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Test: Lehle Mono Volume

Einfach ein Volumepedal? Von wegen!

Lehle zeigt mit dem Mono Volume, dass in Sachen Lautstärkepedal noch viel Verbesserungspotenzial bestand. Das noch mal zu toppen wird schwer.


Einfach ein ...

Seit gut 15 Jahren stehen die Schalter, Klangverbesserer und Effekte von Lehle für beste Qualität, maximale Robustheit und erstklassigen Klang. Nun widmete sich Firmengründer Burkhard Lehle dem Thema „Lautstärkepedal“. Was soll da schon dran sein? Macht halt laut und leise, oder? Naja, ganz so einfach ist es – zumindest für anspruchsvolle Musiker – nicht. Die Lösung heißt Lehle Mono Volume – und das ist viel mehr als ein schlichtes Lautstärkepedal.

Man kann sich die Szene direkt vorstellen. Ein Gitarrist ist im Laden, hat sich einen schicken Amp zugelegt und redet noch mit dem Verkäufer. „Na, dann pack mir doch noch ein Lautstärkepedal dazu, is’ ja schon praktisch.“ Auf Nachfrage, welches es denn sein soll, kommt blitzschnell die Antwort „Na, irgendeins, laut und leise machen die doch alle, oder?“ Da ist natürlich etwas Wahres dran, doch wer Wert auf optimalen Klang und perfekte Signalqualität legt, der weiß, dass hier durchaus einige Stolpersteine im Weg liegen.

Zunächst muss man wissen, dass das Signal, das üblicherweise aus passiven Pickups kommt, rein elektronisch betrachtet ein äußerst fragiles Wesen ist. Deshalb sollte man über den ganzen Weg, den der Klang aus der Gitarre zurücklegt, auf beste Komponenten achten. Denn wenn man an mehreren Stellen ungeeignete bzw. „klangschluckende“ Komponenten hat, kommt am Ende kein vernünftiges Signal mehr beim Verstärker an. Genau auf diesem Gebiet hat Lehle in den letzten rund 15 Jahren seine Expertise beeindruckend nachgewiesen und ist auf tausenden Pedalboards von Profis und Klangästheten zu finden.

Kein Wunder also, dass das Mono Volume hier gleich in mehreren Bereichen erstklassige Lösungen anbietet. Übrigens: Ich persönlich würde das Pedal in nahezu allen Fällen an den Anfang der Signalkette hängen – abgesehen vielleicht vom Stimmgerät, doch auch dafür bietet das Lehle-Pedal eine Alternative an. Warum ich das tun würde? Weil das Mono Volume das Signal aus der Gitarre zunächst von einem hochohmigen in ein niederohmiges Signal wandelt – dadurch ist es deutlich unanfälliger für negative Einflüsse wie lange Kabelwege, viele Effektpedale und Ähnliches. Es fungiert also als Buffer. Rein in den Input, raus aus dem Output – aber Moment mal, da ist ja noch ein zweiter Ausgang, „Dir“ genannt. Dabei handelt es sich um einen gebufferten Direct Out, der das Signal aus dem Input immer komplett weitergibt, etwa zu einem Stimmgerät, einem zweiten Amp oder in ein Interface. Sehr praktisch, ein Splitter ist das Mono Volume also auch.

Darüber hinaus findet man an der Front noch einen Gain-Regler, mit dem man das Signal um bis zu 10 dB anheben kann. Man kann dem Signal also mit dem Lehle Pedal noch einen ordentlichen Schub verpassen, etwa, um fürs Solo noch das gewisse Quäntchen Extralautstärke zu haben. Wodurch das Mono Volume auch noch zum Booster wird. Man sieht jetzt schon, mit einem einfachen Volume Pedal hat das Teil von Lehle wenig gemein – was man schon bei dem nicht ganz kleinen Preisschild ahnen konnte. Doch das Lehle Mono Volume ist sein Geld locker wert.


Alle Anschlüsse und Regler des Lehle Mono Volume befinden sich an der Front des Pedals.

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So viel zunächst zu den „Zusatzfeatures“ des Lehle Mono Volume. Doch was ist nun mit der eigentlichen Funktion des Pedals, dem Regeln der Lautstärke? Auch hier wäre Lehle nicht Lehle, wenn er nicht auch dafür etwas Innovatives ausgetüftelt hätte. Während klassische Volume-Pedale auf gewöhnliche Potis setzen und moderne Varianten gerne Infrarotsensoren nutzen, geht Burkhard Lehle einen komplett anderen Weg. Das massive Gerät beherbergt einen Magneten, der vom Pedal bewegt wird. Ein Hall-Sensor (benannt nach Edwin Hall, zur Messung der Stärke von Magnetfeldern) aus deutscher Produktion misst den Abstand und steuert einen VCA, also einen spannungsgesteuerten Verstärker an.

Dieser hochwertige Blackmer VCA aus den USA ersetzt im Mono Volume das mechanische Potentiometer. Dort wird die Verstärkung durch die vom Hall-Sensor kommende Steuerspannung variiert. Dieses Verfahren ermöglicht ein deutlich präziseres und gleichmäßigeres Arbeiten als die üblichen mechanischen Potentiometer oder optischen Sensoren der gängigen Volumenpedale. Außerdem entfallen das Poti-typische Rauschen oder die umständliche Justierung. Und was bedeutet das für mich als Gitarristen in der Praxis?

Nun ja, zum einen ist das Lehle-Pedal äußerst leise und frei von unangenehmen Nebengeräuschen. Zudem überträgt das Mono Volume das komplette Klangspektrum des Instruments über den gesamten Regelweg. Da die Eingangs- und Ausgangsimpedanz immer gleich bleibt, gibt es keine Höhenbedämpfung wie bei einem klassischen Poti. Gemeinsam mit dem schön großen Pedal und dem weiten Regelweg kann man so sehr fein regulieren, wie laut man den Verstärker ansteuern möchte, von - 92 dB (was man schon als unhörbar einordnen kann) bis + 10 dB, wenn man das Gain-Poti voll aufdreht – und womit man den Verstärker bei Bedarf durchaus heftig boosten kann, etwa fürs Solo. Und dann ist das Lehle immer noch schön leise, nur das Gitarrensignal knallt heftig.

Das Gehäuse des Lehle Mono Volume ist aus massivem Metall – da kann man auch mit dem Auto drüberfahren. :)

Fazit und technische Daten

Auch wenn es auf den ersten Blick aussieht wie ein schlichtes – und sehr elegant gestaltetes – Lautstärkepedal, zeigt sich schnell, dass das Lehle Mono Volume viel mehr als das ist. Es ist der optimale Start der Signalkette für eine Gitarre oder einen Bass, um das Pickup-Signal bestens aufzubereiten, in der Lautstärke zu regeln und zu verteilen. So kann man sich immer sicher sein, dass die nachfolgenden Geräte optimal angesteuert werden. Verpackt ist das Ganze in ein megasolides Gehäuse, das sehr angenehm mit dem Fuß bedienbar ist und wirkt, als könnte man auch problemlos mit dem Auto darüberfahren, ohne irgendetwas kaputt zu machen. Dazu kommt der extrem nebengeräuscharme und absolut verschleißfreie Aufbau des Mono Volume. So gibt man beim Kauf möglicherweise etwas mehr Geld aus, bekommt dafür aber auch ein perfektes Ergebnis, und das über Jahre und in jeder Situation. Der einzige „Nachteil“ gegenüber klassischen Modellen ist höchstens, dass ohne Netzteil beim Lehle gar nichts geht. Aber das ist ein winziger Preis für das hier Gebotene. Denn das bewegt sich zweifellos auf allerhöchstem Niveau.

Typ

Lautstärkepedal

Gehäuse
Metall
Anschlüsse

Input, Direct Out, Volume Output, 9 - 15 V

Regler

Gain

Spannungsversorgung
Netzteil, 9 -15 V, AC oder DC
Gewicht
rund 1,5 kg
Maße (H x B x T)
65 x 260 x 100 mm
Besonderes
Innovative, verschleiß- und nebengeräuschfreie Technologie, Booster, Buffer & Splitter integriert
Hergestellt in
Deutschland


Wertung:
+ massive, langlebige Konstruktion
+ innovative Technik
+ vielfältige Zusatzfunktionen (Buffer, Booster, Splitter)
+ erstklassige Klangqualität
+ angenehmer Regelweg

Preis (UVP): 215 €

Hersteller: Lehle
Weitere Infos: Lehle Mono Volume

 

 



Leser-Kommentare:
Jan nStuff, 08-09-15 10:32
Hi Markus, ja, das Sonuus Voluum ist auf jeden Fall auch ein cooles Teil, wobei die Zielgruppen glaube ich schon etwas andere sind. Das Lehle richtet sich an Spieler, die ein optimales Signalfür ihre nachfolgende (vermutlich meist analoge) Signalkette suchen und da keinerlei Kompromisse eingehen wollen. Das Sonuus ist ja eher ein Multitalent für Leute, die vor dem Amp einfach nur ein Teil haben wollen, mit dem sie alles machen können. Sind beides – wie ich finde – richtig coole Produkte, aber eben für unterschiedliche Zielgruppen.

Greetz. Jan.
Markus, 02-09-15 17:00
Ganz nett, aber es geht wohl kaum was über das "Sonuus Voluum".
Ein Hammer-Gerät, das in Punkto Volumenbearbeitung nochmal ordentlich einen draufsetzt im Vergleich zum Lehle. Auch das Preis-Leistungsverhältnis scheint mir persönlich beim Sonuus noch besser.

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