ich die Snaredrum auf den Boden und steige auf das Fell! Dadurch sitzt das Fell anschließend perfekt auf der Fräsung und verzieht sich nicht mehr – lediglich durch Drücken mit den Händen bekommt man das bei Weitem nicht so gut hin! Ich weiß recht gut, wie viel Druck ich ausüben muss, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Wenn mich Leute nicht kennen und beobachten, wie ich ein neues Fell aufziehe und dann auf die Snare steige, denken sie wohl, dass ich nicht alle Tassen im Schrank habe … (lacht)

Sennheiser: Aber mit dem Ergebnis sind hinterher dann alle glücklich?
David:
Ja klar, denn man will ja definitiv nicht, dass sich die Snaredrum während des Spielens verstimmt. Gerade wenn man oft hart draufhaut, möchte man, dass die ursprüngliche Stimmung erhalten bleibt.

Sennheiser: Letzte Frage: Gibt es Mikrofone aus den Portfolios von Sennheiser oder Neumann, die du jenseits von Aufgaben am Drumkit besonders schätzt?
David:
Mein ganz klarer Favorit für Vokalaufnahmen jeder Art ist das Neumann U 87, das ich sehr gerne einsetze, wenn ich Recordings als Producer in meinem eigenen Studio betreue.

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