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Vergleichstest: Gesangsmikrofone für die Bühne

Verlängerter Atem

Suchst du noch ein passendes Gesangsmikrofon für die Bühne? Informiere dich hier.


Verlängerter Atem

Ein guter Live-Sound erfreut nicht nur das Publikum, sondern erleichtert auch der Band die Performance. Besonders für das wichtigste Instrument, die menschlichen Stimme, ist deshalb ein guter Schallwandler von Nöten. Wir haben für dich fünf verschiedene Mikrofonmodelle verglichen – darunter findest du sowohl Dauerschlager als auch Geheimtipps.

Gehen wir davon aus, dass Musiker ihr Handwerk beherrschen, kristallisieren sich drei wesentliche Faktoren für einen idealen Bühnensound heraus: gute Mikrofone, eine ordentliche Beschallungsanlage und – wohl am wichtigsten von allem – ein erfahrener Techniker. Doch leider sind diese drei Nice-to-have-Gegebenheiten nicht auf jedem Event anzutreffen. Besonders als Sänger betrittst du oft eine Location, auf deren Bühne irgendein altes, total in Mitleidenschaft gezogenes Mikrofon darauf wartet, seinen eigenen Trauermarsch zu übertragen.

Gut, solche Situationen sind selten. Allerdings empfehlen wir dir als Sänger, immer dein eigenes Mikro dabeizuhaben. Einerseits ist es dir so möglich, bei alten Möhren auf dein eigenes Modell zurückzugreifen. Andererseits kannst du dich immer darauf verlassen, dass dein eigener Schallwandler so reagiert, wie du es gewohnt bist. Außerdem ist es kein großer Aufwand, immer dein eigenes Sprachrohr mitzunehmen – da haben es Bassisten, Gitarristen, Keyboarder und Schlagzeuger mit ihren Instrumenten viel schwerer.

Um dir die Auswahl zu erleichtern, sehen wir uns folgende fünf Mikrofone etwas genauer an: AKG D7, Audix OM6, Sennheiser e 935, Shure Beta 58A und Telefunken M80. Allesamt wandeln nach dem Tauchspulenprinzip – sind also dynamisch. Außerdem wurden sie speziell für Gesangssignale auf der Bühne konzipiert und bewegen sich preislich zwischen 200 und 280 Euro (UVP). Auch wenn optisch nicht ganz ersichtlich, weisen sie unterschiedliche Features auf, die sie für bestimmte Einsatzgebiete prädestinieren – dazu gleich mehr.

Unsere Probanden kommen je in einer stabilen Kartonverpackung – hier sticht vor allem die des M80 durch ihr rosarotes und rundliches Design heraus. Im Lieferumfang befindet sich jeweils nebst Infomaterial das Mikrofon, eine Klemme und ein Transporttäschchen. Apropos: Audix und Sennheiser spendieren ihren Schützlingen ein Stoffetui, die von Shure und Telefunken bestehen aus Kunstleder. Darunter hebt sich das AKG-Täschchen etwas ab: Es besteht aus Stoff, ist aber rundlich geformt, sodass der Schallwandler optimal reinpasst – aber leider keinen Platz mehr für die Klemme lässt.


Sein geschwungenes Design verleiht dem Audix OM6 ein hochwertiges und edles Aussehen.

Rutschfest

Optisch unterscheidet sich das AKG D7 von den anderen Modellen aufgrund seiner kantigen anstatt geschwungenen Übergänge. Besonders der obere Teil des Mikrofonschafts verhindert dadurch, dass die Hand in Richtung Korb rutscht. So ist es quasi kaum möglich, versehentlich aus der Supernierencharakteristik eine Kugel zu machen, wodurch gleichzeitig das Feedbackrisiko sinkt. Besonders schön ist das anthrazitfarbene Erscheinungsbild des Korbs – es wirkt edel und hochwertig. Auch das in den Schaft eingelassene, metallene AGK-Logo zeugt von einer hohen Verarbeitungsqualität und viel Liebe zum Detail.

Im Inneren des D7 eliminiert ein 80-Hz-Hochpassfilter alle tieffrequenten Störsignale wie Trittschall und Griffgeräusche. Daraus resultiert die untere Übertragungsgrenze von 70 Hz – doch keine Sorge, den Bereich der menschlichen Stimme wandelt der Österreicher im vollen Umfang. Durch die zugleich hohe obere Grenzfrequenz von 20 kHz glänzen hier gut aufgelöste und seidige Höhen. In unserem Test punktet das D7 aber besonders durch eine Tatsache: Es ist unter allen Testobjekten das Mikrofon, das am wenigsten Wind- und Popgeräusche überträgt.  

Komplett in Schwarz präsentiert sich das Audix OM6. Sein dünner, bis zur Hälfte des Mikrofons kerzengerader Schaft dürfte wohl vor allem schmalen Damenhänden entgegenkommen. Im Ganzen ist das Design sehr geschwungen – hier gibt es weder Ecken noch Kanten. Ähnlich wie beim D7 ist es durch die Formgebung kaum möglich, unabsichtlich mit der Hand über den Mikrofonkorb zu rutschen. Allerdings besitzt es eine Hypernierencharakteristik, die noch ein wenig gerichteter ist als die Superniere.

Das Audix OM6 besitzt einen Frequenzgang von 40 Hz bis 19 kHz. Was uns beim direkten Vergleich jedoch sehr positiv auffiel, war die extrem hohe Rückkopplungsresistenz: Das M80 konnten wir schon recht hoch aussteuern, doch das OM6 vertrug gute 2, 3 dB mehr – obwohl man sagen muss, dass es sich bei beiden Modellen bisher noch um heiße Geheimtipps handelt.

Hinter seinem stahlblauen Korb ist die Mikrofonkapsel des Sennheiser e 935 elastisch gelagert.

Klassisch

Zu den absoluten Klassikern „Made in Germany“ zählt das Sennheiser e 935. Sein Schaft ist komplett schwarz, nur der Mikrofonkorb hat eine stahlblaue Färbung. Eine Besonderheit findet sich unter der schützenden Hülle: Die Kapsel ist elastisch gelagert, sodass auch ein eher unsanfter Umgang mit dem Schallwandler nicht gleich das Aus bedeutet. Ein interessantes Detail fällt uns beim Abschrauben des Korbes auf: Ein Gummiring verhindert, dass beispielsweise Staub oder Schweiß ins Gewinde eindringt und dieses beschädigt.

Das e 935 besitzt die Richtcharakteristik Niere. Seine Rückwärtsdämpfung bei 180° beträgt mehr als 20 dB, weswegen rückwärtig einfallender Schall kaum ins Gewicht fällt. Mit seinem Frequenzgang von 40 Hz bis 18 kHz bildet das Mikrofon die menschliche Stimme bestens ab – übrigens, auch an der Snare macht sich das e 935 gut. Verglichen mit seinen Kontrahenten zeigte sich der Deutsche in unserem Test gegenüber übertrieben hervorgerufenen Griffgeräuschen absolut unempfindlich.

Eines der weltweit bekanntesten Bühnengesangsmikrofone stammt von Shure. Mit dem Beta 58A hatten wir seinen offiziellen Nachfolger im Vergleichstest. Es zeichnet sich vor allem durch seine extrem hohe Robustheit sogar im härtesten Touralltag aus. Unter den Probanden ist es dabei mit seinen 154 mm Länge nicht nur das kompakteste, sondern mit seinen 278 g auch das leichteste Mikrofon. In seinem metallic-blauen Schafft ist das Shure-Logo und die Produktbezeichnung eingelassen. Der metallfarbene Korb besitzt zudem einen hellblauen Gummiring.

Im Gegensatz zu seinem Vorgängermodell besitzt das Beta 58A eine Supernierencharakteristik. Fast genauso knapp wie beim SM58 ist jedoch der Frequenzgang angegeben: mit 50 Hz bis 16 kHz lassen sich nicht alle Schallquellen in ihrer Gänze übertragen. Dennoch bildet der Amerikaner das menschliche Stimmspektrum komplett ab – auch wenn es so scheint, als würden die Höhen nicht so seidig schimmernd ertönen wie bei den Opponenten.

Jedes Mikrofon kommt mit einer Mikrofontasche und einer Klemme.

Individuell

Mit einem mattschwarzen Schaft präsentiert sich das Telefunken M80. Alternativ bietet der amerikanische Hersteller eine Palette an unterschiedlichen Farbvariationen an – wie Gelb, Blau, Orange, Grün und Weiß. Die Typenbezeichnung ist, anders als bei den Mitbewerbern, auf den Spannring am Mikrofonkorb aufgedruckt. Das metallene Telefunken-Logo findet hingegen am Schaft einen Platz. Übrigens: Als einziges Mikrofon in unserem Test ist das M80 so designt, dass es nicht wegrollen und damit herunterfallen kann, wenn es beispielsweise auf einem (schiefen) Tisch zwischengeparkt wird.

Frequenziell reicht das M80 von allen Probanden am weitesten runter: Mit seinem Übertragungsbereich von 30 Hz bis 18 kHz eignet sich das dynamische Mikrofon nicht nur für die Stimme, sondern auch für diverse andere Instrumente – wie beispielsweise Percussion. Trotz seines weiten Frequenzbereichs ist hier der Nahbesprechungseffekt nicht so stark ausgeprägt wie bei anderen Mikrofonen. Es kommt mit der Richtcharakteristik Niere und ist mit seinen 371 g der schwerste Kandidat.

Alle fünf Modelle lassen in Sachen Fertigungsqualität keine Wünsche offen. So, wie es sich gehört, bestehen die Körbe und Schäfte ausschließlich aus Metall, sodass zumindest äußerlich nicht so schnell Schäden auftreten können. Doch auch die Elektronik ist bei unseren Probanden optimal gegen Stöße und das Eindringen von Feuchtigkeit geschützt. Dabei empfehlen wir, den Schallwandler der Wahl immer geschützt in seinem Täschchen zu transportieren – so vermeidest du auch Kratzer, die sonst mit der Zeit auftreten. Allerdings ist nach einer ausgelassenen Performance erst das vollgesabberte Mikrofon zu putzen.

Wie die Mikrofone im Einzelnen tönen, lässt sich nur schwer in Worte fassen. Deswegen haben wir für dich zwei unterschiedliche Klangbeispiele gefilmt. Im ersten Clip singt unser Gastsänger der Reihe nach in alle fünf Modelle, die jeweils auf einem Stativ befestigt sind. Im zweiten Clip geht es etwas härter zur Sache: Unser Gastsänger nimmt die Mikros nacheinander in die Hand und performt nach Screamer-Manier einen Metal-Song. Bilde dir also im Folgenden deine eigene Meinung.





Technische Daten

  AKG
D7
Audix
OM6
Sennheiser
e 935
Shure
Beta 58A

Telefunken
M80

Wandlerprinzip dynamisch dynamisch dynamisch dynamisch

dynamisch

Richtcharakteristik Superniere Hyperniere Niere Superniere

Niere

Frequenzgang 70 Hz – 20 kHz 40 Hz – 19 kHz 40 Hz – 18 kHz 50 Hz – 16 kHz 30 Hz – 18 kHz
Impedanz 600 Ω 200 Ω 350 Ω 290 Ω

200 Ω

Empfindlichkeit 2,6 mV 1,5 mV 2,8 mV 2,6 mV

1,4 mV

Max. SPL 147 dB 144 dB 150 dB

140 dB

Länge 185,2 mm 176 mm 181 mm 154 mm

184 mm

Gewicht 340 g 307 g 330 g 278 g

371 g

Besonderheit Hochpassfilter bei 80 Hz extrem feedbackresistent  Kapsel elastisch gelagert extrem robust

weiter Frequenzgang & diverse Farben

Preis (UVP) 199 Euro 232,05 Euro 226,80 Euro 198,89 Euro

279 Euro

Weitere Infos www.akg.com www.audix.de www.sennheiser.de www.shure.de www.telefunken-elektroakustik.com 
Vertrieb www.audiopro.de 
www.trius-audio.de 
www.sennheiser.de 
www.shure.de 
www.klemm-music.de


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