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Workshop: Businessplan für Musiker – Teil 5

Der „kleine“ Schritt zum großen Deal

Der A&R-Manager – Geschäftsmann wider Willen. Hier erfährst du Herangehensweisen, um einen Künstler aufzubauen.


Der „kleine“ ...

Nachdem es im letzten Teil um das Image und den USP ging, wagen wir in dieser Folge einen kleiner Abstecher in die Welt der A&Rs – der Artist & Repertoire Manager. Gemeint sind die Leute, die neue Musik entdecken und Newcomer Bands einen Deal zum Beispiel bei einer Plattenfirma anbieten. Wenn du ihre Denkweise verstehst, fällt es dir leichter, sie für dich zu begeistern.

A&R’s und die USP!

Zunächst mal muss so eine Person auf euch aufmerksam werden. Jemand, der den ganzen Tag in seinem Büro sitzt und Musiksendungen hört oder in Konzertlocations unterwegs ist, hat schon unheimlich viel gehört von dem der Künstler behaupten würde, dass es der letzte Schrei, das Allerneueste auf dem Musikmarkt sei. Oftmals ist das leider nicht der Fall, sondern wieder einmal nur eine Variation von etwas, das man schon tausend Mal gesehen und gehört hat.

Ein A&R steht dann vor der Entscheidung, ob es sich wirklich lohnt in so einen Newcomer Geld und Zeit zu investieren und ihn aufzubauen – in den meisten Fällen lautet die Antwort „Nein“. Nicht, um den Markt zu beschränken oder um einfach nur fies zu sein – es geht dabei um knallharte Zahlen, denn die Unternehmen, die Musik vermarkten, müssen auch davon leben können.

Ist ein absehbares Recoupment der Investition und die Chance Gewinne zu erzielen nicht in Sicht, dann bleibt es auch bei einem „Nein“. Und das ist auch gut so, denn würde jeder anfragende Künstler eine Chance bekommen, wären bald viele Unternehmen pleite und der Markt würde zusammenbrechen. Damit wäre keinem geholfen.

Also kommen nur diejenigen Bands weiter, die auch eine Chance haben auf dem Markt zu bestehen. Wenn man den Gedanken zulässt, dann ist es auch für den Künstler besser, nur dann viel Zeit und Arbeit in das berufliche Musikerdasein zu stecken, wenn am Ende davon auch die Miete bezahlt werden kann. Andernfalls ist es ein Hobby und für ein Hobby braucht man keine großen Deals, um Spaß an der Sache zu haben.


Am Ende geht es auch bei der Zusammenarbeit mit einem A&R für beide Seiten vor allem ums Geld.

A&Rs – wie ticken die eigentlich?

Beim A&R-ing gibt es zwei grundlegende Herangehensweisen einen Künstler aufzubauen: den organischen und den synthetischen Weg. Vorweg sei gesagt, dass beide Varianten gut funktionieren können und hier keinerlei Wertung vorgenommen werden soll. Hier soll lediglich ein besseres Verständnis für die Industrie-Seite aufgebaut werden, damit ihr in Vertragsverhandlungen nicht aus Unwissenheit den Kürzeren zieht.

Geht man den synthetischen Weg, wird dem Künstler ein Image vom Unternehmen aufgedrückt (was nicht schlecht sein muss, wenn man bedenkt, dass viele Boy Bands und Casting-Künstler eine ganze Zeit lang sehr gut davon leben konnten und können). In so einem Fall verdient das Unternehmen aber auch mehr an den Lizenzeinnahmen, da es immerhin auch weitaus höhere Entwicklungskosten im Vorfeld hatte. Darüber hinaus wird sich ein Unternehmen, das den kompletten kreativen Prozess des Künstleraufbaus übernimmt, auch mehr Rechte auf lange Zeit sichern. Ihr verdient dabei am meisten an euren Live-Shows und Urhebertantiemen (falls ihr die Musik selbst geschrieben habt), am wenigsten an Image-bezogenen Artikeln wie bspw. Merchandising. Das wäre eine mögliche Herangehensweisen, sein Musikerdasein im Rampenlicht zu bestreiten.

Die zweite Variante ist der organische Aufbau. Hier besteht euer Künstlerimage bereits, ihr habt eine funktionierende USP und liefert somit mehr oder weniger direkt ein marktfähiges Produkt in den Augen der Industrie. Das bedeutet, dass die Entwicklungskosten für das Unternehmen geringer ausfallen, dementsprechend der Künstler mehr an den Lizenzeinnahmen verdienen kann und auch weniger Rechte oder die Rechte auf kürzere Zeit vertraglich binden muss. Das wiederum bedeutet mehr Selbstbestimmtheit für den Künstler. Bei dieser Variante verdient ihr in allen Bereichen gutes Geld, was sich im Vergleich zur ersten Variante in etwa die Wage halten kann, wenn das Publikum entsprechend ähnlich groß ist. Dies ist die andere Möglichkeit sein Musikerdasein zu bestreiten.

Wie gesagt, keine der Varianten hat etwas Verwerfliches an sich, es kommt auf den Typ Mensch bzw. Musiker an, der man ist und wie man sich seine Karriere selbst vorstellt. Diesen Gedanken wandelt ihr dann in eine gelungene Bandpräsentation um – dazu mehr in Teil 6 unserer Workshopreihe „Musiker-Business“.



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