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Workshop: Businessplan für Musiker

Mutti, ich werd’ jetzt Rocker

Wer Musik zu seinem Beruf machen möchte muss vieles beachten und braucht einen guten Plan. Wir helfen dir dabei.


Mutti, ich werd’ ...

Welcher Musiker hat noch nicht davon geträumt, mit seiner Musik seinen Lebensunterhalt zu verdienen? Doch – man kann es sich schon denken – auch das hat viel mit Arbeit zu tun. Eigentlich sogar mehr als in vielen anderen Jobs. Doch wie soll man es angehen, wenn man seine Leidenschaft zum Beruf machen möchte? Worauf muss man achten? In dieser Workshop-Reihe erklären wir es dir ausführlich.

Viele Musiker wird wohl nachts die Frage wach halten, wen man eigentlich bestechen muss um mit der eigenen Musik Geld zu verdienen! Schluss mit der Grübelei!! Mit der neuen Workshop-Reihe „Business-Plan für Musiker“ versorgen wir dich Monat für Monat mit neuen Artikeln, die dir Schritt für Schritt helfen sollen, die einzelnen Bereiche des Musikerdaseins auf Vordermann zu bringen – ein Leitfaden sozusagen, um dein musikalisches Standbein auf solide Füße zu stellen.
Als Musiker sein Geld zu verdienen bedingt sein eigener Boss zu sein, was wiederum einer Selbstständigkeit mit einem eigenen Unternehmen gleich kommt. Als Unternehmer gibt es wiederum verschiedene Sichtweisen auf das Geschehen in eurem Markt – hier erfährst du, wie du dich aus jeder dieser Perspektiven heraus in ein gutes Licht setzt.

Los geht es mit einer kniffligen Aufgabe: der Erstellung eines Businessplans für Newcomer!


Auch wenn es trocken erscheint sollte man sich ein paar grundsätzliche Gedanken machen was man mit seiner Band erreichen will und wie das realistisch klappen könnte.

Erste Schritte

Der erste Schritt: „Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?“ (R.D. Precht)

Kein Grund gleich philosophisch zu werden! Doch gute Musik ist nur die halbe Miete auf dem Weg zu einer erfolgreichen Band. Aber was macht einen guten Act eigentlich aus? Du solltest nicht nur deine Fähigkeiten in Sachen Songwriting und Instrumentenbeherrschung stetig entwickeln, sondern auch den ein oder anderen Gedanken ans Image verschwenden. Dazu zählt nicht nur die Attitüde, sondern auch das passende Bühnenoutfit, eine gute Live-Show, jede Menge Charisma und eine funktionierende Fanbase. Aus allen Bereichen sollte am Ende eine Konstante hervorgehen – die USP (Unique Selling Proposition). Das ist das Alleinstellungsmerkmal, deine Einzigartigkeit.

Diese USP kann unheimlich viele Ausprägungen haben, manche finden Sie in der Klangfarbe ihrer Stimme, andere in der Art und Weise wie sie vor das Publikum treten und wieder andere Künstler stehen für einen bestimmten Lebensstil, den sie in Perfektion verkörpern. Man kann auch damit anfangen seine Idole zu erforschen und die einzelnen Erfolgsfaktoren erörtern. Das kann dabei helfen seinen eigenen Platz im Musikmarkt zu finden. Ed Sheeran ist ein Multitalent am Instrument (seine Stimme als Instrument eingeschlossen). Er hat einen Haufen Fans damit gewonnen mit einer außergewöhnlichen One-Man-Show seine Popsongs in ein einzigartiges Singer-Songwriter-Erlebnis zu verwandeln und damit sogar auf großen Bühnen nicht vollkommen verlassen zu wirken. Auch eine Band wie Rammstein hat ihren Platz in der Branche durch die Besonderheit im Songwriting und ihre gegensätzlichen Charaktere innerhalb der Band gefunden – und selbstverständlich später auch durch irre Feuerwerk-Shows und riesige Bühnenaufbauten. Aber jeder hat mal klein angefangen und die wenigsten von euch werden zu Beginn ihrer Karriere die finanziellen Mittel haben um sich riesige, feuerspeiende Engelsflügel auf den Rücken zu bauen (und damit auch noch bei der Brandschutzverordnung des Clubs durchzukommen).

Trotzdem spielt die verbale und visuelle „Verpackung“ des Produktes eine wichtige Rolle bei der Vermarktung und deinem Weg nach oben – oder würdest du einen Schokoriegel kaufen der in ein altes Fanshirt gewickelt wurde mit der Aufschrift „Am Anfang habe ich eine Verpackung gesucht, danach kamen die anderen Riegel dazu und jetzt arbeiten wir daran oben im Regal zu stehen“? Wie man allerdings konkret in Sachen Pressetext, Bandpräsentation und der Vermarktung des eigenen Images auf sich aufmerksam machen kann, wird in einem späteren Artikel besprochen. Bei all den Überlegungen solltest du stets im Kopf behalten, dass du dabei glaubwürdig bleiben sollst. Niemand wird dich ernst nehmen, wenn du einfach nur mit Extremen spielst „weil man dann halt anders ist“...

Rammstein hat es perfekt geschafft ihren USP in Sachen Sound und Show herauszuarbeiten. Den muss aber jede Band für sich selbst finden – bitte nicht einfach kopieren.

Eine andere Perspektive

Besonders wichtig ist vor allem der objektive Blick von außen auf die Band. Häufig passiert der Fehler, dass man denkt, schon alles dafür getan zu haben um erfolgreich zu sein. Nur will sich der Erfolg einfach nicht einstellen. In so einem Fall ist es ratsam, Außenstehende hinzu zu ziehen, die vielleicht auch mal die brutale Wahrheit formulieren, am Ende aber unter Umständen damit den entscheidenden Punkt offen legen, warum der große Sprung nach vorne ausbleibt.

Du brauchst also zu allererst viel Engagement und Zeit, den Elan sich permanent weiter zu entwickeln und immer wieder auf die Bühnenbretter zu steigen – auch wenn beim letzten Auftritt mal was fatal daneben gegangen ist. Für eine Band im großen Rock/Pop Sektor ist es enorm wichtig ein gutes Konzertportfolio abliefern zu können. Im nächsten Schritt kommen die Businesspartner und ein gutes Netzwerk in den wirtschaftlichen Bereich der Branche hinzu. Mit den folgenden Abschnitten für deinen Businessplan kannst du damit anfangen, dir diesen Teil aufzubauen, denn Partner wie etwa Labels, Booker und Verlage wollen mit dir als Unternehmer zusammen arbeiten, also fang an dich darauf einzustellen.

Wo fange ich denn jetzt eigentlich an?

Auf eine Band wirken verschiedene Perspektiven und Gegebenheiten des Musikmarktes ein, die vielleicht nicht direkt auf den ersten Blick erkannt werden.

Zunächst gibt es das interne Umfeld um die Band. Viele Bands fangen als Freunde oder Bekannte an Musik zu machen und entwickeln daraus ein Hobby. Es geht schlicht um den Spaß an der Sache! Man baut seine Freizeitbeschäftigung aus Gemeinsamkeiten in der Gruppe auf. Nach den ersten Auftritten (oder schon früher) kommt dazu, dass es toll ist, mal im Mittelpunkt zu stehen, auf der Bühne zu sein und sich ein bisschen anhimmeln zu lassen. Das ist nicht verwerflich, schon gar nicht wenn man bedenkt, dass der Frontmann/die Frontfrau dieses Bad in der Menge auf jeden Fall genießen sollte um eine gute Show abzuliefern. Der Spaß an der Sache soll ja schließlich auf die Fans übergehen. Diesen Anspruch hat die Band an sich selbst.

Klar, die meisten Band swerden einfach aus Spaß gegründet. Aber wenn man irgendwann mehr möchte, lohnt es sich, einen Plan zu haben, wie man seine Ziele erreicht.

Äußere Einflüsse

Damit wären wir schon bei der zweiten Sphäre um die Band, den Fans. Diese wollen selbstverständlich gute Musik hören – immerhin hats ja Eintritt gekostet. Man geht auf ein Konzert weil man in seiner Freizeit unterhalten werden möchte. Diesen Unterhaltungsfaktor kann beispielsweise eine Idolfunktion erfüllen. Welcher Musiker war nicht schon bei einem Konzert in der ersten Reihe und hat sich gewünscht selbst auf der großen Bühne stehen zu dürfen? Und da die meisten Menschen nicht alleine auf Konzerte gehen, spielt auch die Sozialisierung in der Gruppe von Fans eine Rolle. „Fan sein“ kann großen Spaß machen. Dazu muss der Künstler aber auch ständig liefern. Diesen Anspruch hat der Fan an die Band, nicht zuletzt auch weil er sein sauer verdientes Geld dafür auf den Tisch legt. Überlegt dir also bei der Probe vor einem Konzert auch mal, ob du für deine eigene Leistung Geld bezahlen würdest.

Neben diesen beiden greifbaren Faktoren kommt nun auch noch die Wirtschaftslage auf dem Musikmarkt dazu. Wenn du anfängst, deine Band als Unternehmen zu sehen, weil du vielleicht auch mal ein paar Euro verdienen möchtest, kommen ganz schnell einige Faktoren dazu, die einer guten Organisation bedürfen. Ein Unternehmen hat meistens die Abteilungen Marketing, Produktmanagement, Projektmanagement und Buchhaltung/Steuerabteilung. Als Band bietest du nicht nur das Produkt Musik den Fans zum Kauf an, du verkaufst dem Konzertveranstalter auch eine Dienstleistung, indem du einen Auftritt spielst. Die wenigsten Bands schaffen es im Laufe ihrer Karriere immer alles im Alleingang zu organisieren, daher holt man sich gerne mal ein Management dazu, welches sich bspw. um die Vermarktung des Künstlers kümmert und ggf. auch in den Bereichen Produkt- und Projektmanagement behilflich ist.

Für ein Album in CD- oder Vinyl-Form macht die Zusammenarbeit mit einem Label Sinn, welches sowohl in Sachen Marketing, als auch in Sachen Produktstrategie und Vertrieb Hand anlegt. Einige Labels oder Management-Agenturen werden zusätzlich im Bereich Projektmanagement tätig, der neben der Releaseplanung auch das Booking und die Tourneeplanung beinhalten kann. Daraus ergeben sich weitere Businesspartner im Sinne von Bookingagenturen, Tourneeagenturen und Konzertpromotern.

Überprüf dich und deine Band immer wieder selbstkritisch. Seid ihr wirklich schon bereit für den nächsten Schritt, zum Beispiel ein Management – oder könnt ihr schon mehr Eintritt bzw. Gage verlangen?

Organisation ist die halbe Miete

All diese Wirtschaftsbereiche, die sich um eine Band herum aufbauen sollten, haben den Anspruch einer organisierten und finanziell vorteilhaften Zusammenarbeit. Jeder muss seine Miete zahlen und diese verdienen die meisten deiner Businesspartner mit prozentualen Anteilen am gemeinsam erwirtschafteten Gewinn. Ein gutes Management bedeutet viel Arbeitsaufwand. Daher lohnt sich dieser Aufwand erst, wenn eine gewisse Gewinnerwartung pro betreutem Künstler absehbar ist. Also stell dir die Frage, ab wann diese Businesspartner Interesse an einer Zusammenarbeit mit dir haben könnten. Keiner setzt sich ins gemachte Nest, aber ebenso wenig arbeiten die Leute nur für einen Kasten Bier und einen Zehner von der Gage. Überleg dir daher, wann du in diesen Bereichen soweit bist, dass du für einen Businesspartner attraktiv wirst – immerhin willst du solche Gespräche auch aus einer guten Verhandlungsposition heraus führen. Du suchst den Partner, der mit dir den großen Schritt nach vorne geht, da sollten die kleinen Schritte im Vorfeld schon gegangen sein. Und es macht wenig Sinn einfach irgendwo, irgendwas zu unterschreiben, nur um sagen zu können, dass man einen Deal hat.

Bei all den spannenden Bereichen darf der unangenehme Teil natürlich auch nicht fehlen – Buchhaltung und Steuer! Einnahmen und Ausgaben müssen sorgfältig notiert und Gewinne versteuert werden. Da macht das Finanzamt auch bei einer Band keine Ausnahme! Worauf du dabei achten solltest, erfährst du später im Businessplan-Workshop. Dieser Bereich hängt eng mit den rechtlichen Gegebenheiten zusammen. Zunächst solltest du dir überlegen in welcher Rechtsform deine Band aktiv sein soll. Anfangs macht es sicherlich am meisten Sinn, wenn man als GbR (Gesellschaft des bürgerlichen Rechts) an den Start geht. Vor dem Gesetz ist eine Band das ohnehin, sobald sie sich zum gemeinsamen Musizieren trefft. Die genauen Optionen und Konsequenzen und wie man sich durch den Formulardschungel kämpfen kann, folgen in der nächsten Folge.

Doch für den Start dürfte das genug Material sein, damit du dir Gedanken machen kannst, wo du mit deiner Band hinkommen möchtest und was du dafür tun musst.



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