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Test: Native Instruments Maschine Jam

Die Jam-Maschine

Maschine Jam lädt zum spielerischen Umgang mit Pattern, Loops und Klängen ein.


Die Jam-Maschine

Das hybride Musik-Produktionssystem Maschine hat Zuwachs bekommen. Maschine Jam heißt der neuste Controller. Er bietet wie seine drei Geschwister Zugriff auf die Maschine 2.5-Software. Daher sind es vor allem die konzeptionellen Unterschiede der Controller-Hardware, die Maschine Jam einzigartig im machen. Grund genug einen intensiven Blick auf seine Fähigkeiten zu werfen.

Native Instruments Maschine hat sich zu einem der wichtigsten Musik-Produktionssystem entwickelt. Die Kombination aus einem spezialisiertem Hardware-Controller und Software wird weltweit von Musikern und Produzenten in Studios und auf Bühnen eingesetzt. Zu den Vorteilen  der hybriden Lösung gehört die einfache Erweiterbarkeit des Systems. Neue Funktionen werden durch Software-Updates hinzufügen, ohne dass sofort neue Hardware benötigt wird. Trotzdem erscheint mit Maschine Jam jetzt ein Controller mit neuem Ansatz.

Dass Maschine Jam anders ist als die bisherigen Maschine-Controller, siehst du schon beim ersten Blick auf der gut strukturierte Oberfläche. Anstelle der sechzehn Drumpads stehen 64 kleine, von Native Instruments Click-Pads genannt, im Mittelpunkt. Ebenfalls sehr auffällig sind die acht Touch Strips (Smart Strips nennt Native Instruments diese) im unteren Bereich. Encoder gibt es dagegen wie bei Maschine Mikro nur einen. Allerdings ziert die linken Seite noch ein Steuerfeld zum Navigieren innerhalb der Software.

Kurz nach der Ankündigung von Jam hat Native Instruments einige Tutorial-Videos bereitgestellt. Diese vermitteln dir einen sehr guten ersten Eindruck der Möglichkeiten. Der Start mit Maschine Jam ist dann sehr einfach. Das USB-Kabel an den Rechner anschließen und nach dem Installieren der zugehörigen Software loslegen. Dazu benötigst du einen Internetzugang, denn im Karton findest du nur eine Kurzanleitung, die dich zu einer speziellen Website für Jam führt. Angesichts der Häufigkeit, mit der Native Instruments neue Funktionen zu Maschine hinzufügt, eine Rohstoff sparende Lösung.


Die Buttons zur Auswahl der Funktionen von Maschine Jam sind direkt neben den Smart Strips.

Die Unterschiede

Die ersten beiden Controller-Generationen von Maschine stellen vor allem eine Sample-basierte und Beat-orientierte Arbeitsweise in den Mittelpunkt. Maschine Jam setzt dagegen den Schwerpunkt auf das Stepsequencing und spielerisches Arrangieren von Tracks. Damit werden viele Neuerungen aus den letzten Software-Updates im wahrsten Sinne greifbar. Obwohl die Maschine-Software für alle Controller die gleiche ist, hat sie mit den Display-Overlays ebenfalls einige für Jam optimierte Zusatzfunktionen erhalten. Dafür sind andere Funktionen wie der direkte Zugriff auf das Sampling den anderen Controller vorbehalten.

Im Gegensatz zu den anderen Maschine-Controllern sind die Pads kleiner und nicht anschlagsdynamisch. Das ist konsequent, denn zum Arrangieren benötigst du keine Anschlagsdynamik. Um im Stepsequencer-Modus dynamischer zu programmieren, hat Maschine Jam, wie schon von den Legenden TB-303 und TR-808 bekannt, eine Accent-Funktion spendiert bekommen. Jam steht damit deutlich für eine elektronischere Art der Groove-Produktion. Vereinfachend gesagt, ist Jam mehr Techno/House, während die anderen Maschine-Controller eher HipHop/Soul/R’n’B sind.

Die Jam-Oberfläche erinnert ihrem Konzept entsprechend stark an andere Clip-basierte Hard- und Software-Konzepte. Über die Pad-Matrix werden im Song-Modus Pattern gestartet, gewechselt und gestoppt. Innerhalb einer Scene wechselst du dadurch schnell mal ein Pattern aus und probierst unterschiedliche Variationen im Arrangement. In den verschiedenen Sequenzer-Modi ermöglichen die Click-Pads unterschiedliche Spielarten. Du kannst Rhythmen, Melodien und Akkorde schrittweise programmieren, ein Einspielen in Echtzeit ist ebenfalls möglich. Die Matrix ändert dabei entsprechend deiner Einstellungen Ihr Layout.

Nur einmal müssen Jam und er zweite Controller in der Software angemeldet werden.

Einfach zu bedienen

Optisch sind die verschiedenen Bereiche der Bedienelemente von Maschine Jam elegant voneinander abgegrenzt. Die wichtigsten Funktionen für die Click-Pads werden über die Tasten im matt-schwarzen Bereich links und rechts neben der Matrix aufgerufen. Im glänzend-schwarze Bereich erhältst du direkten Zugriff auf die Funktionen für die Smart Strips. Über Tastenkombinationen erreichst du weitere Funktionen. Eine Übersicht dieser steht bei Native Instruments zum Herunterladen bereit. Zum Navigieren innerhalb deines Projekt oder im Browser gibt es auf der linken Seite vier Courser-Tasten.

Plug-ins oder Klänge, die du in Maschine aufrufst, editierst du bequem mit den Smart Strips. Die acht möglichen Makros eines Sounds oder einer Group sowie weitere Einstellungen von diesen regelst Du ebenso gut mit den Smart Strips wie die Parameter von Plug-ins oder Effekten. Das zeitgleich erschienene 2.5-Update der Maschine-Software enthält sogar einige Effekte, die speziell an die Smart Strips angepasst sind. Es gibt außerdem einen Modus, in dem du über die Smart Strips Klänge so spielen kannst, dass es sehr Gitarren-ähnlich wirkt (Strumming). Gerade bei synthetischen Klänge entstehen so interessante Muster.

Für das Strummings wechselst du in den Note-Modus und spielst auf eine Weise, die dir ansonsten nur Ribbon-Controller bieten. Im Note-Modus spielst du mit Deinem Finger voreingestellte oder selbst zusammengestellte Akkorde, beziehungsweise einzelne Töne aus dem jeweiligen Akkorde. Für noch mehr Ausdrucksstärke zeichnest du über die Smart Strips Automationen von Synth- oder Effekt-Parameter auf. Dazu genügt bei laufendem Sequenzer ein Druck auf die Auto-Taste. Jeden mit den Smart Strips editierbare Parameter kannst du so automatisieren.

In Ableton Live richtest du Jam ganz einfach als Controller ein.

Jam im Einsatz

Maschine Jam eignet sich Solo und im Bandkontext sehr gut für den spielerischen Umgang mit Stepsequenzen, Pattern und Loops. Über eine Tap-Funktion passt du das Tempo dem Rhythmus deiner Band an. Externe Klangquellen, die du über Dein Audiointerface durchschleifst, veredelst du mit Effekten, die du durch Pattern mit temposynchronen Automationen modulierst. Spielereien wie das Starten einer Sequenz oder temposynchrones Verfremden einer Gitarre sind daher eine Leichtigkeit. Falls du dabei keine freie Hand hast, schließt du einen Fußschalter an Maschine Jam an.

Die Möglichkeit, Parametereinstellungen mit der Lock-Funktion zu speichern und bei Bedarf über die Matrix abzurufen, unterstützt solche kreativen Spielereien. So kommst du, etwa nach einer Filterfahrt, auf Tastendruck zum Ausgangswert zurück. Mit Display-Overlays in der Software erleichtert dir Maschine Jam übrigens das Ablesen wichtiger Einstellungen, sobald du diese aufrufst. Gerade auf der Bühne oder im Probenraum bei geringem Licht eine sehr vorteilhafte Idee.

Innerhalb der Display-Overlays bewegst du dich mit Hilfe der Courser-Tasten zu den Parametern, die du mit dem Push-Encoder verändern willst. Sobald du bei dem jeweiligen Parameter angelangt bist, drückst du einmal auf den Encorder, veränderst den Wert und speicherst diesen durch einen zweiten Knopfdruck. Für die meisten wichtigen Grundeinstellungen, wie Tonhöhe, Tempo oder Länge der Steps stehen Overlays bereit. Sogar der Browser, über den du deine Projekte, Sounds und Effekte lädst, erscheint bei Jam als Overlay.

Overlays ersetzten in Jam die Displays der anderen Controller.

Clever kombiniert

Der Funktionsumfang von Maschine Jam allein reicht schon aus, um auf der Bühne oder im Studio viel Spaß zu haben. Bei Produktionen ohne zusätzliche Audioaufnahmen reicht Machine vollkommen aus. Der Mix lässt sich über die Smart Strips erstellen, nachdem du vorher (oder gleichzeitig) mit Hilfe der Click-Pads das Arrangement festgelegt hast. Willst du allerdings Audioaufnahmen machen, benötigst du eine DAW, in der du Maschine als Plug-in einsetzt. Maschine Jam kannst du in diesem Fall als Controller für das Maschine-Plug-in und die DAW nutzen.

Native Instruments stellt dafür ein Ableton Live 9.1-Template und eins mit dem Mackie Control-Protokoll bereit. Diese lädst du über den Control-Editor in Maschine Jam. Das Live-Template nutzt die Möglichkeiten, die sich aus der konzeptionellen Ähnlichkeit ergeben, voll aus. Mit den Click-Pads startest du Clips in Live. Mit den Scene-Tastern (1-8) wählst du auch in Live die Scenes aus. Mit der Song-Taste wechselst du zwischen Clip- und Arrangement-Ansicht in Live. Einige Taster sind doppelt belegt, etwa Aux, mit dem du in Live erst zu Send A und durch ein zweites Drücken auf Send B schaltest.

Ähnlich verhält es sich mit der Transportleiste. Um einen Track in Live für Aufnahmen zu aktivieren, stumm oder Solo zu schalten, drückst du einfach die entsprechende Taste (beziehungsweise Tastenkombination). Anschließend schaltest du  über die Tasten A - H die Tracks um. Mit den Pfeiltasten des Transportfelds wechselst du die Kanäle, um mehr als acht zu steuern. Über die Click-Pads startest Du dann in der Session-Ansicht die Aufnahme eines Clips oder seine Wiedergabe. Selbst die Keyboard- und Step-Tasten von Jam rufen entsprechende Funktionen in Live auf.

Die Maschine Jam Click-Pad_Matrix und die Dual-Touch Smart Strips helfen beim kreativen Arbeiten.

Alleine oder zu zweit

Neben der Kombination von Maschine Jam mit einer DAW gibt es gute Gründe, Jam zusammen mit einem zweiten Maschine-Controller einzusetzen. Die funktionalen Überschneidungen etwa zwischen meiner Maschine Mikro (mk1) und Jam sind sehr gering. Beide ergänzten sich im Test hervorragend. Während Jam vor allem beim Stepsequencing und Arrangieren seine Stärken ausspielt, erweitert Mikro die Produktion um anschlagsdynamisches Spiel und Sampling. Seit Jahren habe ich mit Maschine Mikro  meinen Workflow entwickelt. Maschine Jam ergänzte diesen auf Anhieb um die Funktionen, die mir oft fehlten.

Im Beatprogramming etwa sind Kombinationen von Jam mit einem anderen Maschine-Controller ein vielseitiges Team. Gerade wenn es um mehrtaktige Pattern geht. So setzt du beispielsweise mit Jam die Bassdrum. Über die Drumpads des anderen Controllers trommelst du die Snare und Toms in Echtzeit dazu ein. Zum Abschluss erstellst du mit der Note-Repeat-Funktion und den Drumpads des zweiten Controllers eine anschlagsdynamische Hi-Hat-Figur. Um jedem Instruments im Pattern einen eigenen Swing-Wert zu geben, nutzt du wieder Jam und seine Display Overlays.

Im Zusammenspiel lief alles ohne Probleme. Selbst Funktionen, die bei beiden Controllern vorhanden sind, lassen sich jederzeit von beiden bedienen. Beide kooperierten ohne einfrieren oder abstürzen der Maschine-Software. Generell zeigte sich die Maschine-Software als sehr stabil. Nachdem ich einmal beide Controller im entsprechenden Menü angemeldet hatte, lief mein Musik-Produktionssystem nach jedem Start wie gewünscht. Beide leuchteten wie gewohnt zum Start auf und waren dann sofort ansprechbar. Selbst wenn ich mal nur mit einen der Controller gestartet habe, war der zweite beim nächsten Mal sofort wieder dabei.

Bester Stand, dank mitgeliefertem Stativ.

Fazit / Bewertung / Technische Daten

Seine Aufgaben erfüllt Maschine Jam überzeugend. Für Kenner von Native Instruments Maschine ist die Oberfläche weitestgehend selbsterklärend. Neueinsteiger werden sich ebenso gut zurecht finden, denn viele Funktionen sind durch die Beschriftung selbsterklärend. Mit den Tutorial-Videos sowie den Anleitungen im PDF-Format erklärt Native Instruments eventuell aufkommende Fragen auf gut verständliche Weise. Allerdings sind diese nur auf Englisch, gerade bei den Handbüchern wäre eine Übersetzung ins Deutsche ganz nett.

Der neue Ansatz gegenüber den bisherigen Maschine-Controllern wird konsequent durchgehalten, so dass Maschine Jam sowohl als eigenständiges Gerät wie als Ergänzung zu einem vorhandenen Maschine-Controller interessant ist. Die übersichtlich gestaltete Oberfläche erleichtert das Arrangieren von Pattern und Scenes. Die Smart Stripes sind eine sehr gute Lösung, um Parameter zu editieren und Mixe zu erstellen. Stepsequenzen sind schnell erstellt und Pattern über die Pad-Matrix und Smart Stripes schnell eingespielt. Für elektronische Produktionen und zum Arrangieren von Produktionen ist Maschine Jam hervorragend geeignet.

Bewertung:
+   Stimmige Kombination aus Hard- und Software
+   Gut mit anderen Maschine-Controllern kombinierbar
+   Übersichtliche Oberfläche fördert spielerisches Arrangieren und Produzieren
+   Smart Strips vereinfachen schnelle Parameteränderungen
+   Gute Übersicht durch farbige Pads
–   Handbücher nur auf Englisch

 

 Technische Daten und Preise:

Vertrieb
Hersteller
Native Instruments
Internet
Preis (UVP)
399 Euro

 

 

Technische Daten
Bauweise
hybrides Musik-Produktionssystem
Bedienelemente 64 mehrfarbig beleuchtete Click Pads (8 x 8)
  8 Touch Strips
  jeweils acht Group- und Scene-Buttons
 
31 Buttons
Anschlüsse USB (2.0/3.0)
  Foot-Switch
  Kensington Lock
Lieferumfang Controller
  Controller-Stand
  Anleitung zum Freischalten und Download der Software (Maschine, Komplete Select 11)
Hergestellt in China (Deutschland entwickelt)


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